Der Heini 12. Juli vor einer Stunde von Wishmueller: Ja, sicherlich, wenn das Gesamtvermögen aus 100% Aktien besteht, wäre der Fall natürlich möglich. Dann hat man nur zwei Möglichkeiten: Fixkosten halbieren (ggfls. schwierig) oder den risikoarmen Anteil, in welcher Form auch immer, deutlich erhöhen..... Dann hast du aber auch Renditeverluste in guten Marktphasen. Das VPW Modell funktioniert nur gut, wenn man alle seine Fixkosten ausreichend aus laufendem Einkommen decken kann (Rente, Mieteinnahmen, Privatrenten usw.). Dabei sollte man aber die Inflation beachten, falls diese stärker steigt als normal. GKV bzw. PKV, Pflegeversicherung usw. Ist also gut für den Luxusanteil, der auch mal in einem oder zwei Jahren auf Null sinken kann/darf. Für mich zu riskant und unberechenbar, da ist das dynamische Entnahmemodell (SWR) sinnvoller. Habe das mal mit meinem Depot durchkalkuliert und eine Anfangsrate von 3,5% und Grenzen von (-3%, +5%) funktionierten selbst bei einem 20jährigen Bärenmarkt mit -5%/Jahr. (Extremszenario). Dann wäre ich erst pleite, aber dann ist auch Deutschland pleite. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
Turmalin 12. Juli Ich habe den Eindruck, dass eine hohe Aktienquote in den Boglehead Threads zu VPW und TPAW lange nicht so beliebt ist wie hier. Jedenfalls nicht bei Rentnern. Eher 60:40. Das beeinflusst dann auch den Kapitalrückgang im Crash. Und für den sicheren Teil haben die Amis den großen Vorteil, auf inflationsangepasste Staatsanleihen (TIPS) zurückzugreifen zu können, die 30 Jahre abdecken. Jedenfalls heißt es auch dort immer mal wieder sinngemäß, wenn du mit dem Entnahmerückgang im Crash nicht klar kommst, hast du zu viele Aktien. Probiert doch mal verschiedene Aktienquoten im Entnahmerechner eurer Wahl aus und betrachtet die Ergebnisse in den verschiedenen Perzentilen. Mir persönlich ist das bestmögliche Abschneiden längst nicht so wichtig wie der worst case. Wenn dann die Entnahme trotz niedrigerer Aktienquote reicht, ist es für mich o.k. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
Der Heini 12. Juli vor 32 Minuten von Turmalin: Ich habe den Eindruck, dass eine hohe Aktienquote in den Boglehead Threads zu VPW und TPAW lange nicht so beliebt ist wie hier. Liegt das nicht auch gerade an der Entnahmeart? VPW ist anders als SWR (du hast das doch oben gut zusammengefasst), dadurch ergibt sich wahrscheinlich auch eine andere Quote. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
PEOPLES 12. Juli vor 9 Stunden von Fondsanleger1966: Man kann doch einfach alle 1, 2, 3 oder 5 Jahre eine erneute SWR-Berechnung mit dem dann aktuellen Depotstand, den dann aktuellen Marktdaten und dem dann entsprechend kürzeren Entnahmezeitraum durchführen und erhält so auch eine dynamische Anpassung an die veränderte Situation. Naja, eben nicht. Was ist, wenn zurueck zur Lohnarbeit keine Option ist UND der Markt nen ordentlichen Ruecksetzer hatte. Bei -30% Portfoliowert kommst du dann auf eine SWR die möglicherweise unter deinen Fixkosten liegt -> sinnfrei. Die Idee der SWR ist ja genau das, dass man nach dem Renteneintritt die guten Jahre als Puffer aufbaut (und nicht verkonsumiert) und die damit die möglichen schlechten Jahre kompensiert. Mit einer erneuten SWR-Berechnung ist das dahin. Dann sind wir wieder beim Thema: Nimm immer 5% aus dem Portfolio, jedes Jahr. Das reicht für immer, nur weis halt keiner obs zum leben reicht. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
