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Sapine

Altersvorsorge, Rente (Nachrichten, Analysen und Kommentare)

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Dandy

Dann ist es eine zweckgebundene Steuer und nichts anderes.

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stagflation

Handelsblatt:

Zitat

Bundeskanzler Friedrich Merz: „Man muss nur mit kleinen Beträgen früh genug anfangen, darf es nie unterbrechen. Und wenn Sie mit 50 Euro im Monat anfangen, dann haben Sie eine sechsstellige Altersversorgung, wenn Sie dann mit 65, 68 in den Ruhestand gehen.“

 

Faktencheck: wenn ein 20-jähriger jeden Monat 50 Euro spart: hat er dann eine sechsstellige Altersversorgung, wenn er mit 68 in den Ruhestand geht?

 

Antwort: hängt vom Zinssatz ab. Bei 3% oder 4% (Anleihen) noch nicht. Aber mit 5% oder allem darüber (Aktien) schon.

 

Was der Kanzler allerdings nicht verrät: es gibt auch Inflation. Es mag sein, dass der heute 20-jährige mit 68 eine sechsstellige Altersvorsorge haben wird. Aber was wird er sich davon noch kaufen können?

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enma
vor 47 Minuten von stagflation:

Handelsblatt:

 

Faktencheck: wenn ein 20-jähriger jeden Monat 50 Euro spart: hat er dann eine sechsstellige Altersversorgung, wenn er mit 68 in den Ruhestand geht?

Antwort: hängt vom Zinssatz ab. Bei 3% oder 4% (Anleihen) noch nicht. Aber mit 5% oder allem darüber (Aktien) schon.

Was der Kanzler allerdings nicht verrät: es gibt auch Inflation. Es mag sein, dass der heute 20-jährige mit 68 eine sechsstellige Altersvorsorge haben wird. Aber was wird er sich davon noch kaufen können?

Gehen wir von 3% nach Inflation und Steuern aus (das wird glaube ich bei FIRE-Rechnungen mit World-ETF gerne genommen), und nehmen vernünftigerweise noch 2% Dynamik nach Inflation bei der Sparrate hinzu, ergeben sich gut 94.000 Euro nach den 48 Jahren. Das reicht dann für sechseinhalb Jahre an der gesetzlichen Armutsgrenze. Okay, bei der niedrigen Sparrate bleibt man vielleicht dauerhaft unter dem Steuerfreibetrag, also nehmen wir 4% nach Inflation, dann ergeben sich 122.000 Euro und achteinhalb Jahre, auch nicht berauschend. So ab 250 Euro initialer Sparrate wird allmählich ein Schuh draus, würde ich sagen.

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SlowHand7

Na ja, mit 50€ pro Monat reißt man da natürlich nicht viel.

Besser wären schon 500€.   :)

 

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Bolanger

Ihm ging es sicherlich um eine Zusatzrente aus den 50 EUR Sparrate und nicht eine Vollversorgung. Man sollte den Zusammenhang, in dem die Aussage gefallen ist, berücksichtigen. 

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satgar
· bearbeitet von satgar
vor einer Stunde von Bolanger:

Ihm ging es sicherlich um eine Zusatzrente aus den 50 EUR Sparrate und nicht eine Vollversorgung. Man sollte den Zusammenhang, in dem die Aussage gefallen ist, berücksichtigen. 

Eine Zusatzrente zur GRV ist das aber auch nicht. Dafür ist es einfach zu wenig. 
 

Mal ein Extrembeispiel weil es leicht zu rechnen ist:

 

man fängt jetzt für ein Baby mit nem Kinderdepot in Aktien an. Das Baby muss bis 72 arbeiten, also Sparplan über 72 Jahre von heute an. 50€ mtl, 2% Dynamik jedes Jahr, 6% brutto Wertentwicklung, keine Steuer-Berücksichtigung. Inflation 2%
 

Vor Inflationsbetrachtung werden daraus: 963.570€

 

Mit Inflation in heutiger Kaufkraft: 240.892€

 

Davon müsste die Person jetzt noch gute 2 Jahrzehnte leben, in Denen es ja auch Inflation gibt. Man könnte jetzt einen 3,5% Entnahmeplan gehen. 
 

