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Mickeyscorner

Fairriester / fairr.de / Raisin Pension ETF-Riester

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chirlu
Posted · Edited by chirlu
vor 12 Minuten von uRaNobody:

bei mir wurde leider nicht die volle Zulage gut geschrieben sondern nur 169,20€.  Und das obwohl genau 4% von Vorjahresbrutto eingezahlt wurde.

 

Ich habe die volle Zulage bekommen (175 Euro). Du bist sicher, daß du dich nicht irgendwo verrechnet hast und von der richtigen Zahl (RV-Brutto laut Meldung zur Sozialversicherung) ausgegangen bist? Oder hast du vielleicht noch einen Nebenjob und den nicht eingerechnet?

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jak
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vor 4 Stunden von chirlu:

Bei mir ist die Zulage jetzt gutgeschrieben worden (Buchung vom 6. Juni – also Samstag – zum 26. Mai, wobei die Wertstellung derzeit ja eh egal ist).

Same

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Hotspot
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Yes! Kurz vom Allzeithoch beginnen wir unsere Anteile nun wieder zurückzukaufen. Schön ein paar Millionen verbrannt, vielen Dank auch <3

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B2BFighter
Posted · Edited by B2BFighter
Am 8.6.2020 um 12:41 von uRaNobody:

Ja, aber bei mir wurde leider nicht die volle Zulage gut geschrieben sondern nur 169,20€.  Und das obwohl genau 4% von Vorjahresbrutto eingezahlt wurde. Da muss ich mal den Support anschreiben.

Hast du evtl. neben deinem Bruttolohn  Lohnersatzleistungenw wie Arbeitslosengeld I oder Entgeltersatzleistungen (z. B. Krankengeld) bezogen? Dann erhöht sich  Bemessungsgrundlage um die erhaltene Leistung, das heißt der tatsächlich ausgezahlte Betrag.

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ImperatoM
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Oha...

"fairr" hat gerade per Mail sein neues Anlagekonzept vorgestellt, man möchte sukzessive in den nächsten Wochen wieder in Aktien anlegen.

 

In Kurzform: Das neue Modell ist eine Katastrophe!

 

Man berechnet künftig täglich den Barwert der Garantie und tauscht dann automatisch Aktien gegen Anleihen, zurück gehts bei steigenden Kursen. Wenn es am Markt also mal auf und ab geht, verkauft man am ersten Tag billig, kauft am zweiten Tag teuer zurück und immer so weiter. Das ist im Grunde das DWS-Umschichtmodell als Speed-Version - und dessen Verlustgeschäfte sind hier im Forum hinlänglich dokumentiert.

 

Damit ist das Projekt fairr-Riester aus meiner Sicht gescheitert. Ich muss mir jetzt wohl überlegen, zu einem neuen Anbieter zu wechseln, in Rürup umzusteigen (vgl. Nachbarthread) oder förderschädlich zu kündigen.

 

P.S.: Es ist nur ein Nebenaspekt, aber nicht einmal auf die Vertragsgebühren für die Nichtanlagezeit seit März verzichtet man aus Kulanz.

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jak
Posted
vor einer Stunde von ImperatoM:

Oha...

"fairr" hat gerade per Mail sein neues Anlagekonzept vorgestellt, man möchte sukzessive in den nächsten Wochen wieder in Aktien anlegen.

 

In Kurzform: Das neue Modell ist eine Katastrophe!

 

Man berechnet künftig täglich den Barwert der Garantie und tauscht dann automatisch Aktien gegen Anleihen, zurück gehts bei steigenden Kursen. Wenn es am Markt also mal auf und ab geht, verkauft man am ersten Tag billig, kauft am zweiten Tag teuer zurück und immer so weiter. Das ist im Grunde das DWS-Umschichtmodell als Speed-Version - und dessen Verlustgeschäfte sind hier im Forum hinlänglich dokumentiert.

 

Damit ist das Projekt fairr-Riester aus meiner Sicht gescheitert. Ich muss mir jetzt wohl überlegen, zu einem neuen Anbieter zu wechseln, in Rürup umzusteigen (vgl. Nachbarthread) oder förderschädlich zu kündigen.

