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Factor Investing mit ETFs

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DST
· bearbeitet von DST
vor 22 Minuten von s1lv3r:

Meine Überzeugung ist aber nicht groß genug, um darauf Geld zu wetten.

So dürfte es den meisten Investoren gehen und so lange sich das nicht ändert wird Value sein historisches Potenzial auch nicht in die Gegenwart umsetzen können. Um an der Börse zu gewinnen muss man darauf wetten, worauf die Masse der Investoren zukünftig wetten wird. Die Frage ist also wann die Masse der Investoren wieder auf Value setzen wird und das dürfte meines Erachtens erst dann mit ausreichend hoher Wahrscheinlichkeit der Fall sein wenn es zu einem kleinen oder größeren Growth-Crash kommt. Aktuell sieht es aber nicht danach aus, dass sich der Dot-Com-Crash wiederholt, also gibt es meines Erachtens keinen Grund nicht weiter an Growth zu glauben. Während Growth wächst wird der Anteil in meinem Portfolio übrigens eher kleiner, weil ich frisches Geld eher anderweitig investiere.

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s1lv3r
· bearbeitet von s1lv3r

Die Frage ist für mich halt auch, auf was man eigentlich genau wettet, wenn man Value gegenüber einer neutralen Verteilung übergewichtet.

 

Wenn man sich z.B. die Regionenverteilung vom MSCI World (65% USA, 8% Japan) ggü. dem MSCI World Value (36% USA, 29% Japan) anschaut, wäre das zu einem großen Teil ja auch eine Regionenwette und nicht nur eine Wette auf Value-Unternehmen.

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Bigwigster
vor einer Stunde von s1lv3r:

Wenn man sich z.B. die Regionenverteilung vom MSCI World (65% USA, 8% Japan) ggü. dem MSCI World Value (36% USA, 29% Japan) anschaut, wäre das zu einem großen Teil ja auch eine Regionenwette und nicht nur eine Wette auf Value-Unternehmen.

Habe mich kürzlich gefragt, was in dieser Hinsicht eigentlich der sinnvollere Ansatz ist. Die Gewichtung der Regionen beibehalten und jeweils die Valuestocks übergewichten, oder die Regionengewichtung anpassen und überreginal die besten Valuestocks rauspicken. Gibt es hier irgendwelche Studien oder wissenschaftlichen Auswertungen zu dem Thema? (Value jetzt nur als Beispiel)

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C-Dog

Wobei die Verteilung hier meines Wissens nach daraus resultiert, die Branchen festzusetzen wie im MSCI World und dann innerhalb der Branchen jeweils die Valuestocks zu wählen. Da ist im Moment halt oft Japan im Gegensatz zum teuren US-Markt dabei.

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s1lv3r
· bearbeitet von s1lv3r
vor 28 Minuten von Bigwigster:

Habe mich kürzlich gefragt, was in dieser Hinsicht eigentlich der sinnvollere Ansatz ist. Die Gewichtung der Regionen beibehalten und jeweils die Valuestocks übergewichten, oder die Regionengewichtung anpassen und überreginal die besten Valuestocks rauspicken

 

Ich finde eigentlich beide vorherrschenden Ansätze problematisch:

  • Bei der Beibehaltung der Regionengewichtung ist Value größtenteils eine Wette auf amerikanische Banken.
  • Die Beibehaltung der Sektorengewichtung bringt hingegen eine massive Übergewichtung von japanischen Firmen mit sich (dort gibt es dann folglich viele IT Value-Unternehmen?).

 

Gibt es eigentlich kein Produkt/keinen Index welcher ohne diese Einschränkungen global in den Value-Faktor investiert?

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Nachdenklich
vor 6 Stunden von DST:

...   da diese den relativ schweren Small Cap Growth Status bereits erfolgreich überstanden haben und somit theoretisch unendlich wachsen können

Ich möchte die Gegenbehauptung aufstellen: Das von Dir angenommene unendliche Wachstum ist nichteinmal theoretisch denkbar.

Sollte eine solche Erwartung aber weit verbreitet sein, dann könnte es bald zu Enttäuschungen kommen, die dann eine Gegenreaktion auslösen.

