Schinzilord

Schinzilords Depot

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Aha. Die 30 % hat der Schimpanse gewürfelt? Oder kann man die irgendwie begründen? Bzw. wovon hängen sie ab? Risikoneigung (die floss aber doch schon in die Aufteilung Risky/Risk-free über das Octave-Skript mit ein? Marktlage kanns nicht sein, das wäre ja ein aktiver Ansatz. Allgemeine mathematische Erkenntnisse?

Man kann davon ausgehen, dass Anleihen im Schnitt neg. korreliert zu Aktien sind in Krisenzeiten, deswegen sollte man generell in Renten investieren.

Jetzt gibt es 3 Ansätze:

1. Der Marktkapitalisierungsansatz. Weltweit beträgt das Verhältnis Eigenkapital / Fremdkapital ungefähr 30/70.

Fremdkapital ist ungefähr im Verhältnis 60/40 zwischen Unternehmen / Staat aufgeteilt.

Demzufolge hätte man gut 70% Anleihen im Depot, bei nur 30% Aktien. Anleihen selbst wären dann wiederum einfach gesagt 50/50 in Staats- und Unternehmensanleihen aufgeteilt, und da wiederum je 80/20 DM vs. EM.

 

2. Der Risk Parity Ansatz: Die Volatilität von Renten muss die Volatilität von Aktien ausgleichen können. Also wenn Aktien um 50% einbrechen, muss der Anstieg von Anleihen (ca. 10%) ausreichen, um Verluste auszugleichen.

Demzufolge hätte man 80% Anleihen und nur 20% Aktien im Depot. Steuern kann man dies über Hebel und lange Durationen, siehe link z.B. hier.

Ich halte von dem Ansatz nicht viel, er ist mir zu radikal, er hat versteckte Risiken (Hebel) und er schaut die letzten Jahre nur gut aus, weil die Leitzinsen immer weiter fielen. Bei einem Inflationsszenario wird man massive Verluste einfahren, falls man nicht von der Aufteilung abweicht. Zur Optimierung dieses Ansatzen werden Renditen nicht berücksichtigt, nur Korrelationen und Volatilitäten.

 

3. "Der ich mache es so wie alle schon seit 100 Jahren" Ansatz: Wenn du dir die Asset Allocation von Institutionellen Investoren und Stiftungen anschaust, siehst du, dass die Meisten sowas wie 30/70 oder 40/60 Renten/Aktien haben.

 

Da ich ja ein gewisses Volatilitäts- und Renditeziel im riskanten Depot habe, sind hohe Rentenquoten kontraproduktiv. Die unmittelbare Vergangenheitsrendite kann man nicht fortschreiben in die Zukunft, und so sind 30% Anleihen genug, weil sonst die Rendite zu sehr verwässert wird.

Ich habe auch viel mit MPT und Markowitz rumgerechnet, und im Endeffekt lande ich vom gewünschten Rendite/Risikoprofil immer bei ca. 30% Renten.

 

Jeder Ansatz lässt sich begründen und hat seine Berechtigung. Du siehst, es ist alles von 30/70 bis 70/30 dabei.

 

Hast Du einen Link für mich, mit dem ich mich ins Thema "EM, High Yield, High Duration"-Renten einlesen kann? Bei den Aktien hab ich nach der Lektüre von Kommer ein gutes Gefühl, wenn ich mit MCSI World + EM anfange und später, je mehr Erfahrung ich sammle, das weiter verfeinere. Vom Allgemeinen zum Speziellen. Bei Renten bin ich etwas ratlos, wo ich da einsteigen soll, um vernünftig investiert zu sein. Die Forendepots für kleine Vermögen haben da alle nen ETF auf deutsche Staatsanleihen und gut ist, ich nehme aber an, dass es das ist, was Du als "Oma-Rente" bezeichnest ;-).

 

Bei Aktien gewichtet man ja im dreidimensionalen Raum nach Regionen, Stile und Unternehmensgröße.

Bei Anleihen hätte man z.B. einen dreidimensionalen Raum mit den Achsen Regionen (Währungen), Bonitäten und Durationen.

Also anders gesagt: Man streut bei Anleihen über Risikofaktoren der Bonität, Duration und Währungen.

Alle drei Faktoren beeinflussen seine Rendite. Manchmal lässt sich z.B. ein Faktor hedgen, wie z.B. beim EMLE LU0321462953 (Emerging Market liquid Eurobond, da wird konstruktionsbedingt gehedged auf EUR).

 

Nach meiner Klassifikation der Risikofaktoren will ich über möglichst viele Risikofaktoren diversifizieren.

 

Bonitäten unterscheidet man auf der Achse (absteigende Bonität):

Deutschland Staatsanleihen -> EU/NA/Japan Staatsanleihen -> Unternehmen Inv. Grade -> EM Staatsanleihen -> Unternehmensanleihen High Yield

 

Durationen kann man wiederum über alle Bonitäten streuen:

Eigentlich kann man auch Dt. Staatsanleihen Langläufer (Duration ca. 14) nehmen (wie ich ETF561), und EM Staatsanleihen in Lokalwährung mit einer Duration von ungefähr 6, und somit hat man gleich über alle Durationen gestreut.

 

Ein Keep it simple Anleihen Depot wäre z.B.:

50% Unternehmensanleihen aufgeteilt in

50% höhere Bonität (z.B. EU Unternehmen) und

50% High Yield (z.B. EU High Yield)

 

50% Staatsanleihen aufgeteilt in

DM und EM, ähnlich wie Aktien ca. 70/30 nach BIP oder Marktkapitalisierung.

 

Die DM Staatsanleihen könnte man gleich explizit Langläufer nehmen (z.B. EU Sov. 15 Jahre + LU0290357507), und schon hat man über Durationen und Bonitäten gestreut.

Natürlich könnte man jetzt anführen, bei einer drohenden Zinserhöhung ist die hohe Duration negativ, aber das wäre schon wieder aktives Markettiming.

Ich habe vor über einem Jahr ETF561 gekauft, als der BUND auch schon hoch stand. Die Eurokrise hat sich aber weiter zugespitzt, und der BUND stieg noch höher (14% in diesem Jahr, mehr als meine Aktien).

Und wenn er die nächsten 3 Jahre fällt, werden es die anderen Assetklassen schon auffangen...

 

 

Desgleichen wäre ich über ein paar Pointer zum Thema Rohstoffe dankbar, damit habe ich mich auch noch gar nicht beschäftigt.

Siehe Link.

 

 

REIT möchte ich auslassen (bin anderweitig genug in Immobilien investiert - teilweise eigengenutztes Mehrparteienhaus in deutscher Landeshauptstadt, demnächst schuldenfrei; weitere Immobilien in osteurop. Hauptstadt, schuldenfrei).

Alles klar, ist verständlich. Evtl. trotzdem interessant.

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Danke Marcise, schöne Ergänzung :)

Stimme dir 100prozentig zu.

 

... Immerhin 1% p.a.!

Halb so wild: Kommission (Transaktionskosten?) und Spread fallen bei eisernem B&H nur 1x (max. 2x) p. A.(nlegerleben) an, die darfst du getrost noch durch 50 (resp. 25) teilen. Damit liegen die Kosten bei überschaubaren < 0,4% p. a. Hast du schon mal die TER vom Humankapital durchgerechnet? ;)

Ich unterscheide lieber genauer mit Kommission (das, was der Broker unmittelbar verlangt für Kauf/verkauf.

Zu Transaktionskosten kommen für mich auch noch der Spread und gegebenenfalls der Marketimpact (spielt natürlich für mich keine Rolle).

 

Im Jahr 2012 war der Umschlag relativ hoch (100% des Depotwerts), weil ich auch einen Depotübertrag von der codi auf Lynx machte und ein paar Altlasten entsorgt habe (KANAM).

Die Kommissions + Spreadkosten sollten die nächsten Jahre wieder absinken.

 

Die TER des Humankapitals kann ich dir auch die Schnelle nicht nennen, aber die TER der Ehe...ist jetzt nicht so gering :)

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Hi Schinzi,

 

lese deinen fred mit begeisterung und danke für die tolle aufbereitung und ich lerne fleissig.

 

ich habe eine frage zu der entscheidung in momentanem marktumfeld bei rk1 anstelle von anleihen die bekannte TG/FG/sparbriefleiter zu nehmen.

habe RK1 mit 25% in meiner AA, jedoch ausschliesslich derzeit per FG/Sparbriefleiter+ ein kleiner teil tagesgeld um liquide für rebalancing zu bleiben.

 

wie sieht das denn mit der TG/FG/sparbrief korrelation zum rest (derzeit hab ich (aktien/rohstoffe/EM/HYanleihen) aus ?

 

sichere anleihen mit mittlerer laufzeit sind leicht negativ mit aktien korreliert. bei den langläufern wohl ähnlich wenn auch geringer als bei kurzläufern

und wie ist das bei TG/FG/sparbriefen ? vom gefühl her würd ich eher leicht positive korrelation mit aktien vermuten aufgrund des zinsänderungsrisikos.

 

ich frage mich ob der kauf von anleihen quasi zwingend nötig ist, damit alle rebalancing vorteile (if>zinsdifferenz) erhalten bleiben ?

 

und /oder ob ich auch einfach 100% TG/FG/sparbriefe für RK1 beibehalten kann

(solange die zinsen dermassen im keller sind und der abstand von anleihen zu sparbriefen 0,5~1% beträgt; liquidität /verkaufbarkeit setze ich in diesem beispiel zur vereinfachung mal gleich)

 

supertobs hat gerade sein rk1 umgebaut und FGleiter mit reingenommen. seine sehr gut gelaufenen anleihen mit dickem plus verkauft. er behält aber noch einen kleinen teil anleihen. warum bin ich mir grade nicht im klaren. ist das einzige argument

um die altverluste weiter in zukunft abzubauen oder spielen da auch korrelationen mit rein ? ok die frage sollte ich wohl eher ihm stellen. fiel mir nur auf ...

 

Grüsse und Guten Rutsch

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Hi Schinzi,

 

lese deinen fred mit begeisterung und danke für die tolle aufbereitung und ich lerne fleissig.

 

ich habe eine frage zu der entscheidung in momentanem marktumfeld bei rk1 anstelle von anleihen die bekannte TG/FG/sparbriefleiter zu nehmen.

habe RK1 mit 25% in meiner AA, jedoch ausschliesslich derzeit per FG/Sparbriefleiter+ ein kleiner teil tagesgeld um liquide für rebalancing zu bleiben.

 

wie sieht das denn mit der TG/FG/sparbrief korrelation zum rest (derzeit hab ich (aktien/rohstoffe/EM/HYanleihen) aus ?

TG hat eine leicht positive Korrelation zu Aktien. TG lässt sich am besten mit den EONIA ETFs vergleich. Die gehen einfach jeden Tag bisserl nach oben, und da Aktien im Mittel auch einen positiven Erwartungswert haben, hat man eine leicht pos. Korrelation.

Ansonsten hat man bei FG/Sparbriefen natürlich immer das Problem, dass man illiquide ist und deswegen nur unsichtbare Opportunitätskosten(bzw. Vorteile) hat.

Börsennotierte Anleihen gehen wenigstens im Kurs nach oben, wenn der Leitzins fällt :)

Meines Erachtens kann man nicht von Korrelationen und Kursverläufen bei FG sprechen, eben weil man keine regelmäßigen Kurse hat.

Natürlich kannst du dir jetzt hypothetische Kurse deines FG ausrechnen, einfach den Kurs so anpassen, damit man den internen Zinsfuß an derzeit erhältliche Neuanlagen anpasst.

Ist mir aber zu viel Aufwand :)

Aber wenn man dies macht, kommt man exakt auf die gleichen Korrelationseigenschaften wie man auch für Anleihen vergleichbarer Laufzeit und Bonität bekommt.

Nur bringt einem dieser theoretische Kurs nicht, wenn man illiquide Festgelder hat. Nur, dass die Rendite höher ist.

 

 

sichere anleihen mit mittlerer laufzeit sind leicht negativ mit aktien korreliert. bei den langläufern wohl ähnlich wenn auch geringer als bei kurzläufern

und wie ist das bei TG/FG/sparbriefen ? vom gefühl her würd ich eher leicht positive korrelation mit aktien vermuten aufgrund des zinsänderungsrisikos.

Das ist auch der Grund, warum ich Sparbriefe/FG nur für meinen risikolosen Depotteil hernehmen, und im riskanten Portfolioteil lieber auch Langläufer bzw. generell höhere Durationen haben will, um die Korrelationseigenschaften auch sichtbar zu haben und im Abweichungsfall auch rebalancen kann. Das ist aber nur meine Vorliebe.

 

ich frage mich ob der kauf von anleihen quasi zwingend nötig ist, damit alle rebalancing vorteile (if>zinsdifferenz) erhalten bleiben ? und /oder ob ich auch einfach 100% TG/FG/sparbriefe für RK1 beibehalten kann

(solange die zinsen dermassen im keller sind und der abstand von anleihen zu sparbriefen 0,5~1% beträgt; liquidität /verkaufbarkeit setze ich in diesem beispiel zur vereinfachung mal gleich)

 

Der Einfachheit halber natürlich, auch im riskanten Portfolioteil.

Im riskanten Portfolioteil habe ich bei 30% Anleihen ja nur ca. ein Drittel mit Staatsanleihen EUR abgedeckt. Für diesen Bereich könnte man dann die Festgelder nehmen, wenn man nicht wie ich extra hohe Durationen will und die neg. Korrelation sichtbar haben will.

Sonst hat man eh HY, EM Anleihen etc. im Depot, die man dann zum rebalanzieren verwenden könnte.

 

Zusammenfassung:

Irgendwie will ich mein Anleihenportfolio ausrichten nach Währungen / Durationen / Bonitäten.

 

Ich verwende FG/Sparbriefe nur im risikolosen Portfolioteil

 

im riskanten Portfolio decke ich mir

- Staatsanleihen (D und EUR) die hohe Duration im Depot ab (Währung EUR, Duration und Bonität hoch)

- Unternehmensanleihen EUR (Währung EUR, Duration und Bonität mittel)

- High Yield (Währung weltweil, Duration mittel, Bonität niedrig)

- kurzfristig parke ich auch frisches Kapital auf dem TG, bevor ich rebalance (Währung EUR, Duration niedrig, Bonität hoch)

 

So habe ich alle Risikofaktoren abgedeckt.

 

supertobs hat gerade sein rk1 umgebaut und FGleiter mit reingenommen. seine sehr gut gelaufenen anleihen mit dickem plus verkauft. er behält aber noch einen kleinen teil anleihen. warum bin ich mir grade nicht im klaren. ist das einzige argument

um die altverluste weiter in zukunft abzubauen oder spielen da auch korrelationen mit rein ? ok die frage sollte ich wohl eher ihm stellen. fiel mir nur auf ...

Ich dachte, ja, aber am Besten selber fragen :)

 

Grüsse und Guten Rutsch

Danke, bin gut angekommen!

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Posted · Edited by wendelin

Hallo Schinzilord,

 

auch von mir ein gutes Neues Jahr, und Danke für Deine ausführlichen Erläuterungen und Antworten auf meine Fragen. Ich habe mir zwischenzeitlich auch noch den "RK2-Thread"

http://www.wertpapie...diversifiziert/

zu Gemüte geführt.

 

Mein Problem ist, dass mein Portfolio mit 10-15 k€ gesamt noch zu klein ist um die 30 % Renten nochmal in vier Unterklassen bzw. Fonds wie von Dir vorgeschlagen zu unterteilen. So kam ich zu dem Schluss es erst einmal bei den Staatsanleihen zu belassen und habe mir hierfür für EM vorläufig den IE00B4613386 SPDR Barclays Cap Em Mark Local Bond herausgesucht, da er steuerlich hoffentlich einfach sein solle (ausländisch ausschüttend, oder übersehe ich da jetzt was?), und für DM würd ichs wohl bei Tagesgeld/Festgeld lassen. High Yield und EU Corporate würde ich dann in ein paar Jahren bei etwas größerem Depot beimischen. Habe aber häufig die Meinung gehört, dass High Yield stark mit Aktien korreliert, sehe also noch nicht ganz den Sinn dabei. Vielleicht könntest Du den Benefit von High Yield Renten statt höherem Aktienanteil nochmal genauer erläutern?

 

Gruß

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Posted · Edited by ceekay74

(...) den IE00B4613386 SPDR Barclays Cap Em Mark Local Bond herausgesucht, da er steuerlich hoffentlich einfach sein solle (ausländisch ausschüttend, oder übersehe ich da jetzt was?) (...)

Bin zwar nicht Schinzi, hoffe aber trotzdem antworten zu dürfen: Der genannte SPDR ist m.M.n. analog zu den iShares mit irischem Domizil ein ausländischer (Voll-)Thesaurierer mit Zwischenausschüttungen, damit nicht "steuerlich einfach" und die ausschüttungsgleichen Erträge sind jährlich in der Anlage KAP anzugeben.

 

post-21414-0-67376600-1357056047_thumb.jpg

 

 

PS: Frohes Neues!

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Bei Aktien gewichtet man ja im dreidimensionalen Raum nach Regionen, Stile und Unternehmensgröße.

...

Nach meiner Klassifikation der Risikofaktoren will ich über möglichst viele Risikofaktoren diversifizieren.

 

 

Die Gewichtung nach Regionen scheint ja bei Dir keine große Rolle zu spielen.

Mit 70% MSCI World und auch dem REIT holst Du Dir einen kräftigen US-Bias ins Depot (gemessen am BIP).

Bei den Anleihen scheint es (die Altlasten NOK/CAD ausgenommen) dagegen einen klaren EUR-Bias zu geben.

 

Ist Dir die regionale Diversifizierung nicht wichtig, sehe ich das vielleicht falsch oder gibt es andere Gründe?

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danke für deine rückmeldung zu meinen fragen und anmerkungen. ich werde mich ein wenig mehr mit anleihen mittlerer und längerer durationen beschäftigen um für

die zukunft (zinsänderung) schon einmal vorbereitet zu sein. und evtl steige ich mit einem der nächsten fälligen sparbriefe stückweise ein.

 

ob es ein leveraged produkt wird oder einr dt. staatsanleihen ladder (niedrigere TER)

werde ich dann sehen. tendenz zu den bodenständigen aaa anleihen,

wobei ich da auch die wenigen verbliebenen aaa länder in europa mit deutschen anleihen als eine klasse ansehe

 

das du durch extra lange läufer die korrelationen hervorheben möchtest verstehe ich noch nicht richtig.

ich hatte angenommen das die korrelationseigenschaften von mittlerern duration (mit aktien) höher sind als die von den ganz langen.

(womöglich aufgrund des zinsänderungsrisikos das anders eingepreist wird)

muss selbst nochmal nachschauen, habe es aus einem der bernsteins im hinterkopf. (intell. asset allocator?)

die bücher haben ja idr. schon ein paar jährchen auf dem buckel.

 

deine ausarbeitungen haben mich wieder mehr darauf aufmerksam gemacht das ich diesem bereich (anleihen)

mehr aufmerksam schenken muss

 

grüsse

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Die Gewichtung nach Regionen scheint ja bei Dir keine große Rolle zu spielen.

Mit 70% MSCI World und auch dem REIT holst Du Dir einen kräftigen US-Bias ins Depot (gemessen am BIP).

Bei den Anleihen scheint es (die Altlasten NOK/CAD ausgenommen) dagegen einen klaren EUR-Bias zu geben.

 

Ist Dir die regionale Diversifizierung nicht wichtig, sehe ich das vielleicht falsch oder gibt es andere Gründe?

Hi kleinerfisch,

sorry, dass ich erst jetzt dazukomme, dir zu antworten.

 

Die aktuelle Währungsverteilung über alle Anlagen ist aktuell

EUR 57,07%

USD 24,52%

YEN 0,96%

CAD 2,45%

NOK 3,72%

Other 11,28%

 

Du hast recht, ich besitze z.B. keine USD oder YEN Anleihen, dafür 50% Aktien in USD (wenn ich die REITs zu 100% USD dazuzähle).

Meine Depot habe ich nicht explizit nach Währungsaufteilung auch zwischen Aktien und Anleihen optimiert.

Ich habe mich aktiv dagegenentschieden, z.B. einen DM Anleihen-ETF mit reinzunehmen.

Ich wüsste nicht, was mit USD Anleihen bringen sollten.

Neg. Korrelation zum Aktienmarkt habe ich auch mit BRD Anleihen, und so kann ich gleich meinen Homebias zugunsten des Euroraumes hinschieben.

 

Regionale Diversifizierung ist mir nur bei Aktien wichtig, bei Anleihen verfolge ich keine BIP oder sonstwie gewichteten Ansatz. Bei Anleihen ist mehr aktives Trading dabei (was ja auch geklappt hat in der Vergangenheit, siehe NOK/CAD seit Mitte 2011, oder der Bund Leverage).

Dazu habe ich noch in EM Währungen mit dem loval gov bond EM diversifiziert.

Der USD Anteil meiner Aktien reicht mit aus.

 

Wie handhabst du es?

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das du durch extra lange läufer die korrelationen hervorheben möchtest verstehe ich noch nicht richtig.

ich hatte angenommen das die korrelationseigenschaften von mittlerern duration (mit aktien) höher sind als die von den ganz langen.

(womöglich aufgrund des zinsänderungsrisikos das anders eingepreist wird)

muss selbst nochmal nachschauen, habe es aus einem der bernsteins im hinterkopf. (intell. asset allocator?)

die bücher haben ja idr. schon ein paar jährchen auf dem buckel.

 

Hier findest du die Korrelationen zwischen Staatsanleihen EUR mit Laufzeiten von 1-3y, 5-7y und 10-15y und jeweils dem MSCI Europe.

Die Korrelation wird nur zwischen den Kurz und Mittelläufern niedriger, es gibt keinen Unterschied zwischen Mittel- und Langläufern.

Dafür hat mir hier aufgrund der höheren Mod. Duration natürlich Vorteile, wenn die Zinsen fallen.

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Wie handhabst du es?

 

Ich mache es in mehreren Stufen.

In der ersten Stufe verteile ich auf Assetklassen:

50% Aktien

20% Bonds

7,5% Rohstoffe

12,5% Immos

10% Cash (als Spielbein)

 

Dann kommt die Auswahl der konkreten Instrumente.

Schließlich versuche ich diese (außer Rohstoffen) so zu quantifizieren, dass eine bestimmte regionale Verteilung rauskommt.

Diese bestimmt sich zunächst nach BIP mit den Regionen (grob nach MSCI).

Dabei fallen dann etwa 10% BIP hinten runter (Frontier Markets und nicht investierbare), die ich auf die EM-Regionen verteile.

Schließlich gewichte ich nach Gusto innerhalb EM und DM etwas um und komme am Ende etwa auf diese Verteilung:

 

USA 16% (unterbewertet)

Westeuropa 25% (Home Bias)

Can/Aus/NZ 8% (leicht überbewertet)

Japan 5% (leicht unterbewertet)

SO-Asien ex China aber mit SIN 12% (überbewertet)

China/HKG (ab diesem Jahr neu) 12% (=BIP)

Indien 3% (=BIP)

Lateinamerika 8% (=BIP)

Osteuropa 7% (=BIP)

Also insgesamt ein systematischer Ansatz, den ich am Ende durch Gefühle verwässere B)

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Danke dir!

 

Hier nur als Speicherplatz missbraucht, morgen mehr dazu.

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Ich hab die letzten Tage intensiv über meine Asset Allocation meines Renten-Anteil im riskanten Portfolio nachgedacht, und stelle euch jetzt mein "neues" (zugleich altbewährtes) Konzept vor:

 

Hier im WPF ist bei der Aktienallokation ja die BIP/MCap-Verteilung über alle Weltregionen Standard.

Warum also nicht auch bei Renten?

 

Einzige Besonderheit: Man muss Staatsanleihen und Unternehmensanleihen unterscheiden. Die kleineren Bereiche sind dann noch Pfandbriefe/MBS/ABS und Inflationslinker. Bei der jetzigen Depotgröße investiere ich noch nicht in kleinen Brüder, in konzentriere mich auf Staats- und Unternehmensanleihen.

Der passive Weltportfolioansatz soll hier auch gelten, also insbesondere keine Marktmeinung und Währungs/Regionen/Laufzeitengewichtung nach irgendwelchen Indikatoren.

Die Amis machen das schon seit Jahren mit ihren "Total Bond Portfolio" etc.

 

Randbedingungen:

- Developed Markets: Staats (DM(Gov))- und Unternehmensanleihen (DM(Corp.))

- Emerging Markets: nur Staatsanleihen (EM(Gov))

- keinerlei Währungsabsicherungen (den Überschuss habe ich ja sowieso mit meinem risikolosen Portfolioteil).

 

1. Diversifikationsprinzip

Wenn man die auf dem dt. Markt verfügbaren Produkte anschaut, ergeben sich zwei Möglichkeiten:

post-9048-0-65404300-1358370909_thumb.png

Abbildung 1: Diversifikationsprinzip.

 

Fall 1 beschreibt die Nutzung von Indizes, die über innerhalb eines ETFs sowohl Staats- als auch Unternehmensanleihen (sog. Bond Aggregate Indizes) abdecken, dafür braucht man dann für jede Weltregion ein passende Produkt (sog. Diversifikation innnerhalb einer Region über Anlageklassen).

Fall 2 beschreibt die Nutzung von weltweiten DM Staats- und Unternehmensanleihenfonds und des EM Staatsanleihenfonds (also Diversifikation innerhalb einer Anlageklasse über alle Regionen).

 

2. Konkrete ETF Auswahl

In beiden Fällen wird der iShares EM Local Gov. Bond ETF genommen für EM(Gov). (Ticker IUSP)

 

2.1 Fall 1:

 

Passende Produkte sind für die Regionen Euro und US die und US Aggregate Indizes von iShares und SPDR:

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Abbildung 2: Konkrete ETF Auswahl mit Gewichtungen und Kostenstruktur

Verwendete ETFs:

(Gov/Corp) SYBA

$(Gov/Corp) SYBU

 

Hauptnachteil: nur USD und , keine YEN, NOK, CAD, Pfund

Vorteil: zusätzliche Diversifizierung über MBS/Pfandbriefe, kürzere Duration

 

2.2 Fall 2:

post-9048-0-39208600-1358371411_thumb.png

Abbildung 3: Konkrete ETF Auswahl mit Gewichtungen und Kostenstruktur

Verwendete ETFs:

DM(Gov): EUN3 Streuung über G7-Staaten

DM(Corp): IS0X

 

Hauptnachteil: kein Homebias (oder Vorteil!?!), nur ein Anbieter

Vorteil: breit BIP/MCap Gewichtet nach Regionen, besserer Spread

 

3. Fazit

Eine 3-ETFs Lösung ist einfach und elegant, und man deckt bei Staats- und Unternehmensanleihen die komplette Welt ab.

Aufgrund der besseren Diversifikation über mehr Länder/Währungen entscheide ich mich für Fall 2. Wer mehr Komplexität mit mehr Produkten haben will, kann noch auf Aggregateindizes über Pfund und Yen zurückgreifen.

Einzig Inflationlinker und ABS Papiere sind noch nicht enthalten in Fall 2, kann man dann aber nachholen.

In Fall 2 ist auch meine geplante Gewichtung gezeigt (die sich aus schon gekauften IUSP ergibt).

Bisherige Produkte (ETF561, NOK, CAD etc. werden verkauft und dafür in IS0X und EUN4 zu gleichen Teilen geschichtet.

 

Anbei auch noch die relevanten aktuellen Factsheets:

iShares_EM_Local_Gov.pdf

iShares_Global_Corp_Bond_IS0X.pdf

iShares_Global_Gov_Bond_DM.pdf

SPDR_Euro_Aggregate.pdf

SPDR_USD_Aggregate.pdf

 

Meinungen und Kommentare?

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Datenspeicher:

Benchmark MSCI ACWI IMI MCap: IE00B3YLTY66

EM(Corp) SYBE

DM(Infl) Global Inflation Linker IUS5

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Posted · Edited by bengen

Hallo Schinzilord,

 

ich finde deine Herangehensweise sehr interessant und möchte bei meinem Portfolio (30+) einen ähnlichen Ansatz verfolgen.

 

Momentan bin ich bei folgender AA für den riskanten Teil angelangt:

45% Aktien: (World und EM) -> hier bin ich mir sicher

15% REITS: (Ftse Epra/Nareit Developed Mkts) -> auch hier bin ich mir sicher

15% Rohstoffe: -> hier bin ich im Moment im Dblci Oy, wobei mich aber die hohen Gebühren stören. Als einzige Alternative hätte ich den Etfx Dj Ubs 3m, der aber an meiner Börse extrem illiquide ist crying.gif

 

25% Anleihen: -> hier bin ich mir sehr unsicher. Möchte diese Anlageklasse über einen einzigen ETF abbilden.

 

Zur Auswahl stehen:

Ishares Barclays Euro Aggregate Bond (EUN4): +Sehr breit diversifiziert +Alle Laufzeiten. +Enthält Corp. -Hohe TER. -Ausschüttend (hat für mich steuerliche Nachteile).

Lyxor Etf Euromts Global Inv Grade (A0B9ED): im Moment mein Favorit. +Geringe TER. +Breit diversifiziert +Alle Laufzeiten. -Hohe Gewichtung von Italien und Spanien. - keine Corp.

Lyxor Etf Emts High Rate Mc-Weig Gov (LYX0FK): +Geringe TER. +Alle Laufzeiten. +hohe Bonität - keine Corp.

Die beiden Letzten gibts auch mit beschränkte Laufzeiten. Hälst du einen Langläufer, wie z.B. den Lyxor Etf Euromts 15+Y Inv Grade für sinnvoller um eine hohe Vola zu bekommen? Hebel will ich keinen.

 

Was kannst du mir raten? Welchen dieser drei würdest du nehmen? Was hälst du von der allgemeinen AA?

 

vielen Dank!

 

EDIT:

Mein Favorit ist wohl doch der Barclays Euro Aggregate Bond. Ist konsequenter und wegen 0,1 TER auf eine ganze Anlageklasse (Corp.) zu verzichten ist vermutlich auch Schwachsinn.

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Posted · Edited by Fondsanleger1966

Hallo,

 

Ich hab die letzten Tage intensiv über meine Asset Allocation meines Renten-Anteil im riskanten Portfolio nachgedacht, und stelle euch jetzt mein "neues" (zugleich altbewährtes) Konzept vor:

was hat Dich an der bestehenden Renten-Allokation gestört? Hat sie Dir 2012 zu schwach performt?

 

Bzw. was erhoffst Du Dir an Verbesserungen von der neuen Allokation? Und hast Du schon die historischen Diversifikationseffekte der neuen Renten-Allokation im Gesamtdepot analysiert? Sind die wirklich besser?

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Momentan bin ich bei folgender AA für den riskanten Teil angelangt:

45% Aktien: (World und EM) -> hier bin ich mir sicher

15% REITS: (Ftse Epra/Nareit Developed Mkts) -> auch hier bin ich mir sicher

15% Rohstoffe: -> hier bin ich im Moment im Dblci Oy, wobei mich aber die hohen Gebühren stören. Als einzige Alternative hätte ich den Etfx Dj Ubs 3m, der aber an meiner Börse extrem illiquide ist crying.gif

 

25% Anleihen: -> hier bin ich mir sehr unsicher. Möchte diese Anlageklasse über einen einzigen ETF abbilden.

 

Zur Auswahl stehen:

Ishares Barclays Euro Aggregate Bond (EUN4): +Sehr breit diversifiziert +Alle Laufzeiten. +Enthält Corp. -Hohe TER. -Ausschüttend (hat für mich steuerliche Nachteile).

Lyxor Etf Euromts Global Inv Grade (A0B9ED): im Moment mein Favorit. +Geringe TER. +Breit diversifiziert +Alle Laufzeiten. -Hohe Gewichtung von Italien und Spanien. - keine Corp.

Lyxor Etf Emts High Rate Mc-Weig Gov (LYX0FK): +Geringe TER. +Alle Laufzeiten. +hohe Bonität - keine Corp.

Die beiden Letzten gibts auch mit beschränkte Laufzeiten. Hälst du einen Langläufer, wie z.B. den Lyxor Etf Euromts 15+Y Inv Grade für sinnvoller um eine hohe Vola zu bekommen? Hebel will ich keinen.

 

Was kannst du mir raten? Welchen dieser drei würdest du nehmen? Was hälst du von der allgemeinen AA?

 

vielen Dank!

 

EDIT:

Mein Favorit ist wohl doch der Barclays Euro Aggregate Bond. Ist konsequenter und wegen 0,1 TER auf eine ganze Anlageklasse (Corp.) zu verzichten ist vermutlich auch Schwachsinn.

Hi bengen,

 

Deine AA finde ich plausibel und durchdacht konstruiert. Abweichungen von +-10% in den einzelnen Anlageklassen fallen nicht ins Gewicht, bzw. man weiß es immer erst hinterher, was perfekt gewesen wäre.

Wichtiger ist das monitoring und rebalancing :)

 

Mein Credo ist:

Je breiter, desto besser.

Diversifikation ist der einzige Free Lunch, deshalb rate ich dir zum Aggregate Fonds.

Ich spreche mich auch klar gegen lange Laufzeiten als einzige Anlage aus, besser die ganze Yieldcurve rauf und runter. Den ETF561 habe ich nur deshalb genommen, weil er interessant geklungen hat und ich noch zu wenig hohe Durationen hatte.

Im nächsten Beitrag schreibe ich gleich noch was zu meiner Motivation.

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Hallo,

 

Ich hab die letzten Tage intensiv über meine Asset Allocation meines Renten-Anteil im riskanten Portfolio nachgedacht, und stelle euch jetzt mein "neues" (zugleich altbewährtes) Konzept vor:

was hat Dich an der bestehenden Renten-Allokation gestört? Hat sie Dir 2012 zu schwach performt?

 

Bzw. was erhoffst Du Dir an Verbesserungen von der neuen Allokation? Und hast Du schon die historischen Diversifikationseffekte der neuen Renten-Allokation im Gesamtdepot analysiert? Sind die wirklich besser?

Genau dieser Rentenanteil hat 2012 9.37% gemacht, mein selbstgewählter Benchmark 9.24%, da ist alles im Normbereich.

Was mich gestört hat:

Der Anteil ist historisch gewachsen und war ein Flickwerk. Es wurden immer neue Entscheidungen getroffen. Zuerst Unternehmensanleihen, dann bisserl Inflation linker, klingt auch gut. Hohe Durationen hatte ich auch noch nicht :rolleyes:

Dann Mitte 2011 Angst vor Eurokrise, und ich hatte zu wenig andere Währungen, also CAD und NOK gekauft, später noch EM Local Gov dazu. Jetzt würde wieder eine Investition anstehen, und ich konnte mich nicht entscheiden. Ausbau von Unternehmensanleihen, High Yield, oder doch noch Pfandbriefe dazu?

Wenn ich explizit High Yields der EU Unternehmensanleihen genommen hätte, wäre ich ja wieder, jetzt das 4te mal in Folge, eine Wette eingeangen und hätte High Yield übergewichtet.

Da ich keinen wirklichen Ansatz hatte, wusste ich eben auch nicht, wie ich rebalancen sollte. Derweil haben alle meine Backtests gezeigt, wie sinnvoll ein stures Rebalancen ohne Emotionen ist. Die Diversifikationsauswirkungen hab ich im Backtest nur fürs letzte Jahr angeschaut (die ETFs haben sonst keine Daten), und sie sind vorhanden, wenn auch bisserl schlechter als die Währungswetten NOK z.B.

Aber da war auch viel systematisches Risiko dabei, was ich ja in Zukunft strikt vermeiden will.

 

Also wollte ich alles komplett über den Haufen schmeissen (was ich jetzt auch getan habe, am Montag und Dienstag wird eingekauft) und eine systematische Allokation nach Vorbild BIP Aktien Weltportfolio aufbauen.

Dazu gehört eben die breite Diversifikation über Staats- und Unternehmensanleihen über alle Regionen ohne Währungsabsicherung.

Den €-Bias habe ich ja mit meinem sicheren Portfolioanteil im TG/FG/RV ab.

 

Dann tue ich mich auch leichter, einen der drei ETFs mit frischen Geld wieder zu rebalancen.

Da ich die letzten Monate bisserl in der Luft gehangen habe, habe ich eben kein neues Geld in den Rentenanteil gesteckt.

Wird jetzt aber nachgeholt und wieder auf 30% Sollallokation gebracht.

 

In erster Linie erhoffe ich mir:

- Klarheit und Struktur

- was mir emotionsloses Rebalancen ermöglicht

- breites Abdecken ohne eigene Marktmeinung einfließen lassen zu müssen

 

Die relativ große Abweichung des Rentenanteil (24% -> 30%) bis jetzt ergibt sich auch aus der gesamten niedrigen Depotgröße. Volumina für sinnvolle Investitionen bewegen dann gleich die Aufteilung der Assets um mehrere Prozentpunkte, zumal ich mir ja die ETFs aussuche, ohne Randbedingungen irgendwelcher kostenlosen/günstigen ETF Sparpläne raussuchen will (ich bin ja bei Lynxbroker).

 

Wenn ich übrigens "ich" schreibe, meine ich immer "wir", also meine Frau und ich B) Ich bin für die Allocation innerhalb des riskanten Portfolioteil zuständig (natürlich halte ich auch Rücksprache mit meiner Frau bzw. ich erläutere ihr die Konzepte, sie hat auch Bernsteins "Intelligent Asset Allocator" gelesen), während meine Frau für die Aufteilung risikolos <-> riskant zuständig ist.

 

Ich hab mir vorhin deine verlinkten Artikel zur Effectuation durchgelesen, vielen Dank hierfür.

Ich werde die nächsten Tage noch meine Meinung dazu schreiben, muss erst noch drüber nachdenken.

Der Ansatz klingt radikal anders im Gegensatz zu meinem naturwissenschaftlich-logischen Denkansatz.

 

Langsam beginne ich auch deine Herangehensweise an die Geldanlage nachzuvollziehen und deine Denkprozesse zu verstehen. Ein paar Fragen habe ich dann noch zum Einen zu einem Grundmodell der Geldanlage nach den Prinzipien der Effectuation und zum Anderen zur konkreten Umsetzungen ebendieser, aber jetzt ist es mir zu spät für das :) Auch nehme ich dann noch Bezug zu deinen Überlegungen zum maxDD (den ich für den riskanten Portfolioteil übrigens in Krisenzeiten mit 50% ansetze).

Darüberhinaus rechne ich noch mit VaR auf Tages-, Monats- und Wochenbasis und entscheide dann, ob ich noch gut schlafen kann :)

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Derweil haben alle meine Backtests gezeigt, wie sinnvoll ein stures Rebalancen ohne Emotionen ist.

Und, Rohstoffe schon "emotionslos regebalanced"?

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Posted · Edited by Fondsanleger1966

Was mich gestört hat:

Der Anteil ist historisch gewachsen und war ein Flickwerk. Es wurden immer neue Entscheidungen getroffen. Zuerst Unternehmensanleihen, dann bisserl Inflation linker, klingt auch gut. Hohe Durationen hatte ich auch noch nicht :rolleyes:

Dann Mitte 2011 Angst vor Eurokrise, und ich hatte zu wenig andere Währungen, also CAD und NOK gekauft, später noch EM Local Gov dazu. Jetzt würde wieder eine Investition anstehen, und ich konnte mich nicht entscheiden. Ausbau von Unternehmensanleihen, High Yield, oder doch noch Pfandbriefe dazu?

Wenn ich explizit High Yields der EU Unternehmensanleihen genommen hätte, wäre ich ja wieder, jetzt das 4te mal in Folge, eine Wette eingeangen und hätte High Yield übergewichtet.

So etwas hatte ich mir schon gedacht. ;)

 

Ich sehe in einem Depot wie dem Deinen vor allem zwei Funktionen des Rentenanteils:

 

1.) Einen Einbruch der Aktien/Reits/Rohstoffe abzupuffern. Am besten durch eine gegenläufige Entwicklung - z.B. von Safe-Haven-Investments wie Staatsanleihen bester Qualität und Fluchtwährungen wie dem USD - oder ansonsten durch weniger starke Verluste als die risikoreichen Assetklassen (quasi eine Verlustverwässerung).

 

2.) Alternative Ertragsquellen zu liefern, um Rendite darzustellen, wenn Aktien & Co mal nicht so richtig performen.

 

Z.B. übernimmt HY klassischerweise die Funktion 2, hilft aber nur wenig bei der Funktion 1. HY ist zudem bereits sehr gut gelaufen. Ich hatte im WPF mal eine Grafik gesehen, die nahelegte, HY nur bei einem Spread von mind. 4% zu IG Corp zu kaufen (weiß jemand, wo diese zu finden ist?). Wir sind inzwischen bei 3,4% angelangt (gemessen an Iboxx Euro). Ich habe deshalb keine direkten HY-Corp-Fonds mehr, auch wenn ich mir vorstellen kann, dass diese noch eine Zeit lang laufen. Bei einer HY-Fälligkeitsrendite von 5% brutto ziehe ich Aktien vor. Das KGV10 für Aktien World liegt aktuell bei 20, weist also ebenfalls eine Rendite von 5% auf (mit der Chance, diese zu steigern) -> http://starcapital.d...r2013_web_2.pdf

 

Interessant finde ich dagegen EM-Corp in USD http://de.ishares.co...c/produkte/EMCR , weil diese Anleihenklasse beide Funktionen erfüllt: Der Dollar hilft in schweren Krisen. Zugleich liegt die Fälligkeitsrendite mit brutto 3,8 % deutlich über der Zahl für die globalen Corp. Außerdem soll die Qualität der EM-Corp z.T. besser sein als die der DM-Corp. Zudem wächst das Emissionsvolumen rasant. Die Anlageklasse wird entdeckt und zunehmend in die Portfolios implementiert. Die Branchenstruktur ist noch nicht ganz ausgereift (viel Rohstoff, Banken, Energie), aber vermutlich schon gangbar.

 

Mit den USD-EM-Corp würde ich deshalb den USD-Anteil des Global-Corp ersetzen. Euro-Corp ist unter den gegebenen Umständen m.M.n. nicht nötig/sinnvoll. Das Segment unterstützt weder Funktion 1 noch Funktion 2 nennenswert. Die Verlustverwässerung in Krisenzeiten übernimmt bereits der risikolose Anteil, der faktisch ebenfalls Euro-Corp-IG darstellt.

 

Mit dem Global-Gov hätte ich noch größere Probleme als mit dem Global-Corp. Bei einer Fälligkeitsrendite von netto 0,9% hole ich mir da ein Drittel Japan rein, das höchstverschuldete Land der Welt, das bekanntermaßen die enorme Überbewertung des Yen abbauen will. Das sieht nicht gut aus für Funktion 2. Und ob es mir für Funktion 1 hilft, dass in dem ETF mehr italienische und mehr französische Staatsanleihen enthalten sind als deutsche (gerade einmal 7%!), wage ich zu bezweifeln.

 

Ich würde stattdessen Deine Idee mit den langen Bunds vorziehen. Oder wenn Du noch mehr USD brauchst, halt lange Treasuries. Oder beides. Die lange Duration gleicht die sehr kurze im Tages- und Festgeld etwas aus und hilft beim Schutz des Depots gegen die Auswirkungen einer Deflation.

 

Wenn Du BIP-gewichten willst, könntest Du z.B. bei 4 ETFs 20% EM-Gov, 20% EM-Corp, 30% Bunds, 30% Treasury nehmen. Oder eine andere Gewichtung, die für Dich passt und der Du über längere Zeit folgen kannst.

 

Und wenn Dir 60% Langläufer zuviel sein sollten (das wären 18% der riskoreichen Anteils und ca 10% des Gesamtvermögens), kannst Du ja z.B. zur Hälfte in die mittlere Laufzeit gehen und zur Hälfte in die lange. Oder gleich ganz in die mittlere Laufzeit. Das ETF-Angebot bietet da inzwischen ja einige Auswahlmöglichkeiten, wenn man bereits ist, auch steuerlich aufwändige Produkte einzusetzen (z.B. Treasury 7-10).

 

Aus Gründen der Taktik würde ich ohnehin eine lange Duration derzeit nur schrittweise aufbauen. Also z.B. bei einer 60% Gewichtung zunächst nur in die mittlere Laufzeit gehen und später in die lange wechseln. Wir sind derzeit noch auf dem Weg einer Normalisierung der Anleihenmärkte im Euroraum. Deshalb dürften die Renditen der Peripherieanleihen eher sinken, während zugleich die Sondereffekte bei den Bundesanleihen zurückgehen, die Renditen also vermutlich noch etwas weitersteigen werden.

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Posted · Edited by troi65

Hallo Schinzi,

 

auch von mir ein paar kleine Anmerkungen/Verständnisfragen; aber die wichtigste zuerst :

 

Erstmal Chapeau für Deinen ( erneut ) deduktiven Ansatz.:thumbsup:

Da hat sich ja doch einiges auf den Ebenen 2 u. 3 Deines Gesamtansatzes von März 2012 geändert.

 

1.) Einen kleinen Widerspruch in #38 versteh ich nicht ( ganz ).

 

Gem. 2.1 Fall 1 siehst Du als Vorteil in der Diversifizierung , dass Du auch MBS/Pfandbriefe "aufnehmen" würdest.

Andererseits schreibst Du weiter oben am Anfang , dass Du in den kleinen Pfandbriefbruder erst mal überhaupt nicht investieren willst .

Wie passt denn dieser ( erkannte ) Vorteil mit der beabsichtigten Zurückstellung der kleinen Brüder zusammen ?;)

 

2.)

Den €-Bias habe ich ja mit meinem sicheren Portfolioanteil im TG/FG/RV ab.

 

:)

 

Sehe ich genauso !

Eine Präferenz , als deutscher Anleger vorzugsweise in den Heimatmarkt zu investieren , drängt sich m.E. für RK1 geradezu auf.

Mit jeder ( zu ) breiten Diversifikation holt man sich zumindest die Gefahr offensiver Elemente herein , welche in der defensivsten aller Anlageklassen nichts verloren haben.

Und weil ein Wissenschaftler gerne Quellen sucht ( und leider auch otto03 :D ) , sei an der Stelle auf Menzel/Rodenwald im Buch "Asset Allocation ( dort Kap. 4.2)" verwiesen.

Wundert mich sowieso , dass das Buch sich noch nicht bei den Literaturtipps hier befindet.

 

Wer ein praktisches Beispiel sucht , wie eine breite Diversifikation ( wohlgemerkt für RK1 ) in die Hose gehen kann , sieht man selbst im Musterdepot von supertobs mit seinem peripherieverseuchten EuroMTS Global.

 

In Deinem jetzt dargestellten RK2- Teil Deiner AA kann es dagegen m.E. - auch zur Risikoreduktion - nicht breit genug zugehen.:thumbsup:

 

3.) Kurz zu meinem Vorredner :

 

Ob man - selbst langfristig -US-Langläufer unbedingt braucht , wird wohl von namhaften US-Autoren bestritten.

Um dem Vorwurf einer lediglichen Behauptung zu entgehen:

 

1.) Bernstein in seiner intelligenten AA ( deutsche Ausgabe S. 80 )

2.) Goldie/Murray in "The Investment Answer"( S. 64 )

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3.) Kurz zu meinem Vorredner :

 

Ob man - selbst langfristig -US-Langläufer unbedingt braucht , wird wohl von namhaften US-Autoren bestritten.

Um dem Vorwurf einer lediglichen Behauptung zu entgehen:

 

1.) Bernstein in seiner intelligenten AA ( deutsche Ausgabe S. 80 )

2.) Goldie/Murray in "The Investment Answer"( S. 64 )

Das Thema des geeigneten Laufzeitenbereichs für die Anleihenbeimischung ist in diesem Forum vermutlich schon an anderer Stelle ausführlich diskutiert worden. Vielleicht kann jemanden hier einen Link dorthin setzen.

 

Da Du Bernstein anführst, den ich online zumindest teilweise einsehen konnte (bei Goldie/Murray war das nicht möglich), können wir jetzt ein weiteres Kapitel zum Thema "Warum man seinen eigenen Kopf verwenden sollte und nicht blind den vermeintlichen Weisheiten der Foren-Bibeln glauben sollte" aufschlagen (natürlich nur, wenn Du das nicht als persönlichen Angriff auf Dich empfindet, denn ein solcher soll das hier *nicht* sein).

 

Bernstein schreibt auf der angeführten Seite 80: "3. Bevorzugen Sie kurzfristige Anleihen (sechs Monaten bis fünf Jahre) gegenüber langfristigen zur Risikominderung." http://www.amazon.de...ptu#reader-link

 

Eine Begründung für diese verwunderliche Aussage gibt er an dieser Stelle leider nicht. Weiter vorne im Buch habe ich aber einen Hinweis darauf gefunden, wie er zu dieser fragwürdigen Aussage gekommen sein könnte. Auf S. 36 scheibt er: "Die Baisse von 1973 bis 1974 war die schlimmste internationale Börsenkrise seit der Großen Depression. Es ist lehrreich, die Performance dieser beiden Jahre bei allen genannten Assets als Leitfaden für deren Risiken zu verwenden."

 

Das ist natürlich völliger Kappes und ein schwerer methodischer Fehler. 1973/74 war die erste Ölpreiskrise. Diese externe Ursache löste einen inflationären Schock aus. Die Folge war ein scharfer Zinsanstieg: http://markt-daten.d...ds-10y-0001.gif Langlaufende Anleihen verlieren in einem solchen Inflationsszenario natürlich stärker als kurzlaufende. In der Bernsteins Tabelle 2.2 auf S.36 sehen die 20jährigen Treasuries deshalb auch deutlich schlechter aus als die fünfjährigen und die 30tägigen T-Bills.

 

Die alles entscheidende Frage ist nun aber: Gilt dies für jede Krise oder zumindest für die meisten? Die klare Antwort ist: Nein!

 

Praktisch jedem Wirtschaftswissenschaftler ist bekannt, dass in den meisten Fällen ein Einbruch am Aktienmarkt mit fallenden Zinsen einhergeht. Zum einen schichten Anleger dann häufig von Aktien in (sichere) Anleihen um. Zum anderen werden die Kursrückgänge bei den Aktien oft durch eine wirtschaftliche Krise, einen Konjunktureinbruch o.ä. ausgelöst. Darauf reagieren die Zentralbanken meistens mit Zinssenkungen, um die Wirtschaft wieder anzukurbeln. Bernstein scheint dies als fachfremder Autor leider nicht zu wissen.

 

Gehen wir nun die Wirtschaftsgeschichte durch und schauen, wie sich die langfristigen Zinsen (hier: 10jährige Laufzeit) bei und nach den stärksten Kurseinbrüchen am amerikanischen Aktienmarkt http://markt-daten.d...sp500-large.gif und http://markt-daten.d...es/djia-rez.gif verhalten haben:

 

1.) 1929-1933 (Große Depression): ist auf dem oben verlinkten Zinschart leider noch nicht drauf, aber die Zinsen sanken deutlich.

2.) Mitte 2007- März 2009: Zinsen sinken um gut 3,0%pkt.

3.) 2000-2003: Zinsen sinken um gut 3,0%pkt.

4.) 1973-1974: Zinsen steigen um gut 1,5%.

5.) 1970: Zinsen sinken um gut 2,5%pkt.

6.) 1987: Zinsen sinken um rund 2%pkt.

7.) 1982-1983: Zinsen sinken um ca 6%pkt.

 

Man sieht rasch: In der Regel sinken die Zinsen bei und nach einem Einbruch am Aktienmarkt deutlich. Es gibt nur wenige Ausnahmen von der Regel. Die wichtigste ist - wie bereits erwähnt - 1973-1974. Eine zweite ist 1994, als die Fed im Feb begann, die Zinsen aggressiv zu erhöhen, um eine inflationäre Entwicklung abzuwürgen, bevor diese überhaupt auftauchte. Allerdings ist der Kurseinbruch der Aktien im Chart kaum zu erkennen (die EM-Aktien hat es damals deutlich stärker getroffen).

 

Eine 10jährige Anleihe hat eine mod. Duration von ungefähr 7. Wenn die Zinsen um 3%pkt sinken, gewinnt sie also gut 20% im Kurs. Das kann die Verluste auf der Aktienseite des Depots spürbar verringern. Zugleich helfen solche Gewinne erheblich beim Rebalancieren.

 

In einem Langfrist-Depot, wie Schinzilord es weiter oben vorgestellt hat, liegt es m.M.n sogar nahe, in noch längere Laufzeiten zu gehen. Das Depot weist im Sollbestand 54,5% Aktien (inkl. Reits) und 12,5% Rohstoffe auf. Der Anteil der Anleihen beträgt nur 30%. Gegenüber dem Marktportfolio ist damit der Aktien/Rohstoffanteil im Vergleich zu den Anleihen um gut das Vierfache hochkonzentriert worden. Mit richtig langlaufenden Anleihen wird man dies zwar nicht vollkommen kompensieren können, aber die Folgen des geänderten Mischungsverhältnisses (stark erhöhte MDDs) lassen sich zumindest ein wenig abmildern.

 

Die Bernstein-Empfehlung würde das Verhältnis dagegen weiter verschlechtern. Bernsteins Laufzeit von 6 Monaten bis 5 Jahre dürfte einer mod. Duration von nur 2-3 entsprechen. Zum Vergleich: Der von Schinzilord in http://www.wertpapie...post__p__797938 angedachte globale Staatsanleihen-ETF weist eine mod. Duration von 6,7 auf.

 

Es gibt noch einen zweiten Grund, der für die lange Duration spricht: Der eb.rexx 10,5+ weist aktuell eine Nettorendite von ca 2% auf http://de.ishares.co...c/produkte/EXX6 . Damit würde er ohne Kursveränderung zumindest die aktuelle Inflationsrate einspielen. Ziel des Depots ist ja, mindestens einen Inflationsausgleich zu erzielen. Aktuell wäre mit den Langläufer also eine kostenneutrale (Teil-)Absicherung des Depots möglich. Bernsteins Kurzläufer dagegen kämen aktuell nur auf 0,2 - 0,4% p.a. und würden damit nicht unerhebliche Kosten auslösen.

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Da ich vor Jahren von Bernstein und anderen amerikanischen Passiv-Gurus diverse Bücher gelesen habe, mal ein Versuch der Erinnerung, was es mit der Empfehlung, sich auf kürzere und mittlere Laufzeiten zu beschränken, auf sich hatte:

 

Ich denke die Aussage war, dass die Renditen sehr langfristiger Anleihen nur unwesentlich höher sind als die der Mittelfristigen. Ich habe irgendwie abgespeichert, dass ich danach in Renten Fonds (ETF) mit einer maximalen Laufzeit von 10 Jahren investieren soll, was wahrscheinlich einer durchschnittlichen Duration von 5-6 Jahren entspricht.

 

Als Hypothese, warum langfristige Anleihen sich nicht lohnen, wurde das Argument zu Felde geführt, dass sich in diesem Bereich dann hauptsächlich Versicherungen und andere Institutionen tummeln, die langfristige Verpflichtungen absichern wollen. Der Markt würde in diesem Segment wohl z.T. in eine Versicherung drehen, wo eine Prämie für die Möglichkeit der langfristigen Absicherung von Verbindlichkeiten gezahlt wird.

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Danke für die Erläuterungen.

 

Bernstein empfiehlt ausdrücklich Laufzeiten bis max. 5 Jahre.

 

Ich denke die Aussage war, dass die Renditen sehr langfristiger Anleihen nur unwesentlich höher sind als die der Mittelfristigen.

Das hatte ich auch schon vermutet. Bernstein druckt zwei Grafiken ab (ich kann sie im Moment nicht aufrufen, sie waren aber in der Nähe von S. 36), in der die durchschnittlichen Renditen und die Standardabweichung für verschiedene Anlagen aufgezeichnet sind. Einmal von 1926-1998 und einmal von 1970-1998.

 

In der Grafik mit dem längeren Zeitraum kommen die 20jährigen Anleihen nur minimal über die Rendite der 5jährigen, bei einer fast doppelt so hohen Standardabweichung. Dies liegt an der unsauberen Abgrenzung des Zeitraums. Er umfasst nach 4 Jahren des Zinsanstiegs (1926-1929) 4 Jahre fallender Zinsen (1929-1933), dann eine lange Seitwärtsphase bis nach dem 2. Weltkrieg und dann rund 35 Jahre steigende Zinsen (bis 1982) und nur 16 Jahre fallende Zinsen. Dadurch ist die durchschnittliche Rendite der 20jährigen natürlich nach unten verzerrt.

 

In der zweiten Grafik (1970-1998) sieht man dann eine höhere Rendite der 20jährigen, aber sie liegt aufgrund der höheren Schwankungsbreite nicht direkt auf der gebogenen Effizienzlinie, sondern ist nach rechts eingerückt.

 

Unkundige könnten jetzt denken, dass die 20jährigen suboptimal ist - zumal Bernstein die Schwankungsbreite fälschlicherweise mit dem Risiko identifiziert.

 

Tatsächlich ist aber die höhere Schwankungsintensität der 20jährigen Anleihe durch ihr meist gegenläufiges Kursverhalten bei Aktienmarkteinbrüchen positiv für den Anleger und damit ein Argument für die langlaufende Anleihe. Zum einen reduziert sie den MDD des Gesamtdepots. Zum anderen ermöglicht sie ein stärkeres Rebalancieren.

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Danke für eure Anmerkungen und für die Diskussion!

 

In diesem Post habe ich die Korrelationen und Kursverläufe der Anleihen verschiedener Laufzeiten dargestellt, und es ist so wie von Fondsanleger beschrieben.

Die höhere Vola der Langläufer kombiniert mit der neg. Korrelation hat natürlich einen stabilisierenden Effekten auf das gesamte Portfolio.

 

Mein Ziel ist deswegen auch eine breite Streuung über alle Laufzeiten mit einer effektiven mod. Duration von 5-7. Eine Konzentration auf höhere Durationen halte ich nicht für sinnvoll, weil z.B. bei den Unternehmensanleihen nur die Risikoprämie an sich abgegriffen werden soll.

Der Einfachheit der Produkte halber diversifiziere ich mit den 3 angegebenen Produkten über alle Laufzeiten und Bonitäten, einfacher und breiten geht es meines Erachtens nicht.

Und wie schon oben erwähnt, will ich Markettiming und aktive Unter/Übergewichtung vermeiden, obwohl ich natürlich z.B. Fondsanlegers Argumentationen nachvollziehen kann.

Aber dann kommt z.B. ein zur Ölkrise vergleichbares Szenario (oder die Zentralbanken gehen von ihrer Keynes'schen Monetärpolitik weg), und es verhält sich doch wieder alles anders.

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