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Marcise

Anleitung zur Entwicklung einer eigenen Anlagestrategie

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Marcise
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Anleitung zur Entwicklung einer eigenen Anlagestrategie (Stand: 05.01.2013)

Im Folgenden werde ich den Prozess zur Entwicklung einer eigenen Anlagestrategie beschreiben. Ich hoffe, mit diesem Guide besonders Neulingen zu helfen, ggf. können sich auch erfahrene Anleger inspirieren lassen. Alle Informationen sind meine persönliche Ansicht der Dinge und haben keinen Anspruch auf Allgemeingültigkeit.

 

Der Prozess zur Entwicklung einer eigenen Anlagestrategie (angelehnt an den Prozess des strategischen Managements):

1. Zieldefinition (Leitfrage: Warum und wofür will ich eigentlich Geld sparen?)

2. Vermögensanalyse (Leitfrage: Was kann ich realistischer Weise monatlich sparen und welche Verbindlichkeiten bestehen noch?)

3. Strategieformulierung (Leitfrage: Wie kann ich meine Anlageziele erreichen?)

4. Strategieimplementierung (Leitfrage: Wie setze ich meine Strategie in die Realität um?)

 

Ich werde nun auf jeden Prozessschritt einzeln eingehen...

__________________________________________________________________________________________________

 

1. Zieldefinition

 

1.1 Welche finanziellen Ziele verfolge ich und wann brauche ich dafür Geld?

 

Es wird immer von langfristigen Anlagen gesprochen. Was ist langfristig? Über 5 Jahre? Über 10 Jahre? Über 20 Jahre? Diese Frage ist nicht so einfach zu beantworten.

 

Beispielhafte Fragen, die man sich an dieser Stelle für die Zielformulierung stellen sollte:

 

a. In welchem Lebensabschnitt befinde ich mich und wie lange ist mein Anlagehorizont? (Bin ich Schüler/Student, in der Familiengründungsphase, kurz vor der Rente usw.)

 

b. In welchen kommenden Lebensphasen benötige ich größere Summen meines Geldes? (zB Studium, Auto, Immobilie, Weltreise usw.)

 

c. Muss ich auf (unvorhersehbare) Risiken vorbereitet sein? (zB gesundheitliche Risiken, Frau und Mann arbeiten im gleichen Unternehmen, kranke Familienmitglieder, Pflegefälle, Abhängigkeit der Kindern vom eigenen Gehalt usw.)

 

Mein Eindruck: Viele gehen intuitiv davon aus, dass sie einzig und allein für eine Zeit >60 Jahre sparen. Das ist sicherlich grundsätzlich auch immer richtig, jedoch sollten mE auch kurzfristigere Sparziele und vor allem "Lebensrisiken" mit berücksichtigt werden.

 

 

Praxisbeispiel mit fiktiven Werten für einen ca. 30 jährigen Anleger:

 

a. Ich bin nach Studium/Promotion 3,5 Jahre im festen Job und in der Familiengründungsphase, vom Grundsatz her habe ich einen langen Anlagehorizont für die Altersvorsorge

 

b. Ggf. wollen wir in 3-10 Jahren eine Immobilie kaufen

 

c. Frau und Mann arbeiten in sehr unterschiedlichen Bereichen (gut diversifiziert), gesundheitliche Vorbelastungen vorhanden, Eltern müssen finanziell unterstützt werden

 

Fazit: Ich kann und möchte einen Teil meiner Ersparnisse für die langfristige Altersvorsorge aufbringen. Allerdings benötige ich für einen ggf. anstehen Immobilienkauf mittelfristig Geld und unterliege gewissen Risiken, insb. was die finanzielle Unterstützung der Eltern angeht. Alles Angesparte in AV-Produkte zu stecken wäre mE unter diesen Voraussetzungen völlig falsch!

 

 

1.2 Wie unterteile ich verschiedene Anlageziele für eine spätere Umsetzung in meiner Anlagestrategie?

 

Typischerweise wird man Anlageziele in verschiedene Laufzeiten unterteilen, in denen man die finanziellen Mittel voraussichtilich benötigt. Ob das nun im einfachsten Fall zwei Zeiträume sind (z.B. 0-10 Jahre und 10+ Jahre) hängt von der eigenen Situation und insb. vom eigenen Lebensalter ab. Mit 60 Jahren brauchen man tendenziell nicht mehr 2 zwei Zeiträume, mit 70 Jahren wohl nur einen einen. Viele Anleger sind zu Beginn Ihrer Überlegungen zwischen 20 und 35 Jahren, je nach Berufsstart oder "familiärer Ausstattung".

 

 

Praxisbeispiel mit fiktiven Werten für einen ca. 30 jährigen Anleger:

 

Ich treffe folgende Annahmen:

 

Zeitraum 1: 0-3 Jahre "kurzfristige Anlage"

 

Zeitraum 2: 3-10 Jahre "mittelfristige Anlage"

 

Zeitraum 3: 10-30 Jahre "langfristige Anlage bis zur Rente"

 

Zeitraum 4: ab Rentenbeginn in ca. 30 Jahren "AV"

 

1.3 Zuordnung der finanziellen Ziele zu den Anlagezeiträumen

 

Die gewählten Zeiträume sollen sich natürlich mit den Anlagezielen decken. Es geht im nächsten Schritt darum, diese Anlageziele den Anlagezeiträumen zuzuordnen. Klar muss dabei sein, dass man bei der Zuordnung von Zielen zu Zeiträumen realistisch einschätzen muss, wie viel Planungsvorlauf man hat! Bspw. geht das Praxisbeispiel davon aus, dass von der Entscheidung ein Haus zu kaufen bis zum Kauf ein zeitraum von bis zu 3-4 Jahren vergehen kann. Hat man diesen Zeitraum nicht, muss das Anlageziel "Ggf. Hauskauf" in einen kürzeren Zeitraum fallen, somit kommt nur die kurzfristige, weniger rentable Anlage infrage.

 

 

Praxisbeispiel mit fiktiven Werten für einen ca. 30 jährigen Anleger:

 

Zuordnung Anlageziele zu -zeiträumen:

 

Anlageziel 1: kurzfrisitge Liquidität (dieses Ziel gibt es immer und hat jeder!) gehört zu Zeitraum 1 (0-3 Jahre)

 

Anlageziel 2: Finanzielle Risiken durch Unterstützung Eltern oder ggf. anfallender Großinvestition Immobilie etc. gehört zu Zeitraum 2 (3-10 Jahre)

 

Anlageziel 3: Generelle Vorsorge fürs Alter mit mehr Flexibilität als starre AV-Produkte gehören zu Zeitraum 3 (10-30 Jahre)

 

Anlageziel 4: Grundlegende Altersvorsorge gehört zu Zeitraum 4 (ab Rentenbeginn)

 

 

Das strategische Zieldreieick im Finanzbereich besteht aus Rendite (Performance der Anlage), Sicherheit (Vola/MaxDrawDown) und Liquidität (wie schnell man an das Geld kommt).

Welche dieser drei Zielsetzungen dominieren für die von mir definierten Anlagezeiträumen? Achtung: Persönliche Einschätzung!

 

 

Anlageziel 1: kurzfrisitge Liquidität --> 1. Sicherheit und Liquidität, 3. Rendite

 

Anlageziel 2: Finanzielle Risiken durch Unterstützung Eltern oder ggf. anfallender Großinvestition Immobilie etc. --> Liquidität, Rendite und Sicherheit gleichauf

 

Anlageziel 3: Generelle Vorsorge fürs Alter mit mehr Flexibilität als starre AV-Produkte --> 1. Rendite, 3. Sicherheit und Liquidität

 

Anlageziel 4: Grundlegende Altersvorsorge --> 1. Rendite, 3. Sicherheit und Liquidität

 

 

 