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MCThomas0215
· bearbeitet von MCThomas0215
vor 10 Stunden von s1lv3r:

 

Ich finde eigentlich beide vorherrschenden Ansätze problematisch:

  • Bei der Beibehaltung der Regionengewichtung ist Value größtenteils eine Wette auf amerikanische Banken.
  • Die Beibehaltung der Sektorengewichtung bringt hingegen eine massive Übergewichtung von japanischen Firmen mit sich (dort gibt es dann folglich viele IT Value-Unternehmen?).

 

Gibt es eigentlich kein Produkt/keinen Index welcher ohne diese Einschränkungen global in den Value-Faktor investiert?

Mir scheint Du verstehst die Grundprinzipien eines Faktorinvestments nicht verstanden. 

Könntest Du deine Probleme ein bisschen erläutern?

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The Statistician
vor 14 Stunden von DST:

Ja, aber die Relevanz von Ein- und Ausstiegszeitpunkten wird meines Erachtens unterschätzt.

Das kann ich verstehen, macht aber bei diesem Punkt aus meiner Sicht wenig Sinn. Wie zuvor bereits geschrieben, sofern man von Value überzeugt ist, so waren die vergangenen Monate und auch heute noch ein guter Zeitpunkt um seinen Exposure aufzubauen oder leicht auszubauen, sofern man das denn will. Du scheinst jedoch Zweifel an dem Faktor zu haben, wodurch ich dein Zögern eher nachvollziehen kann.

growth_value_spread_yardeni.thumb.png.a52483f977ce7b9045dbb8432c60111d.png

 

Bezogen auf den Russell 1000 liegt ein ähnliches Bild vor. Wobei es hinsichtlich der Bewertung teils dann wieder nicht so extrem ausfällt wie zum Hoch in 2000 (u.a. P/S Ratio). Und an dieser Stelle mich bitte nicht falsch verstehen. Das soll kein gezieltes Timing implizieren. So kann der Growth-Trend durchaus noch ein paar Jahre weitergehen. Doch ich sehe diesen Trend persönlich zunehmend kritischer. An dieser Stelle muss auch nicht einmal ein großer Crash wie 2000 notwendig sein. Es reicht vollkommen aus, wenn die Performance von Growth mal ein paar Jahre etwas ins Straucheln kommt. Die Gründe können dabei vielfältig sein.

vor 14 Stunden von DST:

Dass sich an der Reihenfolge der Performance in den letzten Jahren bisher nichts geändert hat (Growth > Marktfaktor > Value). Man darf nicht vergessen, dass die Kurse von der Masse der Investoren gemacht werden und anscheinend hatte diese bisher kein großes Interesse an einem Comeback von Value, also setzte ich auch (noch) nicht darauf. Ich würde zudem auch nicht ausschließen, dass der Value-Factor gar nicht mehr existiert.

Ausgehend dessen würdest du zwangsläufig erst investieren, sobald sich eine Trendumkehr in Teilen realisiert hat. Kann man so machen, hat schließlich ganz eigene Vorteile. Ich bevorzuge es dahingehend wohl doch etwas antizyklischer, wohlwissend, dass ich auch ein paar Jahre Underperformance eintüten könnte. Die kurzfristige Performance ist für mich im Hinblick der längerfristigen Perspektive nicht das entscheidende Kriterium. Jedoch vermute ich, dass dein Hauptgrund eher darin besteht, dass du Value als nicht gänzlich überzeugend einstufst, was dann wieder ein Thema für sich ist.

vor 14 Stunden von DST:

Außerdem bin ich mir nicht sicher ob ein erhöhtes Risiko als einzige Erklärung für eine Value-Outperformance ausreicht, da meines Erachtens Growth sogar noch ein höheres Risiko aufweist und somit dieser Logik nach eigentlich sogar die höhere Rendite bringen müsste. Vor allem den größeren Growth-Werten, also im Prinzip die Performance-Treiber des Aktienmarktes in den letzten Jahren, unterstelle ich ein hohes Renditepotenzial, da diese den relativ schweren Small Cap Growth Status bereits erfolgreich überstanden haben und somit theoretisch unendlich wachsen können. 

