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Finanzielle Unabhängigkeit

Empfohlene Beiträge

Lazaros
vor einer Stunde von LongtermInvestor:

Im Grunde also gleichzeitig für ein langes Leben vorzusorgen und trotzdem bereits in der Gegenwart einen definierten Anteil des wirtschaftlichen Erfolgs zu nutzen.

...

Bei einer positiven Vermögensentwicklung wird ein Teil des zusätzlichen Wohlstands bewusst konsumiert, anstatt ausschließlich weitere Sicherheitsmargen aufzubauen.

Interessant - das hört sich in der Theorie toll an.

 

Dazu eine ernstgemeinte Frage um das abstrakte Gedankenbilde "mehr Lebensqualität jetzt" zu visualisieren: Was sind für dich die Dinge, welche du für Geld kaufen kannst, die für dich mehr Lebensqualität bedeuten und die du dir ohne das "Zusatzgeld" aus der Depotentnahme in guten Jahren, aktuell nicht leisten würdest?

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Der Heini
vor 54 Minuten von Lazaros:

Interessant - das hört sich in der Theorie toll an.

 

Dazu eine ernstgemeinte Frage um das abstrakte Gedankenbilde "mehr Lebensqualität jetzt" zu visualisieren: Was sind für dich die Dinge, welche du für Geld kaufen kannst, die für dich mehr Lebensqualität bedeuten und die du dir ohne das "Zusatzgeld" aus der Depotentnahme in guten Jahren, aktuell nicht leisten würdest?

Oh da würde mir genug einfallen, fraglich, ob das eher Luxus oder Lebensqualität wäre. Neues Smartphone, Klimaanlage fürs Schlafzimmer, besseres Auto für die Autobahn, besseres Hotel im Urlaub, größerer Monitor fürs WPF - man wird nicht jünger.

Oder für ältere: Bessere Thrombosestrümpfe, Massagesessel usw.

 

(Kann weg, Offtopic).

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LongtermInvestor
· bearbeitet von LongtermInvestor
vor 59 Minuten von Lazaros:

Was sind für dich die Dinge, welche du für Geld kaufen kannst, die für dich mehr Lebensqualität bedeuten und die du dir ohne das "Zusatzgeld" aus der Depotentnahme in guten Jahren, aktuell nicht leisten würdest?

Berechtigte Frage! Das Zusatzgeld aus dem Depot in guten Jahren ist für mich eher der Hebel, um ohne schlechtes Gewissen in Dinge zu investieren, die mich oder die Familie persönlich weiterbringen. Ganz konkret sind das beispielsweise private Weiterbildungen oder ein weiterer längerer Urlaub. Zum anderen nutze ich es für hochwertiges Equipment für Hobbys oder Dienstleister für lästige Alltagserledigungen (wie z. B. Handwerkerarbeiten oder Auto-Service im Komplettpaket), statt sie am Wochenende selbst zu machen und meine Zeit dafür zu opfern. Diese Ausgaben kann man ansonsten auch schlichtweg als "unnötig" wegkürzen.

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Turmalin

Meine Beschäftigung mit der Entnahmephase hat auch bei mir die Erkenntnis reifen lassen, dass heute der erste Tag vom Rest meines Lebens ist. Ich versuche daher auch nicht mehr, möglichst viel zu Sparen (viel, aber ohne besondere Einschränkungen, nicht dass das falsch verstanden wird), sondern versuche, aktuelles Budget (nach Abzug der Sparleistung) und künftiges Budget als Rentner (inkl.  Entnahme) einander anzugleichen. Es macht ja wenig Sinn, sich jetzt einzuschränken, um dann über ein Budget verfügen zu können, was voraussichtlich nicht ausgegeben wird. Dies wird zu zweit mit zwei Renten ohnehin erstmal so sein, sodass dann jährlich frei werdende Gelder entstehen werden. Das Ganze mit Teilzeit, einem Ausstieg aus dem Beruf vor 63/65 stehe ich eher skeptisch gegenüber. Daneben habe ich ähnlich wie @LongtermInvestor auch ein separates Kapital für Rücklagen eingeplant (Dach/Auto/Pflege etc.). Alles natürlich in realen Zahlen mit regelmäßiger Anpassung. 
Diese Idee wird vermutlich nicht so gut funktionieren, wenn man vom Ruhestand noch weit entfernt ist, dann gibt es zu viele Variablen. 

