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Finanzielle Unabhängigkeit

Empfohlene Beiträge

Wishmueller
vor 34 Minuten von Schlumich:

ich wundere mich, das die Teilbereiche zusammenaddiert wirklich diese niedrigere Summe ergeben. Weiß nicht, ob ihr versteht, was ich meine (ist ber auch egal, weil die Summen stehen ja oben drauf und die gestapelten Kurven gehen runter.... ). Erinnert mich an die Bilder von Escher.

Also ich weiß, was Du meinst.....

 

Habe mal per KI gecheckt (statt es ausdrucken und händisch nachzumessen :lol:), ob die angezeigten Summen je Altersintervall zur Skalierung des Charts passen. Dem soll so sein, also keine Verzerrung bei den Gesamtsummen.

 

Bei den Einzelblöcken sagt mir die Google KI, dass das zu wenig Pixel in der Grafik für eine detaillierte Ausrechnung jeder Altersgruppe sind. Immerhin spuckt sie Näherungswerte für die erste und die letzte Gruppierung aus:

 

grafik.png.462923d1ddec131eca4c80ee8f0ab593.png

vor 36 Minuten von Schlumich:

Für meine Planung nehme ich Stand heute keine Kostenabsenkung an, sondern plane mit 3% jährlicher Inflation und "hintenraus" mit Extra-Kostensteigerung durch Pflege.

 

Bei mir grundsätzlich ähnlich, kalkuliere auch straight mit mittlerweile 2,5% Inflation, allerdings unterstelle ich das dann auch für meine jährliche Rentenanpassung.

 

Pflege kalkuliere ich nicht mit, sollte ich es denn tatsächlich erleben (müssen), dann muss dann "der Rest vom Schützenfest" reichen so lange er eben reicht....

 

PS: Auch  etwas zu langsam..... ;)

 

 

 

 

 

 

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Fondsanleger1966
· bearbeitet von Fondsanleger1966

Und nicht vergessen: Es sind Angaben zum Haushalt und nicht pro Person! Wenn bei einem Paar z.B. der eine Partner früher stirbt, dann sinken naturgemäß auch die Verbrauchsausgaben des Haushalts.

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Sapine

Gerade zu Beginn des Ruhestands fallen einige in der Regel kalkulierbare Ausgaben an. Zum einen sind lang gehegte Lebensträume eine Ausgabenquelle (Weltreise, Wohnmobil, neues Auto etc.). Daneben sehe ich oft eine Neigung gewisse anstehende Arbeiten in den Ruhestand zu verschieben. Da fallen dann so Sachen rein, wie Renovierung, Solaranlage, Umzug etc. Das gute an diesen Ausgaben ist, dass man sie eigentlich schon vor dem Ruhestand zumindest grob kennt. Wenn dieser Erlebnis- und Renovierungsstau vorbei ist, wird es ruhiger. Die eigene Gesundheit und die eines eventuellen Partners spielen dabei eine wesentliche Rolle, wie schnell und wann das passiert. 

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Wishmueller
vor 6 Minuten von Fondsanleger1966:

Und nicht vergessen: Es sind Angaben zum Haushalt und nicht pro Person! Wenn bei einem Paar z.B. der eine Partner früher stirbt, dann sinken naturgemäß auch die Verbrauchsausgaben des Haushalts.

:'(

 

.... erinnert mich gerade wieder an ein Zitat aus dem (Ex-)Job: "Traue keiner Statistik, die Du nicht selbst gefälscht hast." :lol:

 

Danke für den Hinweis.... :):thumbsup:

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Sapine
vor 10 Minuten von Fondsanleger1966:

Und nicht vergessen: Es sind Angaben zum Haushalt und nicht pro Person! Wenn bei einem Paar z.B. der eine Partner früher stirbt, dann sinken naturgemäß auch die Verbrauchsausgaben des Haushalts.

Ein oft unterschätzter Punkt bei der Ruhestandsplanung. Die Mehrheit muss für Paare kalkulieren!

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Physics
vor 16 Minuten von Sapine:

Ein oft unterschätzter Punkt bei der Ruhestandsplanung. Die Mehrheit muss für Paare kalkulieren!

Ja, aber es macht es auf der anderen Seite auch einfacher, oder? Lebenshaltungskosten sind pro Kopf als Paar niedriger als alleine und die Einkommen und Risiken sind verteilt.