 

P.S.: Es ist nur ein Nebenaspekt, aber nicht einmal auf die Vertragsgebühren für die Nichtanlagezeit seit März verzichtet man aus Kulanz.

Bessere Modelle sehe ich anderswo aber auch nicht. Meine alternative wäre es still liegen zu lassen und ne klassische Riesterversicherung zu machen. Die klassische RV ist besser planbar und in Portfolio Performance einpflegbar (ich will ja den Riester mindestens mit der Beitragsgarantie abbilden, quasi als RK1.5). Ich denke mal, die Strategie hier sollte nicht schlechter performen als eine klassische RV, und ich möchte zwei Verträge oder Realisierung der Verluste durch Übertragung vermeiden.

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AktieGlobal
Posted · Edited by AktieGlobal

https://www.fairr.de/produkte/fairriester/investment/

 

Wenn man sich bei dem Rechner die Zielaktienqoute anschaut, sieht diese aber gar nicht so schlecht aus.

Wobei ich meinen Fairr-Riester erstmalig ruhig gestellt lasse, aber mit dem Übertrag zur Condor noch warte, bis sich die Garantiesumme wieder etwas erhöht hat.

 

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chirlu
Posted

Das neue Verfahren ist CPPI, also konsequent prozyklisch. Beim nächsten Crash gibt’s dann einen Cash-Lock. Die relativ hohe Aktienquote ergibt sich, wie Finanztip schon geschrieben hat, aus einer „optimistischen“ erwarteten Verzinsung des Anleihenteils; nach meiner Rechnung 1,75% p.a.

 

Das wird nichts. Ich werde den Vertrag beitragsfrei lassen; vielleicht laufen die Märkte ja genau richtig, und er erholt sich ein bißchen.

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snoop2day
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Und nächstes Jahr kommt dann wieder ein ganz neues (diesmal aber wirklich einwandfreies) Anlagemodell. :rolleyes:

Mein Vertrauen haben sie verspielt - Operation gelungen, Patient im Koma.

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Doso
Posted · Edited by Doso

Rein Euro Staatsanleihen. Mir ist nicht so recht klar wie man da langfristig damit Geld verdienen kann und dazu einen Faktor ETF. Eigentlich hatte ich ja Fairr Riester genommen da sie eben kein aktives Management mit Umschichtungen haben. Jetzt haben sie das eben doch und dazu noch das tolle Timing gerade.

 

Bin mir noch nicht sicher was ich jetzt machen werde. Vermutlich mache ich den Vertrag für dieses Jahr noch voll aber ob ich das dauerhaft weiter darüber muss ich noch nachdenken.

 

Der Fehler der Beitragsgarantie beim Riestern wiegt in der Praxis dann doch recht schwer.

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AktieGlobal
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vor 8 Stunden von chirlu:

Das neue Verfahren ist CPPI, also konsequent prozyklisch. Beim nächsten Crash gibt’s dann einen Cash-Lock. Die relativ hohe Aktienquote ergibt sich, wie Finanztip schon geschrieben hat, aus einer „optimistischen“ erwarteten Verzinsung des Anleihenteils; nach meiner Rechnung 1,75% p.a.

 

Das wird nichts. Ich werde den Vertrag beitragsfrei lassen; vielleicht laufen die Märkte ja genau richtig, und er erholt sich ein bißchen.

wie kommt ihr auf die erwartete Verzinsung? 

Ich denke, der Aktienanteil hängt vom Vermögen, Restlaufzeit, Vola und Einzahlungshöhe ab.

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chirlu
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vor 29 Minuten von AktieGlobal:

wie kommt ihr auf die erwartete Verzinsung? 

Ich denke, der Aktienanteil hängt vom Vermögen, Restlaufzeit, Vola und Einzahlungshöhe ab.

 

Ja, ganz exakt kann man es nicht sagen, und je nach den gewählten Werten kommen auch etwas unterschiedliche Ergebnisse heraus. Aber hoch (m.E. unrealistisch hoch) ist die erwartete Verzinsung in jedem Fall.

 

Wenn ich im Rechner beispielsweise einen aktuellen Bestand von 10000 Euro und einen Garantiewert von 15000 Euro angebe, dann muß ich für die Restlaufzeit 23 bis 25 Jahre einstellen (abhängig von VIX, der macht hier also keinen großen Unterschied), bevor die Aktienquote über den Mindestwert von 3% steigt. Das bedeutet, ab da ist ein freies Risikobudget vorhanden; somit muß (bei der angenommenen Verzinsung) diese Laufzeit ausreichen, um 15000 Euro aus 10000 Euro zu machen (Faktor 1,5). Nun kommt die Rückrechnung auf den jährlichen Zins: 1,5^(1/23) ≈ 1,0178, also +1,78%.

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jensebluemchen
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Ich blicke auch einigermaßen fassungslos auf die Auswahl der ETF. Mich ärgert besonders, dass ich von der Riester-Rente Premium weg bin... Und jetzt praktisch dasselbe in Grün habe. Allein schon, als ich die drei Buchstaben DWS gesehen habe, hätte ich schreien können.
 

vor 9 Stunden von chirlu:

Ich werde den Vertrag beitragsfrei lassen


Darf ich fragen, was du in Zukunft machen wirst? Welches Produkt?

 

 

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AktieGlobal
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vor 8 Minuten von jensebluemchen:

Ich blicke auch einigermaßen fassungslos auf die Auswahl der ETF. Mich ärgert besonders, dass ich von der Riester-Rente Premium weg bin... Und jetzt praktisch dasselbe in Grün habe. Allein schon, als ich die drei Buchstaben DWS gesehen habe, hätte ich schreien können.
 


Darf ich fragen, was du in Zukunft machen wirst? Welches Produkt?

 

 

Ich habe die Condor Riester Garant abgeschlossen.

Laut Support sollten bei meinem Vertrag auch momentan alle Einzahlungen in die freien ETF gehen.

vor 41 Minuten von chirlu:

 

Ja, ganz exakt kann man es nicht sagen, und je nach den gewählten Werten kommen auch etwas unterschiedliche Ergebnisse heraus. Aber hoch (m.E. unrealistisch hoch) ist die erwartete Verzinsung in jedem Fall.

 

Wenn ich im Rechner beispielsweise einen aktuellen Bestand von 10000 Euro und einen Garantiewert von 15000 Euro angebe, dann muß ich für die Restlaufzeit 23 bis 25 Jahre einstellen (abhängig von VIX, der macht hier also keinen großen Unterschied), bevor die Aktienquote über den Mindestwert von 3% steigt. Das bedeutet, ab da ist ein freies Risikobudget vorhanden; somit muß (bei der angenommenen Verzinsung) diese Laufzeit ausreichen, um 15000 Euro aus 10000 Euro zu machen (Faktor 1,5). Nun kommt die Rückrechnung auf den jährlichen Zins: 1,5^(1/23) ≈ 1,0178, also +1,78%.

Wo gibst du den Garantiewert ein? Sorry, aber ich stehe gerade auf dem Schlauch.

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Tenno
Posted
vor 46 Minuten von AktieGlobal:

Wo gibst du den Garantiewert ein? Sorry, aber ich stehe gerade auf dem Schlauch

Auf der oben genannten URL in dem Bereich Summe deiner Einzahlungen

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AktieGlobal
Posted · Edited by AktieGlobal
vor 33 Minuten von Tenno:

Auf der oben genannten URL in dem Bereich Summe deiner Einzahlungen

jetzt verstehe ich den Rechner :-).

Es geht nicht um die jährliche Einzahlung, sondern um die bisher getätigten Einzahlungen (aktueller Garantiewert).

 

Dann sieht die Aktienquote schon ganz anders aus (leider negativ gemeint)

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ImperatoM
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vor 13 Stunden von jak:

Bessere Modelle sehe ich anderswo aber auch nicht. Meine alternative wäre es still liegen zu lassen und ne klassische Riesterversicherung zu machen.

Eine RV wäre aus meiner Sicht auch nur eine Verschlimmbesserung: Hohe Gebühren, garantiert sehr niedrige Rendite bei heutigem Abschluss, dazu noch die potentiell existenzgefährdeten Belastungen für die Versicherer durch die Negativzinsen. Und last but not least, sind die Dinger extrem unflexibel, wenn man weiterwechseln will, weil man z.B. am Anfang schon viele Gebühren zahlt. Da musst Du zusammen mit der Mini-Rendite teilweise Jahrzehnte warten, bis Du alleine nur nicht mehr im Minus bist bei heute abschließbaren RVs. Und wasist, wenn der Gesetzgeber eine sinnvolle Reform einführt, die die Garantie kippt udn Aktiensparen endlich wirklich ermöglicht? Dann köntest Du nur mit Verlust wechseln...

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jak
Posted · Edited by jak
vor 12 Minuten von ImperatoM:

Eine RV wäre aus meiner Sicht auch nur eine Verschlimmbesserung: Hohe Gebühren, garantiert sehr niedrige Rendite bei heutigem Abschluss, dazu noch die potentiell existenzgefährdeten Belastungen für die Versicherer durch die Negativzinsen. Und last but not least, sind die Dinger extrem unflexibel, wenn man weiterwechseln will, weil man z.B. am Anfang schon viele Gebühren zahlt. Da musst Du zusammen mit der Mini-Rendite teilweise Jahrzehnte warten, bis Du alleine nur nicht mehr im Minus bist bei heute abschließbaren RVs. Und wasist, wenn der Gesetzgeber eine sinnvolle Reform einführt, die die Garantie kippt udn Aktiensparen endlich wirklich ermöglicht? Dann köntest Du nur mit Verlust wechseln...

Das ist größtenteils richtig, bei den klassichen Anbietern ist das so

 

Fairrelax ist da ganz OK, weil die Kosten eben icht auf die ersten 5 Jahre umgelegt werden, da kann man also Geld zwischen parken, und die Verzinsung befindet sich auf dem aktuellen Marktniveau. Da ist dann der Übertragungswert im ersten Jahr direkt höher als die Gezahlten Beiträge und Zulagen - aus dem Muster-PIB:

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Bei HUK24 dauert es Jahr(zehnt)e bis der Übertragungswert höher als die Beiträge und Zulagen ist.

 

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ImperatoM
Posted

Das fairrelex-Ding gefällt mir nicht. Erstens weil es eine RV ist und ich RVs in den kommenden Jahren generell für stark bedroht halte, da wird die ein oder andere Grantie wohl einkassiert werden müssen. Zweitens würde ich das Wechselguthaben mitbringen, aber wenig laufend einzahlen wollen - in dem Fall sind die kosten aber relativ hoch und die Wertentwicklung bei 1,0% vor Kosten führt zu einer "Cash2cash-Rendite" nach kosten von nur 0,45% - nein danke.

 

Ich hab aber tatsächlich noch einen alten Notfallbanksparplan als potentiellen Joker, in den ich das Guthaben möglicherweise übertragen könnte (wenn der Empfänger mitmacht), da gäbe es 1,5% Mindestzins. Als Übergangslösung ganz okay. Andererseits müsste ich den wohl auflösen, wenn ich von dort nach einer Gesetzesänderung zu einem neuen Fondssparplan wechseln will - und ich wollte ihn eigentlich gerne als zusätzliche Verrentungsoption parallel laufen lassen.

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Knacker
Posted · Edited by Knacker

Ich hatte mich hier in der Vergangenheit über die Verwalter von UniProfi ausgelassen, weil sie meinen Vertrag und den meiner Frau bei einem kleinen Crash in 2011 umgeschichtet haben und mir dadurch die Chance auf den nachfolgenden Aufschwung zunichte gemacht haben. Mein Sohn und seine Frau wurden damals - sicher altersbedingt - nicht umgeschichtet. Nach meiner schlechten Erfahrung mit UniProfi und dem hier verbreiteten Optimismus habe ich den Kindern doch glatt geraten nach Fair wechseln. Gott sei Dank haben sie nicht auf mich gehört. Dort wären sie definitiv im Tief umgeschichtet worden. Unabhängig von der allgemeinen Panik, die bei Fair aufgekommen ist, wären die gewechselten Verträge schon wegen der dann sehr hohen Garantie als erstes umgeschichtet worden. Ein hoher Rentenbeginn hätte dies offensichtlich auch nicht verhindert.