Bezogen auf die Volatilität mag das durchaus stimmen, aber es gibt noch weitere Aspekte in dieser Hinsicht. Wenn wir uns ein­fach­heits­hal­ber nur auf die Volatilität begrenzen, so verstehe ich nicht wieso du LC Growth ein besonders hohes Potential zuwidmest, wenn gerade SC Growth dahingehend deutlich mehr Risiko aufweist. Auch inhaltlich ist dein Argument mit LC Growth vs SC Growth für mich nicht nachvollziehbar. Man denke hierbei an Unternehmen wie GM, AT&T oder GE. Das waren alles ordentliche Growth Unternehme, die in der Vergangenheit auch mal eine gewisse Zeit die größten Unternehmen darstellten. Abseits dessen kann man sich natürlich auch allgemein die historische Performance von SC vs LC anschauen. Gerade deine Annahme, dass die aktuellen LC Growth Titel überdurchschnittliches Renditepotential aufweisen, geht in meinen Augen konträr zu den derzeit vorliegenden hohen Erwartungen an eben jene Unternehmen. Aber wenn man meint, dass diese Unternehmen die Erwartungen so wie in der Vergangenheit nochmals ordentlich schlagen, der kann ruhig zugreifen.

 

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dagobertduck2204
vor 16 Stunden von s1lv3r:

Ich könnte mir ebenfalls vorstellen, dass die vergangenen Monate sich im Nachhinein als ein sehr guter Zeitpunkt herausstellen könnten, um Value überzugewichten. Die Underperformance läuft historisch gesehen schon relativ lange

Irgendjemand hat mal gesagt, dass eine Underperformance bestimmter Faktoren oder Sektoren auch länger andauern kann als ein Anlegerleben ;) Ist halt dann blöd für diejenigen, die darauf spekuliert haben, dass die Underperformance doch bald vorüber sein müsste...

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ichhabangst
vor 21 Minuten von dagobertduck2204:

Irgendjemand hat mal gesagt, dass eine Underperformance bestimmter Faktoren oder Sektoren auch länger andauern kann als ein Anlegerleben ;) Ist halt dann blöd für diejenigen, die darauf spekuliert haben, dass die Underperformance doch bald vorüber sein müsste...

Deswegen investiert man auch in mehrere Faktoren, wo sich under- und outperformance abwechseln (können).

Oder einfacher ausgedrückt: Marktrisiko gibts auch bei Faktoren-Investing.

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s1lv3r
· bearbeitet von s1lv3r
vor 1 Stunde von MCThomas0215:

Mir scheint Du verstehst die Grundprinzipien eines Faktorinvestments nicht verstanden. 

Das kann durchaus sein.

 

vor 1 Stunde von MCThomas0215:

Könntest Du deine Probleme ein bisschen erläutern?

 

Ich verstehe ganz einfach nicht so richtig, warum es wünschenswert sein sollte künstlich eine Gewichtung aus dem marktneutralen Index beizubehalten, wenn man Produkte mit Faktor-Tilts baut. Dadurch verzerrt sich sich meiner Auffassung nach doch das anzulegende Universum in einem Maße, dass man ggf. auf einmal auf etwas wettet, was mit dem eigentlichen Faktor gar nichts mehr zu tun hat.

 

Und am Beispiel von Value ist das m.M.n. bei beiden vorherrschenden Ansätzen der Fall:

  • Der MSCI Index behält die Branchenverteilung aus dem marktneutralen MSCI World bei, so dass zwangsweise ganz viele IT-Value-Unternehmen enthalten sein müssen (was zufälligerweise den Index zu einer Japan-Wette macht, weil es dort sehr viele dieser Unternehmen gibt).
  • Der Vanguard-Ansatz ist/war die Regionenverteilung beizubehalten, so dass zwangsweise ganz viele Value-Unternehmen in den USA enthalten sein müssen (eben größtenteils Banken).

 

Diese Übergewichtungen ergeben sich ja nicht organisch dadurch, dass man man global versucht Unternehmen zu finden die den maximalen Factor-Exposure ergeben, sondern durch die willkürliche Beibehaltung dieser Gewichtungen.

 

Warum macht man das so? Damit die Entwicklung sich nicht zu stark von einem marktneutralen Investment abkoppeln kann?

