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Teletrabbi

Branchenvergleich Solaraktien

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Holgerli
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Naja, da haben wir das nächste Problem: Wäre ich wirklich bei 1.000 Euro je Positionen würden schon 10.000 bis 15.000 Euro zusammenkommen. Und dann wären wir locker bei 50% meines (noch) kleinen Depots. Das ist jenseits von Gut und Böse.

Bezüglich der Zusammensetzung der Solarzusammenstellung geht es weiter. Man müsste schlicht die Anbieterliste von oben nach unten durchgehen. Aber schon bei der 2. Positionen würden mit Yingli Green Energy sämtliche Alarmglocken bei mir läuten, weil will ich wirklich ein Unternehmen längerfristig im Depot haben, was selber (!) seine eigene Zukunft in Frage stellt?

Bei den Wechselrichterherstellern käme ich spätestens bei den ganzen Asiatischen Herstellern ins Schleudern.

 

Eine mögliche Zusammenstellung wäre für mich:

Module: Trina, Yingli (?), Jinko, Canadian, ggf. JA, First, SunPower, Solarworld (mit Bauchschmerzen)

WRs: SMA, 1x USA, 2x oder 3x China/Asien

Park-Entwickler: 2x China/Asien, 1x Europa, SolarCity und ggf. SunEdison

 

Das sind mindestens 15 Positionen und trotzdem schon ein ganz deutliches „Mut zur Lücke“. Gefällt mir nicht wirklich. Das finanziell halbwegs gut Abzubilden ist kaum möglich, wenn man sich sagen wir auf 10.000 begrenzen möchte (was deutlich jenseits meiner 10%-Grenze wäre).

 

Bleibt also nur noch ein Fonds. Ich sag‘ es mal so: Der LUXEMBOURG SELECTION FUND - Asian Solar & Wind Fund A1 wird es nicht. Deine Frage bezüglich der Performance Fee war gut und ich habe sie mir selber gestellt.

ABER: Eine Antwort zu finden war gar nicht so leicht. Factsheet, KIID und Stammdaten liegen zwar in Deutsch vor, enthalten aber keine wirklichen Infos.

Fündig wird man im Prospekt „Luxembourg Selection Fund“. Leider gibt es das nur auf Englisch. Fraglich für mich ist ob das rechtlich überhaupt korrekt ist. Aber selbst, wenn das korrekt ist, dann wäre das für mich schon ein KO-Kriterium, weil ich komplett deutsche Unterlagen erwarte, weil ich im Fall der Fälle nicht sicherstellen kann sprachliche Feinheiten im Englischen korrekt zu erfassen.

Aber um Deine Frage zu beantworten hier nun die Antwort aus dem Prospekt (Seite 20/21):

 

In addition to their respective fees, the manager and the investment advisor will receive, as applicable, a performance fee (charged to the Subfund), split 50% - 50% between the two.

The performance fee will be calculated and fixed at each valuation date and these fixed amounts will be paid at the end of each month. The performance fee will be equal to 10% of the increase in NAV for Class A1, A2, A 3, A4, and A5 and to 5 % of the increase in NAV for Class A6. The increase will be calculated by comparing the NAV (after deducting management commission, consultancy fees and current expenditure but before accounting for the performance fee) to the high water mark. The high water mark is equal to the highest NAV (after performance fees) reached on a previous valuation day, adjusted according to the amounts received for investments and the amounts payable for redemptions of the share class. The high-water-mark principle ensures that in case of loss, no performance fee will be paid until the loss has been recovered.

Was mir das sagen soll? Ich weiss es nicht wirklich.

 

Mein Fazit: Quasi selber einen eigenen Traumfonds über Einzelaktionen nachzubauen ist mir zu teuer im Sinne Art und Umfang der Aktien.

Die bisher gefundenen Fonds überzeugen mich aus dem einen oder anderen Grund nicht wirklich. Daher werde ich von meiner Idee in den Solar-Bereich zu investieren erstmal Abstand nehmen.

 

@Schildkröte: Ich danke Dir für Deinen Input. Deine Fragen zu beatworten hat sehr bei der Entscheidungsfindung geholfen.