 

Bei der UniProfiVorsorge wurden lediglich zweimal die Monatsraten in die Renta gelenkt und kurz darauf wieder zurück geschichtet. Alles in allem haben meine Kinder Glück gehabt. Wie es gelaufen wäre, wenn sie 2015 widersprochen hätten, kann ich nicht beurteilen. Aber vielleicht äußert sich hierzu ein Widersprüchler. Es würde mich sehr interessieren.

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Fondsanleger1966
Posted · Edited by Fondsanleger1966

Hallo,

 

ich hatte im November 2016 (im Nachgang zu polydeikes, der unmittelbar davor gepostet hat) mit einer relativ einfachen Rechnung aufgezeigt, dass das Fairriester-Anlagesystem nur mit einer Gut-Wetter-Börse funktioniert und am Ende der Analyse als Fazit geschrieben:

 

Am 22.11.2016 um 22:07 von Fondsanleger1966:

Fairr und Sutor betreiben meiner Meinung nach Regulierungsarbitrage. Sie nutzen die deutlich schwächeren Vorschriften zur Sicherung der Bruttobeitragsgarantie bei Fondssparplänen im Vergleich zu den Fondspolicen massiv aus. Die Risiken sind zwar in den Fat Tails versteckt, haben bei Auftreten aber eine sehr große Wirkkraft.

Nun sind diese Fat Tails eingetreten (sogar bei geringeren Börsenrückschlägen als damals diskutiert). 

 

Wenn ich mir das aktuelle Sutor-Schreiben anschaue und dazu chirlus Berechnung und die verlinkte Finanztip-Einschätzung lese, habe ich den Eindruck, dass jetzt wieder ziemlich optimistische Annahmen vorausgesetzt werden.

 

Da vermutlich einige Fairriester-Anleger überlegen, was sie jetzt machen sollen, hier erneut eine recht einfache Rechnung zur Mechanik und Sturmfestigkeit des Anlagesystems:

 

Ein Riestervertrag war vor dem Corona-Rückschlag mit ca. 60% in Aktien investiert (12 Jahre Restlaufzeit bis Auszahlungsbeginn).

- Höchsstand vor dem Crash: 12.500 Euro

- Einzahlungen = Beitragsgarantie= 11.110 Euro

- Aktueller Wert: 10.000 Euro

 

Neue Aktienquote laut https://www.fairr.de/produkte/fairriester/investment/ nur noch 3% statt 60% - also faktischer Cash-Lock-In.

 

Um die Bruttobeitragsgarantie darzustellen, braucht dieser Vertrag eine Nettorendite von 0,88% p.a. Außerdem muss er die laufenden Kosten von 0,5% + 27 Euro p.a. decken. Das ergibt aktuell eine benötigte Bruttorendite von 1,65% zur Aufholung der Verluste und damit zur Deckung der Beitragsgarantie. 

 

Der Rentenfonds, in den künftig 97% des Fairriestervermögens liegen werden, hat aber nur eine laufende Rendite von 0,2% p.a. (ohne Veränderung des Zinsniveaus), siehe https://www.de.vanguard/web/cf/professionell/de/produktart/detailansicht/etf/9591/BOND/portfolio (Angabe per 30.4.2020). Aktueller ist https://www.ishares.com/de/privatanleger/de/produkte/251740/ishares-euro-government-bond-ucits-etf , der per 9.6.2020 ebenfalls auf 0,2% p.a. kommt (allerdings mit dem Aggregate Index).

 

Gehen wir von 0,20% p.a. aus. Abzgl. 0,07% laufende Kosten bleiben noch 0,13% p.a. Nettorendite des ETFs.

 

Benötigt zur Darstellung der Bruttobeitragsgarantie werden aber 1,65% p.a. Also muss aus der Aktienquote 1,65%-0,13%=1,52% p.a. kommen. Eine Aktienquote von 3% muss daher eine durchschnittliche Rendite von gut 50% p.a. erzielen, um dies zu erreichen. Das dürfte unrealistisch sein.