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DST
· bearbeitet von DST

 

vor 12 Stunden von Nachdenklich:

Ich möchte die Gegenbehauptung aufstellen: Das von Dir angenommene unendliche Wachstum ist nichteinmal theoretisch denkbar.

Sollte eine solche Erwartung aber weit verbreitet sein, dann könnte es bald zu Enttäuschungen kommen, die dann eine Gegenreaktion auslösen.

"Unendlich" war sicherlich etwas übertrieben, aber prinzipiell könnte z. B. Amazon trotz seiner Größe immer noch weiter wachsen, oder nicht? Bis heute hat Amazon in meinen Augen noch immer keinen ernstzunehmenden Konkurrenten in der westlichen Welt. Wer oder was soll Amazons Wachstum zum jetzigen Zeitpunkt aufhalten? Und selbst wenn es zukünftig ein Unternehmen schaffen sollte Amazon Paroli zu bieten, dann sicherlich nicht von heute auf morgen.

 

vor 2 Stunden von The Statistician:

Wie zuvor bereits geschrieben, sofern man von Value überzeugt ist, so waren die vergangenen Monate und auch heute noch ein guter Zeitpunkt um seinen Exposure aufzubauen oder leicht auszubauen, sofern man das denn will.

Ja, dem wollte ich auch nicht unbedingt widersprechen.

 

Zitat

Du scheinst jedoch Zweifel an dem Faktor zu haben, wodurch ich dein Zögern eher nachvollziehen kann.

Ich glaube, dass solange Growth am wachsen ist Value den Kürzeren zieht. In deiner Grafik war der Growth-Crash 2000 der Auslöser für den kurzfristigen Wechsel zu Value. Sollte es also nicht zu einem Growth-Crash oder sowas in der Art kommen bin ich mir unsicher ob dieser Wechsel jetzt schon stattfinden wird.

 

Zitat

Bezogen auf den Russell 1000 liegt ein ähnliches Bild vor. Wobei es hinsichtlich der Bewertung teils dann wieder nicht so extrem ausfällt wie zum Hoch in 2000 (u.a. P/S Ratio). Und an dieser Stelle mich bitte nicht falsch verstehen. Das soll kein gezieltes Timing implizieren. So kann der Growth-Trend durchaus noch ein paar Jahre weitergehen. Doch ich sehe diesen Trend persönlich zunehmend kritischer. An dieser Stelle muss auch nicht einmal ein großer Crash wie 2000 notwendig sein. Es reicht vollkommen aus, wenn die Performance von Growth mal ein paar Jahre etwas ins Straucheln kommt. Die Gründe können dabei vielfältig sein.

Sobald ich den Eindruck bekomme, dass der Growth-Höhenflug ein Ende nimmt (z. B. weil ein Impfstoff da ist) werde ich womöglich ebenfalls in Value einsteigen und Growth-Positionen abbauen. Der aktuelle Status ist aber nun mal, dass Growth von Corona profitiert und noch sind wir mit dem Thema Corona nicht durch. Seit gestern gellten hier wieder verschärfte Regeln sodass wieder mehr Leute Filme bei Amazon schauen werden etc.

 

Zitat

Ausgehend dessen würdest du zwangsläufig erst investieren, sobald sich eine Trendumkehr in Teilen realisiert hat. Kann man so machen, hat schließlich ganz eigene Vorteile. Ich bevorzuge es dahingehend wohl doch etwas antizyklischer, wohlwissend, dass ich auch ein paar Jahre Underperformance eintüten könnte. Die kurzfristige Performance ist für mich im Hinblick der längerfristigen Perspektive nicht das entscheidende Kriterium. Jedoch vermute ich, dass dein Hauptgrund eher darin besteht, dass du Value als nicht gänzlich überzeugend einstufst, was dann wieder ein Thema für sich ist.

Ich glaub einfach, dass es einen "Auslöser" für das Comeback von Value geben muss und solange dieser nicht gekommen ist glaube ich nicht an eine Value-Outperformance.

 

Zitat

Bezogen auf die Volatilität mag das durchaus stimmen, aber es gibt noch weitere Aspekte in dieser Hinsicht. Wenn wir uns ein­fach­heits­hal­ber nur auf die Volatilität begrenzen, so verstehe ich nicht wieso du LC Growth ein besonders hohes Potential zuwidmest, wenn gerade SC Growth dahingehend deutlich mehr Risiko aufweist.