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edan

Ich finde in diesem Blog Beitrag werden sehr wichtige Themen angesprochen:

https://freiheitsmaschine.com/finanziell-unabhaengig-job-kuendigen/

 

Hier eine KI Zusammenfassung:

Zitat

Dieser Artikel von der **Freiheitsmaschine** (vom 31. August 2026, verfasst vom „Maschinisten“) behandelt die grundlegende Unterscheidung zwischen **finanzieller Unabhängigkeit** und der tatsächlichen **Kündigung des Hauptberufs**.


Hier sind die zentralen Kernbotschaften und Erkenntnisse des Artikels zusammengefasst:


### 1. Finanzielle Freiheit vs. Job kündigen
 * **Finanzielle Freiheit** ist ein *Vermögenszustand* (die Erträge aus dem Kapital decken alle Lebenshaltungskosten inkl. Steuern und Krankenversicherung). Arbeit wird dadurch optional.
 * **Den Job zu kündigen** ist hingegen eine *Lebensentscheidung*.
 * Die meisten Vorteile des Vermögensaufbaus – wie Sicherheit, Gelassenheit im Alltag und die Fähigkeit, Nein zu sagen – genießt man bereits **lange vor der Kündigung**, ohne den aktiven Geldstrom aufgeben zu müssen.


### 2. Die verborgenen Funktionen der Arbeit (nach Marie Jahoda)
Das Absichern des Lebensunterhalts ersetzt nur die manifeste Funktion der Arbeit (den Gelderwerb). Die **fünf latenten Funktionen** fallen bei einer Kündigung ohne Vorbereitung ersatzlos weg:
 1. **Zeitstruktur:** Vorgegebener Rahmen für den Tag.
 2. **Soziale Kontakte:** Regelmäßiger Austausch außerhalb des eigenen Haushalts.
 3. **Status und Identität:** Eine Antwort auf die Frage „Was machst du beruflich?“.
 4. **Kollektive Ziele:** Teilhabe an Projekten, die größer sind als man selbst.
 5. **Regelmäßige Aktivität:** Sichtbare Ergebnisse des eigenen Tuns.
*Erkenntnis:* Wer kündigt, ohne sich diese Bausteine anderweitig aufzubauen, riskiert trotz prall gefülltem Depot psychologische Löcher oder Einsamkeit.


### 3. Herausforderungen beim Ausstieg aus dem Beruf
 * **Sozialer Wandel:** Berufliche Kontakte schlafen nach dem Ausstieg oft ein. Zudem haben Gleichaltrige tagsüber meist keine Zeit, da sie im gewohnten Arbeitsalltag stecken.
 * **Selbstorganisation:** Ohne äußeren Zwang steigt das Risiko von Langeweile.
 * **Erwartungen des Umfelds:** Der Verzicht auf beruflichen Status erfordert ein gefestigtes Selbstwertgefühl gegenüber Nachbarn, Verwandten und Bekannten.


### 4. Der Check-up vor dem Ausstieg
Der Artikel bietet eine Checkliste zur Orientierung, darunter:
 * **Finanziell/Formell:** Conservative Entnahmerate (optimal 3–3,5 %), Cash-Puffer für 2–3 Jahre, Berücksichtigung von Krankenversicherung und Steuern.
 * **Menschlich/Persönlich:** Bestehende soziale Netzwerke außerhalb der Arbeit, Hobbys/Projekte, Akzeptanz durch den Lebenspartner.
 * **Motivation:** Nicht nur *„weg von etwas“* (Stress/Chef) wollen, sondern konkret *„auf etwas Neues zu“* steuern.
 

 

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hattifnatt
vor 51 Minuten von edan:

Ich finde in diesem Blog Beitrag werden sehr wichtige Themen angesprochen:

https://freiheitsmaschine.com/finanziell-unabhaengig-job-kuendigen/

Jepp, sehr interessante Aspekte, die auch hier in den Forumsdiskussionen oft zu kurz kommen! :thumbsup:

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Holgerli

Danke für die Zusammenfassung:

 

Sind einige wichtige Aspekte drin:

vor 2 Stunden von edan:

### 2. Die verborgenen Funktionen der Arbeit (nach Marie Jahoda)
Das Absichern des Lebensunterhalts ersetzt nur die manifeste Funktion der Arbeit (den Gelderwerb). Die **fünf latenten Funktionen** fallen bei einer Kündigung ohne Vorbereitung ersatzlos weg:
 1. **Zeitstruktur:** Vorgegebener Rahmen für den Tag.
 2. **Soziale Kontakte:** Regelmäßiger Austausch außerhalb des eigenen Haushalts.
 3. **Status und Identität:** Eine Antwort auf die Frage „Was machst du beruflich?“.
 4. **Kollektive Ziele:** Teilhabe an Projekten, die größer sind als man selbst.
 5. **Regelmäßige Aktivität:** Sichtbare Ergebnisse des eigenen Tuns.
*Erkenntnis:* Wer kündigt, ohne sich diese Bausteine anderweitig aufzubauen, riskiert trotz prall gefülltem Depot psychologische Löcher oder Einsamkeit.

Bis auf Punkt 1 die "Zeitstruktur", die geht bei mir recht schnell flöten, halte ich die anderen Punkte für überdenkenswert. 

Punkt 2, die sozialen Kontakte im Beruf: Mit wieviel Ex-Kollegen aus früheren Jobs oder wenn die gegangen sind habt ihr denn noch Kontakt? Ich sag mal: tendenziell Null. Und wenn ich andere so höre ist das bei denen ähnlich. Also können diese sozialen Kontakte nicht wirklich wichtig oder qualitativ hochwertig gewesen sein.

Punkte 3 und 4: Zumindest "Identität" wurde hier öfters diskutiert und beschrieben. Zusammen mit "Kollektive Ziele" waren es meist die drei Punkte, warum man hingeschmissen hat, nämlich weil die fehlten. 

Punkt 5: "Sichtbare Ergebnisse": POersönlich würde ich sagen, schön wenn einer das hat. Ich hatte es nicht wirklich in den letzten 5-6 Jahren. 

 

 

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Lazaros
Zitat

### 2. Die verborgenen Funktionen der Arbeit (nach Marie Jahoda)
Das Absichern des Lebensunterhalts ersetzt nur die manifeste Funktion der Arbeit (den Gelderwerb). Die **fünf latenten Funktionen** fallen bei einer Kündigung ohne Vorbereitung ersatzlos weg:
 1. **Zeitstruktur:** Vorgegebener Rahmen für den Tag.
 2. **Soziale Kontakte:** Regelmäßiger Austausch außerhalb des eigenen Haushalts.
 3. **Status und Identität:** Eine Antwort auf die Frage „Was machst du beruflich?“.
 4. **Kollektive Ziele:** Teilhabe an Projekten, die größer sind als man selbst.
 5. **Regelmäßige Aktivität:** Sichtbare Ergebnisse des eigenen Tuns.
*Erkenntnis:* Wer kündigt, ohne sich diese Bausteine anderweitig aufzubauen, riskiert trotz prall gefülltem Depot psychologische Löcher oder Einsamkeit.

dazu -> https://www.geschichtewiki.wien.gv.at/Marie_Jahoda   Marie Jahoda (* 26. Jänner 1907 in Wien; † 28. April 2001)

Die Entwicklung von sozialen Kontakten, also der  regelmäßige Austausch außerhalb des eigenen Haushalts, durch Internet, Foren und Telefon-Bild-Sprech-Verbindungen war zum Todeszeitpunkt noch nicht existent.

Ferner wurde und wird der Wert der Arbeit im sozialistisch geprägtem Milieu von jeher hoch angesetzt und der nichtproduktive Bohème ist für diese Kreise ein Schreckgespenst

 

Oder wie es die KI zusammenfasst:


Hier ist eine kritische Einordnung und Weiterentwicklung der fünf latenten Funktionen unter Berücksichtigung des Medienwandels und des kulturellen Kontextes:

1. Soziale Kontakte im digitalen Zeitalter

Die Annahme, dass Kontakte außerhalb des Haushalts heute rein physisch stattfinden müssen, ist überholt.

Virtuelle Gemeinschaften: Foren, Discord-Server, Slack-Communitys und Social Media bieten heute echten, tiefen Austausch mit Gleichgesinnten weltweit.

Qualität vs. Quantität: Digitale Kontakte können Einsamkeit lindern. Sie ersetzen jedoch oft nicht die zufälligen, ungesteuerten Begegnungen am Arbeitsplatz (Kaffeeküche), die Jahoda als stabilisierend beschrieb.

Hybrid-Formen: Coworking-Spaces, Meetups und lokale Vereine zeigen, dass moderne Nicht-Erwerbstätige den physischen Kontakt heute gezielt außerhalb von Konzernen suchen.

2. Der Wandel der latenten Funktionen heute

Wer heute freiwillig aus dem Berufsleben ausscheidet (z. B. durch ein „prall gefülltes Depot“), muss die fünf Bausteine aktiv und digital/analog gemischt ersetzen:

Zeitstruktur: Wird vom Algorithmus oder eigenen Projekten bedroht. Ohne Wecker droht Orientierungslosigkeit. Selbstdisziplin ist zwingend erforderlich.

Status und Identität: In einer Leistungsgesellschaft bleibt die Frage „Was machst du?“ kritisch. Wer keine Berufsbezeichnung nennt, erntet oft Unverständnis oder Neid. Die Identität muss über Hobbys oder Ehrenämter neu definiert werden.

Kollektive Ziele: Open-Source-Projekte, Wikipedia-Autorenschaft, NGO-Arbeit oder lokale Bürgerinitiativen haben die klassischen Unternehmensziele für Privatiers abgelöst.

Regelmäßige Aktivität: Das Erstellen von digitalem Content (Blogs, Videos, Code) oder handwerkliche Hobbys bieten die von Jahoda geforderten sichtbaren Ergebnisse.

3. Kultureller und ideologischer Kontext

Der historische Hintergrund prägt die Theorie stark:

Das sozialistische Arbeitsethos: Jahoda forschte im Roten Wien der Zwischenkriegszeit. In diesem Milieu war Arbeit nicht nur Broterwerb, sondern sinnstiftende Pflicht und Stolz der Arbeiterklasse.

Das Feindbild des „Bohémien“: Der unproduktive, lebenskünstlerische Müßiggänger galt und gilt in diesen Kreisen als Schmarotzer oder Bedrohung für die Solidargemeinschaft.

Moderne Parallele: Auch heute kämpfen Menschen, die früh aussteigen, oft mit einem schlechten Gewissen (protestantische Arbeitsethik), selbst wenn sie finanziell niemandem zur Last fallen.

Fazit

Jahodas Kernkompetenz bleibt unbestritten: Geld allein schützt nicht vor psychischer Instabilität.

Die Werkzeuge zur Befriedigung der fünf latenten Funktionen haben sich durch das Internet jedoch drastisch vervielfacht. Ein psychologisches Loch droht heute nicht mehr aus Mangel an Gelegenheiten, sondern aus mangelnder Initiative, sich diese Strukturen abseits eines klassischen Arbeitgebers selbst aufzubauen.

 

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Der Heini
vor 3 Stunden von edan:

ch finde in diesem Blog Beitrag werden sehr wichtige Themen angesprochen:

https://freiheitsmaschine.com/finanziell-unabhaengig-job-kuendigen/

Er ist schon mit 52 Jahren ausgeschieden. Das ist mutig, Respekt.

Zitat

Seit knapp einem Jahr hat er nun auch keinen „normalen Job“ mehr und lebt, seitdem er 52 Jahre alt ist,

 

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PapaPecunia
vor 16 Stunden von Holgerli:

Bis auf Punkt 1 die "Zeitstruktur", die geht bei mir recht schnell flöten, halte ich die anderen Punkte für überdenkenswert. 

Das mit der Zeitstruktur verstehe ich immer am allerwenigsten: Ist es denn nicht Sinn der Sache, sich eben keinen Wecker stellen zu müssen?

Ich verstehe diese deutsche Obsession mit der Tagesstruktur und vor allem dem frühen Aufstehen nicht. So als wäre Aufstehen um 6 Uhr ein Selbstzweck an sich. Ich denke da kickt bei einigen die Erziehung zum Arbeitstier rein,

 

vor 16 Stunden von Holgerli:

Punkt 2, die sozialen Kontakte im Beruf: Mit wieviel Ex-Kollegen aus früheren Jobs oder wenn die gegangen sind habt ihr denn noch Kontakt? Ich sag mal: tendenziell Null. Und wenn ich andere so höre ist das bei denen ähnlich. Also können diese sozialen Kontakte nicht wirklich wichtig oder qualitativ hochwertig gewesen sein.

Ich frage mich auch immer in welchen Paradiesen die Leute arbeiten, wenn sie von "spaßigen Kaffeerunden" etc... berichten. Gut, als Führungskraft ist das wahrscheinlich was anderes. Aber ich gehöre eher in die Kategorie, Mittagsspaziergang, am Besten alleine.

Was man nicht ganz unterschätzen darf: Das Arbeitsleben spült einem natürlich auch immer wieder Leute in das soziale Umfeld, die man so, niemals kennenlernen würde. 

Und ich habe tatsächlich auch noch zu einigen Firmenwechslern, Rentnern oder Kollegen aus vorherigen Arbeitsverhältnissen Kontakt. Teils noch nach Jahrzehnten.

Allerdings gibt es auch erstaunlich viele ehemalige Kollegen, mit denen ich teils sogar recht viel (und auch privat) zu tun hatte, während wir in der selben Firma waren - und die man danach nicht ein einziges Mal mehr gesehen hat.

 

Hab den Blog des Freiheitsmaschinisten auch gelesen und ich verstehe den Grundgedanken, mich lassen solche Berichte "könnte schon längst kündigen, will aber nicht" immer etwas ratlos zurück. Ich persönlich habe leider nicht die Erfahrung gemacht, dass mich F... you money wirklich entspannt hat. Oder vielleicht wäre ich ohne ein komplett durchgeknalltes Nervenbündel.

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Der Heini
vor 17 Stunden von Holgerli:

Sind einige wichtige Aspekte drin:

Was mir auffällt, wie sehr es doch als Selbständiger völlig anders aussieht als bei Angestellten. Kann man was die Punkte angeht kaum vergleichen.

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Wishmueller

Finde diese "5 verborgenen Funktionen" durchaus interessant mal zu reflektiieren.... :thumbsup:

 

Für mich gesprochen, 2 Jahre nach dem beruflichen Exit:

 

1, Zeitstruktur: Besser denn je seit dem Exit. Frühstück, wenn es schon hell ist, dazu noch eine Mittagssiesta, die ich mein ganzes Berufsleben lang vermisst habe (kein Witz).. Beste Zeitstruktur meines Lebens. Check

2. Soziale Kontakte: da von meinen beruflichen Kontakten (vorherige Jobs) nix langfristig hängen geblieben ist, hält sich auch der Verlust aus dem letzten Job in überschaubarten Grenzen. Check

3. Status und Identität: Mangels 2. auch das kein Thema, meine wenigen verbliebenen sozialen Kontakte definieren sich nicht über "was machst Du beruflich?". Check

4. Kollektive Ziele: Keine Ahnung, was das sein soll, Projekte die größer sind als man selbst? Von daher vermisse ich auch das nicht. Check

5. Regelmässige Aktivität.....

 

.... ist der einzige Punkt, den ich für mich vielleicht hätte gelten lassen können - zumindest in "guten Zeiten", als der Job überwiegend noch Freude bereitet hat. In (überwiegend) schlechten Zeiten bringt einen auch der Punkt nicht weiter. Von daher: Check.

 

Fazit: ich wusste vor 2 Jahren auch nicht wirklich, was nach dem Exit "kommt". Die Zeit geht mindestens genauso schnell rum wie im vorherigen "Hamsterrad", nur erheblich entspannter. Das war das Ziel und so ist es auch gekommen. Check :)

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Holgerli
vor einer Stunde von PapaPecunia:

Das mit der Zeitstruktur verstehe ich immer am allerwenigsten: Ist es denn nicht Sinn der Sache, sich eben keinen Wecker stellen zu müssen?

Ich verstehe diese deutsche Obsession mit der Tagesstruktur und vor allem dem frühen Aufstehen nicht. So als wäre Aufstehen um 6 Uhr ein Selbstzweck an sich. Ich denke da kickt bei einigen die Erziehung zum Arbeitstier rein,

Ich würde es nicht so "dramatisch" sehen. Ich meine damit auch nicht um 5 oder 6 Uhr morgen aufzustehen. 

Ich bin aber gerade aktuell 3 Wochen zu Hause und werde noch weitere 2 Monate zu Hause bleiben und ich merke schon jetzt wie aus den ursprünglichen 23/24 Uhr in Bett schnell 1, 2, 3 und teilweise sogar 4 Uhr Nachts geworden sind. Entsprechend hat sich dann auch die Aufstehzeit von 10 Uhr auf 11, 12 oder auch 13 Uhr verschoben. Ich selber habe damit jetzt kein Problem. Nur der Rhythmus in diesem Land ist weiterhin 7 bis 16/17 Uhr. Und ein Zeitfenster von 14-16 Uhr (wenn man um 13 Uhr aufgestanden ist), ist recht eng. Und wenn der Handwerker oder die Werkstatt Termine um 7:30 vergibt und man um 4 Uhr im Bett war, ist das auch nicht schön. 

Deswegen wäre eine dauerhafte Struktur gegen 0 Uhr ins Bett um regulär um 10 Uhr und im Notfall um 7 Uhr aufzustehen schon gut. Das ist aber mein ganz persönliches Zeitstrukturproblem. 

 

vor 1 Stunde von PapaPecunia:

Ich frage mich auch immer in welchen Paradiesen die Leute arbeiten, wenn sie von "spaßigen Kaffeerunden" etc... berichten. Gut, als Führungskraft ist das wahrscheinlich was anderes. Aber ich gehöre eher in die Kategorie, Mittagsspaziergang, am Besten alleine.

Ist bei mir nicht anders. Mag auch daran liegen, dass ich es nicht so sehe wie der Blog-Post. Ich muss auch dazu sagen: Ich fand Corona in der Hinsicht positiv: Während der Großteil von "Vereinsamung" und "mangel an sozialen Kontakten" sprach, habe ich die Ruhe und das Home Office genossen. Soziale Kontakte hatte ich über Familie und Freunde genug.

 

vor 1 Stunde von PapaPecunia:

Was man nicht ganz unterschätzen darf: Das Arbeitsleben spült einem natürlich auch immer wieder Leute in das soziale Umfeld, die man so, niemals kennenlernen würde. 

Stimmt. Aber genauso gut kannst Du Dich ehrenamtlich betätigen. Sollte den gleichen Effekt haben, wenn ehrenamtlich okay ist. 

 

vor 1 Stunde von PapaPecunia:

Und ich habe tatsächlich auch noch zu einigen Firmenwechslern, Rentnern oder Kollegen aus vorherigen Arbeitsverhältnissen Kontakt. Teils noch nach Jahrzehnten.

Allerdings gibt es auch erstaunlich viele ehemalige Kollegen, mit denen ich teils sogar recht viel (und auch privat) zu tun hatte, während wir in der selben Firma waren - und die man danach nicht ein einziges Mal mehr gesehen hat.

Ich habe es sogar über mehrere Jobwechsel aktiv versucht, Kontakt zu einigen Kollegen zu halten. Ich habe aktiv Mails geschrieben, zu Geburtstagen gratuliert, Zu Anfang kam auch noch was zurück. Irgendwann wurde es zu Einbahnstraße. Dann habe ich es sein lassen. 

Absoluter "Höhepunkt" war, dass mich eine Ex-Kollegin mit der ich während des Jobs wirklich eng war, von sich aus an einem Samstag oder Sonntag morgens um 8 Uhr(!) anrief und irgendwann nach einer Minute ihr Partner im Hintergrund laut und deutlich sagte "So jetzt hast Du angerufen und Deine Schuldigkeit getan. Jetzt ist gut!".

 

vor 1 Stunde von Der Heini:

Was mir auffällt, wie sehr es doch als Selbständiger völlig anders aussieht als bei Angestellten. Kann man was die Punkte angeht kaum vergleichen.

Da bin ich komplett bei Dir. Aber die Situation ist auch eine komplett andere. Aus meinem Berufsleben:

- Ich bin als Leiharbeiter (zu Beginn meiner Berufstätigkeit) verheizt worden 

- Mir wurden unbefristete Jobs (nach einer Befristung) angeboten, daraus sollten dann Kettenbefristungen werden 

- Mir wurde in der Probezeit eine Änderungskündigung gegeben und aus einer unbefristeten wurde eine befristete Stelle

- etc. 

Und es geht nicht nur mir so. Habe solche oder ähnliche Stories auch anderen gehört.

Um es kurz zu sagen: "Identität" und "Kollektive Ziele" my Ass!

 

Ich habe schon früh die Erfahrungen gemacht, die mich übrigens auch zum FIRE-Gedanken getrieben haben. Und als ich die Möglichkeit hatte meine Sparrate hochzudrehen, habe ich es gemacht.

Sicherlich hast Du ähnliche Erfahrungen als Selbstständiger gemacht, aber ich denke, dass man als Selbstständiger sowas auch erwartet. Als abhängig Beschäftigter ist die  Erwartungshaltung, dann doch noch etwas anders.  

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timk
Am 31.8.2026 um 08:39 von Lazaros:

Interessant - das hört sich in der Theorie toll an.

 

Dazu eine ernstgemeinte Frage um das abstrakte Gedankenbilde "mehr Lebensqualität jetzt" zu visualisieren: Was sind für dich die Dinge, welche du für Geld kaufen

kannst, die für dich mehr Lebensqualität bedeuten und die du dir ohne das "Zusatzgeld" aus der Depotentnahme in guten Jahren, aktuell nicht leisten würdest?

Vorneweg: bin vor ca. 2 Jahren aus dem Berufsleben ausgestiegen.

 

Wofür neben dem täglichen Leben Geld ausgeben?

 

Bei mir ist es Urlaub. Rückblickend hätte ich viel früher etwas mehr Geld für Reisen ausgeben können/sollen. Ich will nicht sagen, dass ich das übermäßige Sparen bereue, aber ich hätte mir mehr gönnen sollen.

 

Mittlerweile bin ich in einer Art antrainierten Geizspirale gefangen.

 

Gestern Urlaub für Anfang nächstes Jahre gebucht. Gleicher Buchungszeitpunkt, gleicher Reisezeitraum, dasselbe Hotel. Total geschockt: 28% teurer. Kann ich mir leisten, aber ich musste mich zwingen, die Reise doch zu buchen. Normalerweise hätte ich aus Prinzip nicht gebucht, insbesondere als ich noch im Berufsleben stand, auch wenn ich es mir leisten kann.

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s1lv3r
vor 1 Minute von timk:

Mittlerweile bin ich in einer Art antrainierten Geizspirale gefangen. [...] Kann ich mir leisten, aber ich musste mich zwingen, die Reise doch zu buchen. Normalerweise hätte ich aus Prinzip nicht gebucht, insbesondere als ich noch im Berufsleben stand, auch wenn ich es mir leisten kann.

Das hat m.E.n. aber weniger mit Geiz zu tun, sondern ist einfach ein verhaltenspsychologisches Phänomen (Ankereffekt).

 

Ich habe 2015 mal einen super günstigen Urlaub (7 Tage Ägypten für 330€ All-Inclusive) gebucht. Wenn ich diesen Preis (der wohl durch diverse Sondereffekte entstanden ist) jetzt als Anker für zukünftige Reise-Buchungen nehmen würde, wäre jede Reise so teuer, dass ich mich für immer bei jeder Buchung ärgern müsste ... - im Endeffekt gut für dich, dass du trotzdem gebucht hast. Es ist gar nicht so leicht, solchen kognitiven Verzerrungen zu entkommen. ;)

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timk
vor 17 Minuten von s1lv3r:

Das hat m.E.n. aber weniger mit Geiz zu tun, sondern ist einfach ein verhaltenspsychologisches Phänomen (Ankereffekt).

 

Ich habe 2015 mal einen super günstigen Urlaub (7 Tage Ägypten für 330€ All-Inclusive) gebucht. Wenn ich diesen Preis (der wohl durch diverse Sondereffekte entstanden ist) jetzt als Anker für zukünftige Reise-Buchungen nehmen würde, wäre jede Reise so teuer, dass ich mich für immer bei jeder Buchung ärgern müsste ... - im Endeffekt gut für dich, dass du trotzdem gebucht hast. Es ist gar nicht so leicht, solchen kognitiven Verzerrungen zu entkommen. ;)

Ja, in diesem Fall mag der Ankereffekt eine Rolle spielen, aber der Geiz zeigt sich auch in Dingen, die ich mir noch nie gegönnt habe, mir aber gerne gönnen würde.

 

Und bei dem Hotel muss es ein Schleppanker sein, da das Hotel seit Ende Corona jedes Jahr 10% teurer geworden ist. Dieses Mal mit 28% richtig extrem.

 

Wenn das mit den Kosten für Reisen so weitergeht, dann muss ich meine mittelfristige Finanzplanung dahingehend überprüfen.

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hattifnatt
vor 4 Stunden von PapaPecunia:

Das mit der Zeitstruktur verstehe ich immer am allerwenigsten: Ist es denn nicht Sinn der Sache, sich eben keinen Wecker stellen zu müssen?