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Schildkröte
Posted · Edited by Schildkröte

@ Holgerli:

Dafür ist ein Forum doch da, um sich auszuschauen. ;) Wenn Du Dich mit Einzelwerten nicht wohl fühlst und das für diese Branche vorgesehene Kapital nicht sinnvoll streuen kannst, dann lass es besser. Du musst ja auch bedenken, dass Du anschließend die Werte permanent beobachten musst. Wirklich "permanent", da es sich im konkreten Fall um eine "dynamische" Branche handelt.

 

Es wundert mich, dass es diesbezüglich so wenig geeignete Fonds gibt. Ich habe selbst nochmal etwas recherchiert. Es gibt lediglich überwiegend Fonds, welche allgemein das Thema Energie abdecken. Da hättest Du neben Solar und Wind halt auch noch Atom und Kohle... Bei den von Dir zitierten Bedingungen hinsichtlich der Performance Fee verstehe ich ebenfalls nur Bahnhof. Kein gutes Kriterium.

 

Natürlich ist es ärgerlich, dass Du nun keine Investmententscheidung treffen konntest, nachdem Du so viel Zeit in die Materie gesteckt hast. Vertane Zeit muss das trotzdem nicht gewesen sein. Manche Anleger verlieben sich regelrecht in eine Aktie, wenn sie sich mit ihr beschäftigen. Dein gesammeltes Branchenwissen kannst Du nutzen, um diesen Sektor weiter zu beobachten. Möglicherweise werden ja doch noch entspr. Fonds bzw. ETFs aufgelegt. Auch Capital Stage und die "neue" e.on (nur Erneuerbare, ohne "Altlasten") könnten einen Blick lohnen.

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Holgerli
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Ich denke auch, dass es keine verschwendete Zeit war.

Ich denke, dass ich meine Erkentnisse zielführend einsetzen kann (aber auch noch ausbauen muss) und hoffe, dass ich ggf. auch wem anderes helfen konnte.

 

Von daher: Nochmal danke für die gute Zusammenarbeit. :)

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Holgerli
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Bloomberg hat schwere Zweifel daran, dass Yingli nicht insolvent wird.

Hintergrund ist, dass einerseits hohe Schulden auf Yingli lasten, andererseits die Produktiviät deutlich geringer bzw. die Kostenbelastung deutlich höher als bei anderen Branchengrößen ist. Und das hat zur Folge, dass Yingli ordentlich Geld verbrennt und dieser Effekt sicher eher verstärkt als verringert hat.

 

Quelle: Bloomberg.com

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Holgerli
Posted · Edited by Holgerli

So, die Zahlen für das 2. Quartal für Yingli sind draußen und sehen nicht gut aus:

 

Yingli hat sein Ziel für 2015 zwischen 3,6 bis 3,9 GW an Modulen zu shippen auf 2,5 bis 2,8 GW gesenkt.

YIngli wird für 2015 eine Maschinenauslastung zwischen 63 und 65 Prozent haben. Die Konkurrenz wie Trina, Jinko, Ja oder Canadian fährt angesichts des boomenden Marktes eine Auslastung von 100%.

 

Die nicht näher spezifizierte Konkurrenz macht aus der Not eine Tugend und hat mit Yingli "Module tolling" vereinbart. Heisst: Yingli fertigt als OEM, die Auftraggeber schaffen die Rohmaterialen wie Wafer etc. ran, Yingli braucht nur noch Lohn & Strom zu zahlen und liefert die Module direkt an die Konkurrenz. Damit möchte man die Auslastungim 2. Hj. bei 90% halten.

 

Das heisst allerdings im Umkehrschluss, wenn Yingli von einer Auslastung von max. 65% im Gesamjajr ausgeht, dass Yingli im 1. Hj. zu max. 40% ausgelastet war.

 

Klartext: Yingli wird jetzt erst nach hinten durchgereicht und wird wahrscheinlich demnächsr ganz weg sein vom Fenster.

 

Quelle: pv-tech.org

 

Wie besch...eiden es um Yingli steht, sagen eigentlich diese beiden Zahlen: 1.) Net-Loss 1. Quartal 2015: 58,6 Mio USD zu 2. Quartal 2015: 96,5 Mio. USD

Im Oktober steht überdies die Rückzahlung einer 1 Mrd. CNY (=ca. 160 Mio. USD)-Anleihe an. Das könnte nochmal spannend werden.

 

Quelle: pv-tech.org

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Holgerli
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PV-Tech.org hat schon mal eine Hochrechnung für 2015 gemacht: Unter den PV-Firmen die über 3 GW an Modul-Produktion raushauen können, stechen Trina, Jinko, Canadian und Ja deutlich hervor. Diese vier werden mehr Module verkaufen als sie selber mit ihren Kapazitäten herstellen können.

 

Der Rückschluss ist nun einfach: Es müssen noch Überkapazitäten existieren. Eine Erklärung wäre Yingli. Es bleibt auch für die Endkunden zu hoffen, dass diese vier Hersteller nicht auf drittklassige Hersteller zurückgreifen, sondern auf Qualität achten.

 

Was heisst das nun? Nimmt man die Jahresproduktion dieser sechs großen Hersteller plus die restlichen Hersteller der Top 20 ist mit einer Produktion von über 40 GW nur allein von diesen zu rechnen (wobei darin schon die revidierten Zahlen von Yingli eingearbeitet sind) .

Rechnet man die vielen kleinen Hersteller hinzu, ist damit zu rechnen, dass dieses Jahr weit über 50 GW, wenn nicht sogar bis zu 60 GW Module hergestellt werden.

 

Hinzu kommt, dass der Zubau neuer Kapazitäten in 2015 wohl recht atypisch verlaufen wird: Im ersten Hj. 2015 wurden über 17 GW an Kapazität zugebaut, davon aber nur knapp 3 Gw in China.

 

Es bleibt also spannend, sowohl wenn man den Fokus auf Einzelunternehmen hat aber auch wenn man eher den Blick auf „the big picture“ wirft.

 

Quellen:

pv-tech.org (1)

pv-tech.org (2)

 

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bananabread
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PV-Tech.org hat schon mal eine Hochrechnung für 2015 gemacht: Unter den PV-Firmen die über 3 GW an Modul-Produktion raushauen können, stechen Trina, Jinko, Canadian und Ja deutlich hervor. Diese vier werden mehr Module verkaufen als sie selber mit ihren Kapazitäten herstellen können.

 

Der Rückschluss ist nun einfach: Es müssen noch Überkapazitäten existieren. Eine Erklärung wäre Yingli. Es bleibt auch für die Endkunden zu hoffen, dass diese vier Hersteller nicht auf drittklassige Hersteller zurückgreifen, sondern auf Qualität achten.

 

Was heisst das nun? Nimmt man die Jahresproduktion dieser sechs großen Hersteller plus die restlichen Hersteller der Top 20 ist mit einer Produktion von über 40 GW nur allein von diesen zu rechnen (wobei darin schon die revidierten Zahlen von Yingli eingearbeitet sind) .

Rechnet man die vielen kleinen Hersteller hinzu, ist damit zu rechnen, dass dieses Jahr weit über 50 GW, wenn nicht sogar bis zu 60 GW Module hergestellt werden.

 

Hinzu kommt, dass der Zubau neuer Kapazitäten in 2015 wohl recht atypisch verlaufen wird: Im ersten Hj. 2015 wurden über 17 GW an Kapazität zugebaut, davon aber nur knapp 3 Gw in China.

 

Es bleibt also spannend, sowohl wenn man den Fokus auf Einzelunternehmen hat aber auch wenn man eher den Blick auf „the big picture“ wirft.

 

Quellen:

pv-tech.org (1)

pv-tech.org (2)

 

 

 

Immer sehr gute Info´s von dir, danke! :)

 

 

 

 

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Holgerli
Posted · Edited by Holgerli

@banana: Da sagt ich erstmal DANKE!

 

Und mache gleich weiter:

 

Indien scheint ordentlich aufzudrehen: Aktuell sind 4,4 GW installiert und 10,9 GW in der Pipeline. "Bridge to India" geht davon aus, dass selbst wenn es Verzögerungen im ehrgeizigen Ausbauplan gibt 4 bis 6 GW pro Jahr bis 2019 möglich sind mit Spielraum nach oben. Das Ziel von 60 GW Kapazität werden bis 2019 zwar wohl nicht ganz erreicht aber man kommt wohl nahe heran.

Auf jeden Fall geht man davon aus, dass Indien in den nächsten Jahren zu einem wichtigen PV-Schlüsselmarkt wird.

Ich vermute auch ganz stark, dass wenn China so massiv wie von pv-tech angesagt in Indien investiert, dann u.U. auch samfter Druck von politischer Seite kommt, um chin. Investitionen zu schützen.

 

Quelle: solarserver.de

 

 

Ab September ist es in der Türkei möglich Anlagen bis 50 kWp ohne Lizenz zu errichten. Solarbaba geht davon aus, dass dadurch die Errichtung kleiner Anlagen deutlich einfacher wird.

Ehrlich gesagt habe ich aber keine Ahnung ob das nur eine Alibi-Aktion ist oder Substanz dahinter steckt.

 

Nachtrag: Ich habe mir sagen lassen, dass man Solarbaba mit etwas Vorsicht genießen solle, weil diese wohl mit einem Baumarkt verbandelt sei, der auch versuche PV-Anlagen an den Mann zu bringen.

Desweiteren soll es auch schon vor der Änderungen möglich gewesen sein Kleinanlagen unter 10 kW bzw. 10.000 Kwh Produktion ohne Lizenz zu errichten.

 

Quelle: solarserver.de

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Schildkröte
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@ Holgerli:

Ich finde Deine Beiträge hier auch Klasse! thumbsup.gif Ich trete im Moment etwas kürzer, was sehr entspannend ist. Das Marktgeschehen behalte ich natürlich trotzdem im Auge. Vielleicht interessiert Dich dieses branchenspezifische Fachportal: http://www.solarserver.de/solar-magazin/nachrichten.html

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Holgerli
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@Schildkröte: Erstmal auch Dir DANKE. Ja, ist mir aufgefallen, dass Du Dich etwas rar machst. Finde ich persönlich schade.

Ich würde mich persönlich freuen, wenn der Thread auch von anderen Schreibern mit Leben befüllt würde.

Aber was nicht ist kann ja noch.

 

Ich finde das Thema super-spannend und werde wohl auch dran bleiben.

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ebdem
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Spannend könnte auch für die Branche sein, dass es sich wohl ab 2019 lohnen könnte Speicher für den Eigenbedarf zu nutzen.

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Holgerli
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Global Data geht von einer installierten PV-Leistung von 345 GW 2025 im Asien/Pazifik-Raum aus.

 

Das wäre eine Steigerung von gut 280 GW in 11 Jahren (ausgehend von 63 GW in 2014).

China soll lt. der Prognose knapp 200 GW in 11 Jahren installieren Japan gut 30 GW in dem Zeitraum.

Korea soll etwa 5 GW installieren.

 

Auch wenn das eine Hammerzahl ist, sind die Werte doch etwas enttäuschend. Primär aus zwei Gründen.

1. Für Indien blieben lt. dieser Prognose nur etwa 40 GW bis 45 GW Kapazität über und das hieße, dass das Zubauziel von 100 GW bis 2022 massiv verfehlt werden würde

2. 198 GW in China würde bedeuten, dass der Zubau bei jährlich 18 GW (also ungefähr der erwarteten Zubaurate von 2015) stagnieren würde.

 

Quellen:

Solarserver.de

blue & green tomorrow

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Holgerli
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Yingli hat im September Lieferverträge für Module über 300 MW abgeschlossen. Da kann man sich schon fragen, ob das Zufall ist oder ob da aktiv eingegriffen wird, dass Yingli nicht den Bach runter geht.

 

Quelle 1: pv-magazine.de

Quelle 2: iwr.de

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Schildkröte
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@Schildkröte: Erstmal auch Dir DANKE. Ja, ist mir aufgefallen, dass Du Dich etwas rar machst. Finde ich persönlich schade.

Ich würde mich persönlich freuen, wenn der Thread auch von anderen Schreibern mit Leben befüllt würde.

Aber was nicht ist kann ja noch.

Ich trete zwar momentan etwas kürzer, aber ich bin nicht aus der Welt:

 

Nach einigen großen Unternehmen will nun auch der Solaranlagen-Betreiber Chorus Energy an die Börse. Dabei hatte er sich noch im Juli dagegen entschieden. Ist die Zeit jetzt wirklich besser?

Hier der vollständige FAZ-Artikel: http://www.faz.net/aktuell/finanzen/aktien/boersengang-von-chorus-energy-geplant-13821796.html

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Holgerli
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Hier noch etwas aus den USA. Kernaussagen:

 

1. Grid Partity von PV mit Erdgas ist mittlerweile durch die ganze USA usus

2. Das Auslaufen der Steuervorteile wird es 2017 zu einem 80%-Einbruch bei den Neubauten führen

3. Aufgrund der immer weiter fallenden Preis rechnet man aber schon 2019 wieder mit dem 2016er-Niveau.

 

Quelle: Greentechmedia.com

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Ramstein
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Wenn man genauer liest, gilt das für Solarparks ab 5 Megawatt. Außerdem legt man einen Marktpreis von 40 - 75 US$ pro MWh zugrunde, während der deutsche Preis bei ca. 30 Euro liegt.

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Holgerli
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Wenn man genauer liest, gilt das für Solarparks ab 5 Megawatt. Außerdem legt man einen Marktpreis von 40 - 75 US$ pro MWh zugrunde, während der deutsche Preis bei ca. 30 Euro liegt.

 

Ja, es geht um "utility scale"-Kraftwerke, ab 5 MW. Da es bei dem Beitrag um die USA geht, werden natürlich US-Preise als Maßstab angelegt. Warum sollte man die Grid Parity in den USA an deutschen Preisen vergleichen?

Nur am Rande: Die von Dir angeführten ca. 30 Euro pro MWh in Deutschland, scheinen wohl mittlerweile veraltet. Realistischer sind wohl 26 Euro für den Day-ahead-Handel .

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Yerg
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In der Diskussion zur Capital Stage AG habe ich gerade etwas zum Vergleich mit 7C Solarparken und Chorus Clean Energy geschrieben, was hier vielleicht auch interessiert:

Alternativen zur Capital Stage AG (DE0006095003) sind eher 7C Solarparken AG (DE000A11QW68) und der Börsenneuling Chorus Clean Energy AG (DE000A12UL56). Bei beiden Unternehmen finde ich es allerdings schwierig, die Entwicklung über mehrere Jahre zu betrachten und zu beurteilen, wie gut sie neue Akquisitionen umgesetzt bekommen: 7C Solarparken ist erst Ende 2014 entstanden aus einem reverse Takeover von Colexon; Chorus ist erst seit wenigen Tagen an der Börse und das Unternehmen hat sich ebenfalls zuvor im Dezember 2014 intern umstrukturiert, dadurch gibt es für 2014 nur einen pro-forma Jahresabschluss für den Konzern in seiner heutigen Form (im Emissionsprospekt zu finden).

 

Bei Capital Stage gibt es dagegen schon eine mehrjärige Historie mit untereinander vergleichbaren Jahreszahlen. Capital Stage hat in den letzten Jahren nicht nur sein Solarportfolio deutlich erweitert, sondern dabei auch Umsatz- und Kapitalrendite steigern können. Sie wachsen also nicht nur um des Wachstums willen.

 

Von den aktuellen Kennzahlen her ist meiner Einschätzung nach 7C Solarparken etwas günstiger bewertet als Capital Stage u.a. bezüglich Kurs/Cash Flow und "Solarleistung pro Euro". Das Unternehmen ist aber auch deutlich kleiner und wie gesagt schwieriger zu beurteilen, deshalb kann man das auch einfach als Risikoprämie ansehen. Bei Chorus ergibt eine Betrachtung der Kennzahlen basierend auf den letzten Veröffentlichungen meiner Meinung nach wenig Sinn, weil sie durch den Börsengang gerade rund 120 Mio. Euro frisches Kapital bekommen haben und viel davon abhängt, wie gut sie das jetzt investieren können.

 

Ich bin derzeit bei Capital Stage und 7C Solarparken investiert.

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Holgerli
Posted · Edited by Holgerli

Baoding Tianwei Yingli New Energy Resources Co (eine Tochter von Yingli Green Energy) hätte bis heute eigentlich 1 Mrd. Yuan für eine Anleihe rückzahlen müssen, schaffte es aber nur 643 Mio. Yuan zu bezahlen.

57 Mio. Yuan Zinsen wurden hingegen pünktlich und komplett bezahlt.

 

Lt. Bloomberg wird der Effekt dieses Zahlungsausfalls nicht sehr groß sein, weil er eigentlich schon erwartet wurde.

 

Quelle: Bloomberg.com

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Holgerli
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IHS geht davon aus, dass der Zubau in 2015 um 33 auf knapp unter 60GWp zunimmt. 2016 werden nur noch 12% als 2015 oder insgesamt 65 GWp zugebaut. Für 2017 geht man von einem im einstelligen Bereich schrumpfenden Markt aus, weil aufgrund ausläufen ITC-Förderung der Zubau in 2017 um knapp 8 GWp einbrechen wird. Die anderen Märkte waxhsen zwar um 11% können das aber nicht ausgleichen.

 

2016, spätestens 2017 ist dadurch mit fallenden Modulpreisen zu rechnen.

 

Quelle: SolarServer.de

 

China hat in den ersten 9 Monaten knapp 10 GWp zugebaut. Geht man davon aus, dass 2014 und 2013 (und wenn ich mich recht entsinne auch 2012) in den letzten 3 Monaten zwischen 25 und 50% des Jahreszubaus realisiert wurden, könnten irgendwas in den Nähe von 20 GWp realistisch sein.

 

Quelle: SolarServer.de

 

Desweiteren erwägt China die Förderung für Wind und PV in 2016 um bis zu 6 Prozent und bis 2020 um weitere bis zuu 20 Prozent zu senken.

 

Quelle: SolarServer.de

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Holgerli
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Ende 2014 hatten wir hier mal bezüglich Polysiliziumpreisen von 20 USD/kg diskutiert. Mittlerweile sind wir ein Jahr weiter und die Preise sind nochmal um 30 Prozent in den Keller. Aktuell sind es um die 14 USD/kg.

 

Der hier verlinkte Artikel macht sich seine Gedanken um die zukünftige Preisentwicklung. Die These (so nenne ich es mal) des Artikels ist, dass die aktuellen Produktionskosten bei Polysilizium ungefähr 20 USD/kg liegen und daher wo eine Preiskorrektur fällig wäre. Es könnte zu Fabrik-Stilllegungen in 2016 kommen.

 

Das Problem: Eine Stilllegung und ein Wiederausmotten einer Fabrik dauert bis zu 6 Monaten. Gleichzeitig rechnet man damit, dass nächstes Jahr die Kapazität um weitere 10% steigen wird.

Ich hab mir mal die Preise 2012, 2013, 2014 und 2015 angeschaut: Ja, es stimmt. So tief wie in 2015 waren die Preise noch nie aber 2012 und 2013 waren sie auch deutlich unter 20 USD und 2014 waren die Preise nicht soweit drüber, dass man bei 20 USD Produktionskosten fette Gewinne hätte machen können.

 

Im Artikel steht, dass Wackers aktuelle Kapazitäten nahezu vollausgelastet sind. Schaut man sich die Zahlen für 2015 an, so könnten diese besser sein aber von einem Desaster wie man sie bei Verkaufspreisen die 25% unter den Produktionskosten sind sieht man definitiv nichts.

Meine Schlussfolgerung: Es gibt eine große Spreizung bei den Produktionskosten. Sollten diese wirklich bei 20 USD/kg liegen, Wacker aber noch gut mit 15 USD/Kg oder weniger zurechtkommen können, heißt das für mich, dass es auch Produzenten mit Kosten deutlich über 20 USD/kg liegen.

 

Quelle 1: pv-magazine.de

Quelle 2: Wacker Chemie

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Schildkröte
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Und mal wieder eine Pleite in dieser Branche. Nun geht Abengoa aus Spanien über die Wupper: http://www.faz.net/aktuell/finanzen/anleihen-zinsen/erneuerbare-energien-abengoa-vor-dem-aus-13932182.html

 

Des Weiteren hat die Sonnenbatterie GmbH, geführt vom ehemaligen deutschen Tesla-Chef, das ambitionierte Ziel, Solaranlagen und Akkus miteinander zu vernetzen sowie klassische Energieversorger in spätestens zehn Jahren überflüssig zu machen: http://www.handelsblatt.com/technik/zukunftderenergie/energiespeicher-tschuess-eon-au-revoir-rwe/12638834.html

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checker-finance
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Ende 2014 hatten wir hier mal bezüglich Polysiliziumpreisen von 20 USD/kg diskutiert. Mittlerweile sind wir ein Jahr weiter und die Preise sind nochmal um 30 Prozent in den Keller. Aktuell sind es um die 14 USD/kg.