OttoKleinanleger 12. Juli vor 8 Stunden von Fondsanleger1966: Warum es sich kompliziert machen, wenn es auch einfach geht? Weil eventuell nicht jeder über eine Kapitaldecke verfügt, wo das größte Problem ist wie man sein Luxusvermögen los wird. Wie sieht dass eigentlich aus, wenn man selbst zu Rentenbeginn eine SWR von 2,x% nicht erreicht hat. Einfach weiter malochen? Das Pleiterisiko ist ja nicht das alleinige Risiko einer Entnahmestategie. Es gibt ja auch noch das Risiko, dass man unter seinen Möglichkeiten bleibt. Hier können Dynamische Entnahmestrategien helfen höhere Entnahmeraten zu generieren. Zaubern können die aber auch nicht, man sollte sich bewußt sein, dass die Entnameraten länger auch deutlich nach unten abweichen können. Was nutzt einem die super sichere SWR, wenn die Gesundheit einen Strich durch die Rechnung macht? Mit zunehmendem Alter beobachtet man sowas häufiger im Bekanntenkreis. Neben Sterbetafeln gibt es ja auch noch solche Statistiken: RKI - Gesunde Lebensjahre Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
Peter23 12. Juli vor 2 Stunden von OttoKleinanleger: Wie sieht dass eigentlich aus, wenn man selbst zu Rentenbeginn eine SWR von 2,x% nicht erreicht hat. Einfach weiter malochen? Fairerweise hat @Fondsanleger1966 immer darauf hingewiesen, dass die besonders niedrigen SWRs sich nur bei sehr frühem Übergang zum Privatier ergeben. Geht man dagegen erst mit 67 in Rente, dann würde selbst @Fondsanleger1966 möglicherweise eine SWR von 3% als passend definieren. Zudem ist dann ja auch nur die Rentenlücke mit dem Vermögen zu bedienen, oder? Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
Beginner81 12. Juli Bei mir ist noch gut Zeit bis dahin, aber ich tendiere aktuell dazu, auf keinen Fall bei der Entnahmerate knapsen zu wollen und stattdessen mehrere Sicherheitselemente einzubauen: - Verhältnis Fixkosten zu Rente/Pension > einem bestimmten Wert - Dynamische Entnahme (Vanguard o.ä.) - Kleinerer Puffer für Extraausgaben und akute Drawdowns (eher psychologisch) - Aktienquote max. 80% Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
dev 12. Juli Ich fand bisher die Festgeldleiter von 3-5 Jahre Lebenskosten als Idee am besten! Die Orientierung am Buchkapital, finde ich nicht nachvollziehbar, denn diese kann sich schneller ändern als man Crash sagen kann. ;-) Falls ich mich von Kursgewinnen abhängig machen wollte, würde ich einen Strich in den Chart machen und die sehr sehr langfristige Rendite darstellen und wenn man weit drüber ist, die Überendite von der Börse in den Geldpuffer stecken. Ob das nun unterjährig oder längerfristig statt findet ist hierbei unerheblich. Um so weiter man ans Lebensende kommt, um so mehr Geldspeicher statt Kapitalspeicher sollte man haben. Wenn man rechnerisch bei 120 landet kann man komplett in den Geldspeicher gehen, es sei den man kann warm vererben. Diese Angst zu wenig zu konsumieren, kann ich nicht nachvollziehen! Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
stagflation 12. Juli · bearbeitet 12. Juli von stagflation vor 1 Stunde von Peter23: Geht man dagegen erst mit 67 in Rente, dann würde selbst @Fondsanleger1966 möglicherweise eine SWR von 3% als passend definieren. Naja, nach Faustformel gilt: die jährliche Entnahmerate ist 1 durch die Anzahl der Jahre, die das Depot reichen soll. Wenn man mit 67 in Rente geht und das Entnahmedepot bis 97 oder 100 reichen soll, kommt man auf 3% jährliche Entnahmerate. Wenn man schon mit 47 in Rente gehen will, muss das Depot ungefähr 50 Jahre funktionieren. Dann kommt man auf 2%. Wenn das Depot nur 20 Jahre reichen soll, kommt man auf 5%. Das natürlich nur ganz grob. Der Rest hängt von den Details ab. Wie Inflation, jährliche Steigerung des Entnahmebetrags, gewählte Pleitewahrscheinlichkeit, Rendite der risikofreien Anlage, Rendite und Volatilität des risikoreichen Anteils, usw. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
