Fondsanleger1966 gestern um 05:36 Uhr vor 23 Stunden von dimido: Ich habe aber bereits über 62 Rentenpunkte und obendrauf noch 2 Betriebsrenten mit guten Alt-Regelungen (ich betrachte immer nur das bereits erreichte, nicht das hochgerechnete). Zu wie viel Prozent deckt der heutige Wert der Nettorenten das Minimum Deiner (Über-)Lebenskosten ab (bzw. Eurer, wenn Du noch andere Menschen absicherst)? Zu wie viel Prozent das Wunscheinkommen im Ruhestand? vor 23 Stunden von dimido: Ich rechne in meinem Basisszenario immer sehr konservativ (z.B. nur mit 0% nach Steuern und Inflation für mein freies Vermögen) und Sicherheitsabschlägen bei den Renten (z.B. keinen vollen Inflationsausgleich bei den Renten longterm, höherer Abschlag bei vorzeitiger Rente). Wie viel Abschlag beim Inflationsausgleich der Renten rechnest Du ein? Mit welchem Abschlag bei vorzeitiger Rente kalkulierst Du? Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
Fondsanleger1966 gestern um 06:26 Uhr · bearbeitet gestern um 06:28 Uhr von Fondsanleger1966 Am 16.5.2026 um 13:32 von Peter23: @Fondsanleger1966 Vielen Dank für die Ausführungen! [...] sei die Frage hiermit so umformuliert, dass Deine Herangehensweise ansonsten anwendbar ist (also z.B. PKV ersetzt durch GKV). Nein, PKV und GKV funktionieren in der Ruhestandsplanung völlig anders. Am 16.5.2026 um 13:32 von Peter23: @Fondsanleger1966 Du hast es mit Deiner Herangehensweise hergeleitet, dass für 30k Entnahme 5 Mio passend wäre und somit würde ich bzgl. meiner Frage dann davon ausgehen, dass Du bzgl. 50k Entnahme bei bei ca. 8-9 Mio Vermögen rauskommen würdest (zumindest bei ähnlichen sonstigen Annahmen). Auch hier ein Nein. Zunächst möchte ich herausstellen, dass meine zentrale Aussage war, dass 3% Entnahmerate über 50 Jahre unter den aktuellen Kapitalmarktbedingungen viel zu hoch sind, wenn eine Pleitewahrscheinlichkeit von (maximal) 5% angestrebt wird. Welches Ziel-Kapital sich ergibt, hängt im Wesentlichen vom Minimum der laufenden Kosten ab, die ab dem Beginn der Frühprivatisierung anfallen werden (einmalige Kosten wie die Ausbildung der Kinder kann man separat zurückstellen, eine stationäre Pflege am Lebensende wird oft über den Verkauf des Eigenheims abgesichert, sofern dieses dann ausreichend werthaltig sein dürfte). Für dieses Minimum setzt man dann die relativ niedrige Entnahmerate von im Beispiel derzeit 1,5% p.a. an. Ich hatte in der Beispielrechnung die 30k p.a. als ein solches Minimum interpretiert. Alles darüber Hinausgehende (hier also die Differenz vom Minimum zu den 50 k p.a.) würde ich persönlich nicht mit der Pleitewahrscheinlichkeit von (maximal) 5% berechnen, sondern über eine dynamische oder teildynamische Entnahme flexibler handhaben. Das kann dann auch mal Kürzungen mit sich bringen - auch ganz erhebliche - kostet aber weniger Kapital und ermöglicht höhere Start-Entnahmeraten. Ich hatte zu der teildynamischen Entnahme bereits 2 Postings geschrieben, die weitergehende Infos dazu enthalten: Außerdem möchte ich darauf hinweisen, dass die Höhe des Sicherheitsaufschlags von 50% nicht von mir stammt, sondern aus der Scorecard. Ich finde 50% bei einem derart langen Zeitraum mit so viel Unsicherheit nicht unpassend. Andere würden aber mglw. argumentieren, dass auch 35% oder vielleicht sogar 25% ebenfalls passen könnten. Oder auf ein evtl. Erbe verweisen. Eine weitere Möglichkeit, den Kapitalbedarf zu verringern, besteht darin, Rentenansprüche in die Kalkulation einzubeziehen. In Deinem Beispiel mit dem ca. 40jährigen wäre dann für diesen Betrag nur eine Überbrückung von ca. 30 Jahren nötig statt der 50 Jahre. Die maximale nachhaltige Entnahmerate (SWR) läge dann - unter ansonsten gleichen Bedingungen - derzeit im Intervall von 2,5-3,0 %. Sprich 1%pkt. höher. Die Herausforderung besteht in diesem Fall allerdings darin, eine belastbare Zahl für die Rentenhöhe zu ermitteln. Zum einen wegen des langen zeitlichen Abstands. Zum anderen aus dem Grund, den ich in der 2. Hälfte dieses Postings beschrieben habe: Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