1.4 Gewichtung der Anlagezeiträume

 

Im nächsten Schritt sollte also eine Gewichtung erfolgen, wie sich das Vermögen auf die unterschiedlichen Anlagezeiträume verteilen sollte. Abzuschätzen ist hierbei, wie groß die finanziellen Mittel für die Anlageziele sein müssen. Dies ist sehr individuell von den Zielen abhängig und sicher nicht einfach. Dieser Schritt muss aber durchlaufen werden, auch wenn die Beträge letztendlich nur grob sein können. Abhängig von den Beträgen sollte die Anlagegewichtung vorgenommen werden.nach dieser Gewichtung wird zukünftig investiert, sowohl die Einmalanlagen als auch die Sparplanverteilung.

Praxisbeispiel mit fiktiven Werten für einen ca. 30 jährigen Anleger:

 

Zeitraum 1: 0-3 Jahre "kurzfristige Anlage" --> 40%

 

Zeitraum 2: 3-10 Jahre "mittelfristige Anlage" --> 30%

 

Zeitraum 3: 10-30 Jahre "langfristige Anlage bis zur Rente" --> 15%

 

Zeitraum 4: ab Rentenbeginn in ca. 30 Jahren "AV" --> 15%

 

____________________________________________________________________________________________

 

Nach Durchlauf der ersten Phase der Zielbildung sollte der Anleger nun eine "Gesamtstrategie" haben. Viele sprechen immer nur über das Wertpapierdepot. Dies kann mE aber immer nur ein Baustein in einer Gesamtstrategie sein. Zur Verdeutlichung des Ergebnisses aus Phase 1 habe ich die Gesamtstrategie von meiner Frau und mir angehängt. Wichtig ist hierbei noch zu erwähnen, dass alle wichtigen Versicherungen vorhanden sein sollten! Siehe hierzu auch die angehängte Grafik!

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Marcise
Posted · Edited by Marcise

2. Vermögensanalyse

 

Wie sieht meine finanzielle Situation aus?

 

Es macht am Anfang Sinn, eine Vermögensbilanz aufzustellen. Ein Beispiel für den Aufbau ist angehängt. Die zu bewerteten Kriterien haben keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Daher bitte an die eigenen Bedürfnisse anpassen.

 

Wenn die Vermögensbilanz steht ist es angebracht, Transparenz über laufende Einnahmen und Kosten zu erstellen. Beispiel siehe Anhang.

 

Es sollte jetzt Transparenz über das aktuelle Netto-Vermögen sowie die monatlichen Einnahmenüberschüsse klar sein.

 

Es ist nun zu klären, ob zunächst Kredite abgezahlt werden sollten und wie viel tatsächlich für die Einmalanlage und/oder den monatlichen Sparplan zur Verfügung steht.

 

Diese Analyse ist enorm wichtig, denn bspw. Kreditzinsen von nur 5% würden in etwa die gesamte Rendite eines schönen Aktiendepots inflationsbereinigt wegfressen. Niemals Geldanlage auf Kredit betreiben, das kann nur schiefgehen! Immer erst die Kredite zurückzahlen.

 

Am Ende sollte klar sein, wie viel ich anlegen/sparen kann und somit wie gut oder auch nicht ich finanzielle Ziele erreichen kann. Die sich ergebende Einmalinvestition und mögliche Sparraten können nun gemäß der oben ermittelten Gewichtung in kurz-, mittel- und langfrisitge Anlagen gedanklich vorgemerkt werden (konkret investiert wird erst bei der Strategieimplementierung).

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3. Strategieformulierung

 

3.1 Einführung in die Risikoklassen von Wertpapieren und Spareinlagen

 

Für die nachfolgende Risikoeinschätzung siehe Supertobs Risikoklassen 1-3 Supertobs Musterdepots

 

Kurzfassung:

 

RK1: Sehr sichere Anlagen. Kaum bis keine Volatilität. Dazu zählen kurzlaufende €-Staatsanleihen, Pfandbriefe, Tagesanleihe des Bundes.

 

RK2: Mittelsichere Anlagen. Geringe bis mittlere Volatilität. Dazu zählen offene Immobilienfonds, langlaufende europäische Staatsanleihen, internationale Staatsanleihen und Unternehmensanleihen. Offensiver ausgelegt zählen auch EM-Anleihen oder Mischfonds hierzu.

 

RK3: Aktienfonds. Starke Volatilität möglich. Hohes Verlustrisiko, aber auch hohe Renditechance. Hierzu zählen globale und regionale Aktienfonds und Branchenfonds sowie Rohstoffe und Immobilienaktien.

 

RK4: Bleibt außen vor. Sehr großes Verlustrisiko. Hier gehören z.B. Hebelprodukte zu. Zockerei, daher keine Berücksichtigung in einer ausgewogenen Geldanlage.

 

 

3.2 Ausgestaltung der Anlageziele und -zeiträume hinsichtlich der Risikoklassen

 

Kurzfristige Anlagen bis 3 Jahre:

 

In diesem Zeitraum wird nicht mehr mit Aktien gezockt. Sicherheit und Liquidität stehen an oberster Stelle. Schließlich soll das Angesparte nicht kurz vor der Auszahlung noch ins Schwanken geraten.

 

Praxisbeispiel:

  • defensiv: 100% RK1
  • offensiv: 50% RK1 und 50% RK2

Bereits für 2-3 Jahre Anlagehorizont nennt Kommer 10-30% Anteil RK3. Das gefällt mir nicht, bin an der Stelle konservativer.

 

 

Mittelfristige Anlage von 3-10 Jahren:

 

Mittelfristig kann man dann auch das Risiko steigern. Volatilität kann eher ausgesessen werden. Aber bitte nicht voll in Aktien. Baissephasen können schonmal 5 Jahre andauern (siehe 2000-2005-->viele Aktienfonds sind erst 5 Jahre später wieder auf dem 2000er Stand). Das Depot braucht für diesen Zeitraum einen sicheren, ausgleichenden Teil. Der Fokus liegt auf einer ausgewogenen Risiko-Rendite-Gewichtung.

 

Praxisbeispiel:

  • defensiv: 100% RK 2
  • offensiv: 50% RK2 und 50% RK3

Es sei an dieser Stelle erwähnt, dass es bei diesem Anlagehorizont ggf. auch eine risikofreudigere Aufteilung geben kann. Kommer beschreibt eine 60:40 Aufteilung (RK3:RK1) bereits bei 4 Jahren Anlagehorizont, bei 11 Jahren wären es bereits 100% RK3. Das ist mir eindeutig zu risikoreich! Aber an dieser Stelle sieht man wieder, solche Entscheidungen muss jeder für sich selber treffen.

 

 

Langfristige Anlagen von 10-30 Jahren:

 

Langfristig können Schwankungen gut ausgesessen werden. Ein hoher Anteil von RK1 und 2 würde hier die langfristige Rendite stark nach unten ziehen. Hier ist also ein großer Anteil RK3 sinnvoll. Ein gewisser Anteil RK2 kann bspw. die Volatilität senken und wirkt sich nicht sonderlich renditeschwächend aus.

 

Praxisbeispiel:

  • defensiv: 30% RK 2 und 70% RK3
  • offensiv: 100% RK3

Hier wählt Kommer 100% RK3.

Es sei an dieser Stelle nochmals darauf hingewiesen, dass die Risikoneigung und Renditeerwartung jeder Anleger individuell entscheiden muss! Die hier gewählte Aufteilung ist ein fiktives Beispiel und soll lediglich veranschaulichen, wie die Vorgehensweise ist!

 

 

Langfristige Anlagen als Altersvorsorge:

 

Als echt Altersvorsorge im engeren Sinne versteht man bspw. einen Riester-Vertrag oder die betriebliche Altersvorsorge (bAV). Diese Produkte kann man nur grundlegend defensiver oder offensiver auswählen. Eine genaue Steuerung der Risikoklassen ist nicht möglich, da hier der Anbieter i.d.R. aktiv das Depot managed bzw. das geld anlegt.

 

Praxisbeispiel:

  • Fondsbasierter Riester-Vertrag
  • Fondsbasierte bAV

Im folgenden Schritt der Strategieimplementierung sucht man nun konkrete Anlageprodukte, um die eignen Anlageziele zu erreichen und seine Strategie umzusetzen.

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Marcise
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4. Strategieimplementierung

 

4.1 Einführung in die Produktauswahl

 

Nach Schritt 1-3 hat man die Asset-Allocation (nach Risikoklassen, nicht nach Regionen und Branchen) bereits fertig. Mit den Werten kann man in die Produktauswahl gehen. Egal ob es nun ein passives ETF-Depot oder ein aktives Fondsdepot werden soll.

 

Zum weiteren Lesen beispielhaft:

Eine wichtige Info an dieser Stelle: Es ist sehr sinnvoll, dass Geschehen hier im Forum mitzuverfolgen. Es ändern sich immer wieder Infos zu Produkten und Anbietern, so dass ggf. hier als gut empfundene Produkte auch Macken haben könnten, die jetzt noch nicht bekannt sind.

 

 

 

4.2 Produktauswahl zur Ausgestaltung der Risikoklassen

 

RK1:

 

Möglichkeiten: Tages-/Festgeld, -Staatsanleihen, Pfandbriefe

 

Praxisbeispiele:

 

Tagesgeld und Festgeld z.B. bei der Bank of Scotland

 

Geldmarkt:

AL Trust uro Cash DE0008471780 --> sehr geringe TER von 0,15%

 

Deutsche Staatsanleihen:

iShares eb.rexx Government Germany (DE) DE0006289465

 

Pfandbriefe:

iShares eb.rexx Jumbo Pfandbriefe (DE) DE0002635265

 

 

RK2:

 

Möglichkeiten: $-Staatsanleihen, Unternehmensanleihen, EM-Anleihen, offene Immobilienfonds, Mischfonds

 

Praxisbeispiele:

 

Offene Immobilienfonds:

Hausinvest DE0009807016

 

Achtung: Die Anlageklasse "Offene Immobilienfonds" kann ich aufgrund fehlender Transparenz und der weitreichenden Krise in den letzten Jahren nicht empfehlen!

 

Int. Rentenfonds:

db x-trackers II Global Sovereign EUR Hedged Index ETF LU0378818131

StarCapital Bondvalue UI DE0009781872 (auch Unternehmensanleihen drin)

 

Unternehmensanleihen:

iShares Corporate Bond DE0002511243

 

EM-Anleihen:

db x-trackers Emerging Markets Liquid Eurobond LU0321462953

ALLIANZ EMERGING MARKETS BOND FUND IE0032828273

 

Mischfonds:

Carmignac Patrimoine FR0010135103

M&G OPTIMAL INCOME FUND EUR A GB00B1VMCY93

Ethna Aktiv T LU0431139764

 

EM-Anleihen und Mischfonds sind für die RK2 sehr offensive Produkte!

 

 

RK3:

 

Möglichkeiten: Aktien entwickelte Märkte (bspw. USA, Europa, Japan) und Schwellenländer (bspw. Lateinamerike, EMEA, 4 Tiger).

 

Die Gewichtung im Aktienteil orientiert sich an der Marktkapitalisierung bzw. dem BIP. Es kommt mE nicht auf den letzten Prozent an, aber eine grobe Richtung sollte eingehalten werden.

 

Praxisbeispiele:

 

Passives Standarddepot 50-30-20:

50% Lyxor ETF MSCI World

30% iShares EURO STOXX (DE)

20% AMUNDI ETF MSCI EMERGING MARKETS A

 

Ich habe eine große Auswahl unterschiedlicher ETF-Depotvarianten zusammengetragen. Hierauf sei an dieser Stelle verwiesen.

 

Ein aktives Depot sollte sich an eine ausgewogene Regionenaufteilung halten:

80% Globaler Aktienfonds (z.B. DWS Akkumula, Lingohr Systematic, DWS Top Dividende)

20% Emerging Markets (z.B. Magellan)

Achtung: In vielen globalen Fonds sind bereits Europa- und EM-Anteile oder auch viele Rohstoffaktien drin. Diese sind zu berücksichtigen. D.h. bspw. EM-Fonds reduzieren. Man kann das mit diesem Tool gut prüfen.

 

 

 

4.3 Übertragung auf die eigenen Anlageziele- und -zeiträume

 

Achtung: Die folgenden Angaben gehen beispielhaft auf die Art und Weise ein, wie ich persönlich meine Anlageziele letztendlich umgesetzt habe. Eine aktuelle Darstellung meiner Anlagestrategie wird in diesem Faden vorgestellt.

 

 

Kurzfristige Anlagen bis 3 Jahre:

Risikoneigung defensiv: 100% RK1

 

Praxisbeispiel:

  • Tages- und Festgeld bei der Bank of Scotland oder einer anderen Bank

 

Mittelfristige Anlage von 3-10 Jahren:

 

Risikoneigung offensiv: 50% RK2 und 50% RK3

 

Praxisbeispiel:

 

Einsatz von Mischfonds

  • Carmignac Patrimoine FR0010135103
  • M&G OPTIMAL INCOME FUND EUR A GB00B1VMCY93
  • Ethna Aktiv T LU0431139764

 

Langfristige Anlagen von 10-30 Jahren:

 

Risikoneigung defensiv: 30% RK 2 und 70% RK3

 

Praxisbeispiel:

 

Einsatz eines ETF-Depots

  • 35% Lyxor ETF MSCI World FR0010315770
  • 21% iShares EURO STOXX (DE) DE000A0D8Q07
  • 14% AMUNDI ETF MSCI EMERGING MARKETS A FR0010959676
  • 30% iShares Corporate Bond DE0002511243

 

Langfristige Anlagen als Altersvorsorge:

 

Risikoneigung offensiv

 

Praxisbeispiel:

  • Riester: DWS TopRenteDynamik
  • bAV: Standard Life

 

Mit der Umsetzung von 4.3 ist die Anlagestrategie mit Leben gefüllt. Herzlichen Glückwunsch! Zur Verfolgung meiner praktischen Umsetzung der aus dieser Anleitung hergeleiteten Anlagestrategie siehe diesen Faden.

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Marcise
Posted · Edited by Marcise

Performanceberechnung

Danke an Delphin für die schöne Beschreibung, wie man den internen Zinsfuss ganz einfach mit Excel ausrechnen kann.

 

Delphin:

Als Eingangsgrößen brauchst du nur(!) eine Liste von Paaren aus Datum und eingezahltem Betrag. Die Funktion erwartet, dass du am Ende noch einen Eintrag mit dem heutigen Datum und heutigen Gesamtwert negativ hinzufügst. Ist auch irgendwie logisch, es geht ja um die Rendite p.a., die du erzielt hättest, wenn du heute verkaufen würdest.

 

Und bitte nicht vergessen, das Ergebnisfeld als Prozent zu formatieren. Manche Leute vergessen nämlich leicht, dass 0,06 = 6% ist, das sieht man immer wieder. Deswegen am besten gleich als Prozent formatieren, dann kommt keine Verwirrung auf. :tumbsup:

 

Ergänzung Supertobs:

Delphin, wie immer top geantwortet. Würde noch anmerken, das letztlich der interne Zinsfuß die Rendite zeitgewichtet betrahctet und auch mit Auszahlungen umgehen kann. Die werden einfach negativ eingegeben. Annahme ist allerdings das Auszahlungen zum selben Zinssatz wieder angelegt werden.

 

Grafik von Delphin: :thumbsup:

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