Der Heini 13. Juli vor 10 Stunden von stagflation: Wenn man mit 67 in Rente geht und das Entnahmedepot bis 97 oder 100 reichen soll, kommt man auf 3% jährliche Entnahmerate. https://www.de.vanguard/professionell/365/finanzplanung/wohlbefinden/entnahmestrategien Die gehen von 5% Startentnahme aus, in DE wegen der Steuer dann 4% und wer auf Nummer sicher gehen möchte 3,5%. Wenn man etwas flexibel ist, sollte das gehen. P.S.: Eine Entnahme von 3% auf 30 Jahre entspricht einer Realrendite von 1% pro Jahr (grob per Zinsen-berechnen.de). Könnte man über Anleihenleiter realisieren, sofern die Inflation einen nicht überrascht. TIPS haben wir in DE ja leider nicht durchgehend. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
OttoKleinanleger 13. Juli vor 37 Minuten von Der Heini: https://www.de.vanguard/professionell/365/finanzplanung/wohlbefinden/entnahmestrategien Die gehen von 5% Startentnahme aus, in DE wegen der Steuer dann 4% und wer auf Nummer sicher gehen möchte 3,5%. Wenn man etwas flexibel ist, sollte das gehen. ... Irgendwie wird heutzutage alles bis zur Unkenntlichkeit vereinfacht. Der Artikel in deinem Link beschreibt die Funktion von Entnahmestrategien, insbesondere der von Vanguard, viel mehr leider nicht. Ich hätte da noch ein PDF von Vanguard, dass etwas mehr Infos liefert. Da gibt es in Abb 6. eine Tabelle, welche Entnahmen man nach festem initialen Prozentwert und welche man nach "Vanguard" entnehmen kann. Die Zusammensetzung des Simulations-Portfolios ist dokumentiert. Wichtig, es bezieht sich auf 85% Überlebenswahrscheinlichkeit, ergo 15% Pleitewahrscheinlichkeit !!! Ich persönlich könnte damit leben, anderen hier wäre das bestimmt zu unsicher. https://www.de.vanguard/content/dam/intl/europe/documents/de/studie-nachhaltige-entnahmestrategien.pdf Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
stagflation 13. Juli · bearbeitet 13. Juli von stagflation vor 4 Stunden von Der Heini: Könnte man über Anleihenleiter realisieren, sofern die Inflation einen nicht überrascht. Ja, da kommt die Faustformel auch her. Es ist wichtig, diese Faustformel zu verstehen. Wenn man sein Geld im Tresor hat, keine Zinsen erwirtschaftet und auch keine Steigerung der Entnahme will, ist es einfach. Wenn das Geld N Jahre reichen soll, kann man jedes Jahr 1/N des Anfangsbetrags entnehmen. Nach N Jahren ist der Tresor leer. Im richtigen Leben kann man sein Geld in sicheren Anlagen investieren (Tagesgeld, Festgeld, Kommer-Anleihen). Damit bekommt man (nach Steuern und Kosten) eine Rendite ungefähr in Höhe der Inflationsrate. Das führt dazu, dass man die Entnahme jedes Jahr um die Inflation erhöhen kann. Es bleibt aber bei der 1/N Regel. Nach N Jahren ist der Tresor leer. Man kann sein Geld auch in Aktien anlegen. Hiervon versprechen sich viele Wunder und vor allem eine viel höhere Entnahmerate. Das ist aber nicht so. Zumindest nicht, wenn man eine geringe Pleitewahrscheinlichkeit haben will. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
Der Heini 13. Juli vor einer Stunde von stagflation: Man kann sein Geld auch in Aktien anlegen. Hiervon versprechen sich viele Wunder und vor allem eine viel höhere Entnahmerate. Das ist aber nicht so. Zumindest nicht, wenn man eine geringe Pleitewahrscheinlichkeit haben will. Definiere viel höher. Ansonsten hast du recht. Wer eine niedrige Pleitewahrscheinlichkeit haben möchte und bei Schwankungen sehr schlecht schläft, sollte den Staats-Anleiheteil hoch ansetzen. Wer eher Fomo-Belastet ist oder ein höheres Pleiterisiko in Kauf nehmen kann, damit er ein luxuriöseres Leben hat, der sollte den Aktienanteil hoch setzen. So ist jeder anders, daher gibt es ja auch die unterschiedlichen Entnahmemodelle. Beides kann man nicht haben. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