Das ist aber noch ohne Steuern gerechnet. Und man fängt eben bei Geburt an, usw.

 

Es reicht eigentlich, in der Realität, hinten und vorne nicht. Wer Menschen erzählt: spare 50€ weg und dann hast du Altersvorsorge betrieben, der lügt die Leute an.

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Klauss

Bin kein Freund von Merz, aber bei der Aussage ging es ja nicht um eine Vollversorgung aus diese  50€ Sparplan.

 

VG

Klaus

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satgar
· bearbeitet von satgar
vor 16 Minuten von Klauss:

Bin kein Freund von Merz, aber bei der Aussage ging es ja nicht um eine Vollversorgung aus diese  50€ Sparplan.

 

VG

Klaus

Der 50€ sparplan reicht auch nicht für eine passende Zusatzversorgung. Wer das meint, möge das bitte einmal konkret vorrechnen.

 

Finanztip sagt nicht ohne Grund: Für einen normalen jungen Erwachsenen mit 20 oder 30 Jahren Alter, muss neben der GRV ein Sparplan mit 6% bruttorendite gespart werden, der 20% des Nettoeinkommens umfasst. Diese 20% gleichen dann bis zum Tode ab Rentenbeginn die Lücke aus, die die GRV im Vergleich zu ca 80-90% netto-Lohnniveau gerissen hat.

 

Wenn jemand also netto im Schnitt zuletzt 3000€ netto verdient und so 1500€ Nettorente kriegt (reiner beispielfall), dann muss das Vermögen aus dem Sparplan rund 1000€ monatlichen Zuverdienst netto bringen. Heutige Kaufkraft betrachtet. Über die rentenphase muss die Entnahme durch weiteren Ausgleich der Inflation auch jedes Jahr steigen. Um rund 2% zb. 
 

Da der 30 jährige erst in ca 36 Jahren in Rente geht, hat sich in dieser Zeit durch 2% Inflation seine Kaufkraft halbiert. Sein Vermögen muss später also 2000€ Entnahme möglich machen, um HEUTIGE 1000€ Kaufkraft zu bewirken.
 

ist das mit 50€ Sparplan für den 30 jährigen möglich? Auf gar keinen Fall. 

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Sapine
· bearbeitet von Sapine
vor 49 Minuten von satgar:

Es reicht eigentlich, in der Realität, hinten und vorne nicht. Wer Menschen erzählt: spare 50€ weg und dann hast du Altersvorsorge betrieben, der lügt die Leute an.

Das sehe ich genauso. Was will man im Alter mit einer Zusatzrente von 100-150 kaufkraftbereinigten Euro denn bewirken, wenn die Rentenlücke vielleicht 500-1000 Euro beträgt? 

 

Selbst wenn man mit der doppelten Sparrate beginnt und über die Jahre dynamisiert, käme man auf eine Zusatzrente, die allenfalls einen kleinen Beitrag leistet. Man darf aber im Lauf seines Lebens niemals in Grundsicherung fallen, denn dann hat man diese Reserve vorher schon aufgebraucht. Wer alternativ in Riester angelegt haben würde, wäre zwar geschützt bei der Grundsicherung, bekäme aber eine deutlich niedrigere Zusatzrente. 

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satgar
· bearbeitet von satgar
vor 46 Minuten von Sapine:

Das sehe ich genauso. Was will man im Alter mit einer Zusatzrente von 100-150 kaufkraftbereinigten Euro denn bewirken, wenn die Rentenlücke vielleicht 500-1000 Euro beträgt? 

Man sollte den Leuten halt keinen Sand in die Augen streuen und in falscher Sicherheit wiegen. Das fände ich fatal.

 

Das finde ich übrigens auch an dem „neuen“ Altersvorsorge Portal der Regierung nicht so gut. Dort stehen insbesondere für die GRV auch sehr hohe Werte mit Rentenanpassungen drin. Da viele Menschen die Inflation nicht richtig verstehen, oder einberechnen können, oder einfach nicht berücksichtigen, sehen sie dort Werte für „in 36 Jahren“, die ihnen ziemlich gut erscheinen. Da könnte manch einer auf die Idee kommen: „rentenlücke, welche rentenlücke? Das sieht doch alles gar nicht so schlimm im Vergleich zu meinem aktuellen brutto/netto Gehalt aus wie die Medien immer sagen“. Nur um zu vergessen, dass der Wert selber auch brutto ist, und eben in 36 Jahren nur die Hälfte wert sein wird.

 

Kann ja jeder dort mal rein schauen, der den ePerso benutzt. Mit nem normalen Angestellten Verhältnis versteht sich ;)

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Bolanger
vor 1 Stunde von satgar:

Davon müsste die Person jetzt noch gute 2 Jahrzehnte leben,

Nein, müsste die Person nicht, denn es geht um eine Zusatzversorgung, keine Vollversorgung. 

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Cepha
· bearbeitet von Cepha
Am 4.3.2026 um 22:48 von Peter23:

Wie versprochen habe ich einen ersten Entwurf für einen Fragebogen erstellt. Die Idee ist, dass man je nach Antwort auf eine Frage eine Punktzahl erhält. Die Gesamtpunktzahl ist dann die Summe über alle Fragen. Wenn die Gesamtpunktzahl größer als 0 ist, dann kann man den Ruhestand erwägen und je positiver desto sinnvoller und vice versa.

Und?

 

Hast jetzt damit für Dich endlich eine Antwort gefunden? Wenn ja, welche?

 

---

 

Mal wieder ein allgemeines Thema.

 

Wert der Rentenpunkte. Ich bin da schon immer sehr vorsichtig damit.

 

Bei CDU und SPD kristallisiert sich zunehmend die Idee heraus, dass man die volle Rente künftig nur noch ab 45 Beitragsjahren bekommen soll.

 

Für mich sind 45 Arbeitsjahre in keinster Weise erstrebenswert, je nach Anrechnung von Studien und Militärzeit wäre das bei mir bis weit in die 70er Jahre hinein und das ist ja die Idee heute, da wird man noch kräftig nachjustieren.

 

Ich würde also davon ausgehen, dass der Wert der eigenen Rentenpunkte für viele mit FIRE entsprechend sehr stark gekürzt wird.

 

Unterm Strich könnte (müsste) ich damit leben, das entspricht sowieso meiner Erwartungshaltung, dass meine Rente nicht mal ansatzweise so ausfallen wird, wie das "prognostiziert" wird. weit mehr Sorgen macht mir, dass die Politik bis dahin nicht nur die Summen anpasst, sondern den Renteneintritt inkl der KVdR entsprechend komplett verbietet. DAS wäre wirklich ein Problem für mich.

 

Ob es fair ist, die dass die "Leistung" von einer ungelernten Arbeitskraft in 45 Jahren Teilzeit höher ist als von einem Facharzt, der nach der langen Ausbildung zwischendrin noch mal 3 Jahre bei Ärzte ohne Grenzen war, dazu hab ich eh eine abweichende Meinung.

 

Ich würde aber auch erwarten, wenn man so eine Rentenkürzung einführt, dass das dann auch rückwirkend passiert und zwar für alle Rentner und Pensionäre. das wäre das einzig wirklich positive daran, dass man die demografische Last endlich mal nicht ausschließlich auf die jungen verteilen würde.

 

Spannend auch die Frage, was dann mit gekauften Rentenpunkten ist. Deren Wert im neuen System ist ja plötzlich nicht mehr gleich, sondern hängt von der errechneten Lebens-Arbeitszeit ab. (was weitere rechtl Fragen aufwirft)

 

Dass wir offenbar in einer Gesellschaft leben, in der eine Lehre als Arbeit zählt, ein Studium hingegen offenbar als reines Freizeitvergnügen passt zum modernen deutschen Zeitgeist, das Leistung bestrafen will.

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satgar
· bearbeitet von satgar
vor 34 Minuten von Bolanger:

Nein, müsste die Person nicht, denn es geht um eine Zusatzversorgung, keine Vollversorgung. 

Versteh ich nicht. Oder wir verstehen die Begrifflichkeiten unterschiedlich. Was genau leistet für dich eine Zusatzversorgung (Angestellter), was ist für dich eine vollversorgung? Welche Eigenschaften hat das jeweils ?

 

Es sind ja keine feststehenden und fix definierten Begriffe, die du verwendest. Daher glaube ich fast, dass wir sie unterschiedlich definieren.

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dimido
· bearbeitet von dimido
vor 1 Stunde von Sapine:

Das sehe ich genauso. Was will man im Alter mit einer Zusatzrente von 100-150 kaufkraftbereinigten Euro denn bewirken, wenn die Rentenlücke vielleicht 500-1000 Euro beträgt? 

In dem obigen idealisierten Beispiel kommen mit 72 Jahren inflationsbereinigte 240.892€ brutto raus.
Streichen wir einige der Idealisierungen raus, und lassen es am Ende meinetwegen nur knapp die Hälfte sein, also inflationsbereinigte 120.000€ (= Kaufkraft von heute).
Wenn ich diese 120.000€ in einen beliebigen Sofort-Renten-Rechner eingebe mit Alter 70 bekomme ich Angebote mit Garantie-Renten von rund 430€ (= Kaufkraft von heute) und nicht bloß 100-150€.

Das sind natürlich WPF Peanuts, aber ich habe Renter in der Verwandschaft bei denen das eine spürbare Zusatzversorgung darstellen würde, wenn sie sie denn nur hätten ...

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Cepha
· bearbeitet von Cepha

Dass man da kürzen muss ist klar. Wenn perspektivisch nun mal auf zwei Rentner nur noch drei Beitragszahler kommen, dann kann man sich das ja auch ohne höhere Mathematik ausrechnen.

Ich würde mir halt wünschen, dass man das demografische Problem wenigstens 50/50 auf beide Gruppen verteilt. 

 

Für mich sind die Rentenpunkte ein grundsätzlich sehr faires System, die Lebensarbeitsleistung zu messen.

 

Setzt man das Rentenalter nur für Teile der Bevölkerung hoch scheint man dabei bewusst zu vergessen, dass das hochsetzen von Renteneintrittszeiten doppelt wirkt. Es verlängert ja nicht nur die Arbeitsphase um 1 Jahr, sondern kürzt zusätzlich die Rentenphase um ein Jahr. Wenn man die 45 Jahre Erwartungsarbeitszeit von Arbeitern auf Akademiker überträgt, dann bestraft man letztere doppelt. Nicht nur müssen sie deutlich länger arbeiten (kann man sich durchaus fragen, ob Ingenieure und Ärzte durchschnittlich mit 75 wirklich noch fit genug sind dafür, das potentielle Schadensrisiko ist ja weitaus höher als z.B. beim Friseur), gleichzeitig wird ihre Rentenbezugszeit eingekürzt.

 

Während jedes Jahr mehr arbeiten in Relation zu 45 Jahren knapp über 2% "Nachteil" ist, so ist jedes Jahr weniger Rente bei 15 Jahren Rentenbezug ein zusätzlicher Nachteil von mehr als 6%.

 

Das wird derzeit völlig unter den Tisch gekehrt, ist aber natürlich selbstverständlich der wahre Grund für diese Ideen. Ich hab da auch Verständnis dafür, die Renten müssen massiv eingekürzt werden, ich finde es aber keineswegs fair, sich in der Demokratie dazu Minderheiten zu suchen, die man dann bestraft um das eigene Wählerklientel weiter belohnen zu können.

 

Es kristallisiert sich für mich immer mehr heraus: Teilzeit jetzt ist wertvoller als FIRE in 10 Jahren, denn die Politik wird schon sehr bald sehr viel versuchen, beides zunehmend immer unmöglicher zu machen, denn die braucht das Geld von Vollzeitarbeitenden zum umverteilen und nachdem sie die Rentenreformen jetzt für 20 Jahre nicht nur verschleppt, sondern quasi sabotiert hat, werden die Optionen immer geringer.

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Sapine
· bearbeitet von Sapine

Naja - eine Sofortrente ohne Inflationsausgleich ist keine wirkliche Zusatzrente. Je nach Inflation kann die Halbwertszeit bei vielleicht zehn Jahren liegen. Ich sehe auch keine inflationsbereinigten 120.000 Euro. Mit welcher Ansparzeit hast Du gerechnet? Dynamisierung, Inflation? 

 

Sparrate 50 Euro 

3 % Rendite nach Inflation und Steuern 

Spardauer 45 Jahre

56.535 Euro

Alles in inflationsbereinigt (Dynamisierung = Inflation)

Davon Entnahme 3 % [3,5 %] (4 %) --> 141 Euro  [164 Euro] (188 Euro)

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dev
vor 13 Minuten von Cepha:

... nachdem sie die Rentenreformen jetzt für 20 Jahre nicht nur verschleppt, sondern quasi sabotiert hat, werden die Optionen immer geringer.

Es sind mindestens 40 Jahre.

 

1986
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satgar
vor 12 Minuten von Sapine:

Naja - eine Sofortrente ohne Inflationsausgleich ist keine wirkliche Zusatzrente. Je nach Inflation kann die Halbwertszeit bei vielleicht zehn Jahren liegen. Ich sehe auch keine inflationsbereinigten 120.000 Euro. Mit welcher Ansparzeit hast Du gerechnet? Dynamisierung, Inflation? 

 

Sparrate 50 Euro 

3 % Rendite nach Inflation und Steuern 

Spardauer 45 Jahre

56.535 Euro

Alles in inflationsbereinigt (Dynamisierung = Inflation)

Davon Entnahme 3 % [3,5 %] (4 %) --> 141 Euro  [164 Euro] (188 Euro)

Er hat meinen idealisierten Fall betrachtet mit einem Kindersparplan ab Geburt über ca 70 Jahre.

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Someone
· bearbeitet von Someone
vor 18 Minuten von Sapine:

Mit welcher Ansparzeit hast Du gerechnet? Dynamisierung, Inflation? 

Er hat @satgars Beispiel genommen (ich war zu langsam)

vor 3 Stunden von satgar:

man fängt jetzt für ein Baby mit nem Kinderdepot in Aktien an. Das Baby muss bis 72 arbeiten, also Sparplan über 72 Jahre von heute an. 50€ mtl, 2% Dynamik jedes Jahr, 6% brutto Wertentwicklung, keine Steuer-Berücksichtigung. Inflation 2%

Vor Inflationsbetrachtung werden daraus: 963.570€

Mit Inflation in heutiger Kaufkraft: 240.892€

und dann das Ergebnis noch einmal halbiert - als Illustration finde ich diesen Ansatz durchaus für geeignet.

 

Allgemeine Anmerkung:

Die (Altersvorsorge-)Welt ist nun einmal nicht Schwarz-Weiss, auch ein nicht-inflationsangepasster Baustein von 400 EUR im Monat ist nun einmal besser als kein Baustein der am Anfang 400 EUR im Monat bringt.