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Schlumich
vor 17 Minuten von Sapine:

Gerade zu Beginn des Ruhestands fallen einige in der Regel kalkulierbare Ausgaben an. Zum einen sind lang gehegte Lebensträume eine Ausgabenquelle (Weltreise, Wohnmobil, neues Auto etc.). Daneben sehe ich oft eine Neigung gewisse anstehende Arbeiten in den Ruhestand zu verschieben. Da fallen dann so Sachen rein, wie Renovierung, Solaranlage, Umzug etc. Das gute an diesen Ausgaben ist, dass man sie eigentlich schon vor dem Ruhestand zumindest grob kennt. Wenn dieser Erlebnis- und Renovierungsstau vorbei ist, wird es ruhiger. Die eigene Gesundheit und die eines eventuellen Partners spielen dabei eine wesentliche Rolle, wie schnell und wann das passiert. 

Hinzu kommt, dass zu diesem Zeitpunkt auch oft der Nachwuchs (so vorhanden) mit warmer Hand etwas vom Geld als Schenkung abgekommt.

So haben wir es für die Kinder gemacht. Reduziert natürlich das eigene Polster signifikant.

 

Das Ganze ist (NOCH!!) bis zu einer schönen Summe alle 10 Jahre steuerfrei. (Info/Anmeldung beim FA nicht vergessen) .

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Beginner81
Am 2.8.2026 um 12:35 von Beginner81:

Schöne Diskussion hier!

Grundsätzlich bin ich eher auf @Der Heini s Seite.
Blickt man auf die ältere Generation, stellt man eigentlich eine Paradoxie fest. Anstelle froh zu sein, dass man so lange gelebt hat, steigt die Angst und damit das Sicherheitsbedürfnis immer weiter an (merke das sogar bei mir selber und es gefällt mir nicht).
Dabei könnte man es doch aufgrund des sich abzeichnenden Endes etwas entspannter sehen. Man muss ja kein Rennmotorrad kaufen, aber warum nicht mal das ein oder andere kleine Abenteuer wagen?
Das soll in finanzieller Hinsicht nicht heißen, eine Entnahme mit 60% Erfolgswahrscheinlichkeit zu nehmen, aber ein wenig lockerer könnte man es schon angehen lassen...


Aus einer Umfrage der Allianz (USA): "67% der Rentner haben mehr Angst, Pleite zu gehen, als vor dem Tod selbst."

https://www.youtube.com/watch?v=uhHq9QPL_20  )

 

 

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Physics
Am 2.8.2026 um 12:35 von Beginner81:

Blickt man auf die ältere Generation, stellt man eigentlich eine Paradoxie fest. Anstelle froh zu sein, dass man so lange gelebt hat, steigt die Angst und damit das Sicherheitsbedürfnis immer weiter an (merke das sogar bei mir selber und es gefällt mir nicht).

Kommt vermutlich auch daher, dass man im zunehmenden Alter mit der eigenen Sterblichkeit konfrontiert ist und sich die Psyche dann an vermeintliche Sicherheit klammert. 

 

 

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Sapine
· bearbeitet von Sapine
vor 49 Minuten von Physics:

Ja, aber es macht es auf der anderen Seite auch einfacher, oder? Lebenshaltungskosten sind pro Kopf als Paar niedriger als alleine und die Einkommen und Risiken sind verteilt.

Einfacher würde ich es nicht nennen sondern billiger pro Kopf bei doppeltem Einkommen (Rente). Sollte einer der beiden ein niedriges Einkommen mitbringen, kann sich das Risiko deutlich erhöhen, wenn der mit dem niedrigen Einkommen überlebt und ein Viertel des Vermögens an die Kinder geht. Der wird sich schwer tun mit dem Rest klar zu kommen.

 

Bei der Betrachtung der Haushaltsausgaben hat man bei der Untersuchung eine ordentliche Schippe an Verzerrungen drin. Aber was hilft mir die Erkenntnis, dass am Ende der Überlebende weniger ausgibt als zu Beginn das Paar? 

 

Wenn ein Einkommen wegfällt, wird zwangsläufig auch weniger ausgegeben. Wenn nur noch einer lebt, gibt es auch nur noch Ausgaben für eine Person (Lebenshaltung, Gesundheit, etc.). Deshalb ist der "Smile" am Ende nur sehr schwach, weil die Todesfälle des Partners alles verändern. 

vor 47 Minuten von Schlumich:

Hinzu kommt, dass zu diesem Zeitpunkt auch oft der Nachwuchs (so vorhanden) mit warmer Hand etwas vom Geld als Schenkung abgekommt.

Wohl wahr!

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Cepha
· bearbeitet von Cepha
Am 10.8.2026 um 11:45 von timk:

Vor dem Exit habe ich Wertpapiere verkauft und genug Cash für drei Jahre aufgebaut, angelegt in Festgeldern. Weitere Einkünfte kommen aktuell nur aus meiner Dividendenstrategie.

....

Sollte ein Vertrauensschutz von fünf Jahren gelten und die Reform zum 1.1.2027 kommen, dann würde ich mit meinem geplanten Frührenteneintritt im Dezember 2031 gerade noch darunterfallen.

 

Ein Jahr länger selbst finanzieren würde allerdings bedeuten, dass meine geplante mehrmonatige Weltreise zum 60. vermutlich ausfallen müsste. Für mich persönlich ein Worst Case...

Ich versuche das nachzuvollziehen und kann es einfach nicht, weder mathematisch noch logisch.

 

Du bist 2024 aus dem Erwerbsleben ausgeschieden und hast aktuell 3 Jahre Cahsresereve. Soweit bin ich mitgekommen.

 

In den letzten 2 Jahren lief Dein Aktiendepot vermutlich brutal gut, weit besser als jede Planung, so wie bei allen anderen halt auch.

 

Im Jahr 2031, also in 4 1/2 Jahren möchtest Du zum Rentner werden.

 

Und jetzt hängt es davon ab, ob sich dieser Renteneintritt um 1 Jahr verschiebt?

 

Kannst Du das bitte mal mit Zahlen unterfüttern? was soll denn diese Weltreise kosten? 100.000€?

Hast Du denn in den letzten beiden Jahren im Aktienanteil nicht derart große Gewinne gemacht, dass quasi ein Zusatzjahr locker dazu geschenkt wurde oder ist Dein Aktienanteil nur sehr klein?

Was wäre denn passiert, wenn die letzten beiden Jahre richtig scheiße gelaufen wären? Dann wäre Dein Cashpolster jetzt bei nur noch 1 Jahr (ich nehme mal an, dafür ist es da) Du stündest also ohne Rentenreform in diesem Szenario um 1 Jahr schlechter da als in Deinem neuen worst case Szenario, das Dir Deine Weltreise kosten soll.

 

Ich persönlich rechne bei der GRV grob auf heutigen Grundsicherungsniveau, weitgehend unabhängig von meinen Rentenpunkten (ca. 1000€ netto) und der Krankenkasse in einer Basisversorgung (vermutlich wird man für vieles dazu zahlen müssen). Ich rechne mal ab 68. Ich denke für Gen X ist das ein pessimistisch-realistisches Szenario.

 

mein Lösungsansatz ist Konsumreduktion, ich habe meinen Versuch dazu jetzt nach meinem Umzug begonnen. Mal schauen, was sich für mich noch gut anfühlt. Rein theoretisch müsste da bei mir deutlich Luft nach unten sein. Sollte ich dauerhaft mit 2000€/Monat klar kommen können (was jetzt wahrlich keine Armut ist) macht es das für mich weitaus leichter.

 

Ich glaube nicht, dass man in Deutschland in den nächsten Jahrzehnten mit weiterem Wirtschafts- und Wohlstandswachstum rechnen sollte. Meiner Einschätzung nach war der Zenit vor Corona erreicht, seitdem und in Zukunft geht meiner Einschätzung nach es für lange Zeit (hoffentlich) langsam bergab.

Es sind einfach zu viele negative Faktoren und zu wenig positive.

 

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Cepha
· bearbeitet von Cepha
vor 23 Stunden von Wishmueller:

 

 

Im Video wird daraus diese Grafik gezeigt, die das tatsächliche, durchschnittliche Ausgabeverhalten im Alter zeigt:

 

 

 

Die Frage ist doch, ob das freiwillig passiert, oder ob sich die Ausgaben schlichtweg an den finanziellen Möglichkeiten der Leute orientiert. Mit 90+ wird es auch in den USA schwierig sein, noch einen Konusmentenkredit zu bekommen.