Ich verstehe diese deutsche Obsession mit der Tagesstruktur und vor allem dem frühen Aufstehen nicht. So als wäre Aufstehen um 6 Uhr ein Selbstzweck an sich. Ich denke da kickt bei einigen die Erziehung zum Arbeitstier rein,

Erklärung von Gemini:

Zitat

1. Externalisierung von Antrieb (Reduzierung von „Decision Fatigue“)

Wenn der Tag keine äußeren Fixpunkte hat (wie Arbeitsbeginn, Pausen, Feierabend), muss jede einzelne Handlung aktiv selbst entschieden und motiviert werden. Das klingt nach Freiheit, führt aber auf Dauer zu einer enormen mentalen Ermüdung (Decision Fatigue). Ein fester Rahmen nimmt uns die ständige Entscheidung ab, wann wir etwas tun, und setzt Energie dafür frei, was wir tun.

 

2. Das Phänomen der „entstrukturierten Zeit“

In der Marienthal-Studie beobachtete Jahoda, dass langzeitarbeitslose Menschen nicht etwa mehr Zeit für Hobbys, Lesen oder Entspannung hatten, sondern dass die Zeit schlicht zerfloss. Ohne Ankerpunkte wie „vor der Arbeit“ oder „nach Feierabend“ verliert auch die Freizeit ihren Wert. Erholung fühlt sich nur dann richtig nach Erholung an, wenn sie einen Kontrast zu einer Phase der Anstrengung oder Verpflichtung bildet. Ohne Verpflichtung wird Nichtstun schnell von einem schlechten Gewissen oder innerer Leere überlagert.

 

3. Synchronisation mit der Umwelt

Zeitstruktur ist immer auch sozial. Wenn der eigene Rhythmus komplett von dem der restlichen Gesellschaft abweicht (z. B. Schlafen bis Mittags, Aktivität in der Nacht), führt das oft unbewusst zu einer schrittweisen Isolation. Der Austausch mit Freunden, Behörden oder dem öffentlichen Leben wird organisatorisch aufwendiger.

 

4. Biorhythmus und Psyche

Der menschliche Körper reagiert empfindlich auf Unregelmäßigkeit. Ein ständig wechselnder Schlaf-Wach-Rhythmus bringt die innere Uhr (zirkadianer Rhythmus) durcheinander, was nachweislich die Schlafqualität verschlechtert und das Risiko für depressive Verstimmungen erhöht.

 

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Der Heini
vor 1 Stunde von Holgerli:

Sicherlich hast Du ähnliche Erfahrungen als Selbstständiger gemacht, aber ich denke, dass man als Selbstständiger sowas auch erwartet.

Nee, ist anders. Kann man mit Existenzängste umschreiben, da man keinerlei Sicherheit hat auch bzgl. Familie. Wenn es komplett schiefgeht, steht man mittellos da, also Hartz 4 und alles aufgebaute kann ganz schnell weg sein, Haus, Geld, Aktien.

Das war immer das schlimmste, den Rest kann man selber regeln, das aber nicht (Finanzkrise, Corona dafür alles gut gelaufen usw.). Da ist man ausgeliefert.

Daher ist das drin und ich kann nie genug finanzielle Reserven haben fürs Alter, auch wenn das hier manchmal anders herüberkommt. Selbst wenn es rechnerisch locker reicht, es könnte ja 1929ff noch mal kommen. Daher bin ich immer auf der Suche nach der richtigen Grund-SWR um das benötigte Depotvermögen berechnen zu können, auch wenn es eine Illusion ist.

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Wishmueller
vor 6 Minuten von hattifnatt:

Erklärung von Gemini:

 

Hmm.... also ich hege doch erbebliche Zweifel daran, dass das die Gemini-Antwort auf das vorangestellte Zitat sein soll..... :huh:

 

Wenn ich das Zitat eingebe, kriege ich folgenden ersten Absatz dazu:

 

Zitat

Der Sinn des Lebens besteht definitiv nicht darin, sich einen Wecker zu stellen. Deine Frustration ist absolut nachvollziehbar: Die gesellschaftliche Fixierung auf das frühe Aufstehen wird oft als moralische Überlegenheit inszeniert, obwohl sie biologisch für viele Menschen ungesund ist. (...)

:D

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