stagflation 13. Juli vor einer Stunde von Der Heini: So ist jeder anders, daher gibt es ja auch die unterschiedlichen Entnahmemodelle. Beides kann man nicht haben. Das sehe ich anders. Es geht nicht um unterschiedliche Entnahmemodelle, unterschiedliche Entnahmerechner, unterschiedliche Rechenmethoden, um "Recht haben" oder um "die beste Methode". Es geht darum, das mathematische Problem zu verstehen. Und sich dann im Parameterraum einen Bereich zu suchen, in dem man sich wohlfühlt. Und mit dem man möglichst gut durchs Leben kommt. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
Der Heini 13. Juli vor 10 Minuten von stagflation: um "Recht haben" oder um "die beste Methode". Hab ich nicht behauptet. vor 10 Minuten von stagflation: einen Bereich zu suchen, in dem man sich wohlfühlt. Und mit dem man möglichst gut durchs Leben kommt. Ob mathematisch oder per VPW oder SWR, dynamischem Modell oder Prozentualem oder per konstanter ER, das war mit unterschiedlichen Entnahmemodellen gemeint. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
Holgerli 13. Juli Diese Aussage: vor 4 Stunden von stagflation: Hiervon versprechen sich viele Wunder und vor allem eine viel höhere Entnahmerate. Das ist aber nicht so. Zumindest nicht, wenn man eine geringe Pleitewahrscheinlichkeit haben will. widerspricht aber dann dieser Aussage: vor 2 Stunden von stagflation: Es geht nicht (...) um "Recht haben" (...) Erstere Aussage hört sich für mich sehr nach Deiner persönlichen Meinung an. Zumindest Fakten bleibst Du schuldig.... Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
stagflation 13. Juli · bearbeitet 13. Juli von stagflation vor 1 Stunde von Holgerli: Erstere Aussage hört sich für mich sehr nach Deiner persönlichen Meinung an. Zumindest Fakten bleibst Du schuldig.... Och, ich habe das oft genug gepostet.... Wenn man es richtig machen will, sollte man folgendermaßen vorgehen. Man nimmt zuerst die Ergebnisse der Faustformel zur Kenntnis. Dann überlegt man sich, welche Annahmen man für die risikofreie Anlage (Tagesgeld, Festgeld, Kommer-Anleihen) machen will und welche für die Inflation. Gleicht sich das aus? Oder werden die Zinsen etwas höher sein als die Inflation? Oder etwas niedriger? Daraus kann man sich die anfängliche Entnahmerate für eine Anlage mit Anleihen und Inflationsausgleich bei der Entnahme berechnen. Das geht mit Taschenrechner/Tabellenkalkulation. Wahrscheinlich wird man ungefähr bei 1/N landen - vielleicht etwas mehr oder etwas weniger. Dann überlegt man sich, wie man ein Depot mit Aktien simulieren will. Es gibt verschiedene Methoden (Monte Carlo, Bootstrapping, usw.) und verschiedene Tools im Internet. Wählt eines aus! Trefft Annahmen für verschiedene Parameter, die man bei Eurem Tool einstellen kann. Trefft auch Annahmen für Inflation, Steigerung der Entnahmerate, und/oder wählt eine Methode zur automatischen Anpassung der Entnahmerate . Dann fangt an, zu simulieren. Startet mit einer risikofreien Anlage. Dabei muss die Entnahmerate herauskommen, die Ihr oben berechnet habt. Dann steigert langsam die Aktienrate. Von 0% über 25%, 50%, 75% bis auf 100%. Schaut Euch an, wie sich die anfängliche Entnahmerate ändert. Macht das für verschiedene Pleitewahrscheinlichkeiten und tragt die Ergebnisse in einem Diagramm auf. Hier ist beispielsweise das Diagramm für ein 30-jähriges Entnahmedepot (Details: link, link): Je nach Parametern und Simulationsmethode wird Euer Diagramm etwas anders aussehen - und das ist auch völlig okay so. Das ist das Diagramm, das Ihr braucht. Weil Ihr hier die Abhängigkeit Eurer Entnahmerate von Aktienanteil und Pleitewahrscheinlichkeit seht. Aus diesem Diagramm könnte Ihr Euch überlegen, wo Ihr Euch positionieren wollt und was Ihr an Eurem Depot verändern müsst, um Euch zu verbessern. Generiert ein solchen Diagramm mit den Daten Eures Simulationstool und Euren individuellen Parametern und postet es. Dann können wir uns darüber unterhalten. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
Der Heini 13. Juli vor 10 Minuten von stagflation: Och, ich habe das oft genug gepostet.... Und die meisten hier im Thread haben das doch schon gemacht. Dann kamen die Endlosdiskussionen über die sinnvolle Pleitewahrscheinlichkeit, da Bootstrapping und MC bzw. zyklische Rechnung andere Werte ergaben. Dann drehten wir uns im Kreis. Am Ende hat jeder seine eigene Sichtweise, die zu ihm passt. vor 12 Minuten von stagflation: Dann können wir uns darüber unterhalten. Und genau das ist dann immer der Streitpunkt. Besser ist es sich objektiv über die Simulationsmethoden oder die wissenschaftlichen Berichte zu unterhalten mit Vor- und Nachteilen. Dann kann jeder sehen, ob es für ihn selber passt oder nicht. Dann gibt es noch die Anpassungen über dynamische Entnahmen oder Guyton-Klinger, die die minimale Entnahmerate (zu Beginn) etwas erhöhen können. Wenn ich dann noch einige Blogs wie earlyretirementnow oder finanzen-erklärt und Retirementresearcher oder Kitces nachschlage, lande ich immer bei etwa gleichen Entnahmeraten, die aber einige hier für zu hoch halten nach ihren eigenen Berechnungen. vor 3 Stunden von stagflation: um "Recht haben" oder um "die beste Methode". Und schon sind wir wieder dabei. Aber wir sind hier nun mal ein Diskussionsforum und da sollen unterschiedliche Meinungen zum Tragen kommen. Alle paar Seiten kommen auch neue Hinweise oder Sichtweisen, das ist doch gut so. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
Turmalin 13. Juli vor 41 Minuten von stagflation: Dann fangt an, zu simulieren. Startet mit einer risikofreien Anlage. Dabei muss die Entnahmerate herauskommen, die Ihr oben berechnet habt. Dann steigert langsam die Aktienrate. Von 0% über 25%, 50%, 75% bis auf 100%. Schaut Euch an, wie sich die anfängliche Entnahmerate ändert. Macht das für verschiedene Pleitewahrscheinlichkeiten und tragt die Ergebnisse in einem Diagramm auf. Hier ist beispielsweise das Diagramm für ein 30-jähriges Entnahmedepot (Details: link, link): Je nach Parametern und Simulationsmethode wird Euer Diagramm etwas anders aussehen - und das ist auch völlig okay so. Das ist das Diagramm, das Ihr braucht. Weil Ihr hier die Abhängigkeit Eurer Entnahmerate von Aktienanteil und Pleitewahrscheinlichkeit seht. Aus diesem Diagramm könnte Ihr Euch überlegen, wo Ihr Euch positionieren wollt und was Ihr an Eurem Depot verändern müsst, um Euch zu verbessern. Generiert ein solchen Diagramm mit den Daten Eures Simulationstool und Euren individuellen Parametern und postet es. Dann können wir uns darüber unterhalten. Ein Bild sagt mehr als tausend Worte. Ich entnehme der Grafik, dass ein Aktienanteil von mehr als 40 % Prozent bei einem 30jährigen Ruhestand nur dann Sinn macht, wenn man eine Pleitewahrscheinlichkeit von mehr als 5% akzeptiert, denn sonst ermöglicht der höhere Aktienanteil keine höhere Entnahmequote, und bei 10% akzeptierter Versagensquote bleibt die Entnahmequote etwa gleich. Kann man das so sagen? Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
stagflation 13. Juli · bearbeitet 13. Juli von stagflation vor einer Stunde von Turmalin: Ich entnehme der Grafik, dass ein Aktienanteil von mehr als 40 % Prozent bei einem 30jährigen Ruhestand nur dann Sinn macht, wenn man eine Pleitewahrscheinlichkeit von mehr als 5% akzeptiert, denn sonst ermöglicht der höhere Aktienanteil keine höhere Entnahmequote, und bei 10% akzeptierter Versagensquote bleibt die Entnahmequote etwa gleich. Kann man das so sagen? Ja. Aber lass mich zuerst eine Einschränkung machen. Das Diagramm ist das Ergebnis einer Simulation mit einer ganz bestimmten Methode und mit ganz bestimmten Parametern. Wenn man eine andere Simulationsmethode oder andere Parameter wählt, kommt ein etwas anderes Diagramm heraus. Das Diagramm wird nicht völlig anders aussehen, sondern etwas anders. In allen Diagrammen werden die Linien links auf einen Punkt oder einen kleiner Bereich zusammenlaufen und nach rechts auffächern. Bei mir ist die 10% Linie ungefähr waagerecht. Bei anderen Parametern kann es auch die 7% Linie oder die 15% Linie sein, die waagerecht verläuft. Insofern würde ich das Ergebnis ein wenig allgemeiner formulieren: Wenn man eine sehr geringe Pleitewahrscheinlichkeit haben will, bringt ein hoher Aktienanteil nichts. Hier sollte man den Aktienanteil eher mäßig oder gering halten. Wichtig ist eine gute Sharpe Ratio (sieht man nicht aus dem Diagramm). Mit dem ARERO oder einem LS60 wird man wahrscheinlich ein besseres Ergebnis erhalten, als mit 100% All-World ETF. Wenn man von Aktien profitieren möchte, muss man eine höhere Pleitewahrscheinlichkeit akzeptieren. Erst dann wird ein höherer Aktienanteil sinnvoll und erst dann führt ein hoher Aktienanteil zu höheren Entnahmeraten! Neulich wurde eine Entnahmeraten-Berechnung mit 100% Aktien und einer Pleitewahrscheinlichkeit 5% präsentiert. Das ist sinnlos, weil 100% Aktien und 5% Pleitewahrscheinlichkeit nicht zusammenpassen. Das ist so, als ob man ein Feuerzeug mit einem Bagger anzünden möchte. Bei "Wetten, dass..?" ganz nett - aber unbrauchbar im Alltag. Bei den Entnahmemodellen wie z.B. Vanguard geht es darum, die Kurven etwas zu verschieben, also z.B. die obigen Kurven auf der rechten Seite ein Stück nach oben zu drücken. Man kann damit etwas bessere Entnahmeraten erreichen - aber auch hier sollte man keine Wunder erwarten. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
Turmalin 14. Juli Danke @stagflation, ich finde, das sind sehr wichtige Ergebnisse (die ich für mich mit einer anderen Simulation und einem längeren Entnahmezeitraum in ähnlicher Form auch schon festgestellt habe, zumindest was die unteren Perzentile betrifft). Deinen früheren Beitrag kannte ich auch, ich wollte es an dieser Stelle noch einmal wiederholen/betonen. Ich bin mir sicher, dass ich Geld erst dann frohen Herzens für Luxus ausgeben oder verschenken mag, wenn das Notwendige (oder auch etwas mehr) gesichert ist. Ich träume aber auch nicht von einer Villa auf Mallorca oder anderen Extravaganzen. Und so schließt sich der Kreis zur Aktienquote und Entnahmerate. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
Lazaros 14. Juli · bearbeitet 14. Juli von Lazaros vor einer Stunde von Turmalin: Danke @stagflation, ich finde, das sind sehr wichtige Ergebnisse (die ich für mich mit einer anderen Simulation und einem längeren Entnahmezeitraum in ähnlicher Form auch schon festgestellt habe, zumindest was die unteren Perzentile betrifft). ... Und so schließt sich der Kreis zur Aktienquote und Entnahmerate. Ähnliches Ergebnis auch bei mir: Am 27.5.2026 um 16:42 von Lazaros: Hängt das nicht hauptsächlich von der gewählten Entnahmerate und der Entnahmedauer ab, ob ein hoher Aktienanteil das Pleiterisiko erhöht oder senkt? Ein Beispiel: Bei der hier immer wieder genannten 3%-Entnahme und 30 Jahren Laufzeit (Entnahmebeginn = Rentenbeginn mit 67 Jahren bis zum Ableben), halte ich (also rein subjektiv) einen Aktienanteil von mehr als 40% für das Überleben des Depots schädlich, d.h. mit jedem Prozent mehr an Aktien erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, dass mir vorzeitig das Geld ausgehen wird. Am 5.6.2025 um 20:35 von Lazaros: 4. Hab so viel Vermögen, dass du nicht mehr als 3% entnehmen musst. 5. Hör auf die alten Hasen (wie Harry Browne und Ray Dalio) und begrenze den Aktienanteil auf 1/3. =========================================== Frage: Würde es mit einer höheren Aktienquote (statt 35% Aktien Erhöhung auf 60% und 80% Aktien) bei einer inflationsangepassten 3% Start-Entnahmerate (also das was man so üblich berechnet) besser ausschauen? Und um welchen Preis, also der Zunahme des Scheiterns? Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
goccih 14. Juli Am 13.7.2026 um 08:47 von Der Heini: entspricht einer Realrendite von 1% pro Jahr (grob per Zinsen-berechnen.de). Könnte man über Anleihenleiter realisieren Also ich halte ja die Grundannahme für unrealistisch: die niedrige Pleitewahrscheinlichkeit ergibt sich doch nur dann, wenn ihr es schafft mit Euro-Staatsanleihen eine positive REALrendite zu verdienen. Keine Ahnung ob das in den letzen 30 Jahren geklappt hat. Sich aber zu 100% darauf zu verlassen, dass das in den nächsten 30 Jahren funktioniert, würde mir ja nicht in den Sinn kommen. Ich glaube man braucht einiges an Aktien( > 30%), um überhaupt auf 30 Jahre die Inflation zu schlagen. Andernfalls tauscht ihr doch nur das Risiko von Aktien gegen das Pleiterisiko durch Inflation. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
Norica 15. Juli Am 13.7.2026 um 12:46 von stagflation: 3. Man kann sein Geld auch in Aktien anlegen. Hiervon versprechen sich viele Wunder und vor allem eine viel höhere Entnahmerate. Das ist aber nicht so. Zumindest nicht, wenn man eine geringe Pleitewahrscheinlichkeit haben will. Die Frage ist doch warum ist es nicht so. Könnte das damit zusammen hängen, dass man das höhere Risiko (Aktieninvestment) mit einem zusätzliches Risiko der höheren Entnahme zusammenwirft? Es spricht überhaupt nichts gegen die Anlage in Aktien "auf Ewigkeit", wenn man nicht gleichzeitig die Entnahmemöglichkeiten durch höhere Raten belastet. Jedes Jahr in dem ich mit 100% Aktien nicht pleite gehe und die mögliche höheren Entnahme nicht rausnehme erhöht die Chance, nie pleite zu gehen. Allgemein: Rechenakrobatik muss ich nur machen, wenn die Kapitaldecke zu dünn ist UND ich unbedingt sowas wie "die with zero" anstrebe. Mein Eindruck ist irgendwie, dass die Idee dahinter wohl ist, dass das alles mein Geld ist, "mein Schaaaatz" und ich will es gefälligst selbst verbrauchen. Damit kann ich natürlich nichts anfangen. Vielleicht mal einen Schritt zurücktreten? SG Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
Der Heini 15. Juli stagflation hat doch recht, Stichwort Pleitewahrscheinlichkeit. Wenn ich diese sehr gering halten will, oder sehr scharf kalkulieren muss, dann ist eine hohe Aktienquote ein hohes Risiko. Wie Vanguard oder Guyton-Klinger zeigen, kann ich, sofern ich flexibel bin in der absoluten Entnahmehöhe, eine höhere Aktienquote fahren. Eine dynamische Reduzierung von -2,5 oder -5% kann da schon hilfreich sein. Man sollte auch nihct vergesen, daß es sich bei den Diskussionen immer um das Worst-Case-Szenario handelt (2000 - 2010, oder 1965 - 1980 usw.). Wenn man keine mehrfache Rezessionsphase erwischt, dann ist eine hohe Aktienquote auch ein gutes Upside-Potenzial. Vielleicht sollte man nach den ersten 5 Jahren in der Entnahmephase diese neu bewerten bzgl. der eigenen Kalkulation. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag