sparfux

Renten-ETF vs. Tagesgeld/Festgeld/Sparbriefe

461 posts in this topic

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Was aktuell auffällig ist (Referenz modern-banking), dass ganz viele Anbieter oben dabei sind, die mit Beziehungen zur Türkei stehen. Ist das reiner Zufall oder hat es tatsächlich mit Eigen-Kapitalbedarf zu tun, da sich für die Türkei eine Krise abzeichnet?

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Türkische Banken und ihrer Töchter bzw. deutschen Niederlassungen sind doch schon lange sehr aktiv auf diesem Markt. Ein unmittelbarer Zusammenhang mit den Ereignissen der vergangenen Wochen lässt sich da kaum herstellen.

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Immer noch auffällig: https://www.modern-banking.de/festzins-vergleich-5.php?sort=verzinsungab&a=266 . 7 der zinshöchsten Anbieter haben Hintergründe mit der Türkei.

 

Zufällig kann das nicht sein. Hat jemand eine Vermutung warum? Evtl. häufen sich diese Banken, da sowieso viele  Kapitalflüsse aus Deutschland in die Türkei geschehen?

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Update Q4 2018

 

Nachdem es im 3. Quartal kein Update gab, hier mal wieder eines. Es hat sich im letzten halben Jahr aber nicht allzu viel geändert.

 

Zinsvergleich 12.18.png

 

Bund sind die aktuellen Renditen verschiedener Bundeswertpapiere (Quelle)

Hypothekenpfandbriefe - Zinsstrukturkurve (Quelle)

Sparbriefe (Kernländer) sind die aktuellen Top-Renditen klassischer Sparbriefe (Quelle ) nur mit Einlagensicherung von Deutschland, Österreich, Niederlande, Frankreich, Luxemburg, Belgien und Schweden)

Bankprodukte (Gesamt-EU) sind die aktuellen in Deutschland vertriebenen Top-Renditen von Bankprodukten (Sparbriefe und sparbriefähnliche Angebote) aller EU-Staaten mit € als Währung (Quelle )

 

Bei "Sparbriefen (Kernländer)" werden nur in € denominierte klassische Sparbriefe mit der Einlagensicherung folgender Länder berücksichtigt: Deutschland, Österreich, Niederlande, Frankreich, Luxemburg, Belgien und Schweden. Die Kategorie "Bankprodukte (Gesamt-EU)" berücksichtigt alle in Deutschland vertriebenen und in € denominierten klassischen Sparbriefe und sparbriefähnliche Bankprodukte mit der Einlagensicherung eines beliebigen Landes der EU. Das sind dann im Wesentlichen zusätzlich die Angebote von weltsparen und savedo und Zinspilot. Falls jemandem weitere "exotische" Angebote (mit EU-Einlagensicherung) bekannt sind, nur her damit!

 

Die Renditen der Bundesanleihen sind im kurzen und längeren Laufzeitbereich leicht gesunken(~-0,1%p.a.), die der Pfandbriefe und der Sparbriefe der Kernländer dagegen weitgehend gleich geblieben. Der Renditevorsprung der exotischen Anlagen hat sich weiter verringert, was natürlich heißt, dass es sich immer weniger lohnt, Anlagen in den Nicht-Kernländern abzuschließen. Ein Grund dafür sind die vergleichsweise hohen Zinssätze der Oyak Anker Bank mit doppelter deutscher Einlagensicherung. Die Vorposter hatten ja schon festgestellt, dass die türkischen Banken derzeit recht "aggressive" Zinssätze anbieten.

 

Damit ergeben sich ca. 1,78% p.a. Vorsprung für Sparbriefe im kürzeren und mittleren Laufzeitbereich (0-5 Jahre) gegenüber Bundeswertpapieren und ca. 1,21% p.a. gegenüber deutschen Hypothekenpfandbriefen.

 

Den Langfristvergleich des Renditespreads Sparbriefe vs. Bundeswertpapiere vs. Pfandbriefe im ersten Post des Threads habe ich aktualisiert.

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vor 2 Stunden schrieb sparfux:

Ein Grund dafür sind die vergleichsweise hohen Zinssätze der Oyak Anker Bank mit doppelter deutscher Einlagensicherung. Die Vorposter hatten ja schon festgestellt, dass die türkischen Banken derzeit recht "aggressive" Zinssätze anbieten.

 

Danke für die Aktualisierung, ich finde das Thema sehr informativ. Kann man sich wirklich darauf verlassen, dass die deutsche Einlagensicherung greift, falls eine Bank in türkischem Besitz wirklich in Schieflage gerät? Wenn ja, warum muss die Bank dann Zinssätze deutlich über Marktniveau anbieten? Wo Läge der Renditevorsprung, wenn man die Banken mit türkischem Hintergrund aus der Rechnung heraus nimmt? 

 

Gruß

 

ETiTho

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Posted · Edited by sparfux

vor 1 Stunde schrieb ETiTho:

Kann man sich wirklich darauf verlassen, dass die deutsche Einlagensicherung greift, falls eine Bank in türkischem Besitz wirklich in Schieflage gerät?

 

Technisch gesehen ist die Oyak Anker Bank GmbH eine deutsche Bank, die sowohl Mitglied der gesetzlichen deutschen Einlagensicherung als auch der zusätzlichen freiwilligen Einlagensicherung des Bundesverbandes der deutschen Banken ist. Lass mich die Frage rum drehen: Warum und mit welcher gesetzlichen Grundlage sollte die deutsche Einlagensicherung nicht greifen?

 

https://www.oyakankerbank.de/de/service/ueber-uns/einlagensicherung/

 

Außerdem gibt es diese Bank seit 60 Jahren in Deutschland.

 

https://www.oyakankerbank.de/de/service/ueber-uns/

 

Ich hätte da gar keine Bedenken.

 

... gut das schreibt allerdings jemand, der sein Geld derzeit u.a. in Belgien, Estland, Slowenien und Portugal angelegt hat und auch schon mittlerweile zurückgezahlte Festgelder in Rumänien, Bulgarien, Polen, Malta und Italien hatte.

 

vor 1 Stunde schrieb ETiTho:

Wo Läge der Renditevorsprung, wenn man die Banken mit türkischem Hintergrund aus der Rechnung heraus nimmt?

 

Das musst Du schon selber raus finden. Vielleicht wäre die nächste Bank dann ja eine deutsche Bank in russischem Besitz. :D

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Posted · Edited by ramirez_asdf

Ich vermute die Einlagensicherung würde greifen, aber das Risiko, dass sie tatsächlich eintritt ist höher?

 

Ich finde wie bereits geschrieben, die Häufung der Banken mit türkischem Hintergrund sehr auffällig (ohne Verschwörungstheoretiker zu sein oder etwas gegen die Türkei zu haben).

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Als ich mich kürzlich mit langlaufenden Staatsanleihen und deren Korrelationen beschäftigen wollte,

On 26.2.2019 at 1:42 PM, sigmabe said:

Sollte zur Absicherung eines globale Aktienportfolios mit Anleihen nicht eine gewisse Volatilität der Anleihen in Kauf genommen werden, da diese zu besseren Korrelationseffekten und damit zu einer nur geringfügig höheren Volatilität, aber einem deutlich höheren Erwartungswert der Rendite im Gesamtportfolio führen kann? Und wären dazu nicht globale Langläufer höchster Bonität geeignet?

bin ich natürlich auch irgendwann wieder hier im Faden gelandet. Obwohl ich hier vor etwa einem Jahr schon länger gestöbert habe, habe ich keinen Überblick über den gesammten Faden.

 

Daher die Nachfrage an @sparfux: Sehe ich es richtig, dass hier der Festgeld/Sparbrief vs. Staatsanleihenvergleich hauptsächlich in Bezug auf Sicherheit und Renditen stattgefunden hat, oder gibt es auch Überlegungen zu Korrelationen und Vorteilen durch Rebalancing mit langlaufenden Staatsanleihen.

 

Mir scheint es für einen Vergleich nicht unerheblich, dass mit langlaufenden Staatsanleihen etwa bei den Einbrüchen 2008, 2011, 2018 im globalen Aktienmarkt günstige Korrelationseffekte aufgetreten wären, wenn man zu diesem Zeitpunkt etwa

 

iShares USD Treasury Bond 7-10yr UCITS ETF (ISIN IE00B1FZS798):

2008 +24,7%; 2011 +18,8%; 2018 +5,6%

bzw.

iShares eb.rexx Government Germany 10.5+yr UCITS ETF (ISIN DE000A0D8Q31):

2008 +18,4%; 2011 +19,2; 2018 +6,3%

 

im Portfolio gehabt hätte. Hätte man zu diesem Zeitpunkt hingegen eine sieben jährige Festgeldleiter gehabt, so hätte man nur ein Siebtel des risikoarmen Anteils zum Rebalancing zur Verfügung gehabt. Bei noch längeren Laufzeiten sieht es natürlich noch schlechter aus.

 

 

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Posted · Edited by sparfux

vor 12 Minuten schrieb sigmabe:

Daher die Nachfrage an @sparfux: Sehe ich es richtig, dass hier der Festgeld/Sparbrief vs. Staatsanleihenvergleich hauptsächlich in Bezug auf Sicherheit und Renditen stattgefunden hat, oder gibt es auch Überlegungen zu Korrelationen und Vorteilen durch Rebalancing mit langlaufenden Staatsanleihen.

 

Es gab hier im Forum auch Diskussionen zum Thema Korrelation & Sparbriefe. Weiss aber nicht mehr, wo das war.

 

Die Korrelationseigenschaften von Sparbriefen ähneln denen von Anleihen, nur dass es eben keinen Kurs gibt. Der Wert eines Sparbriefes ändert sich mit dem Zinsniveau. Wenn man will, kann man sich über eine NPV-Rechnung mit dem Zinssatz eines aktuellen Sparbriefes mit der gleichen Restlaufzeit sichtbar machen.

 

Extrem langlaufende Sparbriefe gibt es im Gegensatz zu Anleihen aber nicht. Wenn man jetzt zu den Extremen gehen will - beispielsweise 30 Jahre Laufzeit oder so - dann muss man schon auf Anleihen oder entsprechnde ETFs mit sehr langer mittlerer Duration zurückgreifen.

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Posted · Edited by sigmabe

2 hours ago, sparfux said:

Die Korrelationseigenschaften von Sparbriefen ähneln denen von Anleihen, nur dass es eben keinen Kurs gibt.

Das ist klar, mein Problem ist, dass diese günstigen Korrelationen bei den Sparbriefen nicht zum Rebalancing genutzt werden können.

 

EDIT: Um es etwas ausführlicher zu machen. Von dem Korrelationseffekt hätte man mit den Staatsanleihen profitiert, indem man nach 2008 von Staatsanleihen in Aktien und dann 2009 von Aktien wieder in Staatsanleihen umgeschichtet hätte und das (abhängig vom Verhältnis Staatsanleihen:Aktien im Portfolio) in einem deutlich größeren Umfang, als wenn man mit einem Siebtel frei werdenden Kapital aus dem riskoarmen Anteil 2008 statt eines neuen Sparbriefs Aktien gekauft hätte.

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Posted · Edited by sparfux

Update Q1 2019

 

Zinsvergleich 03.19.png

 

 

Bund sind die aktuellen Renditen verschiedener Bundeswertpapiere (Quelle)

Hypothekenpfandbriefe - Zinsstrukturkurve (Quelle)

Sparbriefe (Kernländer) sind die aktuellen Top-Renditen klassischer Sparbriefe (Quelle ) nur mit Einlagensicherung von Deutschland, Österreich, Niederlande, Frankreich, Luxemburg, Belgien und Schweden)

Bankprodukte (Gesamt-EU) sind die aktuellen in Deutschland vertriebenen Top-Renditen von Bankprodukten (Sparbriefe und sparbriefähnliche Angebote) aller EU-Staaten mit € als Währung (Quelle )

Bei "Sparbriefen (Kernländer)" werden nur in € denominierte klassische Sparbriefe mit der Einlagensicherung folgender Länder berücksichtigt: Deutschland, Österreich, Niederlande, Frankreich, Luxemburg, Belgien und Schweden. Die Kategorie "Bankprodukte (Gesamt-EU)" berücksichtigt alle in Deutschland vertriebenen und in € denominierten klassischen Sparbriefe und sparbriefähnliche Bankprodukte mit der Einlagensicherung eines beliebigen Landes der EU. Das sind dann im Wesentlichen zusätzlich die Angebote von weltsparen und savedo und Zinspilot. Falls jemandem weitere "exotische" Angebote (mit EU-Einlagensicherung) bekannt sind, nur her damit!

 

Die Renditen der Bundesanleihen wieder leicht gesunken (die Bundesanleihen kratzen jetzt erst bei einer Laufzeit von 10 Jahren an der Nulllinie ...), auch die Pfandbriefrenditen sind zwischen 0,2% und 0,3% gesunken. Sie Sparbriefrenditen habe sich nicht wesentlich geändert (leichte Senkungen bei einigen Laufzeiten).

 

Damit ergeben sich ca. 1,74% p.a. Vorsprung für Sparbriefe im kürzeren und mittleren Laufzeitbereich (0-5 Jahre) gegenüber Bundeswertpapieren und ca. 1,28% p.a. gegenüber deutschen Hypothekenpfandbriefen.

 

Den Langfristvergleich des Renditespreads Sparbriefe vs. Bundeswertpapiere vs. Pfandbriefe im ersten Post des Threads habe ich aktualisiert.

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