dimido gestern um 06:36 Uhr vor 56 Minuten von Fondsanleger1966: Zu wie viel Prozent deckt der heutige Wert der Nettorenten das Minimum Deiner (Über-)Lebenskosten ab (bzw. Eurer, wenn Du noch andere Menschen absicherst)? Zu wie viel Prozent das Wunscheinkommen im Ruhestand? Für Wohnen/Essen/Versicherungen/günstiges Auto/Internet/Handy/Kleidung etc. aber ohne "Luxus": bei Rente mit 67 ohne Abschläge + beide BAV's netto: ca. 150% (eine der beiden BAV fällt nach 9 Jahren weg, ab dann wären es ca. 118%) bei Rente mit 63 mit -14,4% + beide BAV's netto: ca. 136% (eine der beiden BAV fällt nach 9 Jahren weg, ab dann wären es ca. 106%) Wieviel % zum Wunscheinkommen das ist, ist schwer zu sagen, da die "Luxus"-Ausgaben in der Regel Einmalausgaben wären (z.B. Reisen ohne auf's Geld schauen zu müssen ...). Ich sag mal zu Anfang 94% bzw. 74% nach Wegfall der zweiten BAV (bezogen auf die Rente mit 67). vor 57 Minuten von Fondsanleger1966: Wie viel Abschlag beim Inflationsausgleich der Renten rechnest Du ein? Mit welchem Abschlag bei vorzeitiger Rente kalkulierst Du? Abschlag nehme ich im Basisszenario 0% und -1% (um zu schauen was es ausmacht am langen Ende) Abschlag bei vorzeitiger Rente mit 63 nehme ich die aktuellen -14,4% und -20% (um zu schauen was es ausmacht am langen Ende) Die oberen Zahlen sind auf Basis mit 0% und -14,4% Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
Cepha gestern um 09:56 Uhr · bearbeitet gestern um 09:59 Uhr von Cepha vor 21 Stunden von dimido: Ich sehe nicht wie eine Verlängerung um satte +5 Jahren innerhalb von 9 Jahren durchzudrücken wäre. +4 Jahre ist ja alleine schon die mathematisch, demographisch und gesellschaftlich ziemlich irrsinnige Regelung, mit lächerlichen 14,4% Abschlag heute mit 63 in Frührente gehen zu können. Die kann man wieder abschaffen. Bleibt noch +1 Jahr im Zeitraum von 14 Jahren. Wie es kommt weiß ich auch nicht. Vielleicht gibt es ja aus dem Nichts wieder ein Wirtschaftswunder in Deutschland und wir können uns die Fortsetzung der Rentenpolitik tatsächlich leisten. Ich rechne mit Rente mit 68 und mit 4% Entnahme aus einem Aktienlastigen Depot. Die Wahrscheinlichkeit des Versagens halte ich in beiden Fällen für recht ähnlich. Sehe keinen sinn darin, bei der Rente ein 50% Risiko zu riskieren und beim Depot verrenke ich mich extrem, um das Risiko des Versagens von 5% auf 3% zu drücken. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
dimido gestern um 11:18 Uhr vor einer Stunde von Cepha: +4 Jahre ist ja alleine schon die mathematisch, demographisch und gesellschaftlich ziemlich irrsinnige Regelung, mit lächerlichen 14,4% Abschlag heute mit 63 in Frührente gehen zu können. Die kann man wieder abschaffen. Die -0,3% pro Monat (-14,4% für 4 Jahre früher) sind, gemäß dieser Studie der Deutsche Rentenversicherung Kapitel 5, mathematisch und demographisch wohl nicht ganz aus der Luft gegriffen. Zum Vergleich: Meine kapitalgedeckte BAV (kongruent rückgedeckte Unterstützungskasse) die auch lebenslang zahlen muss, hat einen Abschlag von -0,4% pro vorgezogenem Monat (regulärer abschlagsfreier Begin mit 65) bzw. Zuschlag von 0,6% pro Monat späterem Rentenbegin. Bei der BAV kann man politische Einflussnahme auf diese Zahl wohl ausschließen, da sagt der Versicherungs-Mathematiker wo's lang geht. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
