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Finanzielle Unabhängigkeit

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stagflation
· bearbeitet von stagflation
vor 17 Minuten von Holgerli:

 so viele Anteile verkaufen, dass dass die restlichen 9.100 Euro Gewinn verbraucht werden.

 

Und jetzt schau Dir an, was passiert, wenn Du so viele Altanteile verkaufst, dass Du nicht 9.100 € Gewinn erzielst, sondern 12.000 €, 15.000 €, 20.000 €, 30,000 €.

 

Du zahlst zunächst Abgeltungssteuer und Krankenkassenbeiträge. Einen großen Teil der Abgeltungssteuer holst Du Dir über die Günstigerprüfung zurück. Höhere Krankenkassenbeiträge kannst Du im nächsten Jahre von der Steuer absetzen, also dann auch wieder mehr Anteile verkaufen. Insgesamt wirst Du deutlich weniger als 25% Abgeltungssteuer bezahlen.

 

Man muss sich diese merkwürdigen Zusammenhänge genau anschauen und überlegen, wo man sich positioniert. Die 9.100 € sind viel zu niedrig.

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s1lv3r
· bearbeitet von s1lv3r
vor einer Stunde von stagflation:

 

Und jetzt schau Dir an, was passiert, wenn Du so viele Altanteile verkaufst, dass Du nicht 9.100 € Gewinn erzielst, sondern 12.000 €, 15.000 €, 20.000 €, 30,000 €. [...] Man muss sich diese merkwürdigen Zusammenhänge genau anschauen und überlegen, wo man sich positioniert. Die 9.100 € sind viel zu niedrig.

 

Ab rund 20.000€ Einkommen hat man allerdings auch schon wieder 25% Grenzsteuersatz. Ein bisschen besser als die Günstigerprüfung wird daher sogar tatsächlich immer sein, wenn man mehrere Einkommensarten kombinieren kann.

 

Plattes Beispiel für 40.000€ Einkommen:

  1. ausschließlich 40.000€ einkommenssteuerpflichtiges Einkommen --> 7.209€ Steuern, 18% Steuerbelastung,
  2. ausschließlich 40.000€ Kapitalerträge mit Günstigerprüfung --> wie Option 1,
  3. ausschließlich 40.000€ Kapitalerträge mit Abgeltungssteuer --> 10.000€ Steuern, 25% Steuerbelastung (Soli mal weggelassen der Einfachheit halber ...),
  4. 20.000€ einkommenssteuerpflichtiges Einkommen + 20.000€ Kapitalerträge mit Abgeltungssteuer --> 1.570€ Steuern + 5.000€ Steuern = 6.570€ Steuern, 16,4% Steuerbelastung.

 

Das setzt natürlich entsprechenden Gestaltungsspielraum voraus - der bei vielen nicht gegeben sein dürfte - ist aber auch so ein merkwürdiger Zusammenhang, der wenigen so direkt bewusst sein dürfte. 

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Holgerli
· bearbeitet von Holgerli
vor 1 Stunde von stagflation:

Und jetzt schau Dir an, was passiert, wenn Du so viele Altanteile verkaufst, dass Du nicht 9.100 € Gewinn erzielst, sondern 12.000 €, 15.000 €, 20.000 €, 30,000 €.

 

Ich habe die KI nochmal rechnen lassen. Bei Deinem Vorschlag erst nach Renteneintritt (unter der Voraussetzung der Mitgliedschaft in die KVdR) zu optimieren, hast Du einerseits Recht andererseits aber auch nicht.

 

Lt. KI hast Du bezüglich der 9.100 Euro Recht. Das Optimum liegt wirklich bei 10.140 Euro trotz 199 Euro an zusätzlichen KV-Beiträgen. Bei 9.100 Euro hättest Du zwar keine realen Mehrkosten aber entgangenen Vorteil. Bei 12.000 Euro kommt die KI auf 118 Euro zusätzliche Kosten bei 15.000 Euro auf 395 Euro. Lass es unter Peanuts laufen. Bei 20.000 Euro sind es aber schon über 1.000 Euro und bei 30.000 Euro über 2.500 Euro Mehrkosten.

 

Der Grund: Ab 16.790 Euro Gesamtgewinnen dreht das Ganze, weil bis dahin nur die 20,5% GKV-Kosten ab 15.820 Euro hinzukommen. Ab 16.790 Euro werden dann aber Steuern fällig. Und natürlich kannst Du bei höheren Beträgen mehr Absetzten. Aber die Kosten steigen durch die steigenden Steuern schneller.

 

Und um das nochmal deutlich zu machen: Die Rechnung beruht auf dem Standardbeispiel mit 2.500 Euro Nettobedarf pro Monat und GKV/KVdR. Wenn da noch andere Sachen hinzukommen an Einnahmen aber auch Ausgaben, kann das Ganze wieder komplett anders aussehen. Auch in Bezug auf das Stichwort "Gestaltungsspielraum" von s1lv3r. 

 

Mein Fazit wäre erst einmal: Einer Aussage, dass eine Verschiebung der Optimierung in die Rentenzeit das beste Ergebnis bringt, stehe ich gerade etwas skeptischer gegenüber und werde die Idee des Optimierungsbeginns in der FIRE-Phase weiter durchrechnen.

Wo ich aber denke, dass die Idee gut ist und auch konsequent umgesetzt werden sollte: Eine FIFO-Optimierung des Depots, zur späteren Steueroptimierung der Entnahme. Wann auch immer. Schaden kann es auf jeden Fall nicht.

 

Von daher: Nochmal danke für die Tipps zur Umsetzung der nachträglichen FIFO-Optimierung meines Depots. Und natürlich für diese spannende Diskussion. Wieder viel gelernt. :wub:

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