Man nehme z.B. Mobilität. Angenommen man hätte mit 90 beliebig viel Geld. Sitzt man dann trotzdem nur noch zuhause rum, oder würde man sich bei sehr viel Geld nicht für jeden Kleinkram dann eben ein Taxi rufen?
Was ist mit Dienstleistungen? Mit 60 brauche ich keine Reinigungskraft. Mit 80 kann ich mir das dann ggf schon vorstellen. Oder ein Gärtner? Die meisten alten lassen den Garten und das Haus wahrscheinlich nicht freiwillig verkommen, sie haben nur nicht das Geld/Willen jmd. zu bezahlen, der sich darum kümmert.

 

Ich denke, es wäre klüger, sich für eine solche Statistik nur wohlhabende Leute rauszupicken ohne Geldnöte und zu schauen, wie sich deren Ausgabenverhalten im Alter verändert. Das ist ja schließlich das Szenario, das die meisten hier anstreben und nicht den "Durchschnittsrentner"

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Wishmueller

Aus der Kategorie "Es wurde schon alles gesagt - nur noch nicht von jedem"  hier ein weiteres tolles, kompaktes Video zum Thema "finanzielle Freiheit", in dem aus meiner Sicht wirklich alle wesentlichen Facetten des Themas in nur 22 Minuten hervorragend herausgearbeitet werden:

 

 

Ich bleibe dabei: der für mich zur Zeit mit Abstand beste Finanzkanal auf Youtube, freue mich da über jede neue Ausgabe..... :)

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Sir Zock-a-lot
vor einer Stunde von Wishmueller:

Ich bleibe dabei: der für mich zur Zeit mit Abstand beste Finanzkanal auf Youtube, freue mich da über jede neue Ausgabe..... :)

Danke für den Tipp :thumbsup:

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edan
Zitat

### 1. Die Psychologie: Warum finanzielle Freiheit?
Finanzielle Freiheit dient primär der Erfüllung der psychologischen Grundbedürfnisse nach **Autonomie, Kompetenz und Verbundenheit** [1]. Es geht weniger darum, nie wieder zu arbeiten, sondern um die **Option**, jederzeit „Nein“ zu sagen zu können, ohne finanziell unter Druck zu geraten [1, 2].

 

### 2. Die Aufbauphase: Sparrate als wichtigster Hebel
In den ersten 10 bis 15 Jahren des Vermögensaufbaus ist die **Sparrate** entscheidend, da ihre Verdopplung mathematisch systematisch mehr bringt als eine Verdopplung der Rendite [2, 3]. Hohe Sparquoten von 40 % bis 50 % lassen sich dabei meist nur über die **Einkommensseite** (Bildung, Spezialisierung, Unternehmertum) realisieren, statt rein durch Konsumverzicht [3, 4].

 

### 3. Das Fallbeispiel Lisa: Die harten Zahlen
Lisa ist 38 Jahre alt, hat 60.000 € im Depot und ein Nettoeinkommen von 3.200 € [2]. Ihr Ziel ist ein Nettobedarf von 2.500 € pro Monat [5].

*   **Ehrliche Bruttorechnung:** Um die Kaufkraft zu erhalten und Steuern (Faktor 1,16) sowie Kosten abzudecken, benötigt sie jährlich rund 34.800 € [5-7].
*   **Die Zielsumme:** Bei einer vorsichtigen Entnahmerate von 3 % (Faktor 33) ergibt dies eine Summe von **1,16 Millionen Euro** [8].
*   **Der Pensions-Effekt:** Da Lisa in Österreich oder Deutschland eine gesetzliche Rente erwartet, muss ihr Depot nur die „Brückenjahre“ bis zum Renteneintritt voll finanzieren und danach nur noch die Lücke decken [9, 10]. Dadurch sinkt ihr Kapitalbedarf auf etwa **800.000 €** [10].

 

### 4. Der Vergleich: Ausstieg mit 55 vs. 60 Jahren
Das Video verdeutlicht, dass der Zeitpunkt des Ausstiegs der stärkste Hebel im gesamten Modell ist [11].

*   **Szenario 1: Ausstieg mit 55 (17 Jahre Sparzeit)**
    *   Lisas Startkapital wächst bei 5 % realer Rendite auf ca. 137.000 € [10].
    *   Um die verbleibende Lücke von ca. 660.000 € zu füllen, müsste sie monatlich **über 2.000 € sparen** [10, 12].
    *   Bei einem Nettoeinkommen von 3.200 € ist dies ohne massiven Einkommenssprung unrealistisch [12].

*   **Szenario 2: Ausstieg mit 60 (22 Jahre Sparzeit – 5 Jahre länger)**
    *   Durch die fünf zusätzlichen Jahre schrumpft die benötigte Sparrate dramatisch auf rund **900 € pro Monat** [12].
    *   Lisa benötigt also **über 1.100 € weniger Sparrate pro Monat**, wenn sie ihren Ausstieg um nur fünf Jahre nach hinten verschiebt [12].

**Warum ist der Effekt so groß?** Drei Faktoren wirken gleichzeitig:


1.  **Längeres Sparen:** Das Kapital hat mehr Zeit für den Zinseszins [11, 12].
2.  **Kürzere Brücke:** Es müssen weniger Jahre bis zur staatlichen Rente aus eigenem Vermögen voll finanziert werden [11, 12].
3.  **Näherer Renteneintritt:** Die Phase, in der das Depot nur noch die Differenz zur Rente decken muss, beginnt früher [11].

 

### 5. Risikomanagement in der Entnahmephase
Das größte Risiko beim Ausstieg ist das **Rendite-Reihenfolgerisiko** (*Sequence of Returns Risk*) [13]. Ein Börsencrash kurz nach dem Ausstieg kann das Depot dauerhaft zerstören [13].
*   **Lösung:** Ein „Zelt“ aus sicheren Anlagen (Cash-Puffer für 2–3 Jahre), um in Krisenjahren keine billigen Aktienanteile verkaufen zu müssen [14, 15].
*   **Equity Glidepath:** Die Aktienquote sollte zum Ausstiegszeitpunkt gesenkt werden und im Alter wieder steigen, um dieses Risiko abzufedern [14].

 

### 6. Drei Wege zur Freiheit
1.  **Späterer Vollausstieg:** Wie bei Lisa gezeigt, senkt ein späteres Datum die Hürden massiv [11, 12].
2.  **Coast FIRE:** Aggressiv sparen, bis das Depot von selbst zur Zielsumme wächst, und dann nur noch so viel arbeiten, dass die laufenden Kosten gedeckt sind [11].
3.  **Die Option:** Vermögen aufbauen, um im aktuellen Job Verhandlungsmacht zu gewinnen (z. B. Nein zu Überstunden), ohne den Job komplett aufzugeben [11, 16].

Anbei eine Zusammenfassung des Videos von Google Notebook. Der größte Hebel stellen aus seiner Sicht die zusätzlichen Arbeitsjahre dar.

 

Man hat in der Regel in den letzten Jahren sowohl das höchste Einkommen als auch den höchsten Zinseszins Effekt.

Derzeit habe ich einen Faktor von 1:3 d.h. mit jedem Arbeitsjahr gewinne ich durchschnittlich 3 Jahre finanzieller Unabhängigkeit dazu:

 

1 Jahr Kosten gedeckt bzw. weniger zu überbrücken 

1 Jahr Sparleistung 

1 Jahr Vermögenszuwachs bei durchschnittlicher Rendite

 

+ Bonus mehr Rentenpunkte

 

One More Year ist sonst eher negativ behaftet.

Es gibt sicher auch die Downside, wenn eine ungeliebte Arbeit eine große Belastung darstellt und man selbst mit Zielerreichung bei konservativer Rechnung nicht den Übergang schafft.

 

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stolper
· bearbeitet von stolper
Am 11.8.2026 um 23:02 von Sapine:

Leider ist mein Mann vier Jahre zuvor gestorben und das war für mich ein großer Einschnitt. Ich bin beim ursprünglichen Zeitplan geblieben. Die letzten zwei Jahre habe ich in Teilzeit gearbeitet, was für mich sehr gut war und einen allmählichen Übergang in den folgenden Lebensabschnitt erleichtert hat. 

...ich bin am 30.06. mit fast 57 und sehr großzügiger Abfindung (Zufluss im Januar 2027) ausgeschieden. Mein oberster Chef, der mich noch zu einem Abschiedsessen eingeladen hatte, fragte, was ich denn jetzt die ganze Zeit machen würde und dass er denkt, dass Gesundheit erstmal das Allerwichtigste sei, alles andere sich finden und organisieren ließe. Hm. Jetzt, nach knapp 2 Monaten fühle ich mich voll in der "Privatierfalle" sitzend: mir ist oft langweilig, eine Leere steht vor mir wie eine Gebirgswand, meine Kollegen und die beruflich-sozialen Kontakte fehlen mir...vorher hatte ich mir das ganz anders vorgestellt. Aber die Realität sieht anders aus. 

 

Nun wurde mir eine Vollzeitstelle angeboten in einem soliden Unternehmen, Jahresgehalt ca. 80% dessen was ich bei meinem früheren Arbeitgeber zuletzt bekommen habe. Die neue Stelle ist nur in Vollzeit möglich, am Anfang zu fast 100% vor Ort (wegen Einarbeitung usw.) und brächte vmtl. viel Arbeit (und Stress?) und Visibilität, da kleines Team von nur 4 bis 5 Leuten. Ich habe jetzt erstmal abgelehnt, aber die Firma hat mir eine Option eingeräumt, doch noch zusagen zu können bis Ende September. Abgelehnt habe ich auch daher, da ich in 2027 quasi komplett "umsonst" arbeiten würde. Durch die sehr hohe Abfindung meines alten AG, die im Januar 2027 fließt, kann ich für 2027 die sog. Fünftelregelung steuerlich geltend machen. Dieser Effekt ist in etwa genau so groß, wie das Netto, das ich durch den neuen Job in 2027 bekommen würde. Oder andersrum, arbeite ich in 2027 nicht und bekomme nur die Abfindung, erhalte ich nur ca. 1.000 - 2000€ im gesamten Jahr weniger als wenn ich den Job annehmen würde. "Zerstörte" Fünftelregelung und neues Netto-Jahresgehalt halten sich ungefähr die Waage, daher "umsonst" arbeiten. Ein "Break even" wäre dann erst Ende 2027, Anfang 2028 erreicht. Dabei ist die Möglichkeit, ALG I in 2027 zu beantragen (nach "Dispojahr") nicht berücksichtigt.

 

Kleines Praxisbeispiel, das es auch ziemlich holprig laufen kann. 

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Sapine
· bearbeitet von Sapine

Einer der Gründe, warum ich die Möglichkeit von Teilzeit gerne betone. Mir hat das sehr geholfen. Man kann nicht über Jahrzehnte voll malochen und das Leben außerhalb vernachlässigen. Es existiert dann erst mal sehr wenig Privatleben. Weder soziale Kontakte noch Hobbies. Dann ist die Gefahr riesig, dass man in ein Loch fällt. 

 

In Bezug auf Deine Situation würde ich überlegen nach einer anderen Job Möglichkeit mit max. 60 % Arbeitszeit zu suchen, denn sonst stehst Du in wenigen Jahren vor dem gleichen Problem. Vielleicht wäre Dir aber auch geholfen mit dem alten Arbeitgeber Kontakt aufzunehmen mit dem Ziel eines kleinen Jobs. Mir persönlich hat der Ausbau eines Hobbies sehr geholfen, weil man dabei nicht nur Kontakte aufbaut sondern auch neue Herausforderungen findet.

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Schlumich

@stolper, als ich ausgedroppt bin, war ich im gleichen Alter. Langweilig war mir seit dieser Zeit bis heute sehr, sehr selten. Das hilft Dir natürlich nicht, zeigt aber, dass die Empfindung "danach" sehr individuell ist. Vielleicht macht hier ein Ehrenamt Sinn? Oder eine neue "Herausforderung" im Vereinsvorstand?

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LongtermInvestor

Ich denke, die Beiträge zeigen wieder einmal deutlich, dass neben einer soliden Ausstiegsstrategie es im fortschreitenden Alter ebenso wichtig, vielseitige Interessen wie Reisen oder Technik zu pflegen und diese aktiv mit sozialen Kontakten zu verknüpfen

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Sapine

Und es ist gut, darüber zu reden!

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Lazaros
· bearbeitet von Lazaros
vor 50 Minuten von Sapine:

Und es ist gut, darüber zu reden!

Ob dieses Forum für solche "Innere-Leere-Probleme" nach dem Berufsausstieg der richtige Ort ist, wage ich zu bezweifeln.

Dafür gibt es ausgebildete Psychotherapeuten.

 

Ansonsten kommen in diesem Forum so Vorschläge, wie gleich von mir. ;)

 

Wenn dir langweilig ist, dann

- mache doch hier ein Musterdepot auf mit Einzelwerten, quasi ein Einzelaktienexperiment

- fange an Einzelaktien zu kaufen, lies laufend die Geschäftsberichte und schichte regelmäßig um

- schaffe dir einen Hund an

- verbringe mehr Zeit mit deiner Familie

- wenn da niemand ist, dann wird es Zeit das zu ändern (nimm dir ein Beispiel am biblischen Abraham, weil: es ist nie zu spät)

 

Um es mit Rilke zu sagen:

Zitat

 

...

Und lass dir jeden Tag geschehen
so wie ein Kind im Weitergehen von jedem Wehen
sich viele Blüten schenken lässt.
...
Es löst sie leise aus den Haaren,
drin sie so gern gefangen waren,
und hält den lieben jungen Jahren
nach neuen seine Hände hin.

 

 

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Sapine
vor 25 Minuten von Lazaros:

Ob dieses Forum für solche "Innere-Leere-Probleme" nach dem Berufsausstieg der richtige Ort ist, wage ich zu bezweifeln.

Dafür gibt es ausgebildete Psychotherapeuten.

Hier geht es um das Thema Finanzielle Unabhängigkeit und der Übergang zum Ruhestand ist zweifellos ein Teil davon. Soweit jedenfalls mein Verständnis. Es muss auch keiner auf die Couch, weil er einer derjenigen ist, die gewisse Umstellungsprobleme haben. Wer es lieber etwas humoristisch mag, kann sich den vermutlich allseits bekannten Klassiker von Loriot anschauen: Pappa ante portas

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Cando
vor 2 Stunden von stolper:

...ich bin am 30.06. mit fast 57 und sehr großzügiger Abfindung (Zufluss im Januar 2027) ausgeschieden. Mein oberster Chef, der mich noch zu einem Abschiedsessen eingeladen hatte, fragte, was ich denn jetzt die ganze Zeit machen würde und dass er denkt, dass Gesundheit erstmal das Allerwichtigste sei, alles andere sich finden und organisieren ließe. Hm. Jetzt, nach knapp 2 Monaten fühle ich mich voll in der "Privatierfalle" sitzend: mir ist oft langweilig, eine Leere steht vor mir wie eine Gebirgswand, meine Kollegen und die beruflich-sozialen Kontakte fehlen mir...vorher hatte ich mir das ganz anders vorgestellt. Aber die Realität sieht anders aus. 

 

Nun wurde mir eine Vollzeitstelle angeboten in einem soliden Unternehmen, Jahresgehalt ca. 80% dessen was ich bei meinem früheren Arbeitgeber zuletzt bekommen habe. Die neue Stelle ist nur in Vollzeit möglich, am Anfang zu fast 100% vor Ort (wegen Einarbeitung usw.) und brächte vmtl. viel Arbeit (und Stress?) und Visibilität, da kleines Team von nur 4 bis 5 Leuten. Ich habe jetzt erstmal abgelehnt, aber die Firma hat mir eine Option eingeräumt, doch noch zusagen zu können bis Ende September. Abgelehnt habe ich auch daher, da ich in 2027 quasi komplett "umsonst" arbeiten würde. Durch die sehr hohe Abfindung meines alten AG, die im Januar 2027 fließt, kann ich für 2027 die sog. Fünftelregelung steuerlich geltend machen. Dieser Effekt ist in etwa genau so groß, wie das Netto, das ich durch den neuen Job in 2027 bekommen würde. Oder andersrum, arbeite ich in 2027 nicht und bekomme nur die Abfindung, erhalte ich nur ca. 1.000 - 2000€ im gesamten Jahr weniger als wenn ich den Job annehmen würde. "Zerstörte" Fünftelregelung und neues Netto-Jahresgehalt halten sich ungefähr die Waage, daher "umsonst" arbeiten. Ein "Break even" wäre dann erst Ende 2027, Anfang 2028 erreicht. Dabei ist die Möglichkeit, ALG I in 2027 zu beantragen (nach "Dispojahr") nicht berücksichtigt.

 

Kleines Praxisbeispiel, das es auch ziemlich holprig laufen kann. 

Beim Job müsstest Du allerdings noch die erworbenen Rentenpunkte berücksichtigen. Wie sieht’s nach dem ALG I mit der Krankenversicherung aus? 
 

Ich tue mich ehrlich gesagt schwer, Konstruktionen mit Bezug von ALG I als finanziell unabhängig zu bezeichnen. Abhängig von Deiner beruflichen Perspektive könnten da ggf. weitere Sperrzeiten wegen Nichtaufnahme zumutbarer Arbeit hinzukommen. 

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