stagflation gestern um 12:42 Uhr · bearbeitet gestern um 12:51 Uhr von stagflation vor 6 Stunden von Fondsanleger1966: Zunächst möchte ich herausstellen, dass meine zentrale Aussage war, dass 3% Entnahmerate über 50 Jahre unter den aktuellen Kapitalmarktbedingungen viel zu hoch sind, wenn eine Pleitewahrscheinlichkeit von (maximal) 5% angestrebt wird. Ich halte 5% Pleitewahrscheinlichkeit bei Portfolios mit hohem Aktienanteil mittlerweile für zu niedrig. Man sollte besser mit 10% oder 15% rechnen. Auf der einen Seite investiert man in Aktien. Die sind nun mal risikoreich und volatil. Auf der anderen Seite möchte man eine sehr geringe Pleitewahrscheinlichkeit haben. Das passt nicht zusammen. Wasch mich, aber mach mich nicht nass. Man kann die Pleitewahrscheinlichkeit in den Modellen zwar auf 5% drücken. Aber das verursacht sehr hohe Kosten - in Form einer sehr niedrigen Entnahmerate. Außerdem ist man dann in einem Bereich der Modelle, die ungenau sind und die sehr empfindlich auf Störungen oder Änderungen der Rahmenbedingungen reagieren. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
s1lv3r gestern um 13:42 Uhr vor 46 Minuten von stagflation: Ich halte 5% Pleitewahrscheinlichkeit bei Portfolios mit hohem Aktienanteil mittlerweile für zu niedrig. Man sollte besser mit 10% oder 15% rechnen. Auf der einen Seite investiert man in Aktien. Die sind nun mal risikoreich und volatil. Auf der anderen Seite möchte man eine sehr geringe Pleitewahrscheinlichkeit haben. Das passt nicht zusammen. Wasch mich, aber mach mich nicht nass. Selbst, wenn man deiner grundlegenden Analyse zustimmt und eh denkt, dass auf 5% kalkulierte Pleitewahrscheinlichkeiten höchstwahrscheinlich auf Szenarien mit solch seltenen Tail Events basieren, dass die 5% im Endeffekt nur Scheingenauigkeit abbilden, kann man meiner Meinung nach als Handlungsempfehlung nicht daraus ableiten, dass man besser gleich mit 10%, 15% oder 20% Pleitewahrscheinlichkeit simulieren sollte (und im Notfall wird man schon irgendwie reagieren können ...). Der einzig richtige Schluss aus einer solchen Ungewissheit kann m.E.n. eigentlich nur - wie von @Fondsanleger1966 vorgeschlagen - daraus bestehen, sein persönliches Existenzminimum mit einer defensiven SWR (sei es jetzt 1,5% oder 2%) zu kalkulieren und darüber hinaus von vorhinein regelbasiert (!) variabel für zusätzlichen Konsum zu entnehmen. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
stagflation gestern um 13:56 Uhr Nein, darum geht es nicht. Es geht um ein grundsätztliches Problem. Es ergibt keinen Sinn, in risikoreiche Anlageklassen zu investieren und gleichzeitig eine hohe Sicherheit zu wollen. Das passt nicht zusammen! Wenn man es trotzdem versucht, wird man mit sehr niedrigen Entnahmeraten bestraft. Und nicht nur das - man ist in einem Parameterbereich, in dem das ganze Modell nicht gut funktioniert. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
Bolanger gestern um 13:58 Uhr vor einer Stunde von stagflation: Man kann die Pleitewahrscheinlichkeit in den Modellen zwar auf 5% drücken. Aber das verursacht sehr hohe Kosten - in Form einer sehr niedrigen Entnahmerate. Außerdem ist man dann in einem Bereich der Modelle, die ungenau sind und die sehr empfindlich auf Störungen oder Änderungen der Rahmenbedingungen reagieren. Kommt man dann nicht auch in einen Bereich, in dem man besser eine Sofortrente abschließt? Das Risiko, als reichster auf dem Friedhof zu landen kann man damit genau so umschiffen wie ein vorzeitiger Konsum des Spargroschens. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
Sapine gestern um 13:58 Uhr · bearbeitet gestern um 13:59 Uhr von Sapine @stagflation Ich denke das ist nicht korrekt. Genau das kam doch raus bei der Cederburg Studie, dass eine hohe Aktienquote das Risiko nicht erhöht sondern reduziert. Das klingt paradox aber ist es nicht. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
