ImperatoM

ImperatoM's Musterdepot

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256 Beiträge in diesem Thema

Geschrieben

Die negative Entwicklung insbesondere der europäischen Märkte ist auch an meinem Depot nicht spurlos vorbeigezogen. Seit Ausblidung der SKS sind die Kurse in einer Stärke gefallen wie ich sie kurzfristig nicht für wahrscheinlich hielt. Dementsprechend liegt mein Musterdepot seit Jahresbeginn nun 15% im Minus und etwa 22% unter seinem Allzeithoch. Rückblickend wäre es insofern besser gewesen, die Short-Absicherung länger beizubehalten oder sogar auszubauen. Mir war es wichtiger, den an jeden Crash früher oder später anschließenden Kursanstieg nicht zu verpassen. Diese Entscheidung finde ich nach wie vor aus damaliger Sicht logisch und dennoch bin ich gleichzeitig natürlich unzufrieden mit der jüngsten Entwicklung.

 

Kurseinbrüche sind nicht planbar. Um sie gut zu überstehen, ist aus meiner Sicht entscheidend, die fundamentale Stärke der eigenen Depotwerte zu prüfen, entsprechend mit kühlem Kopf darauf zu reagieren und sich weder von der Panik des Marktes noch von Durchhalteparolen anstecken zu lassen. Die fundamentalen Parameter der Volkswirtschaften im allgemeinen und meiner Aktienwerte im besonderen prüfe ich kontinuierlich. Die Q3-Zahlen sahen weitgehend vierlversprechend aus bei meinen Depotwerten, mit Ausnahme von Cliq Digital, das ich sofort nach den überraschend schwachen Zahlen wieder verkauft habe. Bei Arcelor waren die Zahlen schwächer als noch im Q2, aber dennoch auf sehr attraktivem Niveau in Relation zur MK. Auf Polytec und die Sondersituation der KFZ-Hersteller und -zulieferer bin ich (auch im Polytec-Thread) schon ausführlich eingegangen. Tick Trading, Nordwest Handel und Sixt haben sehr starke Zahlen veröffentlicht. Von Finlab und FirstGraphene gab es keine wichtigen Zahlen, aber jeweils wichtige Fortschritte in der Produktentwicklung zu vermelden. Jede einzelne Aktie in meinem Depot hat mittelfristig meine volle Überzeugung. Das ändert aber nichts daran, dass sie sich von der Entwicklung der Gesamtmärkte nicht freimachen können.

 

Mein Wikifolio heißt nicht ohne Grund "Doppelanalyse": Die Auswahl einzelner Aktien soll für ein Alpha gegenüber dem Markt sorgen, gleichzeitig möchte ich den volkswirtschaftlichen Hintergrund untersuchen, um in volkswirtschaftlichen Krisen entsprechend zu reagieren. Die wichtigste Nachricht in diesem Zusammenhang: Eine solche Krise ist für mich weiterhin nicht absehbar, auch wenn das Wachstum infolge verschiedener Disruptionen (Brexit, US-chinesischer Konflikt, WLTP, Diesel, zu niedrige Flusswasserstände im Herbst, Italien) zunächst etwas geringer ausfallen wird. Aber am Horizont warten nicht keine schlechten Aussichten für Mitteleuropa: Die Flüsse haben sich bereits wieder gefüllt und die Transportwege sind wieder nutzbar. Die WLTP-Tests stehen kurz vor dem Abschluss. 2019 erscheinen viele neue Elektro-Modelle deutscher Automobilhersteller (häufig die ersten ernstzunehmenden E-Großserien deutscher Hersteller), die ersten unabhängigen Berichten zufolge weitgehend als ziemlich gelungen angesehen werden. Mit Italien hat die EU eine Einigung gefunden, die mindestens mittelfristig Stabilität verspricht. Trump und der Brexit sind nicht planbar. Aber alle Beteiligten haben ein Interesse an wirtschaftlicher Prosperität, so dass zumindest Potential zu postivier Überraschung der Märkte besteht. Bei britischen Buchmachern bspw. wird derzeit ein neues Referendum mit 3 Optionen für den wahrscheinlichsten Weg erachtet: Das wäre ein Weg, den Brexit sogar ganz zu vermeiden und wäre nur ein Beispiel für eine mögliche positive Überraschung. Gleichzeitig profitiert Mitteleuropa bereits jetzt vom Umzug britischer Gelder, Arbeitskräfte, EU-Institutionen und Produktionen. Wesentlichstes Argument sind aber für mich gleich aus doppelter Sicht die ultraniedrigen Zinsen: Erstens begünstigen sie bekanntlich Investitionen, zweitens - und wohl noch viel wichtiger - dürfte vielen Anlegern am Jahresanfang ihr Anlagenotstand wieder bewusst werden. Nur Aktien bringen mittelfristig in diesem Umfeld eine positive Realrendite und auf dem aktuellen Stand gibt es sehr viele gute Einstiegsgelegenheiten. Auch die Dividendensaison gerät erfahrungsgemäß bald nach Jahresanfang wieder ins Bewusstsein der Anleger.

 

Perspektivisch sind meine Sorgen daher gering. Zur Besinnung auf fundamentale Bewertungen der Märkte und zur Entkopplung von hektischen Marktstimmungen passt ein bisschen auch das anstehende Weihnachtsfest. Weihnachten ist das Fest der Besinnlichkeit und ich wünsche allen Mitlesern genau diese. Vor allem aber wünsche ich ein frohes Fest gemeinsam mit Euren Liebsten, viel gutes Essen, Kraft und Gesundheit für das neue Jahr. In diesem Sinne Frohe Weihnachten und einen guten Rutsch ins neue Jahr!

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Geschrieben

Ist ja jammern auf hohem Niveau ... den Dax hast du um Längen geschlagen

Screenshot_2018-12-20 Doppelanalyse (Chance) SL+ wikifolio com(1).png

 

Hebel 5 ... was will man mehr

Beste Grüße

 

 

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Geschrieben

Danke für Deine offenen und selbstkritischen Worte. Die Konjunkturlage ist schwer einschätzbar. FedEx verkündete gestern eine Gewinnwarnung und reduzierte seine Prognosen angesichts einer sich eintrubenden Konjunktur, insbesondere in Europa. Des Weiteren hat das Fed gestern den US-Leitzins erneut erhöht und will das auch im kommenden Jahr zweimal tun. Weitere Aspekte hast Du ja genannt. Ich glaube, dass in den Kursen bereits sehr viel negatives eingepreist ist. Möglicherweise geht es noch etwas weiter runter, aber das Aufwärtspotenzial dürfte größer als das Abwärtspotenzial sein (solange das Fed tatsächlich behutsam bei weiteren Leitzinserhohungen vorgeht und eine mögliche Rezession nicht ausartet). Allerdings sind Börse und Geld schließlich nicht alles. Wünsche Dir ebenfalls ein frohes Fest und alles Gute für 2019! :)

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Geschrieben · bearbeitet von John Silver

vor 8 Stunden schrieb ImperatoM:

Die negative Entwicklung insbesondere der europäischen Märkte ist auch an meinem Depot nicht spurlos vorbeigezogen. Seit Ausblidung der SKS sind die Kurse in einer Stärke gefallen wie ich sie kurzfristig nicht für wahrscheinlich hielt. Dementsprechend liegt mein Musterdepot seit Jahresbeginn nun 15% im Minus und etwa 22% unter seinem Allzeithoch. Rückblickend wäre es insofern besser gewesen, die Short-Absicherung länger beizubehalten oder sogar auszubauen. Mir war es wichtiger, den an jeden Crash früher oder später anschließenden Kursanstieg nicht zu verpassen. Diese Entscheidung finde ich nach wie vor aus damaliger Sicht logisch und dennoch bin ich gleichzeitig natürlich unzufrieden mit der jüngsten Entwicklung.

 

Kurseinbrüche sind nicht planbar.

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Mein Wikifolio heißt nicht ohne Grund "Doppelanalyse":

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Perspektivisch sind meine Sorgen daher gering. Zur Besinnung auf fundamentale Bewertungen der Märkte und zur Entkopplung von hektischen Marktstimmungen passt ein bisschen auch das anstehende Weihnachtsfest. Weihnachten ist das Fest der Besinnlichkeit und ich wünsche allen Mitlesern genau diese. Vor allem aber wünsche ich ein frohes Fest gemeinsam mit Euren Liebsten, viel gutes Essen, Kraft und Gesundheit für das neue Jahr. In diesem Sinne Frohe Weihnachten und einen guten Rutsch ins neue Jahr!

Als Investierter gefällt mir neben Deiner Aktien-Auswahl auch Deine selbstkritische Analyse. (Bei mir im Depot sind die Werte ähnlich gefallen, Du bist ganz sicher nicht allein.) 

 

Hinterher ist man ja auch immer schlauer, dass kann jeder. Von daher bleibe ich investiert (Ich fände es auch merkwürdig nach so kurzer Zeit wieder zu verkaufen, wie heißt es doch so schön in IAS/IFRS: "Through Profit and Loss").

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Geschrieben · bearbeitet von ImperatoM

Vielen Dank für Euer tolles Feedback! :thumbsup:

 

Mittlerweile hat sich das Musterdepot parallel zur Entwicklung der wichtigen Indizes wieder rund 10% an Wert zurückgewonnen und erreicht aktuell den Indexstand 215,4. In der Zwischenzeit sind erste Jahreszahlen der gehaltenen Unternehmen bekanntgegeben worden.

 

Sehr gute Nachrichten gab es von Eyemaxx, wo der Gewinn um ein Sechstel gewachsen ist und auch der Ausblick sehr positiv bleibt. Die Eigenkapitalrendite lag bei über 26 Prozent.

 

Genauso starke Zahlen kamen von der Tick Trading. Hier gab es zudem jüngst auch einige Insiderkäufe. Da eine sehr hohe Dividende im März gezahlt wird, könnten mögliche Kurssteigerungen wegen der Abgeltungssteuerproblematik erst anschließend stattfinden.

 

Ebenfalls gute Nachrichten kamen von der arg gebeutelten Polytec. Nach dem durch die WLTP- und Kunststoffpreisproblematik sehr schwachen Q3 konnte man wieder ein Q4-Ergebnis erreichen, das im Durchschnitt aller Quartale 2018 liegt. Da die Erholung noch nicht abgeschlossen ist, rechne ich mit erneut besseren Ergebnissen in Q1/19. Aber schon die aktuellen Zahlen machen Polytec wieder wirklich attraktiv. Im Mai ist eine Dividendenrendite von bis zu 5% denkbar.

 

Schlechte Zahlen kamen von ArcelorMittal. Hier bleiben Buchwert und das Gewinnpotential sehr attraktiv, die akut schwache Phase könnte aber im Zusammenhang mit der gesamtwirtschaftlichen und politischen Entwicklung aber noch einige Euro Abwärtspotential bieten – vor allem kurzfristig. Daher habe ich AM heute verkauft.

 

Bei FinLab gab es noch keine Zahlen, sie werden aber alleine daher schon schlecht ausfallen, weil die große Beteiligung Heliad zum Jahreswechsel sehr niedrig an der Börse gehandelt wurde (etwa -33% seit dem Halbjahreswechsel). Dazu passen auch die schwachen Zahlen Heliads. Der Kurseffekt ist zwar zunächst nur ein Buchwerteffekt, könnte aber im Jahresbericht durchaus für einigen Schreck sorgen. Daher ist FinLab zunächst auch verkauft worden. Auch hier sieht die Situation langfristig deutlich besser aus, da die wesentlichen indirekten Beteiligungen Zinspilot und Flatex regelmäßig starkes Wachstum vermelden.

 

Wenn – wie bei AM und FinLab – kurzfristig eher Risiken, langfristig aber Chancen zu sehen sind, stellt sich die Frage, was der Markt höher bewerten wird. In den kommenden Wochen fürchte ich einige größere potentielle Markterschütterungen. Die ungelösten Themen sind die gleichen wie im Oktober: Brexit (vor allem hier drängt die Zeit), internationaler Handel, Zölle, Italien. Gleichzeitig sind die ifo-Markterwartungen heute weiter zurückgegangen, zum sechsten mal in Folge auf nur noch 93,8. Auch die Deutsche Bundesbank (ich war vor kurzem zu einer Fortbildung dort) sieht viele Indikatoren der beginnenden Rezession, die aber nicht zur Depression werden muss. Kurzfristig ist Enttäuschungspotential des Marktes aber meines Erachtens wieder gegeben.

 

Als Reaktion hierauf habe ich die Werte verkauft, die kurzfristig größeres Enttäuschungspotential bieten, weil ich davon ausgehe, dass hier ein Kursverlust in einem negativen Marktumfeld besonders wahrscheinlich ist. Die Investitionsquote sinkt damit zunächst auf 63%. Einen Teil der 37%igen-Cashquote könnte ich in der kommenden Woche kurzfristig zur Short-Absicherung verwenden, mit einem anderen Teil auf sich spontan ergebende Chancen (angesichts neuer Jahreszahlen) lauern. Diese vorsichtigere Positionierung möchte ich beibehalten bis entweder der Markt eine erneute Korrektur vornimmt oder bis es eine Entscheidung hinsichtlich des Brexits gibt. Dadurch, dass das Depot nun auf Unternehmen konzentriert ist, die in jüngerer Zeit starke Zahlen veröffentlicht haben, bin ich zuversichtlich, dass die Kursentwicklung des Wikifolios sich in den kommenden Monaten besser als der Markt entwickeln könnte.

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Geschrieben

Heute habe ich entsprechend der Ankündigung die Short-Absicherung aktiviert, indem ich den 2x-Shortdax-ETF gekauft habe. Die Short-Position macht rechnerisch 2 x 21 / 121 /100 = 34,7 % des Depot-Einflusses aus, so dass das Depot insgesamt weiterhin  long aufgestellt bleibt (nach Investition der Cashquote von aktuell knapp 17% dann zu knapp 2/3 long), aber potentielle Abwärtsbewegungen des Gesamtmarktes in ihrem Einfluss auf das Wikifolio deutlich ausgebremst werden sollten. Wie bei vergangenen solcher Absicherungen kann das Depot also vor allem dann zulegen, wenn sich die ausgewählten Aktien besser entwickeln als der Marktdurchschnitt.

 

Kleinere Anpassungen habe ich vorgenommen, indem ich ein Viertel der Sixt-Stücke verkauft habe (heute +3%, vor einem möglichen Crash ein ordentlicher Kurs, um etwas Risiko herauszunehmen) und ein paar First-Graphene-Stücke zugekauft habe (heute günstige Kurse unter 9 Cent).

 

Die verbleibenden 17% Cash sollen in den kommenden Wochen bei sich bietender Gelegenheit investiert werden. Hierzu scanne ich weiterhin den Markt und die fortlaufend erscheinenden Jahreszahlen verschiedener Unternehmen.

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