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Carol Jarecki

Gründe für Deindustrialisierung in D und der EU

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TheBride

Anstatt veraltete Technik mit Milliarden zu subventionieren wäre es sinnvoller, seitens der EU im Rahmen einer gemeinsamen Industriepolitik ein "Airbus" der Halbleiterfertigung aus dem Boden zu stampfen - mit dem Ziel, Technologieführer zu werden. Wenn dabei dann als Abfallprodukt nebenher noch ältere Strukturbreiten in Nebenfabriken mit abgefrühstückt werden, gerne...

 

Aus Aktionärssicht begrüße ich natürlich sehr, dass Milliarden an Subventionen versenkt werden. Am Ende landen diese im Kapitalmarkt.

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Ramstein

Welcher deutsche Handy- und/oder Laptophersteller verbaut denn 3-4 nm Chips?

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TheBride
vor 3 Minuten von Ramstein:

Welcher deutsche Handy- und/oder Laptophersteller verbaut denn 3-4 nm Chips?

Welcher weltmarktrelevante Hersteller für genannte Gerätschaften kommt aus Taiwan? Trotzdem werden die meisten dieser Chips heute dort produziert und weltweit erfolgreich vertrieben.

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cfbdsir
· bearbeitet von cfbdsir
vor 1 Stunde von alex08:

 

Einerseits wird die Auto-Industrie dort ein Wort mitgesprochen und Berlin stark beeinflusst haben. Andererseits braucht Habeck wahrscheinlich gerade jede noch so gut klingende Schlagzeile.

 

Ich persönlich halte diese Subvention für 28nm, bei gleichzeitigem Bildungsnotstand und massivsten Problemen im Mittelstand (gerade erst im Juli lag der kleine Auftragszuwachs ausschließlich an großen Firmen), für unverantwortlich. Würden wir hier über F&E sprechen mit anschließender Produktion sähe ich das anders. Aber 5 Mrd. für eine reine 28nm-Fabrik ist unverantwortlich.

 

Die FAZ trifft es ganz gut IMO: https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/kommentar-zur-ansiedlung-von-tsmc-standortpolitik-statt-subventionen-19088976.html

Dadurch wird die Bauindustrie noch weiter ausgelastet. Jeder Arbeitsplatz, der sich unsubventioniert wird nun teurer. Jede Wohnung, jede Infrastrukturmaßnahme. Und das bei maroden Schulen, maroden Unis.

vor 1 Stunde von TheBride:

Anstatt veraltete Technik mit Milliarden zu subventionieren wäre es sinnvoller, seitens der EU im Rahmen einer gemeinsamen Industriepolitik ein "Airbus" der Halbleiterfertigung aus dem Boden zu stampfen - mit dem Ziel, Technologieführer zu werden. Wenn dabei dann als Abfallprodukt nebenher noch ältere Strukturbreiten in Nebenfabriken mit abgefrühstückt werden, gerne...

 

Aus Aktionärssicht begrüße ich natürlich sehr, dass Milliarden an Subventionen versenkt werden. Am Ende landen diese im Kapitalmarkt.

Genauso unsinnig. Airbus war ein Zusammenschluss der kleinen Flugzeugfertiger, die ins Zeitalter der Großjets aufgrund zu kleiner Märkte und zu wenig Kapitals nicht starten konnten ohne zu fusionieren.

vor 1 Stunde von TheBride:

Anstatt veraltete Technik mit Milliarden zu subventionieren wäre es sinnvoller, seitens der EU im Rahmen einer gemeinsamen Industriepolitik ein "Airbus" der Halbleiterfertigung aus dem Boden zu stampfen - mit dem Ziel, Technologieführer zu werden. Wenn dabei dann als Abfallprodukt nebenher noch ältere Strukturbreiten in Nebenfabriken mit abgefrühstückt werden, gerne...

 

Aus Aktionärssicht begrüße ich natürlich sehr, dass Milliarden an Subventionen versenkt werden. Am Ende landen diese im Kapitalmarkt.

Die Wohlstandsvernichtung zahlen wir mit höherer Inflation, höheren Steuern, weniger Wachstum. 

 

Hat TSMC eigentlich berücksichtigt wie rassistisch viele Sachsen dort gegenüber asiatisch aussehenden Menschen sind? Die Taiwanesischen Kräfte können sich dort nicht sicher, frei und unbehelligt bewegen. 

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magicw

Dass da im Silicon Saxony Milliarden verblasen werden für die Chipindustrie ist ja das eine - ich glaube aber dass sich hier absehbar am meisten tut:

Zitat

Die Industrie benötigt über ein Viertel der gesamten in Deutschland verwendeten Energiemenge. Energieintensive Industriezweige sind vor allem die Chemie- und Metallindustrie. Aber auch die Kokerei und Mineralölverarbeitung sowie die Herstellung von Glas, Keramik, Papier und Pappe sind energieintensive Wirtschaftsbereiche. Diese Industriezweige benötigten 2020 rund 76 % der gesamten industriell genutzten Energiemenge, schufen 21 % der Bruttowertschöpfung und beschäftigten rund 15 % der Arbeitnehmer in der Industrie. Erdgas ist der bei weitem wichtigste Energieträger und wird nicht nur energetisch genutzt, sondern insbesondere in der Chemieindustrie auch als Rohstoff eingesetzt. Der neue Produktionsindex für energieintensive Industriezweige gibt die Produktionsentwicklung in diesen Bereichen der Wirtschaft an.

industrieller-energieverbrauch.thumb.png.5ff154802cae179e2e1ff7e7939c8b78.png

 

Beides aus: https://www.destatis.de/DE/Themen/Branchen-Unternehmen/Industrie-Verarbeitendes-Gewerbe/produktionsindex-energieintensive-branchen.html

 

Da die Energiepreise absehbar hoch bleiben und ein "Industriestrompreis" auf dauer nicht finanzierbar ist und evtl. seitens EU auch kassiert werden könnte, gehe ich davon aus, dass sich diese 21% Bruttowertschöpfung über die nächsten Jahre aus D verabschieden werden. Die CO2-Bepreisung für fossile Rohstoffe und diese  Zertifikatesystem werden ja aller Voraussicht nach alles absehbar teurer machen. Auch die Backup-Gaskraftwerke, die zur Realisierung der Energiewende benötigt werden, gehen bisher nicht wie heiße Semmeln übern Ladentisch. Vielmehr wird wie bei den Chipfabriken erst dann gebaut, wenn genügend Förderung und Subvention sicherstellen, dass so ein Kraftwerk mit 800-1000h jährlicher Laufleistung rentabel gerechnet werden und dann auch gebaut werden. Dass damit der Strompreis nicht sinkt ist ja absehbar.

 

Ich würde aber auch den Russland-Sanktionen einen Einfluss zuschlagen - immerhin sind damit etablierte kostengünstige Rohstoff- und Vorprodukte weggefallen.

 

Zur Ehrenrettung der apokalyptischen Energiewende nehme ich aber auch an, dass es einige Trittbrettfahrer gibt, die die Gunst der Stunde nutzen um Geschäftsprozesse und -strukturen ohne Not durch Verlagerung zu optimieren.

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lowcut
vor 2 Stunden von TheBride:

Welcher weltmarktrelevante Hersteller für genannte Gerätschaften kommt aus Taiwan? Trotzdem werden die meisten dieser Chips heute dort produziert und weltweit erfolgreich vertrieben.

In Taiwan gibt es einige Firmen, auf die das zutrifft. Zum Beispiel Asus, Acer und Foxconn um nur drei zu nennen,

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sedativ
· bearbeitet von sedativ
vor 4 Stunden von cfbdsir:

Hat TSMC eigentlich berücksichtigt wie rassistisch viele Sachsen dort gegenüber asiatisch aussehenden Menschen sind? Die Taiwanesischen Kräfte können sich dort nicht sicher, frei und unbehelligt bewegen. 

 

Das ist in der Tat sehr merkwürdig. Vielleicht sind die Subventionen auch eine Art Schadenersatz für die Ansiedlung in dieser braunen Einöde? Im Westen hätten sie es womöglich ohne Geld gemacht.

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TheBride
vor einer Stunde von cfbdsir:

Hat TSMC eigentlich berücksichtigt wie rassistisch viele Sachsen dort gegenüber asiatisch aussehenden Menschen sind? Die Taiwanesischen Kräfte können sich dort nicht sicher, frei und unbehelligt bewegen. 

 

vor 11 Minuten von sedativ:

Vielleicht sind die Subventionen auch eine Art Schadenersatz für die Ansiedlung in dieser braunen Einöde?

 

"Ossi"-Bashing und Diffamierung ist en-vogue :rolleyes:

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Thomas_384

Intel hat doch auch 10 Mrd für ihre Chipfabrik bekommen, oder?

Dann wären wir schon bei 15 Mrd für 2 lapprige Chipfabriken.

 

Wieviel macht das pro Arbeitsplatz? 

 

Erscheint mir ein schlechter Deal zu sein - Bin gegen so einen "Invest" von Steuergeldern.

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Gast240102
vor 38 Minuten von sedativ:

Das ist in der Tat sehr merkwürdig. Vielleicht sind die Subventionen auch eine Art Schadenersatz für die Ansiedlung in dieser braunen Einöde? Im Westen hätten sie es vielleicht auch so gemacht.

Das versteht sich gut. Die Asiaten mögen eine herzliche Willkommenskultur, Weltoffenheit, Fleiß und das Ursprüngliche gepaart mit Sauberkeit, Anstand und Respekt wie in Dresden quasi alte dt. Handelstugenden. Hinzu kommen natürlich qualifizierte Arbeitskräfte, weil Globalfoundries schon in Dresden ist.

https://silicon-saxony.de/mitglieder/globalfoundries-dresden/

 

Ich habe öfters mal Japaner zu Gast (zwar in Bayern), die mögen das ursprüngliche Deutsche auch sehr. Das wird bei den Taiwanesen nicht anders sein. Da passt der werteorientierte Osten gut zur asiatischen Kultur. China versteht sich momentan wohl auch mit Ungarn am Besten.

https://www.zdf.de/politik/auslandsjournal/ungarn-orban-china-eu-100.html

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Metasom
vor 12 Minuten von Thomas_384:

Intel hat doch auch 10 Mrd für ihre Chipfabrik bekommen, oder?

Dann wären wir schon bei 15 Mrd für 2 lapprige Chipfabriken.

 

Wieviel macht das pro Arbeitsplatz? 

Was interessiert einen die Anzahl der Arbeitsplätze? Von mir aus kann der Intel- und TSMC-Standort je ein Mitarbeiter haben und 200 Mio jährlich an Körperschafts-, Gewerbe- und Umsatzsteuer für die nächsten 50 Jahre zahlen. 

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vanity
vor 30 Minuten von fintech:

 

Ich habe öfters mal Japaner zu Gast (zwar in Bayern), die mögen das ursprüngliche Deutsche auch sehr

Autsch. Das ursprünglich Deutsche wäre dann das vor achtzig, neunzig Jahren, wo das Japanische  und das Deutsche wenn nicht unbedingt eine Freundschaft, so doch ein gemeinsames Interesse verband?

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alex08
· bearbeitet von alex08
vor 7 Stunden von vanity:

Autsch. Das ursprünglich Deutsche wäre dann das vor achtzig, neunzig Jahren, wo das Japanische  und das Deutsche wenn nicht unbedingt eine Freundschaft, so doch ein gemeinsames Interesse verband?

Wobei ich das leider bestätigen kann/muss von unseren Gästen. Die Anzahl an Leuten, die das, was aktuell in den Innenstädten zu beobachten ist im Vergleich zu vor zehn Jahren oder so, gut findet, ist eher begrenzt. Ich habe den Eindruck, da bildet sich gerade ein neues Bild auf Deutschland. Denn so sieht es in den Reiseführern nicht aus.

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Malvolio
· bearbeitet von Malvolio
vor 14 Stunden von Totti3004:

Lieber keine Subvention und der Markt regelt schon?

 

Es gibt heute leider einen weltweiten Subventionswettlauf, daher ist es nicht so einfach. Zudem gibt es ja auch "strategische" und politische Erwägungen. Aber das kann ja nicht bedeuten, dass man Staatsknete raushaut, ohne Rücksicht auf Verluste, nur um Fabriken anzusiedeln und das dann als große Innovation verkauft. Man sollte zumindest mal kritisch hinterfragen, ob man diese hohen Summen nicht vielleicht besser investieren könnte, z.B. in Bildung, Forschung, Digitalisierung, allgemeine Infrastruktur, um die Wettbewerbsfähigkeit des Standortes Deutschland zu steigern? Statt dessen werden große internationale Konzerne wie Intel, TSMC oder Tesla mit riesigen Summen gefördert, während bei uns die Infrastruktur bröckelt und das Geld für wirklich wichtige Investitionen fehlt.

 

3,3 statt 377 Millionen: Ampel plant drastische Kürzung bei der Verwaltungsdigitalisierung (tagesspiegel.de)

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Nihomaster
vor 13 Stunden von cfbdsir:

Der Markt regelt nicht als Subjekt irgendetwas. Der Markt kann "versagen" und wird das hervorbringen was herbeireguliert würde. Lässt man monopolistische Strukturen staatlicherseits zu dann wird es in vielen Sektoren dazu kommen.

 

Staatliches Erzwingen von Ansiedlungen wird scheitern. Mit Marktgläubigkeit würde ich das nicht gleichsetzen.

Das ist doch wirklich Unsinn. 

Zu den "Wtandortbedingungen" gehören selbstverständlich auch die Subventionen und es gibt unzählige Beispiele auf der ganzen Welt, dass die Anlockung durch Subventionen klappt. Natürlich sind auch immer wieder Unternehmen dabei, die Schrott sind, aber im Großen und Ganzen gehört das zu einer erfolgreichen Wirtschaftspolitik dazu. 

Diese 5 Milliarden Investition amortisieren sich ohnehin sehr sehr schnell. Die positiven wirtschaftlichen Impulse für die Region sind nicht zu unterschätzen. Das dürfte sich für Deutschland auch dann lohnen, wenn der ganze Spuk nach 5 Jahre wieder vorbei ist. 

Ich frage mich nur wie die Wahl ernsthaft auf Dresden fallen konnte. Ausländische Fachkräfte, die definitiv notwendig sind, in das schöne Sachsen anwerben? Eine Google Recherche und vielleicht noch die Wohnungssuche dürften doch schon ausreichen, um woanders hinzugehen und da sind wir bei dem eigentlich viel wichtigeren Thema Standortpolitik und da gebe ich dir Recht, dass Deutschland attraktiver werden muss. 
Da spielen jedoch so unzählige Faktoren rein und das geht weit über bloße Wirtschaftspolitik hinaus. 

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Totti3004
vor einer Stunde von Malvolio:

Zudem gibt es ja auch "strategische" und politische Erwägungen. Aber das kann ja nicht bedeuten, dass man Staatsknete raushaut

Doch genau das bedeutet es. 

 

vor einer Stunde von Malvolio:

Man sollte zumindest mal kritisch hinterfragen, ob man diese hohen Summen nicht vielleicht besser investieren könnte, z.B. in Bildung, Forschung, Digitalisierung, allgemeine Infrastruktur, um die Wettbewerbsfähigkeit des Standortes Deutschland zu steigern?

Stimme voll zu. Da halten die beiden zuständigen Minister aber wenig bis gar nichts von. 

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alex08
vor 2 Stunden von Malvolio:

Es gibt heute leider einen weltweiten Subventionswettlauf, daher ist es nicht so einfach. Zudem gibt es ja auch "strategische" und politische Erwägungen. Aber das kann ja nicht bedeuten, dass man Staatsknete raushaut, ohne Rücksicht auf Verluste, nur um Fabriken anzusiedeln und das dann als große Innovation verkauft. Man sollte zumindest mal kritisch hinterfragen, ob man diese hohen Summen nicht vielleicht besser investieren könnte, z.B. in Bildung, Forschung, Digitalisierung, allgemeine Infrastruktur, um die Wettbewerbsfähigkeit des Standortes Deutschland zu steigern? Statt dessen werden große internationale Konzerne wie Intel, TSMC oder Tesla mit riesigen Summen gefördert, während bei uns die Infrastruktur bröckelt und das Geld für wirklich wichtige Investitionen fehlt.

 

3,3 statt 377 Millionen: Ampel plant drastische Kürzung bei der Verwaltungsdigitalisierung (tagesspiegel.de)

 

Das ist leider auch das, was mich umtreibt. Wenn ich sehe, dass Gründerzentren an Unis nicht mehr finanziert werden, Freunde keine Aussicht auf Kitaplätze haben und das Land eh schon an allen Ecken und Enden marode ist, dann sind 15 Milliarden für zwei Fabriken mit keinerlei F&E nicht zu rechtfertigen IMO.

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slowandsteady
· bearbeitet von slowandsteady

Ich finde auch, der Staat sollte in "langweilige" Infrastruktur investieren wie Brücken, Schiene, Breitband, Stromnetzausbau, Digitalisierung und Bildung. Die Industrie kommt von alleine wenn die Rahmenbedingungen passen. Subventionen sind fast nie nützlich, zumindest wenn sie länger andauern, weil sich die Unternehmen dann an die Subventionen "gewöhnen" und der Effekt verpufft. Im schlimmsten Fall finanzieren Unternehmen dann Lobby-Organisationen für noch mehr Subventionen anstatt das Geld in R&D bzw. Innovationen zu stecken.

(Das schlimmste Beispiel wie man Subventionen nicht machen sollte, ist übrigens die Landwirtschaft.)

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Chips
vor 5 Stunden von slowandsteady:

Ich finde auch, der Staat sollte in "langweilige" Infrastruktur investieren wie Brücken, Schiene, Breitband, Stromnetzausbau, Digitalisierung und Bildung. Die Industrie kommt von alleine wenn die Rahmenbedingungen passen. Subventionen sind fast nie nützlich, zumindest wenn sie länger andauern, weil sich die Unternehmen dann an die Subventionen "gewöhnen" und der Effekt verpufft. Im schlimmsten Fall finanzieren Unternehmen dann Lobby-Organisationen für noch mehr Subventionen anstatt das Geld in R&D bzw. Innovationen zu stecken.

(Das schlimmste Beispiel wie man Subventionen nicht machen sollte, ist übrigens die Landwirtschaft.)

Jep, ein Beispiel wäre Australien und Neuseeland, bei denen Agrarsubventionen komplett gestrichen wurden und die Landwirtschaft dort als sehr wettbewerbsfähig gilt. Statt Subventionen könnte man tatsächlich eher in Infrastruktur investieren oder plain old Steuersenkungen. Man stelle sich vor, man würde Steuern auf Gewinn komplett kappen. Klar, keine Gewinnsteuern mehr als Einnahmen und total unfair, aber Unternehmen kämen, wachsen und zahlen eben gute Löhne, was vermutlich höhere Steuerneinnahmen bedeutet als die Unternehmensgewinnsteuern... 

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cfbdsir
· bearbeitet von cfbdsir
vor 13 Stunden von Nihomaster:

Das ist doch wirklich Unsinn. 

Zu den "Wtandortbedingungen" gehören selbstverständlich auch die Subventionen und es gibt unzählige Beispiele auf der ganzen Welt, dass die Anlockung durch Subventionen klappt. Natürlich sind auch immer wieder Unternehmen dabei, die Schrott sind, aber im Großen und Ganzen gehört das zu einer erfolgreichen Wirtschaftspolitik dazu. 

Diese 5 Milliarden Investition amortisieren sich ohnehin sehr sehr schnell. Die positiven wirtschaftlichen Impulse für die Region sind nicht zu unterschätzen. Das dürfte sich für Deutschland auch dann lohnen, wenn der ganze Spuk nach 5 Jahre wieder vorbei ist. 

Ich frage mich nur wie die Wahl ernsthaft auf Dresden fallen konnte. Ausländische Fachkräfte, die definitiv notwendig sind, in das schöne Sachsen anwerben? Eine Google Recherche und vielleicht noch die Wohnungssuche dürften doch schon ausreichen, um woanders hinzugehen und da sind wir bei dem eigentlich viel wichtigeren Thema Standortpolitik und da gebe ich dir Recht, dass Deutschland attraktiver werden muss. 
Da spielen jedoch so unzählige Faktoren rein und das geht weit über bloße Wirtschaftspolitik hinaus. 

Die positiven Impulse sind in Wirklichkeit negativ. Sie treiben das Preisniveau vormals wirtschaftlicher Investitionen nach oben. 

vor 6 Stunden von Chips:

Jep, ein Beispiel wäre Australien und Neuseeland, bei denen Agrarsubventionen komplett gestrichen wurden und die Landwirtschaft dort als sehr wettbewerbsfähig gilt. Statt Subventionen könnte man tatsächlich eher in Infrastruktur investieren oder plain old Steuersenkungen. Man stelle sich vor, man würde Steuern auf Gewinn komplett kappen. Klar, keine Gewinnsteuern mehr als Einnahmen und total unfair, aber Unternehmen kämen, wachsen und zahlen eben gute Löhne, was vermutlich höhere Steuerneinnahmen bedeutet als die Unternehmensgewinnsteuern... 

Klar. Wenn man nicht in Mastsubventionen so viel versenkt hätte dann hätte man hier nicht das nitratverseuchte Grundwasser. Die Reinigung kostet die Allgemeinheit über hohe Wasserkosten viel Geld. Das nicht entfernte Nitrat belastet unsere Gesundheit. Das Tierwohl leidet durch herbeisubventionierte Übernutzung noch mehr als ohne.

vor 12 Stunden von slowandsteady:

Ich finde auch, der Staat sollte in "langweilige" Infrastruktur investieren wie Brücken, Schiene, Breitband, Stromnetzausbau, Digitalisierung und Bildung. Die Industrie kommt von alleine wenn die Rahmenbedingungen passen. Subventionen sind fast nie nützlich, zumindest wenn sie länger andauern, weil sich die Unternehmen dann an die Subventionen "gewöhnen" und der Effekt verpufft. Im schlimmsten Fall finanzieren Unternehmen dann Lobby-Organisationen für noch mehr Subventionen anstatt das Geld in R&D bzw. Innovationen zu stecken.

(Das schlimmste Beispiel wie man Subventionen nicht machen sollte, ist übrigens die Landwirtschaft.)

In den Ballungsräumen sind alle Verkehrswege überfüllt. Heute fuhr ich an einem Schulbus mit Kindern, die wie Sardinen zusammengepfercht waren, vorbei. Solch ein Land leistet sich 5 Mrd für eine Chipfabrik mit 28nm-Prozess und quetscht Kinder in Busse während der Oberbürgermeister der gleichen Stadt einen privaten Chauffeur auf Staatskosten hat. Das erinnert an VW-Käfer-Werke in Amerika - mit Uraltmaschinen aus Deutschland....was waren die Politiker und ihr nationalistisches Volk stolz auf ihre Produktion veralteter Autos.

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sedativ
· bearbeitet von sedativ

Wenn die USA anfangen, ihre Wirtschaft massiv zu subventionieren (allein durch den IRA fließen eine halbe Billion Dollar) und die Chinesen dies schon lange in einem noch weitaus größeren Maßstab tun, wären Deutschland und Europa doch ziemlich dumm, hier nicht nachzuziehen. Dass sich hier nach jahrelangem Dämmerschlaf nicht sofort auf Knopfdruck die High-End Produktion ansiedelt, muss man nun eben in Kauf nehmen.

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cfbdsir
vor 4 Stunden von sedativ:

Wenn die USA anfangen, ihre Wirtschaft massiv zu subventionieren (allein durch den IRA fließen eine halbe Billion Dollar) und die Chinesen dies schon lange in einem noch weitaus größeren Maßstab tun, wären Deutschland und Europa doch ziemlich dumm, hier nicht nachzuziehen. Dass sich hier nach jahrelangem Dämmerschlaf nicht sofort auf Knopfdruck die High-End Produktion ansiedelt, muss man nun eben in Kauf nehmen.

Man kann keine Wirtschaft subventionieren. Man kann Sektoren oder einzelne Gesellschaften auf Kosten aller fördern. Die anderen werden automatisch benachteiligt.

 

Ein Beispiel:

 

Ein(e) Bürgermeister(in) einer Stadt wünscht sich zusammen mit seinen BürgerInnen, die voller Zukunftsvisionen ihren Verstand eingebüßt haben, die Ansiedlung irgendeines Unternehmens, das gerade topmodisch ist. Das wird subventioniert. Es beansprucht u.a. Bauland, Bauleistungen, ArbeiterInnen, IngenieurInnen, Verwaltungskräfte, Dienstleistungsunternehmen, ökologische Ressourcen, Trinkwasser, Strom.

 

Heute kann es ein Chipunternehmen sein, gestern eine Solarfabrik, vorgestern eine Urananreicherungsanlage, vorvorgestern ein Dampflokomotivwerk und noch davor eine Schießpulverfabrik.

 

Sicher werden wirtschaftliche Investitionen behindert. In Afrika war in letzter Zeit Entwicklungshilfe das große Ding oder wie im Niger der Aufbau eines modernen Militärs mit modernen Waffen, das sich nun die nervige demokratische Regierung vom Hals schafft.

 

 

Beispiel USA: dort werden die Subventionen von Fertigungsunternehmen Personal und Kapital aufsaugen, das dann in erfolgreichen exportfähigen Sektoren fehlen wird: in der High-Tech-Industrie oder in der Medienindustrie.

 

 

Umgekehrt kann auch subventioniert werden:

 

Die Stahlindustrie ist defizitär. Wie kann man den SteuerzahlerInnen Geschenke an Thyssenkrupp schmackhaft machen? Man finanziert Wasserstoffstahl. Der wird in Deutschland niemals wirtschaftlich sein. Warum?

 

Für kostengünstigen Wasserstoffstahl braucht man niedrige Umweltstandards (auch der produziert Lärm, Abfall, Rauch, Abwasser), günstige SchwerarbeiterInnen, billiges Eisenerz (gibt es In Australien und Südafrika) und vor allem billigen solaren Wasserstoff, der nicht erst verflüssigt werden musste, der vor Ort verfügbar ist (gibt es auch in Südafrika und Australien).

 

Es wäre billiger direkt eine höhere Dividende von ThyssenKrupp herbeizusubventionieren.

 

Die Gaspreisbremse wiederum wirkt umgekehrt ungünstig. Energieintensive Produktion nimmt den Haushalten und Unternehmen das Erdgas und den Strom weg, behindert die Gesundschrumpfung und den Umbau zu sparsameren Produktionsmethoden.

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sedativ
· bearbeitet von sedativ

Ich glaube es gibt nur in wenigen Ländern soviel Selbsthass, Larmoyanz und Negativität wie in Deutschland.

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odensee
vor 6 Stunden von sedativ:

Ich glaube es gibt nur in wenigen Ländern soviel Selbsthass, Larmoyanz und Negativität wie in Deutschland.

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