Der Heini gestern um 14:20 Uhr · bearbeitet gestern um 14:21 Uhr von Der Heini vor 1 Stunde von stagflation: Ich halte 5% Pleitewahrscheinlichkeit bei Portfolios mit hohem Aktienanteil mittlerweile für zu niedrig. Man sollte besser mit 10% oder 15% rechnen. Nein, daran liegt es meiner Ansicht nach nicht. Es liegt wie ich schon öfter geschrieben habe an der Simulationsmethode. Bei reiner Monte-Carlo Simulation habe ich immer höhere Pleitewahrscheinlichkeiten als bei einer zyklischen oder Bootstrap Simulation. Warum wissen die Experten besser. Daher sollte man bei MC-Simulation die Pleitewahrscheinlichkeit höher ansetzen oder eben entsprechend bewerten. Rechne mal mit dem Fi-Simulator gegen und du bekommst geringere Pleitewahrscheinlichkeiten oder eben höhere SWRs. Man sollte das ganze versuchen für sich einzuordnen. vor 37 Minuten von s1lv3r: Der einzig richtige Schluss aus einer solchen Ungewissheit kann m.E.n. eigentlich nur - wie @Fondanleger1966 vorgeschlagen - daraus bestehen, sein persönliches Existenzminimum mit einer defensiven SWR (sei es jetzt 1,5% oder 2%) zu kalkulieren und darüber hinaus von vorhinein regelbasiert (!) variabel für zusätzlichen Konsum zu entnehmen. Das sehe ich anders, denn das verführt einen dazu Rendite unnötigerweise liegenzulassen, indem man auf Versicherungslösungen oder Sofortrenten ausweicht. Wie oben geschrieben ist eine so niedrige SWR nur aus einer einzigen Simulationsart gegeben, ob diese die richtige ist, hat noch niemand bewiesen. Falsch ist sie auch nicht, aber wie immer in der Theorie gibt es verschiedene Untersuchungsmethoden. Jeder muss die für sich passende Regelung suchen, aber dafür auch verschiedene Simulationsmethoden auswerten. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
s1lv3r gestern um 14:41 Uhr · bearbeitet gestern um 14:44 Uhr von s1lv3r vor 24 Minuten von Der Heini: Das sehe ich anders, denn das verführt einen dazu Rendite unnötigerweise liegenzulassen, indem man auf Versicherungslösungen oder Sofortrenten ausweicht. Wie oben geschrieben ist eine so niedrige SWR nur aus einer einzigen Simulationsart gegeben, ob diese die richtige ist, hat noch niemand bewiesen. Falsch ist sie auch nicht, aber wie immer in der Theorie gibt es verschiedene Untersuchungsmethoden. hmmm ... ne, ich würde an meiner Asset-Allocation gar nichts ändern. Nur an meiner Entnahmestrategie. Statt stur 3% oder 4% zu entnehmen und zu wissen, dass ich nach meiner eigenen Simulation dann vielleicht zu 15% Pleite gehe und daher jedes Jahr immer ängstlich auf mein Depot schaue und bei jedem schlechten Jahr denke "Oh nein, wenn das nächste Jahr jetzt auch noch schlecht läuft, muss ich vielleicht meinen Plan über den Haufen werfen und irgendwie mit weniger Entnahme zurecht kommen ..." würde ich einfach eine Basis-Entnahmerate wählen, die ausschließlich meine existentiellen Ausgaben deckt und für zusätzlichen Konsum dann von vorhinein variabel aus dem Portfolio entnehmen. Dann kann ich ziemlich einfach backtesten und z.B. feststellen ... zu 95% sind meine Basis Ausgaben gedeckt, mit einer Wahrscheinlichkeit von 80% reicht die variable Entnahme, dass ich im Ruhestand viel reisen kann, mit einer Wahrscheinlichkeit von 60% reicht die variable Entnahme, dass ich im Ruhestand weiterhin ein dickes Auto fahren kann, mit einer Wahrscheinlichkeit von 40% bleibt dann immer noch genug übrig, dass ich noch großzügig wohltätige Spenden verteilen kann. (Oder je nachdem wie meine Prioritäten dann halt eben sind ...) vor 24 Minuten von Der Heini: Nein, daran liegt es meiner Ansicht nach nicht. Es liegt wie ich schon öfter geschrieben habe an der Simulationsmethode. Die originale Trinity-Studie (mit all ihren heute bekannten Limitierungen ...) geht übrigens bei 25% Aktien und 75% Anleihen von einer Erfolgswahrscheinlichkeit von 100% (!) selbst bei 6% (!) Entnahme über 30 Jahre aus: Im Endeffekt ist halt alles nur Simulation und mit besseren Daten und anderen methodischen Herangehensweisen kommt man morgen vielleicht wieder zu ganz anderen Ergebnissen ... Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
Lazaros gestern um 14:42 Uhr vor 34 Minuten von Sapine: @stagflation Ich denke das ist nicht korrekt. Genau das kam doch raus bei der Cederburg Studie, dass eine hohe Aktienquote das Risiko nicht erhöht sondern reduziert. Das klingt paradox aber ist es nicht. Hängt das nicht hauptsächlich von der gewählten Entnahmerate und der Entnahmedauer ab, ob ein hoher Aktienanteil das Pleiterisiko erhöht oder senkt? Ein Beispiel: Bei der hier immer wieder genannten 3%-Entnahme und 30 Jahren Laufzeit (Entnahmebeginn = Rentenbeginn mit 67 Jahren bis zum Ableben), halte ich (also rein subjektiv) einen Aktienanteil von mehr als 40% für das Überleben des Depots schädlich, d.h. mit jedem Prozent mehr an Aktien erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, dass mit vorzeitig das Geld ausgehen wird. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
stagflation gestern um 14:43 Uhr vor 29 Minuten von Bolanger: Kommt man dann nicht auch in einen Bereich, in dem man besser eine Sofortrente abschließt? Das Risiko, als reichster auf dem Friedhof zu landen kann man damit genau so umschiffen wie ein vorzeitiger Konsum des Spargroschens. Ja, das ist so. Ich hatte letzten November folgendes Diagramm gepostet für ein 30-jähriges Entnahmedepot mit 2% Steigerung der Entnahmerate pro Jahr (Monte-Carlo-Simulation): Wenn man eine Pleitewahrscheinlichkeit von 5% will, kann es sogar sinnvoll sein, den Aktienanteil auf 0% zu reduzieren. Also vollständig in Anleihen zu investieren. Dann werden auch Renten-Versicherungen sehr interessant. Diese investieren in Anleihen und können zusätzlich noch das Langlebigkeitsrisiko abfedern. Der genaue Verlauf der Kurven hängt natürlich von den Parametern ab (Dauer des Entrnahme-Portfolios, Rendite und Volatilität des risikoreichen und des risikoarmen Anteils, usw.) Aber auch wenn man die Parameter ändert, bleibt ein Ergebnis gleich: wenn man eine sehr geringe Pleitewahrscheinlichkeit will, bekommt man eine fast horizontale oder sogar leicht abfallende Kurve. Sprich: es ist vermutlich besser, den Aktienanteil zu reduzieren, ja sogar fast ausschließlich in sichere Anleihen zu investieren. Und deshalb sage ich: Aktienportfolios werden erst dann interessant, wenn man eine höhere Pleitewahrscheinlichkeit zulässt. Erst dann steigt die Entnahmerate mit dem Aktienanteil. Erst dann macht es Sinn, in Aktien zu investieren. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
Sapine gestern um 14:50 Uhr Eine Entnahmedauer von 30 Jahren wird unserer Langlebigkeit nicht mehr gerecht. Desto kürzer der Entnahmezeitraum ist, desto mehr schlägt das Pendel für Anleihen aus. Desto länger desto unverzichtbarer wird ein hoher Aktienanteil. So sehr ich Deine MC Simulationen schätze, sie sind nur ein unzulängliches Modell der Wirklichkeit. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
Lazaros gestern um 14:52 Uhr · bearbeitet gestern um 14:53 Uhr von Lazaros vor 3 Minuten von Sapine: Eine Entnahmedauer von 30 Jahren wird unserer Langlebigkeit nicht mehr gerecht. Das sehe ich anders vor 11 Minuten von Lazaros: 30 Jahren Laufzeit (Entnahmebeginn = Rentenbeginn mit 67 Jahren bis zum Ableben), Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
Sapine gestern um 14:55 Uhr · bearbeitet gestern um 14:56 Uhr von Sapine Der Rentenbeginn liegt aber tatsächlich spürbar niedriger und da hast Du noch keine Privatiers dabei, die in noch längeren Zyklen rechnen müssen. Und Du berücksichtigst noch nicht, dass die Entnahme oft für Paare kalkuliert werden muss. Ein mäßig gesunder alleinstehender Mann, der mit 67 in Rente geht, kann sicherlich mit 30 Jahren kalkulieren. Dann reichen 40 % im Aktiendepot bzw. mehr bringt dann nicht mehr an Sicherheit. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
Der Heini gestern um 15:00 Uhr vor 10 Minuten von s1lv3r: mit einer Wahrscheinlichkeit von 80% reicht die variable Entnahme, dass ich im Ruhestand viel reisen kann, mit einer Wahrscheinlichkeit von 60% reicht die variable Entnahme, dass ich im Ruhestand weiterhin ein dickes Auto fahren kann, mit einer Wahrscheinlichkeit von 40% bleibt dann immer noch genug übrig, dass ich noch großzügig wohltätige Spenden verteilen kann. (Oder je nachdem wie meine Prioritäten dann halt eben sind ...) Und da man ängstlich ist, lebt man dann am Minimum und verzichtet auf Reisen, Auto, Dinge, die das Leben erleichtern, aber nicht sein müssen. Vielleicht sogar auf Arztbesuche oder Igelleistungen usw. vor 10 Minuten von stagflation: Dann werden auch Renten-Versicherungen sehr interessant. Hatte ich vor Jahren mal verschiedene Sofortrenten angefragt, die Verzinsung lag rechnerisch bei 0% oder sogar wenn man früh genug einsteigt im negativen Bereich. Fand ich nicht so überzeugend. Oder man verzichtet bei Sofortrenten auf die Dynamik, dann hat man aber das Inflationsrisiko, das geht auch nicht. Falls du aber Zahlen dazu hast, also eine Sofortrente mit Inflationsausgleich, wäre interessant. Bisher habe ich keine gefunden. vor 15 Minuten von Lazaros: Bei der hier immer wieder genannten 3%-Entnahme und 30 Jahren Laufzeit (Entnahmebeginn = Rentenbeginn mit 67 Jahren bis zum Ableben), halte ich (also rein subjektiv) einen Aktienanteil von mehr als 40% für das Überleben des Depots schädlich, d.h. mit jedem Prozent mehr an Aktien erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, dass mit vorzeitig das Geld ausgehen wird. Wenn ich das nachrechne, ist das aber nicht so. https://earlyretirementnow.com/2016/12/14/the-ultimate-guide-to-safe-withdrawal-rates-part-2-capital-preservation-vs-capital-depletion/ Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
Lazaros gestern um 15:05 Uhr vor 2 Minuten von Der Heini: Wenn ich das nachrechne, ist das aber nicht so. https://earlyretirementnow.com/2016/12/14/the-ultimate-guide-to-safe-withdrawal-rates-part-2-capital-preservation-vs-capital-depletion/ Ich nehme diesen Rechner https://www.bvi.de/service/rechner/entnahmerechner/ , nur 10-20% Cash und viel Anleihen. (Soll heißen, man kann alles beweisen, wenn man nur genug sucht). Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
Lazaros gestern um 15:25 Uhr · bearbeitet gestern um 15:26 Uhr von Lazaros vor 30 Minuten von Sapine: Und Du berücksichtigst noch nicht, dass die Entnahme oft für Paare kalkuliert werden muss. Frage an KI: Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit für ein heute 55 jähriges Ehepaar, dass mindestens einer von beiden das 97. Lebensjahr vollendet? Antwort KI: Die Wahrscheinlichkeit für ein heute 55-jähriges Ehepaar, dass mindestens eine Person das 97. Lebensjahr vollendet, liegt rein statistisch bei etwa 10% - 18%. Dieser Wert ist stark vom Geschlecht, dem sozioökonomischen Status und dem individuellen Gesundheitszustand abhängig. [1, 2] So setzen sich die Chancen zusammen: Der Mann (55): Die Wahrscheinlichkeit, dass ein heute 55-jähriger Mann das 97. Lebensjahr erreicht, ist vergleichsweise gering. Im Schnitt schaffen dies nur etwa \(3\,\%\) bis \(5\,\%\) der Männer seines Alters. [1] Die Frau (55): Die Wahrscheinlichkeit, dass eine heute 55-jährige Frau 97 Jahre alt wird, ist rund zwei- bis dreimal so hoch