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Carlos

China: quo vadis?

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Hansolol
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vor 2 Stunden von hattifnatt:

Dafür verwenden sie ja wohl hoffentlich KI(-Unterstützung), aber ja, hier ist was dran:

Ja, das ist wohl so. Ich habe gehört, dass deswegen die Kommentatoren schon ihre Sprache angepasst haben. KI kann keine Ironie finden. Die Kritik ist dann sehr versteckt, aber jeder versteht eigentlich was gemeint ist. Am Ende werden da wohl immer noch Menschen sitzen, die Kommentare löschen und die Ki sucht nur nach bestimmten Wörtern.

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Holgerli
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vor einer Stunde von hattifnatt:

Der Economist sieht es auch als Symptom systemischer Probleme:

https://www.economist.com/leaders/2022/04/16/what-china-gets-wrong

Sehr guter Artikel.

Ich würde noch einen Punkt hinzufügen wollen:

Es könnte sehr gut sein, dass China schneller alt als reich wird, da China ja durch die Ein-Kind-Politik in einer demographischen Falle sitzt.

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oktavian
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Am 4.4.2022 um 14:59 von kleinerfisch:
Am 4.4.2022 um 12:46 von Hansolol:

Die Maßnahmen sind politischer Natur und ohne wissenschaftliche Grundlage.

Ernsthaft? Quarantänemaßnahmen sind ohne wissenschaftliche Grundlage?

Man muss hier immer einen Kompromiss finden zwischen Einschränkung des Lebens und Nutzen der Quarantäne. Wissenschaftlich lösbar wäre es höchstens ansatzweise, wenn man diese Einschränkungen der Lebensqualität quantifizieren könnte. Das gleiche gilt für Covid und long-Covid.

 

Chinas Präsident hat sich aufs hohe Ross gesetzt und machte auch Propaganda mit den Toten in Deutschland als Beispiel wie man es nicht macht. Zero-Covid sei die beste Strategie. Demokratien haben zwansgweise mehr Tote.

Nun zeigt sich immer mehr, dass diese extremen lockdowns auch zu Toten führen (Notfälle kommen nicht ins Krankenhaus weil Wege gesperrt, Medikamentenversorgung eingesperrter (in Quarantäne) wird nicht gewährleistet, Essen/Trinken sogar knapp etc.  siehe @cutter111thoben. Von den Balkonen schreien, kann in so einem Land schon gefährlich sein.

Dazu kommen erhöhte Selbstmordzahlen in den chinesischen Corona-Gebieten. Es gibt hier keine offiziellen Zahlen (nur Einzelfälle /Augenzeugen), aber das deutet ja auch daraufhin, dass die chinesische Regierung was zu verbergen haben. Man kann nicht seriös die genauen Zahlen schätzen, aber der Trend ist klar.

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Hansolol
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vor 3 Stunden von oktavian:

Nun zeigt sich immer mehr, dass diese extremen lockdowns auch zu Toten führen (Notfälle kommen nicht ins Krankenhaus weil Wege gesperrt, Medikamentenversorgung eingesperrter (in Quarantäne) wird nicht gewährleistet, Essen/Trinken sogar knapp etc. 

 

Hinzu kommen die ganzen psychischen Probleme. Würde man das alles mal konsequent aufarbeiten, würde man sehen, dass dieser Lockdown mehr schadet als nützt. Es geht um Ideologie, nicht um den Schutz der Gesundheit. Das Menschenbild das hier zum Ausdruck kommt, spricht übrigens auch nicht gerade für China. Das Individuum und dessen Freiheit hat einfach keinen Wert. Darüber hinaus bin ich auch ziemlich sicher, dass die hohen Parteifunktionäre nicht unter einem Lockdown zu leiden hätten. Die wären versorgt und müssten nicht morgens um 6 zur Massentestung. 

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Sovereign
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Der XX Parteitag wird im November stattfinden.

Xi Jinping hat sich comitted, dahingehend das China die Pandemie weltweit am besten gemanaged hat, das die Lockdowns sinnvoll sind, das ausländische Impfstoffe nicht wirkungsvoller sind als die chinesischen.

Die Kommentatoren, die ich kenne, sind alle einer Meinung: Xi Jinping wird, weil er sich commited hat, Gesicht wahren und nicht von seinem Kurs nicht abweichen.

Die ersten ausländischen Firmen sollen wohl schon nach Produktionsstätten in Südostasien, aber ausserhalb Chinas , suchen.

 

Momentan geht der Kurs des Yuan, gemessen am Dollar, steil nach (6,35 -> 6,60) nach unten. D.h. es fließt Geld aus China ab.

Der Kursverfall der Aktien, die ich verfolge, scheint aber erst einmal gestoppt zu sein.

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WOVA1
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vor 23 Minuten von Sovereign:

Der Kursverfall der Aktien, die ich verfolge, scheint aber erst einmal gestoppt zu sein.

Ja - man macht sich auf oberster Ebene Sorgen um die Wirtschaft - globaltimes : Xi chairs CPC top leadership meeting, stressing economic stability

 

Und reagiert mit Ausgabenprogrammen - wie auch im Westen üblich:

Zitat

The moves which follow favorable policies implemented earlier, such as the issuance of coupons, the expansion of infrastructure investment and the cut in reserve ratios, showed that leadership is caring about the capital market, which is conducive to the recovery of market confidence and a rebound, Yang added.

Immerhin hat man die Null-Covid-Politik schon zum 'dynamic zero-COVID approach' geändert . Man könnte also im nächsten Schritt zum 'dynamic COVID approach' kommen, ohne großen Gesichtsverlust. 

 

Diese Massentests stehen bei den normalen Chinesen eh schon im Verdacht, COVID erst recht zu verbreiten.

Und ganz bestimmt sind solche Ereignisse wie in Peking, wo der Verdacht auf einen Shutdown zu einem Run auf die Einkaufläden geführt hat, ein Paradies für den Virus.

 

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oktavian
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vor 2 Stunden von Sovereign:

Die Kommentatoren, die ich kenne, sind alle einer Meinung: Xi Jinping wird, weil er sich commited hat, Gesicht wahren und nicht von seinem Kurs nicht abweichen.

Ich halte die Chinesen für durchaus in der Lage dies selbst einzuschätzen. In meinen Augen ist es keine Schwäche die Position zu ändern, wenn sich die Fakten ändern (ansteckendere Variante), sondern Stärke. Leider kommt der Schwenk wohl zu spät. Zumal die Chinesen traditionell eine höhere Gleichschaltung der Presse erreicht haben und selbst in Russland glauben nach Umfragen viele an einen friedfertigen Sondereinsatz in der Ukraine nachdem die böse Nato die territoriale Integrität bedroht habe. Daher sehe ich die Zero-covid Politik als extreme geistige Schwäche Xis persönlich, da er das schon verkaufen könnte.

Ich muss hier aber auch noch klar sagen: Die Impfquoten in China sind bei alten Leuten schwach. Das Gesundheitssystem ist schwach in der Fläche. Eine freie Durchseuchung würde daher natürlich viele Tote bedeuten.

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Maciej
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Dei vollständige Liste findet man auf der Seite der SEC. Weiß jemand, was der Unterschied zwischen der "provisional" und der "conclusive" Liste ist?

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bmi
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vor 12 Stunden von Maciej:

Dei vollständige Liste findet man auf der Seite der SEC. Weiß jemand, was der Unterschied zwischen der "provisional" und der "conclusive" Liste ist?

Provisional ist die vorläufige Liste und Conclusive die abschließende Liste. Auf der Conclusive Liste landet man nur, wenn man nicht innerhalb von 15 Arbeitstagen Einwände inkl. Nachweise gemeldet hat, wieso man falsch identifiziert wurde. Steht oberhalb der Conclusive-Liste mit Sternchen.

 

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Schildkröte
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Zitat

Erstmals lehnt der Bund Bürgschaften für Investitionen eines deutschen Unternehmens in China ab – mit Verweis auf die Menschenrechtslage in der Provinz Xinjiang. ... Namen nannte [Bundeswirtschaftsminister Habeck] nicht, aber klar ist: Es geht um Europas größten Autokonzern Volkswagen. ... Intern heißt es, nach dem Re­gierungswechsel in Berlin habe sich schon länger abgezeichnet, dass sich die Bürgschaftspraxis ändern könnte. Die ge­planten Investitionen in China werde der Konzern trotzdem tätigen. ... 13 weitere Anträge für neue oder zu verlängernde Bürgschaften zur Absicherung in China waren zu­letzt nach Angaben des Ministeriums po­sitiv beschieden worden.

Quelle: FAZ 

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Owl
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Owl
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Minderleister
Posted · Edited by Minderleister

https://www.wsj.com/articles/communist-cells-in-western-firms-business-investment-returns-xi-jinping-11657552354

 

Zitat

WallStreet Journal

Re: BLACKROCK

By Dennis Kwok and Sam Goodman

Chinese Communist Cells in Western Firms?
Xi Jinping has pressed for measures giving party apparatchiks more power over foreign companies.
The legal and regulatory risk of doing business in China may be about to get a lot higher. The China Securities Regulatory Commission is implementing changes to its rules governing publicly offered securities investment funds. These rules include requiring foreign-owned fund managers such as BlackRock and Fidelity to create Communist Party cells when operating in China.

 

Many foreign investors have assumed these rules would apply only to Chinese businesses and state-owned enterprises. China analysts, however, have been warning since 2018 that these laws could soon apply to foreign-owned companies operating through Chinese joint ventures. Since 2016, Xi Jinping has pushed for state-run companies and subsidiaries of foreign-owned companies to establish cells through the provisions of the Chinese Communist Party’s Articles of Association.
In September 2020, the General Office of the Communist Party’s Central Committee issued the “Opinion on Strengthening the United Front Work of the Private Economy in the New Era,” which called on the nation’s United Front Work Departments to strengthen their involvement in corporate governance. In response, the European Chamber of Commerce in China cautioned that the strengthening of the role of party cells would “have a considerable impact on business sentiment, and could lead foreign companies to reconsider future and even current investments in China.”

 

Western financial firms piled into China anyway, attracted by the prospect of high returns and advised by Chinese contacts that engagement with the Communist Party is the price of doing business. Since 2018, foreign businessmen have reported being approached by the party about the establishment of party cells. The secrecy of the United Front Work Department makes it impossible to establish how many such cells exist. In January 2021, HSBC executive Noel Quinn was unable to confirm to the British Parliament’s Foreign Affairs Committee that the bank had no party cells in its branches in Hong Kong and the mainland.

 

It is hard to gauge the precise role these cells play. Their existence had been dismissed as focusing purely on organizing and representing workers, but under Mr. Xi’s reforms, party cells have increasingly been given greater roles in strategic decision making and recruitment. Some Chinese companies have even amended their articles of association to say that in key corporate decisions, “the board of directors shall first seek for the opinion of the leading party group of the company.”
For two years Western companies investing heavily in China have dismissed “stakeholder” concerns about forced labor or gross human-rights violations, arguing that their duty is to their shareholders. If Mr. Xi gets his way, these companies will answer not only to their shareholders but to party officials.

 

Such blurred lines expose these companies to unprecedented risks. Ordinary investors, whether pension funds or individuals, would be unable to discern whether boards in these companies are making strategic decisions based on commercial judgment or at the direction of Communist Party apparatchiks. Of particular concern are forced technology transfers from foreign-owned companies to Chinese subsidiaries and theft of intellectual property and personal data.
In the 2010s, large fund managers would accept such engagement with the Communist Party as the price of doing business. Given the deteriorating relationship between the West and Beijing, as well as the prospect of military operations against Taiwan, the risks are much higher now.

 

BlackRock, for example, is the world’s largest asset manager and one of the leading advocates for increasing financial ties with China. Given BlackRock’s size and influence, most of the established Western financial firms would be forced to follow along if BlackRock were compelled to accept a party cell.

 

If these Western financial firms responsible for billions of pensioners’ savings were compromised and forced to accept a Chinese Communist Party cell as the price of continued access to Chinese markets, their boards would be compelled to seek advice from the party on strategic decisions. Chinese domestic political risks would quickly be exported to the Western financial industry.

 

Mr. Kwok is a senior fellow at Harvard’s Kennedy School of Government and a former Hong Kong legislator. Mr. Goodman is director of policy and advocacy at Hong Kong Watch and executive director of the China Risks Institute.

 

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Schildkröte
Posted · Edited by Schildkröte
Zitat

Chinesische Immobilienentwickler waren in den vergangenen 12 Monaten in finanzielle Schwierigkeiten geraten und mussten Bauprojekte stoppen. Nun verweigern Käufer unfertiger Immobilien den Schuldendienst. ... Das Ministerium für Wohnungsbau und Stadtentwicklung habe sich in dieser Woche mit Finanzaufsichtsbehörden und großen chinesischen Banken getroffen, um den Boykott zu erörtern... Dahinter stehe die Sorge, dass weitere Käufer dem Beispiel folgen könnten. Eine umgehende Lösung sei nicht gefunden worden

Erinnert mich schon etwas an die Subprimekrise. Hier der vollständige FAZ-Artikel.

 

Des Weiteren ein WiWo-Artikel darüber, dass chinesische Regionalregierungen Infrastruktur-Bonds ausgeben, um die Wachstumsziele Chinas nicht zu gefährden.

Zitat

„Die Mittelschicht bekommt die Auswirkungen zunehmend zu spüren, etwa durch stagnierende Einkommen oder fallende Immobilienpreise. Dadurch erhöht sich der politische Druck auf die Regierung, Lösungen zu finden“, meint auch Max Zenglein vom China-Institut Merics in Berlin. Das anhaltende schwache Wachstum verstärke auch bestehende Probleme im Finanzsystem. Ohne einen signifikanten Aufschwung sei in den nächsten Monaten mit einem Anstieg der Zahlungsausfälle zu rechnen. „Das effektivste Konjunkturprogramm der Regierung wäre eine Abkehr von der drakonischen Null-Covid-Strategie“, so Zenglein. Doch damit rechnet in China kaum jemand.

 

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WOVA1
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Noch eine Branche , die praktisch pleite ist: chinas-fluggesellschaften-mit-rekordverlusten

 

Die so viel gerühmte Stabität sieht irgendwie anders aus.

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Holgerli
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Ich lese bzw. höre gerade “The End of the World Is Just the Beginning - Mapping the Collapse of Globalization” von Peter Zeihan.

Hier sagt Zeihan, dass China das Land sei, dass was mengenmäßig am meisten Geld (in Relation zum BIP) drucken würde und halt nicht die USA.

So wären allein 2020 35 Billion Yuan (=ca. 5.2 Billionen USD) frisches Geld in die Wirtschaft gepumpt worden  Für 2022 rechnet er damit, dass chin. Unternehmen insgeamt Schulden von 385 Billionen Yuan (=58 Billionen USD) haben würden. Dies entspräche 350% des BIP.

Zeihan geht davon aus, dass Chinas gewaltiger Aufstieg nur von kurzer Dauer sein wird. Die Zahlen hier im Artikel, entsprechen denen des Buches.

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hattifnatt
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Zeihan hatten wir übrigens hier vor ziemlich genau einem Jahr schonmal:

 

 

Er ist in meinen Augen ein interessanter Kontrast zu Dalio - die Wahrheit liegt wahrscheinlich irgendwo in der Mitte ;)

(Es gibt von ihm auch viele Vorträge auf Youtube, wo die Themen der Bücher zusammengefasst werden).

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Holgerli
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vor 30 Minuten von hattifnatt:

Er ist in meinen Augen ein interessanter Kontrast zu Dalio - die Wahrheit liegt wahrscheinlich irgendwo in der Mitte ;)

Ich hoffe mal, dass die Wahrheit irgendwo in der Mitte liegt. Denn das Bild was Zeihan in seinem aktuellen Buch von der zukünftigen Welt malt ist kein schönes. Nicht nur bezogen auf hina, sondern die Welt als Ganzes.

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Hansolol
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Am 16.6.2022 um 10:12 von Owl:

 

Sehr interessanter Bericht. Ich bin nachwievor der Meinung, dass die KP wegen den aktuellen Situation gar nicht so traurig ist. Per Knopfdruck kann man jetzt Menschen beliebig festsetzen. Man lässt einfach ihre Corona App auf Gelb setzen und sie dürfen dann nicht mehr weiter. Dann schickt man noch ein paar Polizisten, die einen filmen und schon hält man sich jeglichen Ärger vom Hals. Wie sehr kann man zeigen, dass man auf ausländische Journalisten so gar keine Lust hat? Das Land wird gerade sowohl für ausländische Fachkräfte, als auch für Touristen unattraktiv. Von der eigenen Bevölkerung geht keine Gefahr aus. Das Land fällt gerade wieder auf sich selbst zurück und das finde ich sehr schade. 

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alex08
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Den deutschen ÖR mit seiner China-Phobie würde ich nicht für bare Münze nehmen.

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Maikel
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vor 14 Stunden von Holgerli:

Hier sagt Zeihan, dass China das Land sei, dass was mengenmäßig am meisten Geld (in Relation zum BIP) drucken würde und halt nicht die USA.

So wären allein 2020 35 Billion Yuan (=ca. 5.2 Billionen USD) frisches Geld in die Wirtschaft gepumpt worden

China ist ja auch ein wirtschaftlich (normalerweise) stark wachsendes Land. Da braucht es immer wieder zusätzliches Geld.

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