Jump to content
Veannon

Nachhaltige Fonds

Recommended Posts

tyr
Posted · Edited by tyr
vor 3 Stunden von odensee:

Würde es denn jetzt in der Ukraine, im Jemen, in Syrien ... deutlich anders aussehen, wenn in den letzten, sagen wir zwei Jahrzehnten, Aktienanleger ihr Geld nur noch ESG-konform angelegt hätten?

Ich sehe das Thema Waffengeschäfte viel differenzierter als Stromproduktion mit fossilen Brennstoffen. Das wäre eine ESG-Kriteriendiskussion, die in einem allgemeinen ESG-Faden geführt werden kann, aber letztendlich jeder für sich entscheiden sollte.

vor 1 Stunde von odensee:

Das ist deine persönliche Sache. Ist ja auch ok. Hat aber nichts damit zu tun, ob ESG-Fonds tatsächlich eine Wirkung erzielen, wie von tyr behauptet.

Was behaupte ich denn?

Share this post


Link to post
odensee
Posted
vor 11 Stunden von tyr:

Ich sehe das Thema Waffengeschäfte viel differenzierter als Stromproduktion mit fossilen Brennstoffen.

ok da könnten wir auf einen gemeinsamen Nenner kommen.

 

vor 11 Stunden von tyr:

Was behaupte ich denn?

Vereinfacht : durch Invest in ESG-Fonds hat der Anleger Einfluss auf die Firmenpolitik bezüglich Nachaltigkeitskriterien (wie auch immer definiert). 

Share this post


Link to post
tyr
Posted
vor 16 Minuten von odensee:

ok da könnten wir auf einen gemeinsamen Nenner kommen.

 

Vereinfacht : durch Invest in ESG-Fonds hat der Anleger Einfluss auf die Firmenpolitik bezüglich Nachaltigkeitskriterien (wie auch immer definiert). 

Diese Aussage habe ich so nicht getroffen. Aber ich will gerne über den Gedanken hier diskutieren, wo das Thema hin passt.

 

Im einfachsten Fall bespart man einen ESG-Index statt einem konventionellen Elternindex, wo Unternehmen an Hand von ESG-Kriterien ausgeschlossen werden. Nehmen wir das einfache Kriterium, dass Unternehmen ausgeschlossen werden, die Geschäfte mit der Stromproduktion aus fossilen Energieträgern machen (z. B. Kohleverstromung). Wenn du bestehendes bisher marktbreit angelegtes Vermögen in so einen ESG-Index umgeschichtest fallen entsprechend die Kurse von Unternehmen mit Anteil an Kohleverstromung und die Kurse an anderen Unternehmen steigen entsprechend.

 

Bei einem Privatanleger allein mag der Effekt gering sein. Mittlerweile sind jedoch große Teile der institutionellen und privaten Anleger global unterwegs, um ihre Anlagen auf mehr Nachhaltigkeit umzustellen und neue Gelder ebenfalls nachhaltiger anzulegen.

Ich bin weiterhin der Meinung, dass jeder den Wandel in seinem Einflussbereich vollziehen sollte. Dann haben wir eine Chance, nachfolgenden Generationen eine eingermaßen lebenswerte Umgebung zu hinterlassen.

Share this post


Link to post
stagflation
Posted · Edited by stagflation
vor 39 Minuten von tyr:

Wenn du bestehendes bisher marktbreit angelegtes Vermögen in so einen ESG-Index umgeschichtest fallen entsprechend die Kurse von Unternehmen mit Anteil an Kohleverstromung und die Kurse an anderen Unternehmen steigen entsprechend.

 

Bei einem Privatanleger allein mag der Effekt gering sein. Mittlerweile sind jedoch große Teile der institutionellen und privaten Anleger global unterwegs, um ihre Anlagen auf mehr Nachhaltigkeit umzustellen und neue Gelder ebenfalls nachhaltiger anzulegen.

 

Das Problem sind Anleger, die um jedes Zehntel Prozentpunkt Rendite kämpfen.