 

Wenn wir von 6% p.a. durchschnittliche Aktienrendite ausgehen, bräuchte es eine Aktienquote von ca. 25%. Bei 10% p.a. durchschnittliche Aktienrendite immer noch ca. 15%. Und das nur, um in 12 Jahren wieder das Niveau der eingezahlten Beiträge (ohne Inflationsausgleich) zu kommen. Also etwas, was sogar ein (alter) Banksparplan locker übertrifft.

 

So hohe Aktienquoten lassen sich aber nicht durch eine Sonderzahlung im Rahmen der maximalen Riesterförderung erreichen (dies lässt sich durch das Spielen mit dem verlinkten fairr-Rechner herausfinden), sondern nur durch ein starkes Verschieben des Rentenbeginns nach hinten (oft nicht gewollt bzw. nur eine Notfalllösung bei Vorhandensein eines Vorratsvertrags, der zu einem späteren, passenden Zeitpunkt Riesterübertragungen aufnimmt) oder durch sehr hohe Kursgewinne der 3% aktuelle Aktienquote in der nächsten Zeit. Letzere würden das in dem Beispielvertrag sehr knappe Risikobudget wieder aufstocken.

 

Wenn es aber solche sehr hohen Kursgewinne in nächster Zeit nicht geben sollte, kommt ein wichtiger negativer Effekt in der Mechanik des neuen Anlagesystems zum Zuge: Weil der Anleihefonds bei unverändertem Zinsniveau noch nicht einmal die laufenden Kosten des Vertrags deckt, reduziert sich das Risikobudget weiter. Dadurch steigt die Höhe der benötigten Aktienkursgewinne fortwährend. Der Vertrag gerät in einen Teufelskreis. Irgendwann reichen selbst gute Aktienkursgewinne nicht mehr aus, um die Aktienquote stark genug zu steigern.

 

Der beschriebene Effekt ist ähnlich dem, den wir schon 2016 angesprochen haben: Durch die zu niedrige ETF-Verzinsung des "sicheren" Portfolioteils kann es im letzten Jahrzehnt des Vertrages vor der Auszahlphase erhebliche Probleme geben. Diese werden außerdem dadurch verschärft, dass dann bereits sehr viel Geld in dem Vertrag angespart ist. Das ist ein gewaltiger Nachteil gegenüber Riesterpolicen mit einem Deckungsstock (wobei sich dort auf Sicht der nächsten Jahrzehnte auch einige Probleme ergeben dürften).

 

Die Rechnung dürfte gezeigt haben, dass das letzte Jahrzehnt des Fairriestervertrages auch im neuen Anlagesystem sehr schwierig sein kann. Und vorher dürfte es durch die Pfadabhängigkeit der CPPI auch viele Überraschungen geben (siehe DWS RRP). Das Ganze hat mit einer klassischen passiven Buy-and-Hold-Anlagestrategie eigentlich nichts mehr zu tun (bis auf ein paar Ausnahmeverträge mit hohem Puffer in einer Schönwetterphase der Börsen).

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fennichfuxer
Posted
vor 1 Stunde von Knacker:

...Aber vielleicht äußert sich hierzu ein Widersprüchler. Es würde mich sehr interessieren.

Hi Knacker,

 

gerne doch: eine Monatsrate (April) floss in den Eurorenta, das war's vorerst. Habe Ende 2005 abgeschlossen, bisher wurde nix umgeschichtet. Rendite nach Kosten (gesamt gut 1k€) aktuell 7,63%, Zulage wie eigene Einzahlung, Steuererstattungen nicht berücksichtigt.

 

Mit Fairriester habe ich lange geliebäugelt, da mMn eine gestaffelte förderschädliche Kündigung möglich ist, UI bietet das so nicht an. Die Entscheidung zu wechseln hätte ich bald treffen müssen, um von der 12/62-Regel zu profitieren. Nunja, jetzt hat Fair bzw. Sutor dieses Türchen selbst geschlossen.

 

Insgesamt bin ich nicht ganz glücklich mit der UPR, aber für mich ists noch der Einäugige unter den Blinden.

 

Grüßle

ff

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ImperatoM
Posted
vor 35 Minuten von Fondsanleger1966:

ich hatte im November 2016 (im Nachgang zu polydeikes, der unmittelbar davor gepostet hat) mit einer relativ einfachen Rechnung aufgezeigt, dass das Fairriester-Anlagesystem nur mit einer Gut-Wetter-Börse funktioniert

Leider erschien damals fairrs Werbung glaubwürdig, dass man Einbrüche aussetzen wolle. Offenbar hat jetzt die Sutor-Bank wegen noch nicht im Detail bekannten Eigenkapitalzusammenhängen (klar ist, dass die Banken EK-Quoten erfüllen müssen). Dass die Bank ein (über Jahrzehnte kalkulierbares) Risiko eingehen müsste, um die Aktienquote im Crash hochzuhalten, war damals wie heute unbestritten.

 

Die heute seitens Sutor behauptete rechtliche Ereigniszwangsläufigkeit einer Umschichtung konnte damals im Forum aber nicht mit Rechtsquellen hinreichend nachgewiesen werden, so dass es für den von fairr behaupteten Weg durchaus Raum zu geben schien. Nun behauptet Sutor aber, dass es sich um eine rechtliche Zwangsläufigkeit handelt. Auf Nachfrage nach dem Zusammenhang habe ich vier ganze Gesetzesbücher genannt bekommen, und man weigert sich auf weitere Nachfrage, die tatsächlichen Paragraphen zu nennen, auf denen die angebliche rechtliche Zwangsläufigkeit beruht. Mir erscheint das ganze seitens Sutors vielmehr ökonomisch eigensinnig (um z.B. weniger Risikovorsorge in der Bilanz vorhalten zu müssen) statt rechtlich zwangsläufig gewesen zu sein. Diesem Willen widersprach 2016 noch die Ankündigung des Anbieters, eine Krise ohne Verkäufe durchzustehen - und das schien rechtlich auch durchaus möglich.

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flieger21
Posted
vor 42 Minuten von fennichfuxer:

Hi Knacker,

 

gerne doch: eine Monatsrate (April) floss in den Eurorenta, das war's vorerst. Habe Ende 2005 abgeschlossen, bisher wurde nix umgeschichtet. Rendite nach Kosten (gesamt gut 1k€) aktuell 7,63%, Zulage wie eigene Einzahlung, Steuererstattungen nicht berücksichtigt.

 

Mit Fairriester habe ich lange geliebäugelt, da mMn eine gestaffelte förderschädliche Kündigung möglich ist, UI bietet das so nicht an. Die Entscheidung zu wechseln hätte ich bald treffen müssen, um von der 12/62-Regel zu profitieren. Nunja, jetzt hat Fair bzw. Sutor dieses Türchen selbst geschlossen.

 

Insgesamt bin ich nicht ganz glücklich mit der UPR, aber für mich ists noch der Einäugige unter den Blinden.

 

Grüßle

ff

@Knacker@fennichfuxer

Bin auch ein Widersprüchler:

Bei mir wurde überhaupt nichts umgeschichtet. Bin noch zu 100% im Uniglobal (hat der eigentlich selbst auch objektive Crash-Absicherungsmechanismen durch das Verhältnis Cash zu Aktien?).

Trotzdem brauche auch ich eine Strategie für den Worst-Case Umschichtung.

Oder ist die Umschichtung gar nicht der Worst-Case, wenn man sofort wieder zurück in Aktien geht und auf die Beitragsgarantie verzichtet?

Sollte man das vielleicht strategisch doch jetzt schon aktiv machen?

Kennt jemand ein Papier ähnlich dem neu publizierten Fairriester Dokument oben, in dem die Sicherungsmechanismen bei UI erläutert werden?

Natürlich frage ich mich auch, wie knapp ich während des Corona-Aktien-Verfalls an der Zwangsumschichtung vorbeigeschrammt bin?

Gruß, Flieger21

 

 

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