Weil das Risiko bei SC Growth vermutlich zu groß ist, um dieses systematisch ausnutzen zu können. Damit meine ich weniger die Volatilität, sondern eher das hohe Ausfallrisiko. Bei MC/LC Growth sieht die Sache jedoch schon deutlich besser aus in meinen Augen, weil die meisten (potenziellen) Flopps dieses Status nicht erreichen dürften. Während die Rendite in den letzten Jahren in den USA vor allem mit LC Growth gemacht wurde, wurde sie in Europa vor allem mit MC Growth gemacht.

 

Zitat

Aber wenn man meint, dass diese Unternehmen die Erwartungen so wie in der Vergangenheit nochmals ordentlich schlagen, der kann ruhig zugreifen.

Wie gesagt, auch ich gewichte Growth-Werte zunehmend niedriger. Nur weil ich generell an das Potenzial von MC/LC-Growth glaube und dieses seit vielen Jahren realisiert wird heißt das nicht, dass ich in jeder Marktphase daran glaube. In der derzeitigen Corona-Phase glaube ich mehr an Growth als an Value, trotz der hohen Bewertungen. Ich bin wie du eigentlich ein antizyklischer Investor, aber in diesem Fall warte ich einfach lieber auf einen Auslöser, der mich dazu verleiten lassen würde auf Value zu setzen, denn niemand weiß wie lange der Growth-Run noch anhält. Vielleicht wird die Einführung eines Impfstoffes den Run beenden, vielleicht aber auch nicht.

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MCThomas0215
vor 1 Minute von s1lv3r:

Das kann durchaus sein.

 

 

Ich verstehe ganz einfach nicht so richtig, warum es wünschenswert sein sollte künstlich eine Gewichtung aus dem marktneutralen Index beizubehalten, wenn man Produkte mit Faktor-Tilts baut. Dadurch verzerrt sich sich meiner Auffassung nach doch das anzulegende Universum in einem Maße, dass man ggf. auf einmal auf etwas wettet, was mit dem eigentlichen Faktor gar nichts mehr zu tun hat.

 

Und an dem Beispiel von Value ist das m.M.n. bei beiden vorherrschenden Ansätzen der Fall:

  • Der MSCI Index behält die Branchenverteilung aus dem marktneutralen MSCI World bei, so dass zwangsweise ganz viele IT-Value-Unternehmen enthalten sein müssen (was zufälligerweise den Index zu einer Japan-Wette macht, weil es dort sehr viele dieser Unternehmen gibt).
  • Der Vanguard-Ansatz ist/war die Regionenverteilung beizubehalten, so dass zwangsweise ganz viele Value-Unternehmen in den USA enthalten sein müssen (eben größtenteils Banken).

 

Diese Übergewichtungen ergeben sich ja nicht organisch dadurch, dass man man global versucht Unternehmen zu finden die den maximalen Factor-Exposure ergeben, sondern durch die willkürliche Beibehaltung dieser Gewichtungen.

 

Warum macht man das so?

Ist der Value-Faktor markt-neutral oder nicht? MSCI denkt so. 

 

Ich an deiner Stelle würde mir ganz genau ansehen, wie die Indizes konstruiert werden. Deine MSCI-Beispiele stimmt so nicht, denn der MSCI-Index ist keine Wette auf Japanische IT-Werte. Der Vanguard Ansatz kenne ich nicht.

 

Meiner Meinung nach ist eine Nebenbedingungslose Regression willkürlich, eine Marktkapitalisierte organisch. Sonst würde man ja zur Zeit alles z,B. in Gazprom investieren.

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DST
vor 15 Minuten von s1lv3r:

Dadurch verzerrt sich sich meiner Auffassung nach doch das anzulegende Universum in einem Maße, dass man ggf. auf einmal auf etwas wettet, was mit dem eigentlichen Faktor gar nichts mehr zu tun hat.

Wenn man wirklich an Value glaubt, dann dürfte es egal sein aus welchem Sektor oder Land es kommt. Ich meine mal in einem Artikel gelesen zu haben, dass es auch in der Praxis relativ egal ist, weil der Value-Factor nicht an Regionen oder Sektoren gebunden ist. Wichtig ist in meinen Augen nur, dass man nicht nur auf ein Land oder einen Sektor setzt. Dennoch verstehe ich deine Bedenken, weswegen ich die Value ETFs von SPDR auch am sinnvollsten empfinde.

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s1lv3r
· bearbeitet von s1lv3r
vor 41 Minuten von MCThomas0215:

Ich an deiner Stelle würde mir ganz genau ansehen, wie die Indizes konstruiert werden. Deine MSCI-Beispiele stimmt so nicht, denn der MSCI-Index ist keine Wette auf Japanische IT-Werte. Der Vanguard Ansatz kenne ich nicht.

 

Die Gewichtung von japanischen IT & Communications-Werten ist zumindest viermal so hoch im MSCI World Value ggü. dem marktneutralen Index (7,25% vs. 1,77%). Das der ganze Index nur eine Wette ist, ist natürlich ein bisschen zu plakativ formuliert. Der Index ist nur allgemein sehr Japan-lastig.

 

Im Prinzip werdet ihr recht haben (die Performance der entsprechenden Fonds lief ja auch in der Tat zumindest in der Vergangenheit trotz dieser Unterschiede relativ parallel). So richtig verstehen tue ich allerdings immer noch nicht, warum man diese Beschränkungen verwendet.

 

 

vor 37 Minuten von DST:

Dennoch verstehe ich deine Bedenken, weswegen ich die Value ETFs von SPDR auch am sinnvollsten empfinde.

 

Diesen meinst du SPDR MSCI World Value UCITS ETF? Inwiefern ist der denn anders?

 

*Edit* Gerade gesehen, du meinst bestimmt die Value Weighted ETFs von SPDR. Da gibt es bloß leider scheinbar nur USA & Europa und keinen World ...

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DST
· bearbeitet von DST

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MCThomas0215
vor 16 Minuten von s1lv3r:

 

Die Gewichtung von japanischen IT & Communications-Werten ist zumindest viermal so hoch im MSCI World Value ggü. dem marktneutralen Index (7,25% vs. 1,77%). Das der ganze Index nur eine Wette ist, ist natürlich ein bisschen zu plakativ formuliert.

 

Im Prinzip werdet ihr recht haben (die Performance der entsprechenden Fonds lief ja auch in der Tat zumindest in der Vergangenheit trotz dieser Unterschiede relativ parallel). So richtig verstehen tue ich allerdings immer noch nicht, warum man diese Beschränkungen verwendet.

Also ich sehe da gerad mal Hitachi an 9. Stelle und dann kommt bis Fuij an 41. Stelle nichts mit japanischer IT.

 

Unterschiedliche Länder haben unterschiedliche Wirtschaftsstrukturen.

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s1lv3r
Gerade eben von DST:

Wie hast du dieses ETF denn gefunden? Der wird mir bei JustETF gar nicht in der Suche angezeigt.

Das passiert mir bei justETF komischerweise auch andauernd ... über die Suche findet man die ETFs nicht, über eine Google-Suche nach der exakt gleichen Bezeichnung ist justETF aber dann der erste Treffer ... :blink:

 

vor 8 Minuten von DST:

Ich meinte diese hier

 

Die sehen interessant aus. :thumbsup:

 

vor 2 Minuten von MCThomas0215:

Also ich sehe da gerad mal Hitachi an 9. Stelle und dann kommt bis Fuij an 41. Stelle nichts mit japanischer IT.

 

Name                        %         Sektor    ISIN             Börse
++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++
HITACHI LTD                 1,36	IT	JP3788600009	Tokyo Stock Exchange
SOFTBANK GROUP CORP         1,11	KOM	JP3436100006	Tokyo Stock Exchange
KDDI CORP                   0,6		KOM	JP3496400007	Tokyo Stock Exchange
FUJIFILM HOLDINGS CORP      0,58	IT	JP3814000000	Tokyo Stock Exchange
FUJITSU LTD                 0,57	IT	JP3818000006	Tokyo Stock Exchange
NIPPON TELEGRAPH & TEL COR  0,48	KOM	JP3735400008	Tokyo Stock Exchange
KYOCERA CORP                0,43	IT	JP3249600002	Tokyo Stock Exchange
CANON INC                   0,42	IT	JP3242800005	Tokyo Stock Exchange
TDK CORP                    0,42	IT	JP3538800008	Tokyo Stock Exchange
NEC CORP                    0,3		IT	JP3733000008	Tokyo Stock Exchange
ROHM LTD                    0,18	IT	JP3982800009	Tokyo Stock Exchange
RICOH LTD                   0,16	IT	JP3973400009	Tokyo Stock Exchange
BROTHER INDUSTRIES LTD      0,13	IT	JP3830000000	Tokyo Stock Exchange
SEIKO EPSON CORP            0,13	IT	JP3414750004	Tokyo Stock Exchange
SUMCO CORP                  0,1		IT	JP3322930003	Tokyo Stock Exchange
RENESAS ELECTRONICS CORP    0,09	IT	JP3164720009	Tokyo Stock Exchange
NTT DATA CORP               0,07	IT	JP3165700000	Tokyo Stock Exchange
DENTSU GROUP INC            0,04	KOM	JP3551520004	Tokyo Stock Exchange
YOKOGAWA ELECTRIC CORP      0,03	IT	JP3955000009	Tokyo Stock Exchange
TIS INC                     0,03	IT	JP3104890003	Tokyo Stock Exchange
HIROSE ELECTRIC LTD         0,02	IT	JP3799000009	Tokyo Stock Exchange

Macht 7,25%. 

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DST
· bearbeitet von DST
vor 3 Minuten von s1lv3r:

über die Suche findet man die ETFs nicht, über eine Google-Suche nach der exakt gleichen Bezeichnung ist justETF aber dann der erste Treffer ... :blink:

Weil normalerweise die Filter "Xetra" und "Börse Stuttgart" in der Suchfunktion aktiv sind.

 

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MCThomas0215
vor 47 Minuten von s1lv3r:

Macht 7,25%. 

Völlig egal, Da dass nicht deine Aussage war. Hier nochmal deine Aussage:

vor 2 Stunden von s1lv3r:

Der MSCI Index behält die Branchenverteilung aus dem marktneutralen MSCI World bei, so dass zwangsweise ganz viele IT-Value-Unternehmen enthalten sein müssen (was zufälligerweise den Index zu einer Japan-Wette macht, weil es dort sehr viele dieser Unternehmen gibt).

Das ist was völlig anderes. Nachdem du gemerkt hast wie falsch deine Aussage war hast du einfach so lange gerechnet bis du eine zusätzliche Branche gefunden hast die stärker als im MSCI World ist um deine Aussage zu retten. Übrigens habe ich deine Fragen weiter oben schon alle beantwortet, lesen bildet. Ich empfehle nochmals die Indexberechnung genau zu studieren.

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s1lv3r
· bearbeitet von s1lv3r
vor 22 Minuten von MCThomas0215:

Nachdem du gemerkt hast wie falsch deine Aussage war hast du einfach so lange gerechnet bis du eine zusätzliche Branche gefunden hast die stärker als im MSCI World ist um deine Aussage zu retten.

:huh: Oh, ja. Ich habe dreisterweise einfach IT & Kommunikation zusammengefasst (die Übergänge sind m.M.n. ziemlich fließend). Wenn man das nicht tut und nur IT betrachtet, ist es sogar eine fünffache Übergewichtung gegenüber der Marktgewichtung ...

 

Egal. Du bist auf Ignore. Deine Beiträge sind mir schon vor diesem Thread negativ aufgefallen. Man kann sich übrigens auch im Internet auf einer sachlichen Ebene austauschen ohne rechthaberisch zu sein und direkt persönlich angreifend zu werden.

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MCThomas0215
vor 2 Stunden von s1lv3r:

:huh: Oh, ja. Ich habe dreisterweise einfach IT & Kommunikation zusammengefasst (die Übergänge sind m.M.n. ziemlich fließend). Wenn man das nicht tut und nur IT betrachtet, ist es sogar eine fünffache Übergewichtung gegenüber der Marktgewichtung ...

Du redest hier über 5% des Indexes, der auf 17 Unternehmen (von 400) im 2größten Industrielandes der Erde verteilt sind. Der total größte IT-Wert, Intel, hat alleine schon 4%, der nächste, Micron, auch 2.5%.

Wie soll dass eine Wette auf japanische IT sein?

 

Wenn du den Tenor des Threads bezüglich Faktoren genau liest, wird von allen Seite die zu geringe Faktorladung kritisiert. Dir ist aber dieser Index schon zu konzentriert? Noch dazu handelt es sich meiner Meinung nach um "besseres" Value, da nicht nur Gas & Öl & Banken, womit die meisten Value-Fonds ein Klumpenrisiko haben.

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DST
· bearbeitet von DST
vor 1 Stunde von MCThomas0215:

Du redest hier über 5% des Indexes, der auf 17 Unternehmen (von 400) im 2größten Industrielandes der Erde verteilt sind. Der total größte IT-Wert, Intel, hat alleine schon 4%, der nächste, Micron, auch 2.5%.

Wie soll dass eine Wette auf japanische IT sein?

 

Wenn du den Tenor des Threads bezüglich Faktoren genau liest, wird von allen Seite die zu geringe Faktorladung kritisiert. Dir ist aber dieser Index schon zu konzentriert? Noch dazu handelt es sich meiner Meinung nach um "besseres" Value, da nicht nur Gas & Öl & Banken, womit die meisten Value-Fonds ein Klumpenrisiko haben.

Falls er dich wirklich auf ignore gesetzt hat kann er deine Nachricht erst jetzt lesen :D

 

Hat hier schon mal jemand erwähnt, dass die Value Weighted ETFs ALLE Werte des Mutterindex beinhalten? Das heißt, dass hier auch alle Growth Werte dabei sind, nur eben im Vergleich zum Mutterindex untergewichtet. Der S&P SmallCap 600 Value würde mir besser gefallen, da hier ausschließlich auf Value gesetzt wird. Aber leider gibt es hierzulande keinen entsprechenden ETF.

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€nte
Am 30.11.2020 um 11:11 von DST:

Und das obwohl der Value-ETF ein Fondsvolumen von 170 Millionen US-Dollar hat: https://www.de.vanguard/professionell/produktart/etf/aktien/9397/global-value-factor-ucits-etf

 

Zudem war es der einzige globale Value-ETF mit Small Caps. Vermutlich ist er wohl den anderen Faktor-ETFs von Vanguard, die eher gefloppt sind, zum Opfer gefallen.

Alle vier Faktor ETFs von Vanguard werden geschlossen

VANGUARD GLOBAL MINIMUM VOLATILITY UCITS ETF,

VANGUARD GLOBAL LIQUIDITY FACTOR UCITS ETF,

VANGUARD GLOBAL MOMENTUM FACTOR UCITS ETF AND

VANGUARD GLOBAL VALUE FACTOR UCITS ETF.

 

Siehe auch Vanguard-Mitteilung:

vanguard-funds-plc-factor-etfs-shareholder-notification-final-correct-final-27-nov-2020.pdf

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DST
· bearbeitet von DST
vor 50 Minuten von €nte:

Alle vier Faktor ETFs von Vanguard werden geschlossen

Schon klar, aber der Value ETF ist der einzige, der über ein relativ großes Fondsvolumen verfügt.

 

Auf der anderen Seite wird den meisten Vanguard Faktor-ETF-Investoren vermutlich noch nicht einmal bewusst sein wie teuer diese eigentlich sind, da die TER hier nur einen kleinen Teil der Kosten abdeckt. Die Kosten wirken sich negativ auf die potenzielle Faktorprämie aus, so dass ein günstiger Marktfaktor langfristig die rentablere Wahl sein könnte.

 

Es ist generell fraglich in weit ETFs überhaupt geeignet sind um bestimmte Faktoren abzubilden. Benjamin Felix - ein überzeugter Value Factor Investor - rät Privatanlegern prinzipiell von Faktor-ETFs ab. Die meisten hält er für Produkte, von denen lediglich die Anbieter profitieren dürften. Der einzige ETF, den er meines Wissens nach jemals einem europäischen Privatanleger ans Herz gelegt hat (er interessiert sich eigentlich nicht für UCITS ETFs), ist der SPDR MSCI ACWI IMI ETF. Von den Vanguard Faktor-ETFs rät er wegen dem aktiven Management Risiko ebenfalls ab.

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