 

Die sehen nämlich, dass die Kurse bestimmter Branchen zurückgeblieben sind - und dass man dort eine Überrendite erzielen kann. Die kaufen dann ganz bewusst Aktien der Unternehmen, die andere meiden.

 

Im Endeffekt gibt es dann:

  1. Gutmenschen, die auf Rendite verzichten.
  2. Schlechtmenschen, die eine Überrendite einfahren.
  3. Anleger, die sich nicht beirren lassen und weiterhin marktbreit investieren - und die eine Durchschnittsrendite erzielen.

Anleger der Gruppen 1 und 2 gleichen sich aus. Für Unternehmen oder Branchen gibt es keinen Steuerungseffekt.

 

Zu welcher Gruppe Anleger möchtest Du gehören?

Share this post


Link to post
tyr
Posted · Edited by tyr
vor 22 Minuten von stagflation:

Das Problem sind Anleger, die um jedes Zehntel Prozentpunkt Rendite kämpfen.

Das dürfen die Anleger ja. Wenn ich keine Lust mehr habe, mit meinem Geld die Kurse von Unternehmen für Kohleverstromung und Kernkraft zu stützen und anzutreiben und mein Geld lieber in anderen Unternehmen anlege kann ich trotzdem um Rendite kämpfen.

Zitat

Die sehen nämlich, dass die Kurse bestimmter Branchen zurückgeblieben sind - und dass man dort eine Überrendite erzielen kann. Die kaufen dann ganz bewusst diese Firmen, die andere meiden.

Das passiert ja heute mit Defense-Unternehmen ebenfalls schon. Warum gibt es keine Defense ETF in Deutschland? Weil die Nachfrage danach zu gering ist. Das regelt der Markt.

 

Airbus und Hecker & Koch werden weiterhin gehandelt. Die RWE AG und Uniper SE sind ebenfalls noch am Markt. Kein Bezug dazu, dass jeder Anleger für sich entscheiden kann, ob er die Kurse solcher Unternehmen stützen und treiben, oder lieber fallen lassen und nicht unterstützen will.

Share this post


Link to post
Schwachzocker
Posted
vor 14 Minuten von stagflation:

 

Das Problem sind Anleger, die um jedes Zehntel Prozentpunkt Rendite kämpfen.

 

Die sehen nämlich, dass die Kurse bestimmter Branchen zurückgeblieben sind - und dass man dort eine Überrendite erzielen kann. Die kaufen dann ganz bewusst Aktien der Unternehmen, die andere meiden.

...

Und wieso kann man mit Aktien, deren Kurs "zurückgeblieben" ist, eine Überrendite erzielen? Ist das nicht etwas einfach?

 

oder anders:

 

Warum kann man eine Überrendite erzielen, wenn einige verkaufen und andere kaufen? Ist das nicht immer so?

Share this post


Link to post
Nachdenklich
Posted · Edited by Nachdenklich
Am 22.1.2022 um 16:24 von tyr:

Der Vorwurf geht direkt an dich zurück, da Waffengeschäfte die älteste ESG-Exklusionskategorie sind. Sämtliche mir bekannten ESG-Indizes schließen Waffengeschäfte aus. Kontroverse international geächtete Waffen sind schon seit Jahren auf der Negativliste vieler Versicherer und anderer Instis.

In den meisten demokratisch regierten westlichen Ländern geben die von der Bevölkerung gewählte Regierungen das Steuergeld der Wähler auch für die Beschaffung von Rüstungsgütern aus. Ich zumindest halte es für wünschenswert, daß unsere Regierung sogar mehr Geld für eine gute Ausrüstung unserer Bundeswehr ausgibt. 

Warum sollte ich eine Geldanlage wählen, die die Investitionen in Rüstungsgüter ausschließt?

 

Ich trinke des Abends gerne eine Flasche Wein, ab und zu sogar mal ein Glas Cognac. Warum sollte ich nicht in Firmen investieren, die mit alkoholischen Getränken Geld verdienen?

 

Ich könnte das mit den anderen Auschlußkriterien weiterführen.

 

Ich halte das Konzept "nachhaltige Geldanlage" nicht für überzeugend.

Share this post


Link to post
Undercover
Posted
vor 20 Stunden von tyr:

Ich sehe das Thema Waffengeschäfte viel differenzierter als Stromproduktion mit fossilen Brennstoffen.

Das sehe ich auch so. Die Produktion von Kriegswaffen sehe ich jedenfalls positiv wenn es um Waffen zur Verteidigung geht.

Ein leistungsfähiges Flugabwehr-System ist sicherlich gut für den Frieden und würde der Ukraine aktuell sicher helfen.

Ohne Luftüberlegenheit erreicht ein Angreifer nicht viel.

Aber die meisten Firmen bauen eben verschiedene Waffen.

Soll ich jetzt meine Raytheon aus Gewissensgründen verkaufen weil die Tomahawks bauen?

Wenn da die Navy mal 30 Stück auf einen Schlag verballert freue ich mich weil der Aktienkurs steigt.

Nur leider war das ein Angriffskrieg. :(

Auf der anderen Seite ist aber eine Tomahawk mit Atomsprengkopf eine durchaus wirksame Abschreckungswaffe die den Frieden erhält.

 

Share this post


Link to post
Bigwigster
Posted
vor 2 Stunden von Undercover:

Auf der anderen Seite ist aber eine Tomahawk mit Atomsprengkopf eine durchaus wirksame Abschreckungswaffe die den Frieden erhält.

 

Also am besten alle Länder damit beliefern und man hat die Win-Win-Situation Weltfrieden + höherer Aktienkurs :narr:

Share this post


Link to post
Undercover
Posted

Na ja, Länder die einen Frieden wünschen.

Der Iran sollte wohl besser keine Atomwaffen haben.  :(

 

Share this post


Link to post
etherial
Posted
Am 23.1.2022 um 13:49 von Schwachzocker:

Und wieso kann man mit Aktien, deren Kurs "zurückgeblieben" ist, eine Überrendite erzielen? Ist das nicht etwas einfach?

Das stimmt ja auch nicht ohne Nebenbedingungen. Die Argumentation ist doch, dass die Aktie fällt, aber der Unternehmensgewinn nicht. Dann bedeutet halber Aktienpreis, doppelte Dividendenrendite.

 

Oder noch provokanter gefragt: Ist es nicht etwas einfach anzunehmen, dass der Kurs überhaupt in so einer Situation (fehlendes Nachhaltigkeitszertifikat) zurückbleibt?

 

- Wir haben internationale Märkte - in China, Saudi-Arabien und Russland kümmern sich nicht um Nachhaltigkeit, in den Frankreich und USA sind Kernkraftwerke nachhaltig, in Deutschland Gas

- Und schauen wir doch einfach mal in die Nachbarschaft. 90% meiner Nachbarn sind bereits mit dem Mülltrennen überfordert, 90% können sich kein E-Auto leisten, 90% können sich kein Passiv-Haus leisten, 90% kaufen beim Lidl die konventionelle Fleischwurst, weil sie 20cent billiger ist.
- @Nachdenklich möchte Deutschland verteidigt sehen (ich auch) und trinkt abend einen Cognac (vermutlich noch nichtmal aus Bio-Trauben ;), da fühle ich mich richtig nachhaltig)

 

D.h. Nachhaltigkeit ist im realen Leben ein nachrangiges Thema, bei dem man bereits bei kleinsten Beträgen lieber auf konventionell ausweicht. Aber an der Börse, die wir einen "effizienten Markt" nennen gehen einige wohl davon aus, dass Ungleichgewichte zu gunsten von Nachhaltigkeit enstehen?

Share this post


Link to post

Create an account or sign in to comment

You need to be a member in order to leave a comment

Create an account

Sign up for a new account in our community. It's easy!

Register a new account

Sign in

Already have an account? Sign in here.

Sign In Now

×
×
  • Create New...