wie bei einem Mann und liegt meist zwischen \(8\,\%\) und \(15\,\%\). Das Ehepaar (Gemeinsame Wahrscheinlichkeit): Da sich die Wahrscheinlichkeiten beider Partner ergänzen (Gegenwahrscheinlichkeit, dass beide vorher versterben), liegt die Chance für das Paar, das dieses hohe Alter in mindestens einem Fall erlebt, im niedrigen zweistelligen Bereich. Übrigens: Ersetzt man 97 Jahre durch 90 Jahre, liegt die Wahrscheinlichkeit, dass mindestens einer von beiden das 90. Lebensjahr vollendet, statistisch bei etwa 68 bis 75 Prozent. Ersetzt man 97 Jahre durch 100 Jahre, liegt die Wahrscheinlichkeit, dass mindestens einer von beiden das 100. Lebensjahr vollendet, statistisch bei etwa 2 bis 6 Prozent. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
Sapine gestern um 15:37 Uhr Wenn Du jetzt noch als Startalter die genannten 67 verwendest, erhöht sich die Wahrscheinlichkeit nochmals. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
stagflation gestern um 16:40 Uhr @Sapine Man kann das Diagramm auch für ein 50-jähriges Entnahmedepot ausrechnen. Der linke Punkt, in dem die Kurven zusammenlaufen, wird etwas niedriger liegen. Aber auch in diesem Diagramm werden die Kurven mit höheren Pleitewahrscheinlichkeiten stärker steigen, als die mit niedrigen Pleitewahrscheinlichkeiten. @Der Heini: Man kann das Diagramm auch mit der Methode der historischen Renditen berechnen (vielleicht hat jemand Lust dazu). Ich glaube, dass ein ähnliches Diagramm herauskommen wird. Die Entnahmeraten werden etwas anders sein - und auch die Steigung der einzelnen Kurven. Was sich nicht ändern wird: die Kurven treffen sich alle links bei 0% und gehen dann mit unterschiedlichen Steigungen nach rechts weg. Meine Kernaussage ist unabhängig vom Modell und den gewählten Parametern (sofern man sich im Rahmen realistischer Werte bewegt): wenn man sehr geringe Pleitewahrscheinlichkeiten haben will, bringt ein hoher Aktienanteil keine Vorteile. Wenn man auf Aktien setzt, sollte man auch bereit sein, eine höhere Pleitewahrscheinlichkeit zu akzeptieren. Erst dann kann man von den Vorteilen eines Aktien-Portfolios (höhere Entnahmeraten) profitieren. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
sedativ gestern um 19:07 Uhr · bearbeitet gestern um 19:23 Uhr von sedativ vor 2 Stunden von stagflation: Man kann das Diagramm auch mit der Methode der historischen Renditen berechnen wenn man sehr geringe Pleitewahrscheinlichkeiten haben will, bringt ein hoher Aktienanteil keine Vorteile. Wenn man auf Aktien setzt, sollte man auch bereit sein, eine höhere Pleitewahrscheinlichkeit zu akzeptieren. Erst dann kann man von den Vorteilen eines Aktien-Portfolios (höhere Entnahmeraten) profitieren. Wer in Deutschland vor 1945 seine Altersvorsorge auf Anleihen aufgebaut hatte, stand 1923 und 1948 – im Unterschied zum Aktionär – jeweils mit leeren Händen da. Und auch Abseits dieser Extremszenarien sind Anleihen eine Wette auf eine zukünftig moderat bleibende Inflation. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
stagflation gestern um 20:38 Uhr vor einer Stunde von sedativ: Wer in Deutschland vor 1945 seine Altersvorsorge auf Anleihen aufgebaut hatte, stand 1923 und 1948 – im Unterschied zum Aktionär – jeweils mit leeren Händen da. Ja, das ist so. Solche Extremereignisse sind in Simulationen (Monte-Carlo, historische Renditen) in der Regel nicht enthalten. Entweder muss man sie mit reinrechnen - was naturgemäß schwierig ist, weil sie so selten und unvorhersehbar sind. Oder man muss sie im Nachhinein zu den Ergebnissen der Simulationen hinzurechnen. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
Sapine gestern um 20:51 Uhr Hohe Inflation ist aber nicht so fürchterlich selten. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag