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andy

Die Immobilien-und Wohnungswirtschaft

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Warlock
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Die Preise werden, wenn auch mit Schwankungen, auf hohem Niveau bleiben solange die Zinsen niedrig bleiben. Im Neubaubereich gibts kaum Spielraum für Preise nach unten, da es auf Ausführungsseite nach wie vor volle Auslastung der Kapazitäten gibt. Gutes Fachpersonal wird in den nächsten Jahren nicht mehr werden. Viele gehen in Rente und Nachwuchs ist kaum da.

 

Vor 2-3 Jahren war noch Luft auf der Planungsseite, also all der Papierkram bevor der Bagger anrollt. Hier sehe ich zunehmend einen Auftragsüberhang ähnlich wie bei der Ausführung. Der Planungsbereich wird mehrheitlich von kleinen Büros mit weniger als 5 gestellt. Viele gehen in den nächsten Jahren in Rente, teilweise ohne Nachfolger und Neugründungen sind selten oder sehr selten wie mir scheint.

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Reinsch
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Die Frage ist, wie sich der Vormarsch des Homeoffice/Mobilen Arbeiten auf die Wohnungssituation in den Ballungsgebieten auswirkt.

 

Ich kann hier nur anekdotisch berichten:

 

Ich selbst wohne in einer bayrischen Kleinstadt mit viel Industrie und einer FH in einer gemischten Studenten/Arbeiter WG. Bisher war es immer ein Kinderspiel, bei einem Auszug einen Nachmieter zu finden. Die Nachbar WG sucht hingegen nun schon seit fast zwei Monaten einen vernünftigen Kandidaten. Studenten ziehen nicht mehr direkt an den Studienort, da ohnehin alles daheim online läuft. Die Arbeitgeber halten sich mit Einstellungen zurück, und wenn doch sind es eher high-level Jobs mit der Möglichkeit viel Homeoffice zu machen, so dass die Kandidaten lieber einen Tag die Woche pendeln als einen Umzug zu stemmen.

Und zwei weitere Mitbewohner überlegen auch schon, das Zimmer aufzugeben.

 

Selbiges berichtet eine Bekannte aus München. Da sie eben nur noch wenige Tage im Monat vor Ort in der Firma ist will sie mit Lebensgefährten im Vorort zusammenziehen und die Wohnung erstmal untervermieten. Als sie das vor ein paar Jahren mal für eine Auszeit gemacht hat hatte sie quasi zum Frühstück die Anzeige eingestellt und zum zweiten Frühstück wieder rausgenommen, um sich durch die >100 Anfragen zu wühlen. Jetzt sucht sie auch schon über eine Woche, bekommt aber nur dubiose Anfragen.

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Warlock
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Ist hier jemand der Reinsch heißt? :D

 

Diese Entwicklungen muss man gut beobachten. Da Immobilien im Wohnbereich aber problemlos 150 Jahre halten und entsprechend teuer sind muss man sehr langfritig denken. Corona hat auf einer langen Zeitskale keine Auswirkungen auf die langfristige Entwicklung, es sei denn man geht in Zukunft von regelmäßigen Pandemien aus.

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Maciej
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Wenn sich durch die jetzige Pandemie das Wohnverhalten schon auf Sicht der nächsten 20-30 Jahre ändern sollte, dürfte das für die meisten Anleger schon relevant genug sein. Die wenigsten hier werden einen Anlagehorizont von 150 Jahre haben.

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Warlock
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Am 10.12.2020 um 01:34 von Maciej:

Wenn sich durch die jetzige Pandemie das Wohnverhalten schon auf Sicht der nächsten 20-30 Jahre ändern sollte, dürfte das für die meisten Anleger schon relevant genug sein. Die wenigsten hier werden einen Anlagehorizont von 150 Jahre haben.

Natürlich, deshalb sind Planungen wichtig die eine maximale Flexibilität bieten. Alle Stöhnen wie teuer das bauen ist. Auf der anderen Seite wird oft sehr deterministisch geplant. Selbst professionelle Bauherren verstehen das oft nicht, oder sie haben kein Interesse.

 

Ich hab nach einer Besprechung mal mit einem Architekten genau über das Problem gesprochen. Der sagte mir, dass er noch dem dritten Projekt mit dem Bauherren die Diskussion aufgegeben hat. Nach 5-10 Jahren wird das Objekt halt umgebaut. "Ist doch gut, können wir wieder volles Honorar abrechnen."

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oktavian
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Corona ist nicht allzu relevant für den langfristigen Wert. Die Zinsen spielen eine größere Rolle. Ich habe mich total gewundert wie deutsche Wohnimmobilien runter geprügelt wurden an der Börse, besonders mit Hartz4 gesicherten mieten. Selbst wenn man arbeitslos/pleite geht, könnte man da die Mieten noch bezahlen. Also war eine deutsche Staatspleite eingepreist. Viele sind ja immer noch billiger als ihre Immobilien und das trotz besserer Fungibilität. Liegt teils auch am Management.

 

Welche Firmen sind denn euerer Meinung momentan so am Besten als Investment?

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Schildkröte
Posted · Edited by Schildkröte

Anbei ein Capital-Artikel über den britischen Immobilienmarkt. Trotz der coronabedingten größten Rezession in den letzten 300 Jahren in Großbritannien, sind die Immobilienpreise auf der Insel dieses Jahr um 6,5% gestiegen. Zum einen gab es nach dem Corona-Ausbruch im Frühjahr einen Nachfragestau nach Immobilien, welcher erst nach und nach abgearbeitet werden konnte (trifft womöglich auch auf andere Länder zu). Zum anderen ist die sog. britische Stempelsteuer für Immobilienkäufe unter 500.000 GBP bis zum 31. März 2021 ausgesetzt, so dass bis dahin weiter mit einer hohen Nachfrage gerechnet wird. Für das Gesamtjahr 2021 wird jedoch ein Preiseinbruch zwischen -14 und -17 Prozent erwartet. Grundsätzlich werde eine höhere Nachfrage nach Logistik-Immobilien wegen des wachsenden Online-Handels beobachtet.

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Halicho
Posted · Edited by Halicho

Meine Meinung als Mehrfamilienhauskleinvermieter: Einzelbesitz, -bewirtschaftung und -verwaltung sind zeitraubend, nervenaufreibend und überaus ineffizient (aber bei Teilselbstnutzung unschlagbar billig). Wohnungskonzerne oder regionale Genossenschaften können das besser. 

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Schildkröte
Posted · Edited by Schildkröte
Zitat

Der Luxusimmobilienmarkt der britischen Hauptstadt ist gezeichnet von den Auswirkungen des Lockdowns. Trotz fallender Mietpreise für Häuser in den teuersten Gegenden Londons bleiben diese für mehr als zwei Monate leer, bis ein neuer Mieter gefunden wird. ... Zudem sind die Mieten von Luxusobjekten innerhalb Londons im Dezember 2020 um mehr als 14 Prozent im Vergleich zum Vorjahr eingebrochen.

Dürfte in anderen Metropolen nicht viel anders ausschauen. Quelle: anlegen-in-immobilien.de

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Warlock
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Am 4.3.2021 um 10:00 von Schildkröte:

Dürfte in anderen Metropolen nicht viel anders ausschauen. Quelle: anlegen-in-immobilien.de

Machen wir uns nix vor, auch mit 14% Preisabschlag bleiben die Preise sündhaft teuer. Gut Luxussegment ist eh nur für Multimillionäre.

 

War vor kurzen in einem größeren Objekt wo alle Preise siebenstellig waren - alle Erwerber ausnahmslos Multimillionäre. Kam mir vor wie ein Bettler. :P

 

Auf dem Rückweg habe ich mir dann überlegt, das so vielleicht die damalige Aussage von Merz zu verstehen ist das er sich als Mittelständler fühlt.

 

Zurück zu Immobilien das "echte" Luxussegment ist für sehr reiche Menschen, die Preisentwicklungen sind dort nicht relevant für den Gesamtmarkt -  wenn ihr mich fragt nirgendwo auf der Welt. Es betrifft ja auch kaum jemanden.

 

Das was hierzulande als "normales" Luxussegment läuft, also das hochwertige bauen in guter Lage wird sich durch Corona nicht groß ändern. Die Wohneinheiten sind auch in MFHs nicht kleiner als 80 m² im Minimum, ein bis zwei Arbeitsplätze für homeoffice sind da kein Problem. Bei klassischen Ladenlokalen sehe ich da eher Probleme in der Zukunft, da muss man aber erstmal abwarten bis die Welt wieder normal wird. Wenn die Hilfen auslaufen soll ja eine Insolvenzwelle kommen, dann wird man sehen ob nicht viele Gewerbeflächen in B- und C-Lagen ggf. umgewandelt werden in Logistik oder Wohnflächen.

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Stoiker
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Ein Fastgraph-Video zu Data Center REITs. Hot Stocks: 6 Major Data Center REITs

 

 

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falconwing
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"Deutschlands größter Wohnungskonzern Vonovia kündigte kurz nach dem Urteil an, keine Mieten nachzufordern."  Da wagt sich der Vorstand aber weit vor. Ob das die Aktionäre genauso sehen? Wenn nicht, sollten sie dies gegenüber dem Vorstand deutlich kundtuen (z.B. auf der morgigen virtuellen Hauptversammlung). 

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Ramstein
Posted · Edited by Ramstein
vor 29 Minuten von murmeltier:

Meintest du "interessanter einseitiger Artikel"? Ich habe gerade erst über eine Auswertung zum Mietenanteil am Einkommen gelesen.

IIRC: In den letzten 20(?) Jahren bei den "Armen" gesunken von 51% auf 49% (das ist heftig), beim Rest von 29% auf 20%. Meine Schlussfolgerung: Da ist das Geschrei um Wohnungsmangel "Lifestyle" und Folge des ausufernden Anspruchsdenkens. Das wagt aber niemand laut zu sagen, da es die Wähler verschrecken würde.

Als Immobilienbesitzer kann ich einfach sagen: Sollen doch alle, die meinen, so laut schreien zu müssen, Genossenschaften gründen und nach Feierabend und am Wochenende in Eigenarbeit Wohnraum bauen. Das wäre dann eine sinnvolle Aktivität. Sofern denn die Städte Bauland ausweisen, denn das ist überwiegend der limitierende Faktor.

 

Nachtrag: Durch den hohen Mietkostenanteil bei den Niedrigeinkommen (niedrigste 20% der Haushalte), ergibt sich natürlich auch statistisch ein recht hoher Durchschnittsanteil, obwohl es für 80% der Haushalte eben nur 20% sind. Aber solche "statistischen Feinheiten" werden i.d.R. nicht vermittelt.

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brandungsfels
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vor 46 Minuten von Ramstein:

Ich habe gerade erst über eine Auswertung zum Mietenanteil am Einkommen gelesen.

Hast du dazu die Quelle? Würde mich persönlich stark im Detail interessieren.

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WOVA1
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vor 22 Stunden von brandungsfels:

Ich habe gerade erst über eine Auswertung zum Mietenanteil am Einkommen gelesen.

Naja, es ist wohl der typische Fall, wenn ein Journalist den Zeitungsartikel mit einer falschen Überschrift versieht.

 

Die Zahlen des statistischen Bundesamtes beziehen sich auf den Anteil der Wohnkosten am Einkommen - und schließen daher auch die Hypothekenzinsen für selbstbewohntes Eigentum ein.

Und die dürften wohl bei jedem, der vor 2009 gekauft hat, bis 2019 stark gesunken sein.

Ganz besonders deutlich: Bei der Zeile  'Nicht armutsgefährdete Bevölkerung : Haushalte mit zwei Erwachsenen und zwei Kindern' - also das typische Einfamilienhaus-Klientel - ging der Anteil der Wohnkosten am Einkommen von 28,3 % auf 20,4 % zurück. 

 

 

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