Mit der Argumentation "50EUR im Monat sparen bringt gar nix, du musst mindestens das zehfache sparen, sonst bist Du am Ende und kannst Dir spätestens am Ende der Arbeitszeit gleich die Kugel geben", kann man niemanden motivieren mit einer eigenen Altersvorsorge anzufangen.

Für Planungen die über Jahrzehnte gehen sollten damit sie ihre Wirkung entfalten halte ich es für selten hilfreich, Doomsday-Betrachtungen in den Vordergrund zu rücken. Zumindest mich motiviert Angst nicht sondern lähmt.

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satgar
· bearbeitet von satgar
vor 12 Minuten von Someone:

Allgemeine Anmerkung:

Die (Altersvorsorge-)Welt ist nun einmal nicht Schwarz-Weiss, auch ein nicht-inflationsangepasster Baustein von 400 EUR im Monat ist nun einmal besser als kein Baustein der am Anfang 400 EUR im Monat bringt.

Mit der Argumentation "50EUR im Monat sparen bringt gar nix, du musst mindestens das zehfache sparen, sonst bist Du am Ende und kannst Dir spätestens am Ende der Arbeitszeit gleich die Kugel geben", kann man niemanden motivieren anzufangen.

Für Planungen die über Jahrzehnte gehen sollten damit sie ihre Wirkung entfalten halte ich es für selten hilfreich, Doomsday-Betrachtungen in den Vordergrund zu rücken. Zumindest mich motiviert Angst nicht sondern lähmt.

Ich bin da auch immer hin und hergerissen. Wenn jemand 50€ wegspart, konsequent und regelmäßig, ist das schon mal was. Man darf aber nicht in eine haltung des „jetzt mach ich ja schon was fürs Alter“ verfallen und das als beruhigungspille sehen. Realismus ist da glaub ich das entscheidende. 

 

Und doof wirds auch für die, die nur deswegen wenig wegsparen, weil sie jetzt auch wenig verdienen. Die kriegen dann am Ende Grundsicherung und man rechnet ihnen das kleine angesparte Vermögen knallhart hat. Das hat dann auch nix gebracht.

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Fondsanleger1966
vor 2 Stunden von satgar:

Wer Menschen erzählt: spare 50€ weg und dann hast du Altersvorsorge betrieben, der lügt die Leute an.

Du solltest vielleicht zunächst einmal an Deinem Leseverständnis arbeiten und die Begriffe "beginnen" und "anfangen" meditieren, bevor Du zu solchen verleumderischen Unterstellungen greifst. 

 

Dazu noch einmal die Merz-Zitate aus der frei zugänglichen Quelle:

Zitat

Auch die Debatte über eine Rentenhaltelinie von 48 Prozent sei nicht zentral. Viel wichtiger sei, dass man früh mit einer privaten Altersvorsorge beginne. „Wir müssen dafür sorgen, dass die Menschen früh genug beginnen, für ihr Alter auch zu sparen“, sagte Merz.

 

Dies habe man mit dem Koalitionspartner SPD verabredet. „Man muss nur mit kleinen Beträgen früh genug anfangen, darf es nie unterbrechen. Und wenn Sie mit 50 Euro im Monat anfangen, dann haben Sie eine sechsstellige Altersversorgung, wenn Sie dann mit 65, 68 in den Ruhestand gehen.“

https://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/cdu-merz-will-rente-an-lebensarbeitszeit-knuepfen/100206314.html

 

In den 1990er Jahren habe ich eine Reportage über junge Leute gesehen und wie sie mit ihrem Geld umgingen. Die meisten haben alles sofort rausgehauen für Disco & Co. Eine junge Azubine stach daraus hervor: Sie hat von ihrer schmalen Ausbildungsvergütung regelmäßig 50 DM in einen Bausparvertrag eingezahlt - der klassische Nestbautrieb halt, aber bemerkenswert, weil sie die einzige war, die überhaupt Geld zurücklegte.

 

Und genau darum geht es Bundeskanzler Merz: zu motivieren, nicht nur zu konsumieren und alles Geld zu verprassen, sondern auch einen Teil zurückzulegen, weil die gesetzliche Rente keine Vollversorgung im Alter mehr leisten kann. Es ist ein dickes Brett, das er da anbohrt, weil es um eine Verhaltensänderung geht - und die fällt i.d.R. schwer, weil wir Hürden überwinden und Gewohnheiten ändern müssen.

 

Deshalb ist auch das Konzept der Frühstartrente von Frau Professor Malmendier so wichtig: Private Altersvorsorge soll zum Normalzustand, zum Üblichen werden statt zur (großen) Ausnahme. Das ist das Entscheidende, nicht die 10 Euro/Monat. Wer beim Verdienen des ersten eigenen Geldes schon über ein eingerichtetes, bespartes Altersvorsorgedepot aus der Kindheit verfügt, kann mit minimalem Aufwand weiter Altersvorsorge betreiben - und wenn es von den vielleicht 800 Euro Ausbildungsvergütung im 1. Ausbildungsjahr nur 50 Euro im Monat sind. Die große Hürde aus Informieren, Verstehen, Entscheiden und Abschließen entfällt.

 

Und von den 50 Euro/Monat aus ist es eine viel kleinere Umstellung, den Betrag zu steigern, sobald dies möglich ist, als bei Null anzufangen, denn dort kommt wieder die große Hürde aus Informieren, Verstehen, Entscheiden und Abschließen.

 

Ich habe übrigens bei meinem ersten sicheren, regelmäßigem Einkommen selbst mit einem Sparplan über nur 52 DM angefangen (VL). Der hat sich hervorragend entwickelt, aber war natürlich nur der Anfang. Ich war da schon 27 Jahre alt, habe aber später im Rahmen meiner beruflichen Tätigkeit auch Leute kennengelernt, die erst mit um die 40 Jahren anfingen, sich Gedanken über eine Altersvorsorge zu machen. Das ist dann - da würde ich dem Bundeskanzler völlig Recht geben - schon recht spät. Lieber früher mit einem machbaren Betrag anfangen und diesen dann bei jeder Gelegenheit steigern als (sehr) spät starten oder gar nicht. 

 

vor 51 Minuten von satgar:

Versteh ich nicht. Oder wir verstehen die Begrifflichkeiten unterschiedlich. Was genau leistet für dich eine Zusatzversorgung (Angestellter), was ist für dich eine vollversorgung? Welche Eigenschaften hat das jeweils ?

Eine Zusatzversorgung ergänzt eine Basisversorgung z.B. aus der GRV.

 

Die gesetzliche Rente wird künftig (und z.T. auch schon jetzt) keine Vollversorgung mehr ermöglichen. 

 

Ob die Zusatzversorgung ausreicht, um die Basisversorgung zu einer Vollversorgung zu ergänzen, ist damit noch nicht gesagt. Nicht umsonst gibt es mehrere Zusatzversorgungsbausteine in den 3 Säulen der Altersversorgung.

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satgar
· bearbeitet von satgar
vor 22 Minuten von Fondsanleger1966:

verleumderischen Unterstellungen

Ohhh, harte Worte. Wie gut das ich als Beispiel das frühest mögliche überhaupt gewählt hatte, was ;) :D

 

Früher als mit 0 Jahren, dank der Eltern, kann man immerhin nicht anfangen.

vor 22 Minuten von Fondsanleger1966:

Vollversorgung

„Wie viel“ ist das denn überhaupt genau? Also in einem relativen Verhältnis versteht sich, nicht absolut.

 

Was ist deiner Meinung nach eine Vollversorgung in der Rente/Altersversorgung?

 

Vielleicht können wir uns schlicht auf eines einigen:

 

- was wegzusparen ist besser als nichts. Egal ob 10, 20 oder 50€

- durchhalten

- lange Laufzeit

- dynamisierung

- Aktienrenditen

- eine vollversorgung in der Rente wird einschlägig mit 80-85% des persönlichen letzten Nettos beschrieben

- in der Praxis schafft die GRV Netto nur die hälfte

- man braucht zusätzliche Altersvorsorge für die andere Hälfte mit fortlaufendem Inflationsausgleich bis zum Tode

- selbst für junge Erwachsene(Alter 20-30) reichen 50 eur mtl. nicht, um mit dieser Zusatzversorgung auf eine vollversorgung zu kommen. Dass das so wäre, sollte man auch nicht suggerieren

 

Mehr sag ich gar nicht.

 

Bewegt man sich übrigens viel in Social Media oder in den Kommentarspalten der üblichen Zeitungen, ist die Aussage vorwiegend übrigens nicht (die meinige), dass das mit 50€ nicht reicht und man das nicht so vermitteln sollte, sondern viel mehr, dass am Ende des Monats für 50€ sparen gar nichts übrig bliebe. Das ist die vorherrschende Meinung, die man dort vernehmen kann. 

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poipoi

Der wichtigste Schritt ist die Etablierung einer Sparroutine. Sobald das Fundament gelegt ist, fällt es deutlich leichter, die Sparraten schrittweise anzupassen oder Sonderzahlungen, wie etwa Weihnachtsgeld, zu tätigen.

 

Und genau dafür hilft heute bereits der Start mit 50€.

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Sapine
vor 3 Stunden von satgar:

Mal ein Extrembeispiel weil es leicht zu rechnen ist:

man fängt jetzt für ein Baby mit nem Kinderdepot in Aktien an. Das Baby muss bis 72 arbeiten, also Sparplan über 72 Jahre von heute an. 50€ mtl, 2% Dynamik jedes Jahr, 6% brutto Wertentwicklung, keine Steuer-Berücksichtigung. Inflation 2%
 

Vor Inflationsbetrachtung werden daraus: 963.570€

Mit Inflation in heutiger Kaufkraft: 240.892€

Das sind noch bei weitem zu optimistische Annahmen meiner Einschätzung nach. Neben der Anspardauer von 72 Jahren (welches Baby spart denn schon 50 Euro pro Monat?) wäre ich da um einiges vorsichtiger bei Prognose. Eine reale Rendite von 4 % sehe ich nicht. Ich fürchte wir werden mit 3 % (also 3 % + Inflation) nach Steuern schon sehr zufrieden sein. Dabei ist noch nicht berücksichtigt, dass möglicherweise noch Sozialabgaben auf Kapitalerträge die Rendite weiter schmälern werden. 

 

Mit Berücksichtigung von Steuern kommt mein Sparplanrechner bei 6 % übrigens nur auf knapp 552.000 Euro. Jetzt noch die Inflation rausrechnen (meiner Meinung nach 2,5 % statt 2 %) und schon komme ich auf einen Faktor von 0,169 --> 93286 Euro in heutigem Geld. Davon 3-4 % Entnahme gibt dann 233 Euro bis 310 Euro. Wohlgemerkt bei einer Anspardauer von 72 Jahren, die kaum ein Mensch je erreichen wird. 

 

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satgar
· bearbeitet von satgar
vor 5 Minuten von Sapine:

sind noch bei weitem zu optimistische Annahmen meiner Einschätzung nach. Neben der Anspardauer von 72 Jahren (welches Baby spart denn schon 50 Euro pro Monat?)

Ich hab deswegen 72 Jahre genommen, da sich mit 2% EZB Wunschinflation die Kaufkraft alle 36 Jahre halbiert. In dem Zeitraum also geviertelt. Deswegen diese Betrachtung. Ich gehe auch davon aus, das für ein heutiges Baby die Regel-Altersrente 70 sein wird. Von 72 ist man daher dann ebenso nicht weit entfernt.

vor 5 Minuten von Sapine:

nach Steuern

Ich hatte Steuern ja auch ausgeklammert. 

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