 

Der hier verlinkte Artikel macht sich seine Gedanken um die zukünftige Preisentwicklung. Die These (so nenne ich es mal) des Artikels ist, dass die aktuellen Produktionskosten bei Polysilizium ungefähr 20 USD/kg liegen und daher wo eine Preiskorrektur fällig wäre. Es könnte zu Fabrik-Stilllegungen in 2016 kommen.

 

Das Problem: Eine Stilllegung und ein Wiederausmotten einer Fabrik dauert bis zu 6 Monaten. Gleichzeitig rechnet man damit, dass nächstes Jahr die Kapazität um weitere 10% steigen wird.

Ich hab mir mal die Preise 2012, 2013, 2014 und 2015 angeschaut: Ja, es stimmt. So tief wie in 2015 waren die Preise noch nie aber 2012 und 2013 waren sie auch deutlich unter 20 USD und 2014 waren die Preise nicht soweit drüber, dass man bei 20 USD Produktionskosten fette Gewinne hätte machen können.

 

Im Artikel steht, dass Wackers aktuelle Kapazitäten nahezu vollausgelastet sind. Schaut man sich die Zahlen für 2015 an, so könnten diese besser sein aber von einem Desaster wie man sie bei Verkaufspreisen die 25% unter den Produktionskosten sind sieht man definitiv nichts.

Meine Schlussfolgerung: Es gibt eine große Spreizung bei den Produktionskosten. Sollten diese wirklich bei 20 USD/kg liegen, Wacker aber noch gut mit 15 USD/Kg oder weniger zurechtkommen können, heißt das für mich, dass es auch Produzenten mit Kosten deutlich über 20 USD/kg liegen.

 

Quelle 1: pv-magazine.de

Quelle 2: Wacker Chemie

 

 

Könnte aber auch sein, dass die unterschiedlichen Preise und Gestehungskosten auf unterschiedlichen Reinheitsgraden bzw. Qualitäten beruhen.

 

Letztlich ist das Feststellen der Gestehungskosten für Polysilizium ein schießen auf bewegliche Ziele. Ein großer Kostenblock bei der Produktion sind die Stromkosten und wenn in China z. B. aufrund der niedrigen Preise für thermal coal die Stromkosten sinken, sinken auch die Gestehungskosten für dort produziertes Polysilizium. Dann kommt noch das Währungsthema dazu - dank des niedrigen EUR zum USD sinken die Gestehungskosten von wacker in den deutschen Werken, wenn man diese in USD mißt.

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reko
Posted · Edited by reko

Könnte aber auch sein, dass die unterschiedlichen Preise und Gestehungskosten auf unterschiedlichen Reinheitsgraden bzw. Qualitäten beruhen.

 

Letztlich ist das Feststellen der Gestehungskosten für Polysilizium ein schießen auf bewegliche Ziele. Ein großer Kostenblock bei der Produktion sind die Stromkosten und wenn in China z. B. aufrund der niedrigen Preise für thermal coal die Stromkosten sinken, sinken auch die Gestehungskosten für dort produziertes Polysilizium. Dann kommt noch das Währungsthema dazu - dank des niedrigen EUR zum USD sinken die Gestehungskosten von wacker in den deutschen Werken, wenn man diese in USD mißt.

Polysilizium ist nichts anderes als gereinigtes Rohsilizium. Das Rohsilizium wird mit 99% Reinheit zugekauft. Das Entfernen von 1% Verunreinigung ist sehr aufwendig. Die Kosten der Reinigung hängen vom Verfahren (Umwandlung in Silan, Destillation, Gasphasenabscheidung) Know-how und der Produktionsgröße ab. Die Energiekosten spielen dabei eine große Rolle - noch mehr aber die Energie- und Stoff-rückgewinnung. Wacker bzw Siltronic ist seit 1953 dabei und sieht sich als Qualitäts- und Kosten-führer.

 

WACKER erhält Bayerischen Energiepreis für hocheffiziente Produktion von Polysilicium ... Mit patentierten technologischen Weiterentwicklungen und Prozessoptimierungen konnte der Konzern seinen spezifischen Energieverbrauch bei der Produktion von Polysilicium um 29 Prozent reduzieren

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