s1lv3r vor 10 Stunden Am 2.8.2026 um 06:56 von Fondsanleger1966: Wenn die lebensnotwendigen Ausgaben, ihre Inflationsanpassung und der evtl. Pflegeaufwand bereits durch sichere Zahlungsströme und zusätzliches Vermögen verlässlich abgedeckt sind, sehe ich keine Notwendigkeit dafür, sich in ein (teil-)dynamisches Entnahmesystem für die Luxusausgaben einzuarbeiten. Wenn ich dich richtig verstehe, bedeutet das aber für dich nicht das Anlagevermögen rein für die Luxusausgaben zu verwenden und den "sicheren" Zahlungsstrom anders zu generieren (Rentenversicherungen jeglicher Art, etc.), sondern eben eine statische Entnahmerate von so niedriger Höhe (z.B. 1,5%) auf das Gesamtvermögen zu wählen, die dann eben auch unter den pessimistischsten Annahmen bei 95% Erfolgswahrscheinlichkeit o.ä. landet? Tatsächlich ist das m.E.n. einfach eine unrealistische Annahme, da der Durchschnittsbürger - wenn man für diese Betrachtung seine Anwartschaften in jeglichen Rentenversicherungen kapitalisieren würde - wohl regelmäßig bis zu seinem Tode arbeiten müsste und niemals in Rente gehen dürfte, da dieses Maß an statistischer Sicherheit für ihn nie erreichbar wäre. Einmal blöd beispielhaft formuliert, damit klar ist was ich meine. Wenn der Durchschnittsbürger meinetwegen zum Renteneintritt über folgendes Vermögen verfügt: 35 Rentenpunkte x 10.000€ = 350.000€, eine halbe Immobilie im Wert 250.000€, liquides Anlagevermögen von 250.000€. Dann hat er ein Gesamtvermögen von 850.000€. Wenn er jetzt auf dieses Gesamtvermögen mit einer statischen Entnahmerate von 1,5% für die nächsten 30 Jahre rechnen würde, wird schnell klar, dass das für den Normalo niemals aufgehen kann. Im Endeffekt werden es die wenigsten Leute schaffen signifikant über eine Millionen Euro zum Renteneintritt Beiseite zu haben, um sich die Sicherheit einer Entnahmerate im Bereich von 1,5% p.a. leisten zu können. Am 2.8.2026 um 06:56 von Fondsanleger1966: Ich persönlich mag an den meisten (teil-)dynamischen Entnahmesystem nicht, dass [...] Mögen tue ich diese persönlich auch nicht. Als Fan von KISS in Finanzangelegenheiten stört mich die zusätzliche Komplexität und ich sehe auch, dass zusätzliche Komplexität / weitere Variablen eine Strategie immer fehleranfälliger machen werden. Statische Entnahmeraten hingegen haben aber leider das Paradox, dass mit steigender Erfolgswahrscheinlichkeit der simulierten Entnahme 1-zu-1 auch die Sicherheit steigt zu wenig entnommen zu haben. 95% simulierte Erfolgswahrscheinlichkeit bedeutet eben auch, dass ich zu Lebzeiten in 95% der Fälle weniger Nutzen aus meinem Vermögen gezogen haben werde, als möglich gewesen wäre. ¹ Dynamische Entnahmestrategien sind m.E.n. die einzige Möglichkeit dieses Phänomen zumindest etwas abzumildern. Wenn ich die Wahl hätte zwischen: statischer Entnahme irgendwie Entnahme mit gesundem Menschenverstand™ teildynamischer Entnahme mit festem System Ist für mich daher immer noch die teildynamische die sinnvollste Alternative. ¹ Jetzt kann man natürlich wieder eine Grundsatzdiskussion anfangen, von wegen Die-With-Zero und so ... aber im Endeffekt tauschen wir halt alle Geld gegen Lebenszeit und daher ist es natürlich relevant, sein Vermögen auch irgendwann zu nutzen und dazu gehört für mich auch den Nutzen zu maximieren. Vermögen ist ja schließlich kein Selbstzweck. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
Lazaros vor 9 Stunden · bearbeitet vor 9 Stunden von Lazaros vor einer Stunde von s1lv3r: Wenn ich die Wahl hätte zwischen: statischer Entnahme irgendwie Entnahme mit gesundem Menschenverstand™ teildynamischer Entnahme mit festem System Wenn ich die Wahl hätte, würde ich KISS-Entnahme in etwa so machen: Depotaufteilung bei Entnahmebeginn: 1. Prozentuales Entnahmedepot (KISS: 100% ARERO), so groß, dass die Prozentuale-Startentnahmerate (z.B. 3%) den Jahresbedarf abdeckt. 2. Verbrauchstopf deckt bei Startbeginn 10 Jahresausgaben ab (KISS: 100% DWS ESG Euro Money Market WKN: A0F426). Einmal jährlich wandern aus dem Entnahmedepot 3% vom aktuellen Depotwert in den Verbrauchstopf. Kontrolltermin - alle 5 Jahre: Wenn der Verbrauchstopf über die Jahre deutlich weniger wird als 10x Jahresfinanzbedarf, dann habe ich ein Problem und muss mir was überlegen. Wenn der Verbrauchstopf über die Jahre deutlich mehr wird als 10x Jahresfinanzbedarf, dann verschenke ich zwar Rendite, aber eigentlich ist es egal. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
Der Heini vor 9 Stunden · bearbeitet vor 9 Stunden von Der Heini vor einer Stunde von s1lv3r: Als Fan von KISS in Finanzangelegenheiten stört mich die zusätzliche Komplexität Da stand ich auch mal mit meiner Meinung.Dann habe ich nach einlesen festgestellt, daß die Vanguard-Methode sehr einfach ist. Guyton-Klinger mir zu komplex. Da beide ungefähr dasselbe bewirken, bin ich bei Vanguard hängengeblieben. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
Lazaros vor 9 Stunden vor 9 Minuten von Der Heini: Da stand ich auch mal mit meiner Meinung.Dann habe ich nach einlesen festgestellt, daß die Vanguard-Methode sehr einfach ist. Guyton-Klinger mir zu komplex. Da beide ungefähr dasselbe bewirken, bin ich bei Vanguard hängengeblieben. Auch wenn es persönlich ist: Wann gedenkst Du von der theoretischen Entnahme auf die reale Entnahme umzuschalten? Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
Der Heini vor 8 Stunden · bearbeitet vor 8 Stunden von Der Heini vor 14 Minuten von Lazaros: Auch wenn es persönlich ist: Wann gedenkst Du von der theoretischen Entnahme auf die reale Entnahme umzuschalten? Frage ich mich auch. Finanziell kann ich das wohl schon, aber emotional meine Firma schließen, fällt schwer. Habe die Arbeit aber schon deutlich reduziert und seit ich finanziell nicht mehr muss ist es ein ganz anderes arbeiten. Alles andere wird zu persönlich fürs Internet, wenn dann nur per PN. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
Physics vor 7 Stunden Am 1.8.2026 um 19:29 von Wishmueller: Mal ein bischen was zu den hier schon häufiger angerissenen Themen "Mentale Umstellung vom Ansparen aufs Entsparen" sowie damit verbunden auch "Erlebnisse statt Dinge" (Stichwort "Erinnerungsdividende") Ja, danke fürs Teilen. Es spiegelt im Großen und Ganzen den Kern von "Die with Zero" wider. "...die größte Gefahr im Alter ist nicht, dass das Geld am Ende nicht reicht, die größte Gefahr ist, dass du am Ende deines Lebens feststellst dass du zwar ein volles Konto hattest, aber ein trauriges Herz, weil du dir die Freiheit nicht erlaubt hast." Auch das ist die Krux bei der Diskussion um eine sichere Entnahmerate von 2,x %. Die Chance, dass am Ende das Depot bei 0 steht und die Möglichkeiten voll ausgenutzt wurden, liegt bei unter 5 %. Es ist allerdings nicht einfach umzustellen und das ‚Es ist genug‘ anzuerkennen. Auch ich kämpfe damit, mich verunsichern zu lassen und das Haar in der Suppe zu analysieren oder mich von der Annahme, dass "nur 2,x % Entnahme sicher ist", anstecken zu lassen. Auch die Konditionierung auf Sparen ist stark verankert und hemmt stark, wenn der Hebel auf weniger Einnehmen und mehr Ausgeben umgestellt werden soll. Ich hänge gerade selbst im "One more year" fest. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
Peter23 vor 7 Stunden vor einer Stunde von Der Heini: und seit ich finanziell nicht mehr muss ist es ein ganz anderes arbeiten. +1 Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
Megatron vor 33 Minuten Am 1.3.2026 um 20:55 von Physics: Kurze Frage, wo kann ich denn eine Depot Entnahmerate eines 80/20 Depots über 30 Jahre simulieren (mit Ausfallwahrscheinlichkeit von max. 2%), wenn ich keinen Apokalypse wie Krieg, Währungsreform und Systemwechsel (also Reset auf 0) mit enthalten haben möchte, aber bei der trotzdem eine langer Zeithorizont betrachtet wird? Kann mir da jemand weiterhelfen? Nimm einfach die längste Zeitreihe die Du für ein 82/20 Depot findest und mache eine Monte Carlo Simulation. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
stagflation vor 28 Minuten vor 4 Minuten von Megatron: Nimm einfach die längste Zeitreihe die Du für ein 82/20 Depot findest und mache eine Monte Carlo Simulation. Die Frage war vom 1. März und wurde damals auch schon diskutiert... Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag