Dieser Thread dient in erster Linie dazu, bestimmte Sachverhalte zu Anlagestrategien aus dem WPF möglichst kompakt zusammenzufassen und (subjektiv) interessante Diskussionsfäden zu den entsprechenden Thematiken zu verlinken.
Ergänzungen, Hinweise, weitere Dokumente u.ä. sind im zugehörigen Diskussionsthread gerne gesehen
Erläuterungen zu einigen Begrifflichkeiten: PortfolioPraxis-WissenAlphaVola.pdf(3,29MB) Anzahl der Downloads: 624
Seit Herbst 2012 gibt es auch ein WPF-Webwiki, das auf wichtige Beiträge zu vielen Themen verweist.
Erklärungen zu häufig gebrauchten Abkürzungen finden sich hier: Abkürzungsübersicht
Bevor man anfängt, sich über geeignete Geldanlageprodukte Gedanken zu machen, sollten einige Punkte im Vorfeld abgeklärt sein:
Kassensturz, d.h. Feststellung des zur Verfügung stehenden Überschusses laufender Einnahmen
Hinterlegung einer ausreichend großen Tagesgeldreserve für den kurzfristig erhöhten Finanzbedarf (z.B. 2-3 Monatsnettogehälter)
Als zukünftiger Anleger sollte man sich wohl auch auf folgende Grundsätze stützen:
Überlegen, welche Ziele man mit den Anlagen verfolgt
Das Risiko minimieren
Vorsicht beim Umgang mit Vergangenheitsdaten walten lassen
Sich bewusst sein, dass Kapitalmarktprognosen wertlos sind
Nicht erwarten, den Markt zu schlagen
Die Gebühren minimieren
Das Vermögen diversifizieren
Den Anlagehorizont eigener Vermögensziele beachten
Das Risiko managen
Stets eine innere Distanz bewahren
Markowitz, Diversifikation und Korrelationen
Das klassische (vergangenheitsbezogene) Portfolio nach Markowitz besteht in erster Linie aus Aktien, weil diese langfristig die besten Renditen versprechen. Zwecks Diversifizierung und Absenkung des systematischen Risikos werden Anlagen (mit möglichst unterschiedlichen Korrelationseigenschaften) wie Anleihen, Rohstoffe und Immobilien (je nach Risikobereitschaft und Anlagehorizont unterschiedlich gewichtet) in starrer Allokation hinzugemischt.
Speziell Anleihen wurden in der Vergangenheit zwecks Senkung erwarteter Kursschwankungen zur Diversifikation eingesetzt:
Während der Finanzkrise in 2008 zeigten sich teilweise grundlegende Veränderungen der gewünschten Korrelationseigenschaften, weil hier sowohl Aktien als auch Rohstoffe und Immobilien (bedingt durch die Immobilienblase) starke Kursrückgänge zu verzeichnen hatten.
Eine risikovermindernde Diversifikationswirkung durch Immobilien scheint zusehends fraglicher zu werden, da Immobilieninvestments in Form von REITs (Real Estate Investment Trusts mit börsennotierten Anteilen) eine hohe Korrelation zu Aktien besitzen und offene Immobilienfonds durch Liquiditäts- und Schließungsproblematiken in jüngerer Vergangenheit deutlich an Risiko zugewonnen haben - hier erscheint es zumindest fragwürdig, ob das Risiko-Rendite-Verhältnis noch verhältnismäßig ist...
Im Anleihensektor sind zukünftig ebenfalls steigende Volatilitäten zu erwarten, speziell bei Staatsanleihen hochverschuldeter Industrienationen, aber auch bei Unternehmensanleihen - die Zentralbanken halten derzeit sowohl Staaten als auch Unternehmen (speziell jene mit hohem Fremdkapitalanteil) durch billiges Geld flüssig. Zudem bestehen bei den aktuellen historisch niedrigen Leitzinsständen Zinsänderungsrisiken aufgrund erhöhter Inflationserwartungen durch die "Quantitative Lockerung".
Interessant zu beobachten: Blickt man zurück bis 1801, so konnten sich die rollierenden 30-Jahre-Anleiherenditen nur zweimal den korrespondierenden Aktienrenditen in der Weise annähern, wie es über die letzten 30 Jahre beobachtet werden konnte.
Und: War das der Fall, so folgte im Anschluss ein langjähriger Bärenmarkt am Anleihemarkt.
Die Erklärung dafür dürfte (neben den Zinssenkungen in den letzten drei Dekaden) auch in veränderten Inflationsentwicklungen zu suchen sein: bei stabiler Inflation auf relativ niedrigem Niveau bedeuten Zinsanstiege in der Regel positive Konjunkturerwartungen und Zinsrückgänge negative Konjunkturerwartungen - dadurch bedingt ergibt sich eine negative Korrelation von Renten und Aktien.
In Zeiten volatiler Inflationsraten ergeben sich Zinsveränderungen nicht unbedingt nur konjunkturbedingt, sondern auch durch veränderte Inflationserwartungen. Höhere Zinsen, die nur eine höhere Inflation widerspiegeln, sind sowohl für Anleihen als auch im weiteren Verlauf für Aktien negativ, da der abgezinste zukünftige Cash-Flow sinkt (DCF-Modell).
Sollte es also zukünftig wieder zu einem deutlichen Anziehen der Inflation kommen, so würde sich die gewünschte negative Korrelation verlieren - entscheidend sind also stabile Inflationserwartungen.
In den beschriebenen Szenarien wäre es evtl. sinnvoller, Staatsanleihen zwecks Diversifikation zu meiden und Aktien-Produkte stattdessen mit Festzinsanlagen und/oder mit flexiblen aktiven Fondsprodukten für die Portfoliogestaltung zu kombinieren.
Aktive Fonds
Der aktive Anteil könnte sich aus vermögensverwaltenden (und somit kapitalerhaltenden) Produkten zusammensetzen, um einerseits höhere Renditen als Festzinsanlagen zu generieren und gleichzeitig größere Kapitalschwankungen zu vermeiden (maßgeblich wäre hier also ein möglichst geringer "Maximum Drawdown" (MDD)).
Der aktive Anteil könnte zusätzlich für die Realisierung mittelfristiger Sparziele oder als Sicherheitspuffer für einen unerwartet hohen Kapitalbedarf, der über die zurückgelegten Tagesgeldreserven hinausgeht, genutzt werden (ohne dass man hier zu einem evtl. ungünstigen Zeitpunkt Teile des reinen Aktienportfolios auflösen müsste).
Depotgewichtungen
Die Gewichtung der Anteile im Depot sollte je nach Risikoneigung, Verlusttoleranz und Anlagehorizont ("Magisches Dreieck") variiert werden:
kurzfristiger Bereich (1-5 Jahre): festverzinsliche Anlagen (Tagesgeld, Wachstumssparen, Festgeld, Sparbriefe)
mittelfristiger Bereich (5-10 Jahre): vermögensverwaltende Fonds
langfristiger Bereich (10-30 Jahre): Exchange-traded Funds (ETFs) zwecks Abbildung marktbreiter Aktien-Indizes
Hier ein Beispiel für mögliche Gewichtungen einzelner Assetklassen:
Für den risikolosen Anteil bietet sich bspw. derzeit (unter Inkaufnahme einer eingeschränkten Liquidität) eine rollierende Sparbriefleiter an. Die Laufzeiten sollten je nach vorliegender Leitzinsstruktur gestaffelt werden, um potentielle spätere Zinssteigerungen besser ausnutzen zu können oder um sich hohe Zinssätze über längere Laufzeiten zu sichern.
Etwas bessere Liquidität als Festgelder durch Kündigungsmöglichkeiten auch innerhalb der Laufzeiten (unter Beachtung von etwaigen Vorschusszinsen) bietet das Wachstums- oder Zuwachssparen.
Die Inflation ist für Sparer ein Risiko. Wer in Tagesgeld und Festgeld investiert, ist der Teuerungsrate schutzlos ausgeliefert. Die Inflation schmälert die reale Rendite und kann bei zu niedriger Verzinsung unterm Strich sogar zu einem Kaufkraftverlust führen. Bei drei Prozent Inflation im Jahr verliert Vermögen binnen 10 Jahren mehr als ein Viertel seiner Kaufkraft. Deshalb ist es geradezu fahrlässig, nicht benötigte Gelder bspw. auf Sparbüchern und Girokonten mit 0,0 bis 0,5 Prozent Zinsen im Jahr anzulegen.
Sparer sollten stets versuchen, eine positive Realverzinsung nach Steuern zu erzielen. Die Realverzinsung ergibt sich aus der Differenz von Zinssatz und Inflationsrate. Bei 5 Prozent Zinsen und 3 Prozent Inflation beträgt der Realzins 2 Prozent. Beim Realzins nach Steuern wird zusätzlich die Kapitalertragssteuer abgezogen. Die Steuer berücksichtigt die Inflation nicht und bezieht sich auf die nominalen Zinserträge.
Dieser auch als „kalte Progression“ bekannte Effekt ist für Anleger nachteilig - ein Fallbeispiel: Ein Sparer legt 20.000 Euro zu 5 Prozent Zinsen für ein Jahr lang an und erhält somit 1000 Euro Zinsen. Von 1000 Euro Zinsertrag oberhalb des Freibetrages verbleiben nach Abzug von Abgeltungsteuer und Solidaritätszuschlag noch 736,25 Euro. Das Kontoguthaben ist nach Steuern somit auf 20.736,25 Euro angewachsen. Beträgt die Inflation im selben Zeitraum 3 Prozent, beläuft sich der reale Ertrag auf gerade einmal 136,25 Euro und damit nicht einmal 0,7 Prozent. Zur Erläuterung: Bei einem Anlagebetrag in Höhe von 20.000 Euro und 3 Prozent Inflation müssen kalkulatorisch 600 Euro Kaufkraftverlust abgezogen werden.
Nicht immer ist es möglich, einen vollständigen Inflationsausgleich zu schaffen. Dies liegt zum einen an hohen Inflationsraten, zum anderen an der Zusammenstellung des Warenkorbs, aus welcher der Verbraucherpreisindex (= die Inflationsrate) berechnet wird. Während ein Teil der Preise dieses Warenkorbs sinkt, wie z.B. Elektrogeräte (die jedoch meist nur alle paar Jahre gekauft werden), steigen die Preise für Strom, Kraftstoffe, Heizöl und für Dinge des täglichen Bedarfs u.U. weiter rasant an.
Der passive Anteil könnte im Rahmen langfristiger Anlagehorizonte (>10 Jahre) mit marktbreiten Aktien-Indizes in Form von ETFs bestückt werden. Als Langfristanlage sind derartige ETFs wohl am ehesten geeignet, weil sie aufgrund geringer Kostenstrukturen und breiter Diversifizierung dauerhaft für Renditevorteile sorgen dürften.
Eine aktuelle Studie von Vanguard Research bezüglich Indexing:
Aus historischer Sicht haben Index-Anlagestrategien aufgrund geringer Kosten, breiter Diversifizierung und minimaler “Cash Drags” eine bessere Performance erzielt als aktiv verwaltete Anlagestrategien. In Kombination bilden diese Faktoren eine erhebliche Hürde, die aktive Anlageverwalter überwinden müssen, um mit einer kostengünstigen Indexstrategie auf einem beliebigen Markt in einem bestimmten Zeitraum kostendeckend zu arbeiten.
Wenngleich talentierte aktive Manager diese Hürden durchaus überwinden können und dies in der Vergangenheit auch bereits gelungen ist – unsere Untersuchungen und Erfahrungswerte deuten jedoch darauf hin, dass es der Mehrheit dieser Manager dauerhaft nicht gelingen wird, eine Outperformance zu erzielen, da es immer schwieriger wird, die Gesamtheit dieser Kosten zu übertreffen.
Wer mehr über Indizes und über deren Zusammensetzung wissen möchte, kann sich bei der Commerzbank kostenlos das "Handbuch der Indizes" bestellen.
Weitere Informationen finden sich außerdem bei MSCI, bei FTSE, bei STOXX und bei Standard & Poor's.
Passive Indexfonds schlagen aktiv verwaltete Fonds
Es wurden 201 aktive Fonds mit dem Anlageschwerpunkt Europa in ihrer Performance mit dem Benchmarkindex für europäische Standardwerte DJ STOXX 600 verglichen - kurzfristig konnten ungefähr die Hälfte der aktiven Fonds mit Schwerpunkt Europa den Dow Jones STOXX 600 Index schlagen (die andere Hälfte der aktiven Fonds schnitt schlechter ab), doch gelang dieser Jonglierakt nur noch 30% mittelfristig (über 3 Jahre) und so gut wie keinem langfristig.
Die nachfolgende Grafik verdeutlicht dieses Ergebnis:
Quelle: BVI (Bundesverband Investment und Asset Management e.V.); STOXX Limited Stand: Mai 2008
"Alle Wahrheit durchläuft drei Stufen. Zuerst wird sie lächerlich gemacht oder verzerrt. Dann wird sie bekämpft. Und schließlich wird sie als selbstverständlich angenommen. (A. Schopenhauer)
"Aller Besitz ist vom Schicksal geborgt." (L. A. Seneca)
Eine gute Vergleichsmöglichkeit für vermögensverwaltende Fonds findet sich hier: mmd-direct
Der Verband unabhängiger Vermögensverwalter Deutschland e.V. bietet eine exklusive Übersicht aller Fonds der teilnehmenden VuV-Mitglieder: Fondsweb.de
Je höher der Depotwert im aktiven Anteil steigt, desto mehr Fonds sollten meiner Meinung nach aufgenommen werden, um größere Renditeverluste durch mögliches Mißmanagement zu vermeiden.
Zudem sollte man alle 1-2 Jahre seine Produktauswahl überprüfen und bei Bedarf die Fonds austauschen.
"Alle Wahrheit durchläuft drei Stufen. Zuerst wird sie lächerlich gemacht oder verzerrt. Dann wird sie bekämpft. Und schließlich wird sie als selbstverständlich angenommen. (A. Schopenhauer)
"Aller Besitz ist vom Schicksal geborgt." (L. A. Seneca)
Um die Transaktionskosten beim Erwerb von ETFs möglichst gering zu halten, bietet es sich an, zunächst größere Summen anzusparen und im weiteren Verlauf in das ETF-Depot umzuschichten. Zum Ansparen eignen sich Tagesgeldkonten - allerdings lassen sich Anleger die Chance auf eine höhere Rendite entgehen, wann immer sie mehr Geld als nötig auf dem Tagesgeldkonto herumliegen lassen. Überschüssiges Kapital sollte also so schnell wie möglich investiert werden - diesbezüglich könnte man beim Ansparen auf geeignete Fonds zurückgreifen, die sich bei vielen Direktbanken kostenfrei besparen lassen.
In zunehmendem Maße implementieren die Direktbanken auch kostengünstige ETF-Sparpläne - so bieten bspw. die DAB bank AG (DAB), die Frankfurter Fondsbank (FFB) und die European Bank for Fund Services GmbH (ebase) eine größere Auswahl an sparplanfähigen ETFs an.
Der Durchschnittskosteneffekt (Cost-Average-Effect)
Der Durchschnittskosteneffekt (auch Cost-Average-Effect) ist ein Effekt, der bei der regelmäßigen Anlage gleich bleibender Beträge in Wertpapiere entsteht.
Dabei führen Wertschwankungen der Wertpapiere dazu, dass der Anleger im Durchschnitt seine Anteile bei gleich bleibenden Raten günstiger erhält, als wenn er regelmäßig zu unterschiedlich hohen Preisen eine gleich bleibende Menge von Anteilen kauft. Denn bei hohen Anteilspreisen werden automatisch weniger Anteile gekauft, bei niedrigen Anteilspreisen entsprechend mehr.
Dieser Effekt wird häufig in der Werbung für Fondsparpläne angeführt. Er beschert jedoch keinesfalls höhere Gewinne bzw. niedrigere Verluste, als eine Einmal-Anlage. Da sich im Verlauf des Ansparens immer mehr Kapital ansammelt, das ganz den Schwankungen der Anteilspreise unterliegt, und da die einzelne Rate einen immer kleiner werdenden Bruchteil dieses Kapitals ausmacht, nimmt der Durchschnittskosteneffekt mit zunehmender Laufzeit eines Sparplans immer weiter ab. Das heißt, das angesparte Vermögen verhält sich jetzt so, als hätte man einmalig eine hohe Summe Geld angelegt, und Kursschwankungen wirken sich überproportional auf die Rendite aus – sowohl nach oben als auch nach unten.
Die Ausnutzung des Cost-Average-Effects führt dazu, dass auf Grund der gleich bleibenden Investmenthöhe durchschnittlich pro Anteil/Aktie das harmonische Mittel der Kurse bezahlt wird. Dieses liegt stets etwas unter dem arithmetischen Mittel, das bei regelmäßigem Kauf gleich bleibender Stückzahlen bezahlt würde.
Ein globales Aktien-ETF-Portfolio nach BIP - bequem besparbar ohne Transaktionskosten (inkl. automatischem Rebalancing) sowie steuerlich unkompliziert (inländisch thesaurierend) - bietet der ETF-PORTFOLIO GLOBAL (DE000A0MKQK7) TER 1,45%.
Der folgende Chart stellt das Tracking des Dachfonds seit seiner Auflage zum zugrundeliegenden Index (MSCI All Country World Index GDP) dar:
Möchte man mittels eines weniger volatilen Fonds ansparen, so würde sich der ARERO (LU0360863863) TER 0,50% anbieten - der ausländisch thesaurierende Fonds (= erhöhter Steueraufwand durch ausschüttungsgleiche Erträge!) hält einen Swap auf seine gesamte Konzeption (die Ausfallrisiken gehaltener Landesbankanleihen für den Swap trägt der Fonds dabei vermutlich selbst!).
60% Aktienportfolio nach BIP-Gewichtung (innerhalb der enthaltenen Indizes wird nach Marktkapitalisierung gewichtet)
25% Anleihenportfolio über den IBOXX Euro Sovereign Index (unterschiedliche Laufzeiten aus 10 Ländern ohne Währungsrisiko)
15% Rohstoff-Futures über den DJ UBS Commodity Index Total Return 3 Month Forward (breit gestreuter Korb aus 19 Rohstoffen ohne Währungsabsicherung)
Der ARERO ist kein Dachfonds. Für den ARERO wurde aus den genannten Aktien-, Renten- und Rohstoffkomponenten eigens ein Index aufgesetzt ("ARERO – Weltstrategie"), dessen Wertentwicklung der ARERO nachbildet.
Daneben existiert noch der db x-trackers Portfolio Total Return Index ETF 1C (LU0397221945) TER 0,72%.
Anlageziel des ETF-Dachfonds (auf Swap-Ebene ohne bisherige ausschüttungsgleiche Erträge) ist es, die Wertentwicklung eines diversifizierten globalen Portfolios bestehend aus Aktien (30% - 70%) sowie Rentenwerten (30% - 70%) abzubilden - zusätzlich kann das Indexportfolio um Immobilienaktien (REITs: 0% - 15%) erweitert werden. Es wird eine Strategie verfolgt, die hauptsächlich darauf abzielt, im Laufe der Zeit Kapitalzuwachs zu erzielen und gleichzeitig die Volatilität zu begrenzen - dafür sammelt der Fonds konsequent Risikoprämien ein und versucht Über- und Untertreibungen am Kapitalmarkt durch entsprechende Gewichtungen für sich auszunutzen.
"Alle Wahrheit durchläuft drei Stufen. Zuerst wird sie lächerlich gemacht oder verzerrt. Dann wird sie bekämpft. Und schließlich wird sie als selbstverständlich angenommen. (A. Schopenhauer)
"Aller Besitz ist vom Schicksal geborgt." (L. A. Seneca)
Sein Risiko bei der Aktienanlage zu streuen, ist wichtig - aber wie eigentlich?
Sinnvoll dürfte eine Aufteilung des Aktiendepots auf verschiedene Regionen der Welt sein - diesbezüglich existieren unterschiedliche Ansätze, mittels derer die verschiedenen Regionen (Europa, Amerika, Asien/Pazifik, Emerging Markets) zueinander gewichtet werden und das vorhandene Vermögen diesen Anteilen entsprechend aufgeteilt wird.
Innerhalb einzelner Regionen wird in der Regel nach Marktkapitalisierung gewichtet - weil zur Abdeckung jeder Region prinzipiell ein ETF auf einen einzelnen Aktienindex reicht und die marktbreiten Benchmark-Indizes die Gewichtung der enthaltenen Aktien nach Marktkapitalisierung vornehmen.
Bezüglich der unterschiedlichen Gewichtungsansätze zwei Studien aus 2002 von Elroy Dimson, Paul Marsh und Mike Staunton und aus 2010 von Vanguard Research:
Die Vanguard-Studie rät Anlegern, die an langfristigen Investitionen interessiert sind, Entscheidungen über ihre Vermögensallokation nicht lediglich anhand von Wirtschaftswachstumsprognosen zu treffen. Ihre Analyse zeigt, dass die durchschnittliche länderübergreifende Korrelation zwischen dem langfristigen Wachstum des BIP und langfristigen Aktienerträgen effektiv null ist. Es wird nachgewiesen, dass dieses unerwartete Ergebnis in den vergangenen 100 Jahren für alle bedeutenden Aktienmärkte sowie in den vergangenen Jahrzehnten für Märkte in Industrie- und Schwellenländern gültig ist.
Gerd Kommer zum Zusammenhang zwischen Wirtschaftswachstum und Aktienrendite: 1284142322.pdf(130,09K) Anzahl der Downloads: 497
Bei einer Gewichtung der Regionen nach Weltbruttoinlandsproduktdaten (BIP-Daten) als Basis zur Portfolio-Gewichtung kann es zu zukünftigen Fehlentscheidungen kommen, weil aufgrund dieser Gewichtung einer Länderallokation der Vorrang gegeben wird und dadurch Unternehmen, die zwar die entsprechende BIP-Leistung erwirtschaftet aber ihren Sitz in einem anderen Land haben, untergewichtet werden könnten.
Prognosen gehen davon aus, dass der Anteil der Schwellenländer am globalen BIP 2020 bei ca. 50% und 2030 bei ca. 60% liegen wird (Quelle: morningstar.de). Aufgrund dieses enormen zukünftigen Wachstums der jetzigen Emerging Markets könnte es zu einer ausgeprägten Übergewichtung derselben kommen. Hinzu kommt die demographische Entwicklung und das bisher vergleichsweise geringe BIP pro Kopf in den EM.
Die derzeitige Gewichtung der einzelnen Regionen im MSCI All Country World Index wäre durch folgende Indizes grob darstellbar:
45% MSCI North America (USA, Kanada)
30% MSCI Europe
10% MSCI Pacific (Japan, Australien, Hongkong, Singapur, Neuseeland)
15% MSCI Emerging Markets
Alternativ könnte man auch einen MSCI World-Indexfonds mit einem MSCI Emerging Markets-Indexfonds mischen:
85% MSCI World
15% MSCI Emerging Markets
Der MSCI World ist ein Marktkapitalisierungsindex auf Freefloat-Basis ("free float-adjusted"), der die Performance der Aktienmärkte der Industrienationen messen soll. Im MSCI World Index sind die folgenden 24 Länderindizes von Industrienationen vertreten: Australien, Österreich, Belgien, Kanada, Dänemark, Finnland, Frankreich, Deutschland, Griechenland, Hongkong, Irland, Israel, Italien, Japan, die Niederlande, Neuseeland, Norwegen, Portugal, Singapur, Spanien, Schweden, Schweiz, UK und die USA (derzeit ca. 49%).
Der MSCI Emerging Markets ist ein um Streubesitz adjustierter marktkapitalisierungsgewichteter Index, der die Wertentwicklung der globalen Emerging Markets wiederspiegelt. Der Index enthält die folgenden 21 Länderindizes: Brasilien, Chile, China, Kolumbien, Tschechische Republik, Ägypten, Ungarn, Indien, Indonesien, Korea, Malaysia, Mexiko, Marokko, Peru, Philipinen, Polen, Russland, Südafrika, Taiwan, Thailand und Türkei.
Es existieren mittlerweile mehrere ETFs, die den MSCI All Country World Index komplett abbilden:
Der MSCI ACWI Index ist ein auf den Streubesitz basierender marktkapitalisierungsgewichteter Index, der die Wertentwicklung der Aktienmärkte in entwickelten Ländern und Schwellenländern weltweit messen soll. Darin vertreten sind ca. 2500 Wertpapiere aus den Segmenten Large Caps und Mid Caps und er setzt sich aus 45 Länderindizes zusammen, davon etwa jeweils die Hälfte aus entwickelten Märkten und aus Schwellenmärkten (siehe MSCI World und MSCI Emerging Markets).
Im MSCI ACWI IMI Index sind ca. 9000 Wertpapiere aus den Segmenten Large Caps, Mid Caps und Small Caps vertreten (70%:15%:15%) - die Zusammensetzung der Länderindizes ist identisch zum MSCI ACWI Index.
Der FTSE All-World ex UK Index enthält Large und Mid Cap-Titel, die unter Ausklammerung des Vereinigten Königreichs sowohl Industrieländer als auch Schwellenländer weltweit abdecken. Der Index leitet sich aus der FTSE Global Equity Index Series (GEIS) als übergreifendem Indexuniversum ab, die 98% der weltweiten investierbaren Marktkapitalisierung abdeckt.
Um hier nicht auf den Anteil UK zu verzichten, müsste man ergänzend den db x-trackers FTSE 100 ETF hinzumischen - der FTSE 100 Index ist ein marktkapitalisierungsgewichteter Index, der die Entwicklung der größten 100 nach Größe und Liquidität gescreenten Unternehmen des Vereinigten Königreiches wiederspiegelt. Der Index repräsentiert ca. 81% der Marktkapitalisierung des Vereinigten Königreiches und ca. 9% der Weltkapitalisierung (basierend auf dem FTSE All-World Index vom 31. Januar 2007).
Regionengewichtungen nach BIP-Daten
2008 erschien eine Studie von Heiko Jacobs, Sebastian Müller und Martin Weber, die einer Gewichtung der Aktien-Portfoliobestandteile nach BIP-Daten den Vorzug gibt (und im ARERO umgesetzt wird).
Im Vergleich zum Marktkapitalisierungskonzept sei eine Gewichtung nach der realwirtschaftlichen Leistungskraft weit weniger prozyklisch und reduziere damit die Verlustrisiken, die durch eine "Blasenbildung" im Aktienmarkt entstehen könnten.
Schaut man sich die Performancewerte der letzten 20 Jahre an, so zeigt sich, dass der MSCI AC World Index GDP NDTR EUR (BIP-Gewichtung) deutlich besser performt hat als der MSCI AC World Index NDTR EUR (MK-Gewichtung).
Dies dürfte einerseits mit den zeitweilig hohen Anteilen von Japan (renditeschädlicher Einfluss durch die dortige Baisse) sowie gleichzeitig mit deutlich geringeren EM-Anteilen im MSCI ACWI zu tun gehabt haben - das höhere systematische Risiko durch einen höheren Schwellenländeranteil wurde beim MSCI ACWI GDP also entsprechend entlohnt.
Ob bezüglich zukünftiger Renditeerwartungen eines BIP-Weltportfolios von der Vergangenheit auf die Zukunft geschlossen werden kann, muss sich allerdings noch zeigen. Unterm Strich sind sowohl die Gewichtungen nach Marktkapitalisierung als auch nach BIP rein heuristische Modelle, d.h. praktische Methoden ohne Anspruch auf die alleinige Wahrheit (wie auch schon das Markowitz-Modell, welches mittlerweile auch aus der Mode gekommen ist).
Aktuell sieht die Zusammensetzung des zugrunde liegenden MSCI ACWI GDP so aus (Quelle: supertobs und sparfux):
Ein derartiges Portfolio könnte annäherungsweise aus lediglich vier Indizes gestaltet werden:
30% MSCI Europe oder STOXX Europe 600 (breiter aufgestellt)
30% MSCI North America oder MSCI USA oder S&P 500
10% MSCI Pacific
30% MSCI Emerging Markets
Anbei ein Depotbeispiel mit replizierenden ETFs und Swap-ETFs - Berücksichtigung finden hier sowohl eine ausreichende Streuung über verschiedene Anbieter als auch eine unkomplizierte steuerliche Handhabung (soweit anzunehmenderweise auch zukünftig keine ausschüttungsgleichen Erträge bei den ausländischen thesaurierenden Fonds ausgewiesen werden):
30% iShares STOXX Europe 600 (DE) (DE0002635307) TER 0,21% (replizierend - ausschüttend)
30% ETFlab MSCI USA (DE000ETFL268) TER 0,30% (replizierend - ausschüttend)
10% ComStage ETF MSCI Pacific TRN I (LU0392495023) TER 0,45% (Swap - thesaurierend)
30% db x-trackers MSCI Emerging Markets TRN Index ETF (LU0292107645) TER 0,65% (Swap - thesaurierend)
Gewichtungen nach Equal-Weight (EW)
Equally Weighted ETFs investieren in alle Aktien des jeweiligen zugrunde liegenden Index. Allerdings werden die Wertpapiere nicht wie im Basisindex nach Marktkapitalisierung gewichtet - stattdessen besitzt jedes Unternehmen den gleichen Anteil am Portfolio. Somit ergibt sich ein verändertes Gewicht in den verschiedenen Marktsektoren, zudem bekommen kleinere Unternehmen aus den Indizes ein deutlich stärkeres Gewicht.
db x-trackers S&P 500 EQUAL WEIGHT ETF (LU0659579493) TER 0,30% (Swap - thesaurierend)
Ossiam ETF STOXX® EUROPE 600 equal weight NR (LU0599613147) TER 0,35% (Swap - thesaurierend)
Ossiam ETF EURO STOXX 50® equal weight NR (LU0599613063) TER 0,30% (Swap - thesaurierend)
Beim "Research Affiliates Fundamental Indexing" (RAFI) werden die Aktien anhand von Cashflow, Umsatz, Dividenden und Buchwert ausgewählt und gewichtet. Einmal pro Jahr werden die Gewichtungen der Aktien neu festgelegt.
LYXOR ETF FTSE RAFI EUROPE A (FR0010400770) TER 0,60% (Swap - ausschüttend)
LYXOR ETF FTSE RAFI US 1000 A (FR0010400804) TER 0,60% (Swap - ausschüttend)
PowerShares FTSE RAFI Developed 1000 Fund (IE00B23D8W74) TER 0,50% (replizierend - ausschüttend)
PowerShares FTSE RAFI Europe Fund (IE00B23D8X81) TER 0,50% (replizierend - ausschüttend)
PowerShares FTSE RAFI Developed Europe Mid-Small Fund (IE00B23D8Y98) TER 0,50% (replizierend - ausschüttend)
PowerShares FTSE RAFI US 1000 Fund (IE00B23D8S39) TER 0,50% (replizierend - ausschüttend)
PowerShares FTSE RAFI Asia Pacific Ex-Japan Fund (IE00B23D9463) TER 0,80% (replizierend - ausschüttend)
PowerShares FTSE RAFI Emerging Markets Fund (IE00B23D9570) TER 0,65% (replizierend - ausschüttend)
Der MSCI ACWI Risk Weighted Net Total Return Index umfasst große und mittelgroße Unternehmen aus 24 Industrieländern und 21 Emerging Markets. Die Gewichtung der einzelnen Aktien im Index erfolgt unter Beachtung des Risikoprinzips, d.h. Aktien mit geringerer Volatilität werden stärker gewichtet.
UBS ETFs plc - MSCI ACWI Risk Weighted TRN Index SF (USD) A acc (IE00B6VS8T94) TER 1,27% (Swap - thesaurierend)
Lyxor ETF MSCI World Risk Weighted (LU0776636812) TER 0,45% (Swap - thesaurierend)
Lyxor ETF Smartix Euro iStoxx 50 Equal Risk (LU0776635921) TER 0,25% (Swap - thesaurierend)
Bei den Minimum-Variance-Indizes wird bei der Zusammenstellung des Indexportfolios häufig noch zusätzlich darauf geachtet, dass die Korrelation der Aktien untereinander gering ist.
iShares MSCI World Minimum Volatility (DE000A1KB2D9) TER 0,30% (replizierend - thesaurierend)
iShares MSCI Europe Minimum Volatility (DE000A1KB2C1) TER 0,25% (replizierend - thesaurierend)
iShares S&P 500 Minimum Volatility (DE000A1KB2E7) TER 0,20% (replizierend - thesaurierend)
iShares MSCI Emerging Markets Minimum Volatility (DE000A1KB2B3) TER 0,40% (replizierend - thesaurierend)
Ossiam ETF World Minimum Variance NR 1C EUR (LU0799656698) TER 0,65% (Swap - thesaurierend)
Ossiam ETF iSTOXX Europe Minimum Variance NR 1C EUR (LU0599612842) TER 0,65% (Swap - thesaurierend)
Ossiam ETF US Minimum Variance NR 1C EUR (LU0599612685) TER 0,65% (Swap - thesaurierend)
Ossiam ETF US Minimum Variance NR 1C USD (LU0599612412) TER 0,65% (Swap - thesaurierend)
Ossiam ETF Emerging Markets Minimum Variance NR 1C EUR (LU0705291903) TER 0,75% (Swap - thesaurierend)
Ossiam ETF Emerging Markets Minimum Variance NR 1C USD (LU0705291812) TER 0,75% (Swap - thesaurierend)
SPDR S&P 500 Low Volatility ETF (IE00B802KR88) TER 0,35% (replizierend - thesaurierend)
Weitere Gewichtungsmöglichkeiten
Ein Reduzierung beteiligter Fonds mit deutlichem Überhang von US-Werten aufgrund fehlender BIP-Gewichtung der einzelnen Developed Markets-Regionen wäre eine Mischung aus einem MSCI World-ETF und einem MSCI EM-ETF:
70% MSCI World
30% MSCI Emerging Markets
Manche mischen bei dieser Kombination noch einen ETF aus der Eurozone (EURO STOXX oder MSCI EMU) in Übergewichtung hinzu (z.B. 50% Welt - 30% Europa - 20% EM) - einerseits, um das starke US-Übergewicht im MSCI World auszugleichen, andererseits, um das Währungsrisiko zu senken. Währungsrisiken hat man immer dann, wenn man in Aktien investiert, die in anderen Währungszonen notiert sind (z.B. in USD). Dabei ist es unerheblich, ob der ETF-Fonds selbst in Euro oder in USD notiert.
Abhängig vom eigenen Anlagehorizont sollte man ggf. eine moderate Euro-Übergewichtung in sein Depot einbauen, da der EUR/USD-Wechselkurs einen recht großen Risikofaktor für die Depotperformance darstellt. Auch die Währungen der Schwellenländer sind ein gewisses Risiko, da Sie sehr volatil sind - aufgrund ihrer breiten Diversifizierung wird das Problem allerdings etwas abgeschwächt.
Mittlerweile emittieren erste Anbieter auch währungsgesicherte ETFs, so bspw. db-x trackers und iShares.
Ein Vorteil der "Baukasten-Varianten" wäre, dass man die Anteile einzelner Regionen-Indizes frei gestalten könnte. So könnte man bspw. den Anteil der Schwellenländer komplett in SmallCaps abbilden und hätte damit eine noch breitere Diversifizierung über die einzelnen Branchen als beim MSCI EM-Index gewonnen (Stärkung der Konsumbranche bei gleichzeitiger Reduzierung der Finanzbranche). Der MSCI EM-SC-Index erzielte in der Vergangenheit eine bessere Rendite bei nur geringfügig erhöhter Volatilität.
"Alle Wahrheit durchläuft drei Stufen. Zuerst wird sie lächerlich gemacht oder verzerrt. Dann wird sie bekämpft. Und schließlich wird sie als selbstverständlich angenommen. (A. Schopenhauer)
"Aller Besitz ist vom Schicksal geborgt." (L. A. Seneca)
Allianz Global Investors
• Durch die Globalisierung wird die Welt zum „globalen Dorf“. Die Güter-, Arbeits- und Finanzmärkte wachsen zusammen.
• Durch die Globalisierung schwindet die Erklärungskraft länderspezifischer Faktoren, was sich vor allem an der wachsenden Bedeutung der transnationalen Unternehmen zeigt. Hierdurch sinkt das Diversifikationspotenzial.
• Dafür gewinnen branchenspezifische Faktoren an Bedeutung. Dies erhöht die Chance, über den Branchenansatz die Vorzüge der Diversifikation zu nutzen.
• Da zu erwarten ist, dass dieser Trend auch zukünftig anhält, kann das Portfolio unter Rendite-Risiko-Gesichtspunkten über die Branchenallokation besser als über den Länderansatz optimiert werden
Schaut man sich die Sektorengewichtung beim Lyxor MSCI World (also nur die Developed Markets) an, so ergibt sich folgendes Bild:
Schaut man sich dann an, welche Branchen in der Vergangenheit die besten annualisierten Renditen erwirtschaftet haben (Quelle: Datastream), so kommt man für den Zeitraum 1/95 bis 12/09 auf folgendes Ergebnis:
Gemessen an den Prognosen, dass bis 2030 rund 90% der weltweiten Mittelschicht aus den jetzigen Schwellenländern kommen werden (Quelle: morningstar.de), wäre es evtl. denkbar, die Branchenallokation hier ganz gezielt abzustimmen ("Demography is the future that happened").
db x-trackers, ComStage, Lyxor und iShares emittieren entsprechende Branchen-Pendants des STOXX Europe 600 - db x-trackers hat zudem Branchenfonds aus dem Bereich des MSCI Emerging Markets im Angebot.
Große weltweit operierende nichtzyklische Basiskonsumgüterunternehmen (sortiert nach Marktkapitalisierung)
Nestlé (Schweiz)
Procter & Gamble (USA)
Coca-Cola Company (USA)
Philip Morris International (USA)
Wal-Mart Stores (USA)
PepsiCo (USA)
British American Tobacco (Großbritannien)
Kraft Foods (USA)
Altria Group (USA)
CVS Caremark (USA)
Unilever (Großbritannien / Niederlande)
Diageo (Großbritannien)
Tesco (Großbritannien)
Anheuser-Busch InBev (Belgien / Brasilien)
Colgate-Palmolive (USA)
Imperial Tobacco Group (Großbritannien)
Costco Wholesale (USA)
Danone (Frankreich)
SABMiller (Großbritannien)
Im Rahmen der Globalisierung nehmen Großkonzerne in Brasilien, China, Indien und Russland Konzernen wie Coca-Cola, Nestlé oder Danone zunehmend Marktanteile ab (bspw. JBS, Grupo Bimbo, Hypermarcas, Brasil Foods, Wahaha, Tingyi, Mengniu Dairy, Uni-President, UB Group, Ruchi Soya, ITC).
Benjamin Graham und David L. Dodd legten bereits 1934 mit ihrem Buch „Security Analysis“ den Grundstein des heute bekannten Value-Investings. Das Prinzip des Value oder wertorientierten Ansatzes ist leicht erklärt: Anhand von Bilanzkennzahlen wird der „innere“ oder „faire“ (Substanz-) Wert eines Unternehmens ermittelt. Liegt der aktuelle Marktwert des Unternehmens (Börsenkurs multipliziert mit der Anzahl der emittierten Aktien) im Verhältnis zum „inneren“ Wert sehr niedrig, erscheint die Aktie nach der Value-Strategie kaufenswert.
Ein wachstumsorientierter Growth-Investitionsstil rückt die Zukunft näher in den Vordergrund. Nicht die heute vorhandenen Werte machen hier den Reiz einer Aktie aus, sondern die Hoffnung auf ein überdurchschnittliches, zukünftiges Umsatz- und Gewinnwachstum.
Die beiden Investmentstile implizieren eine unterschiedliche Branchenausrichtung. Der Growth-Stil konzentriert sich stärker auf Wachstumsbranchen, während der Value-Stil auf eher reifere Branchen fokussiert ist.
Im historischen Kontext betrachtet war der Value-Ansatz sowohl aus Rendite- als auch aus Risikogesichtspunkten langfristig überlegen. Es waren allerdings immer wieder Phasen zu beobachten, in denen der Wachstumsansatz deutlich höhere Renditen erwirtschaftete.
Ein Kernportfolio sollte sowohl den Value- als auch den Growth-Stil beinhalten (Blend- oder GARP-Ansatz).
Der Handel mit Rohstoffen erfolgt in der Regel über Warenterminkontrakte, sog. Futures. Sie beziehen sich auf einen Basiswert (hier: auf einen Rohstoff) und stellen eine Art Vertrag dar - Futures sind also letztlich Lieferverträge für die Zukunft und stellen somit auch eine Wette auf zukünftige Rohstoffpreise dar (bspw. bedingt durch eine Verknappung und entsprechend hoher Nachfrage nach diesen Rohstoffen).
Eine sinnvolle Bewertung ist dadurch schwieriger möglich - man investiert also vergleichsweise "blind" in diese Assetklasse.
Rohstoff-Futures-Indizes wurden über die letzten Jahrzehnte hinweg eine geringe Korrelation zum Aktienmarkt bescheinigt. Aufgrund dessen wurden Rohstoffanlagen verstärkt in die Depots zwecks Diversifikation eingebaut, wodurch sich aber die Korrelationseigenschaften zukünftig verändern könnten. Verursacht durch hohe Volatilitäten (Rohstoffe reagieren sehr empfindlich auf Schwankungen an den Kreditmärkten) würde in Krisenzeiten sehr wahrscheinlich ein Abverkauf gehaltener Rohstoffinvestments stattfinden - erste Anzeichen dafür zeigten sich in der Finanzkrise in 2008.
Zudem ist der Rohstoffmarkt, verglichen mit dem Aktien- und Anleihenmarkt, sehr klein - durch die geringe Größe ist der Markt für Übertreibungen anfällig. Die Schwankungen im Rohstoffmarkt sind dadurch wesentlich ausgeprägter.
Internationale marktbreite Aktien-ETFs oder Branchenfonds aus den Bereichen "Grundstoffe" und "Energie" sollten über die Besitztümer der konstituenten Unternehmen ausreichend Rohstoffe beinhalten.
Allianz Global Investors 2010: Knappe Ressourcen.pdf(4,15MB) Anzahl der Downloads: 155
ETF-Magazin 2011: Rohstoff-ETFs.pdf(585,25K) Anzahl der Downloads: 179
"Alle Wahrheit durchläuft drei Stufen. Zuerst wird sie lächerlich gemacht oder verzerrt. Dann wird sie bekämpft. Und schließlich wird sie als selbstverständlich angenommen. (A. Schopenhauer)
"Aller Besitz ist vom Schicksal geborgt." (L. A. Seneca)
Renditen DAX/RexP: Eine Allokation im Verhältnis 50:50 inkl. jährlichem Rebalancing erzeugte zwischen 1980 und 2009 das historisch beste Rendite-Risiko-Verhältnis (zukünftig müsste diesbezüglich der Anleihenanteil wohl stärker gewichtet werden, weil der Leitzinssatz über die letzten drei Dekaden stetig gesunken ist und somit den Anleihenmarkt begünstigt hat).
"Alle Wahrheit durchläuft drei Stufen. Zuerst wird sie lächerlich gemacht oder verzerrt. Dann wird sie bekämpft. Und schließlich wird sie als selbstverständlich angenommen. (A. Schopenhauer)
"Aller Besitz ist vom Schicksal geborgt." (L. A. Seneca)
Replizierende Exchange-traded Funds (ETF) arbeiten in der Regel nach der Optimized Sampling-Methode, d.h. es wird nur eine Teilmenge der Indexkonstituenten ins Sondervermögen gekauft (normalerweise die Werte, die das größte Gewicht im Index haben und eine entsprechende Liquidität aufweisen) - dadurch erhöht sich der Tracking Error (Abweichung vom zugrundeliegenden Index)
Swap-ETFs halten nicht die Aktien der zugrundeliegenden Indizes, sondern komplett andere in Form eines Sicherheitenkorbes (engl.: collateral) - zusätzlich schließen sie dafür einen Swap-Kontrakt mit einem Kontrahenten (üblicherweise eine Investmentbank), durch den die Performance des Sicherheitenkorbes gegen die Performance des Referenzindizes, der das vermeintliche Underlying des ETFs darstellt, getauscht wird
Swap-ETFs tracken dadurch den zugrundeliegenden Index besser und sind teilweise kostengünstiger als die replizierenden Pendants (bezogen auf die Performancewerte scheinen diese Vorteile aber rein akademischer Natur zu sein)
Bei einigen ausländischen thesaurierenden Swap-ETFs werden keine ausschüttungsgleiche Erträge ausgewiesen (z.B. db x-trackers (Aktien-ETFs) und Comstage (Aktien- und Anleihen-ETFs)) - somit sind diese steuerlich unproblematisch (wobei das zukünftig nicht zwingend so bleiben muss - zudem bestehen wohl teilweise Probleme bei der Weitergabe der Kaufdaten im Rahmen von Depotüberträgen, so dass es hier zu einer unerwünschten vorgelagerten Besteuerung kommen kann)
Aufgrund dieser nachgelagerten Besteuerung entsteht bei den ausländisch thesaurierenden Fonds ein Rendite-Vorteil durch den Zinseszinseffekt, der aber gleichzeitig durch die Nichtanrechnung der Quellensteuer wieder aufgehoben wird (Quelle: sparfux)
Aufgrund der Swap-Kontrakte entsteht ein Ausfallrisiko des Kontrahenten (gemäß UCITS III ist dieses Risiko auf 10% des Fondsvermögens begrenzt) - alle Anbieter setzten sich durchschnittliche Mindestwerte für die Sicherheiten ihrer ETFs. Jedes Mal, wenn deren Marktwert unter diesen Mindestwert fällt, setzt der ETF-Anbieter den Swapwert zurück und verlangt von der Gegenpartei die Lieferung zusätzlicher Sicherheiten (Cash oder Wertpapiere).
Das Zurücksetzen des Swaps setzt auch das Kontrahentenrisiko zurück auf Null, da üblicherweise soviele Sicherheiten gestellt werden, dass der Sicherheitenkorb wieder zu 100% dem Fondswert entspricht. Manche Anbieter, wie db x-trackers, ETF Securities und Comstage setzen den Sicherheitenkorb auf über 100% des Fondwertes zurück, so dass kein Kontrahentenrisiko mehr besteht, während bspw. Amundi ein Mindest-Kontrahentenrisiko von 2%-3% beibehält und somit über eine permanente Unterbesicherung verfügt (Quelle: morningstar.de).
Eine Morningstar-Umfrage, die die Praxis der Anbieter von physisch replizierenden ETFs zwischen Januar und August 2011 mit Blick auf die Quote der Leihegeschäfte in ihren Fonds untersuchte, förderte Bemerkenswertes zutage. Wussten Sie, dass der Renten-ETF der Sparkassentochter ETF-Lab „ETFlab Deutsche Börse Eurogov Germany 3-5“ rund 99 Prozent seiner Bestände verleiht? Oder dass die Blackrock-Tochter iShares 92 Prozent der Bestände im „iShares FTSE 250“ an Investoren gegen eine Leihegebühr vergibt? Ähnlich sieht es bei den – zahlenmäßig allerdings geringen - physisch replizierenden ETFs der Commerzbank und Easy-ETF aus.
Um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen: Die ETF-Anbieter, die Wertpapierleihe betreiben, sichern sich standardmäßig ab. Das Risikomanagement umfasst die Besicherung der verliehenen Wertpapiere mit zumeist erstklassigen Sicherheiten, in der Regel Euro-Staatsanleihen ebenso, wie die sorgfältige Auswahl der Kontrahenten, mit denen die Leihegeschäfte eingegangen werden. (Nach unserer Kenntnis betreiben alle Anbieter physisch replizierender ETFs mit der Ausnahme der niederländischen Think Capital Wertpapierleihegeschäfte.)
Allerdings verbleibt bei diesen Leihegeschäften ein Restrisiko, das in vielerlei hinsicht an die Restrisiken bei den Geschäften der Swap-ETFs erinnert. Ungeachtet aller Absicherungsschritte drohen dem Anleger Nachteile, sollte der Swap-Kontrahent pleite gehen. Wie auch bei den Swap-ETFs trägt der Investor dieses Restrisiko bei den Leihegeschäften der physisch replizierenden ETFs (üblicherweise gibt es bei Swap-ETFs keine Risiken, die aus Leihegeschäften resultieren, da diese nicht auf Ebene der Fonds, sondern auf der Ebene der Bank getätigt werden).
Hier kommen wir auf einen entscheidenden Punkt bei der Bewertung des Risikos von physisch replizierenden ETF: Wenn der Anleger die Risiken der Leihegeschäfte trägt, dann wäre es nur angemessen, dass er in vollem Umfang die Leihegebühren vereinnahmt. Die Praxis zeigt allerdings, dass nur drei Anbieter ihren ETFs in vollem Umfang die vereinnahmten Leihegebühren weiterleiten. Das sind Comstage, Credit Suisse, XACT und ETF-Lab. Bei Easy-ETF und SPDR sind es nur 50 Prozent der Erträge, Marktführer iShares, HSBC und Amundi schreiben ihren ETF immerhin 60 Prozent der Leiheerträge gut, und Powershares leitet 70 Prozent der Leihegebühren weiter (die UBS lässt sich in dieser Frage nicht in die Karten schauen).
Die Entscheidung für ein Exchange Traded Product (ETP) ist zunehmend komplexer geworden. Um Investoren dabei zu unterstützen, die richtigen Entscheidungen für ihre Anlageziele zu treffen, hat iShares einen (naturgemäß etwas einseitigen) detaillierten Analyserahmen für diese Produkte entwickelt:
1. Bei den meisten iShares-ETFs handelt es sich um ausländische Fonds. Die meisten iShares-ETFs haben ihr Domizil in Irland, die eigentliche ISIN fängt mit IE an. Aus abrechungstechnischen Gründen hat man jedoch eine Globalurkunde bei Clearstream hinterlegt, das für alle im Clearstreamsystem gehaltenen Anteile steht. Damit entfällt die Notwendigkeit für die Banken, die Papiere in Wertpapierrechnung zu halten. Sobald ein stückeloser irländischer Anteil aus Crest in das Clearstream-Abrechnungssystem umgebucht wird, wird der ETF durch einen Anteil am deutschen Zertifikat ersetzt. Deshalb hat der Wertpapiername auch den Zusatz "DZ". (Der Begriff Zertifikat ist hier nicht mißzuverstehen im Sinne von Investmentzertifikat, also anleihenartigen Papieren mit Emittentenrisiko, sondern im Sinne von Globalurkunde)
iShares-Fonds haben in Deutschland wegen der unterschiedlichen Regelungen zur Abrechnung von Anteilen in Crest und bei der Clearstream Bank Frankfurt zwei ISIN-Nummern. Beide ISIN-Nummern beziehen sich auf denselben Fonds - während sich die irische ISIN-Nummer auf die außerhalb der Clearstream Bank Frankfurt gehaltenen stückelosen Anteile bezieht, bezieht sich die deutsche ISIN-Nummer auf die bei der Clearstream Bank Frankfurt für die an der Frankfurter Wertpapierbörse gehandelten Fondsanteile hinterlegte Globalurkunde. Die deutsche ISIN-Nummer des Bestandes ändert sich, wenn Anteile in das Abrechnungssystem der Clearstream Bank Frankfurt aufgenommen werden oder aus diesem System genommen werden. Um die Verwirrung komplett zu machen, haben einige der iShares-Fonds tatsächlich ihr Domizil in Deutschland, und zwar diejenigen, die früher zu Indexchange gehörten (bevor sie von iShares aufgekauft wurden). Merke also allgemein: Der Ländercode in der ISIN entspricht zwar meistens, aber nicht automatisch immer dem Domizil eines Wertpapieres.
2. Bei den meisten iShares-ETFs mit Domizil Irland handelt es sich aus steuerlicher Sicht um vollthesaurierende Fonds, die lediglich Zwischenausschüttungen vornehmen, wobei die Zwischenausschüttungen wiederum (steuerlich unproblematische) Teilthesaurierungen vornehmen. Das Problem: Die Londoner Börse gibt bei irischen Fonds die Ausschüttungsintervalle vor, keiner dieser Termine fällt auf das Geschäftsjahresende. Das deutsche Steuerrecht besagt aber, dass alle Erträge, die zum Geschäftsjahresende noch nicht ausgeschüttet wurden, zwingend als thesauriert gelten, da sonst die Besteuerung des Fonds umgangen werden könnte. Das deutsche Steuerrecht weiß ja nicht, dass die Ausschüttung schon von der Londoner Börse erzwungen wird. Der deutsche Steuerberater des Fonds muss die Fiktionen des deutschen Steuerrechts auf die wirtschaftlichen Verhältnisse rückübertragen ("retrofitting"). Dadurch ergibt sich folgender Sachverhalt: Die Erträge des Fonds, die zwischen Geschäftsjahresende und der letzten Zwischenausschüttung aufgelaufen sind, müssen zum Zeitpunkt des Geschäftsjahresendes vollthesauriert werden. Bei der nächsten Zwischenausschüttung wird dieser thesaurierte Anteil dann wieder steuerfrei ausgeschüttet. Siehe dazu auch diesen Beitrag und folgende.
ETFs ähneln in einem wichtigen Punkt Investmentfonds: Ihre Funktion ist ähnlich. Beide investieren in einen Korb von Wertpapieren, an dem die Anleger beteiligt sind. Auch rechtlich gesehen folgen sie dem Fonds-Gebot der Diversifikation. Doch beim Handel, dem An- und Verkauf, gleichen die börsennotierten Indexfonds eher Aktien. Ähnlich wie bei Aktien fallen bei ETFs handelsgebühren an. Zum einen kostet Sie als Investor der Zugang zur Börse Gebühren. Sie zahlen Ihrer Bank eine fixe Gebühr für jede Order. (Ein Faktor, den Sie auch kritisch beäugen sollten.) Daneben entstehen Maklergebühren, die bei Wertpapier-Transaktionen anfallen. Sie werden nicht separat ausgewiesen, sondern werden direkt dem Fondsvermögen belastet. Sie sind quasi unsichtbar für den Investor.
Aber unsichtbar ist nicht gleich unerheblich. Handelskosten können vielmehr sehr hoch ausfallen, wenn man sie in Relation zu den Verwaltungsgebühren des ETFs setzt, die in der Regel nur Basispünktchen betragen. Wer die Kostenquellen ignoriert und häufig handelt, mindert den Ertrag seines Depots unter Umständen erheblich, zumal dann wenn man viel handelt und ein Depot mit hohen Brokergebühren hat.
Vor diesem Hintergrund wollen wir Ihnen an dieser Stelle einige Vorschläge unterbreiten, wie Sie beim Kauf und Verkauf Ihrer ETFs Ihre Rendite steigern können. Weniger erfahreneren Investoren empfehlen wir, gegebenenfalls ihren Broker und/oder den Anlageberater zurate zu ziehen.
1. Vermeiden Sie es, zu Handelsbeginn oder -schluss zu handeln
Oft schließt ein ETF nicht auf dem Niveau, der seinem Nettoinventarwert (auch: Net Asset Value, NAV) entspricht. Diese Differenz wird häufig am nächsten Morgen ausgeglichen. Dadurch kann es sein, dass sich der Kurs eines ETFs in die entgegengesetzte Richtung zu seinem Referenzindex bewegt. Bei ETFs auf ausländische Indizes fällt die Differenz üblicherweise größer aus.
Auch werden am Morgen häufig die Kurse der vom ETF abgebildeten Titel nachjustiert. Gegen Ende des Handelstages fangen wiederum die Market Maker an, ihre Positionen abzubauen und abzusichern (vor allem bei Fonds auf ausländische Indizes). Dadurch steigt die Volatilität eines ETF, was zu rasch steigenden oder fallenden Kursen und einer weiten Spanne zwischen An- und Verkaufspreis führt. Es ist daher ratsam, in den ersten und letzten 30 Handelsminuten keine Order zu platzieren.
2. Vorsicht bei volatilem Handel
An Tagen, an denen die Kurse stark schwanken, kann es sein, dass der fundamentale Wert des ETF kurzzeitig außerhalb der An- und Verkaufspreis-Spanne (auch Spread genannt) liegt. Zudem ist es wahrscheinlich, dass diese zwei Preise sehr weit auseinanderliegen
3. Nutzen Sie limitierte Orders
Wenn es zu sehr breiten Spreads kommt, kann es sinnvoll sein, eine limitierte Order aufzugeben. Dabei setzen Sie den Preis fest, den Sie zahlen wollen. Ihr Auftrag hat somit nur begrenzte Auswirkungen auf den Markt. Allerdings besteht bei einer limitierten Order das Risiko, dass der Auftrag nicht ausgeführt wird und man nicht an einer Bewegung des ETF teilhat.
Eine Market Order, die sofort zum aktuellen Kurs ausgeführt wird, ist dagegen eine gute Lösung für ETFs mit einem engen Spread und einer bei der Größe Ihrer Order guten Liquidität.
4. Wählen Sie ETFs mit hoher Liquidität
Wenn möglich, sollten Sie Fonds mit einer engen An- und Verkaufsspanne und gutem Handelsumsatz suchen. Auch wenn ein hoher Umsatz nicht unbedingt hohe Liquidität bedeutet, dürfte eine limitierte Order für ein paar Hundert Titel zum aktuellen Marktpreis recht schnell ausgeführt werden. Große Order, die auch Kursveränderungen am Markt nach sich ziehen können, profitieren davon, dass der Market Maker die Preise nahe am NAV halten und große Block-Aufträge ausführen kann.
5. Handeln Sie, wenn der Markt für die abgebildeten Indizes geöffnet ist
Wenn Sie in ein ETF investieren, der ausländische Wertpapiere - beispielsweise amerikanische Titel oder Aktien aus Schwellenländern - abbildet, sollten Sie wenn möglich nur investieren, wenn diese Märkte geöffnet sind. Denken Sie dabei daran, dass viele Rohstoffmärkte nicht zu den selben Zeiten geöffnet sind wie der Aktienmarkt. Die Börsen in Tokio und Australien schließen bereits früh am Morgen; der Handel mit Getreidekontrakten in Chicago etwa beginnt erst um 16.30 Uhr MEZ und endet um 20.15 Uhr MEZ. Indem Sie sich nach Zeiten richten, in denen beide Märkte geöffnet sind, zahlen Sie keinen Aufschlag für Unsicherheit.
6. Lohnt sich eine Stopp-Loss-Order?
Bei einer Stopp-Loss-Order wird automatisch verkauft, wenn der Preis des ETF eine zuvor festgelegte Schwelle erreicht. Meist setzt man als Schwelle einen festen Preis an. Sie können aber auch eine sogenannte Trailing-Stopp-Loss-Order aufgeben. Dabei wird die Schwelle sukzessive der Bewegung des ETF angepasst. Steigt der Kurs des ETF, steigt auch die Schwelle, bei der ein Verkauf ausgelöst wird. Damit können Sie Ihren gut laufenden ETFs gelassen bei ihrem Aufstieg zusehen, während Sie nach unten abgesichert sind.
Das Risiko dieser Strategie besteht darin, dass ein ETF bei seinem Anstieg einen Rücksetzer erleidet, dabei einen Verkaufsauftrag auslöst und dann weiter steigt - ohne dass Sie dabei sind. Das ist einer der Gründe, warum das Setzen eines Stopp-Loss eher eine Kunst ist als eine Wissenschaft: Setzt man die Schwelle zu nah am aktuellen Kurs, steigt man vielleicht zu früh aus dem Rennen aus. Setzt man die Schwelle zu weit weg vom aktuellen Kurs, fährt man vielleicht zu hohe Verluste ein. Zugegeben: Eine schwierige Entscheidung. Im Allgemeinen kann man jedoch sagen, dass eine Stopp-Loss-Order besser für kurzfristig orientierte Investoren geeignet ist als für langfristige Anleger.
7. Achten Sie auf die Zahl der Market Maker
Market Maker erhöhen die Liquidität und tragen dazu bei, dass die An- und Verkaufsspanne nahe am NAV des ETF liegt. Generell gilt daher: Je mehr Market Maker aktiv sind, desto besser. Wenn Sie erfahren wollen, wer für ein ETF als Market Maker arbeitet, können Sie entweder den ETF-Anbieter fragen oder die Angaben des Brokers durchlesen (wenn Sie Level-II-Quotes erhalten).
Eines der wichtigsten Verkaufsargumente für börsennotierte Fonds (ETFs) sind die im Vergleich zu anderen Anlageprodukten niedrigen Kosten. Nach Angaben von Blackrock beträgt die Gesamtkostenquote (Total Expense Ratio, TER) bei ETFs auf Aktien in Europa durchschnittlich 0,40 Prozent. Bei passiven Investmentfonds liegt die Gesamtkostenquote üblicherweise bei 0,78 Prozent, und für einen aktiv gemanagten Fonds wird dem Investor - im Schnitt - ein TER von 1,76 Prozent in Rechnung gestellt. Doch obwohl man in diesem Zusammenhang von der "Gesamtkostenquote" spricht, können die tatsächlichen Kosten für die Investition in ein ETF deutlich höher liegen. In dem Artikel "The Total Cost of ETF Ownership" haben wir Ihnen einen Überblick gegeben, welche Kosten beim Investieren in ETFs anfallen können.
Im Laufe der Jahre hat sich die durchschnittliche Zeit, in der ein ETF in den Wertpapierdepots der Investoren verbleibt, verringert, in vielen Fällen auf ein paar Stunden. Je kürzer aber die Haltedauer ist, desto wichtiger wird ein häufig übersehener Kostenfaktor: Die Spanne zwischen An- und Verkaufspreis, auch Geld-Brief-Spanne oder Spread genannt.
Für einen Investor, der vielleicht schon vor der Mittagspause Wertpapiere gekauft und wieder verkauft hat, spielt der Spread eine wesentlich wichtigere Rolle als für einen Investor, der seine Wertpapiere mehrere Jahre halten will. Der kurzfristig orientierte Investor hält den ETF vielleicht nur zwei Stunden und erzielt einen Gewinn von 0,10% - ein Unterschied von beispielsweise 0,01% zwischen An- und Verkaufspreis fällt da stärker ins Gewicht als bei einem langfristig orientierten Anleger.
Im ersten Teil dieser (zweiteiligen) Artikelreihe zu Spreads behandeln wir das Thema aus Sicht des Investors. Wir werden sehen, was ein Spread ist, wie er entsteht und warum Geld-Brief-Spannen voneinander abweichen können. Der Begriff "Investor" bezeichnet in diesem Zusammenhang Marktteilnehmer, die ETFs über die Börse im eigenen Auftrag oder für einen Kunden kaufen oder verkaufen, also Privatanleger, Anlageberater oder Fondsmanager. Größere Investoren wie Pensionsfonds oder Dachfonds handeln ETFs häufig außerbörslich, wo Spreads eine etwas andere Rolle spielen. Im zweiten Beitrag werden wir durch die Brille des Händlers - in unserem Fall ein Market Maker oder Authorisierter Marktteilnehmer (AP) am Primärmarkt - blicken und analysieren, was passiert, wenn eine Kauf- oder Verkaufsorder aufgegeben wird. Dabei behandeln wir die Rolle der Authorisierten Marktteilnehmer, den Creation/Redemption-Prozess, in dem ein ETF erschaffen und wieder eingezogen wird, die Möglichkeiten für Arbitrage-Handel und wie sich all diese Aspekte auf den Spread auswirken.
Spreads unter der Lupe
Bevor wir tiefer in das Thema einsteigen, sollten wir zunächst klären, was man unter dem Begriff "Spread" versteht. Spread bezeichnet die Spanne zwischen An- und Verkaufskurs im Verhältnis zum Marktpreis und ist damit ein Kostenfaktor, der beim Handeln von Wertpapieren zum tragen kommt. Die An- und Verkaufspreise sind üblicherweise auf der Website des ETF-Anbieters oder der Börse zu finden. Auch Ihr Broker kann sie Ihnen nennen. Zusammen mit dem aktuellen Kurs am Markt lässt sich daraus der Spread errechnen. Spreads werden normalerweise in Prozent angegeben und beziehen sich auf den Kurs des entsprechenden Wertpapiers. Ein Beispiel: Angenommen, der Ankaufspreis für ein ETF beträgt 99 Cents, der aktuelle Kurs am Markt liegt bei 100 Cents und der Verkaufspreis bei 101 Cents. Den Spread errechnet man, indem man vom Verkaufspreis von 101 die 99 Cents für den Ankaufspreis abzieht und das Ergebnis durch den Marktkurs von 100 Cents teilt. Damit kommen wir auf 2%.
Wegen des Spread hat der Market Maker - die Schnittstelle zwischen Käufer und Verkäufer - einen Anreiz zu handeln und Liquidität zu schaffen: Indem der Market Maker zu einem etwas höheren Kurs die ETF-Papiere verkaufen als kaufen kann, verdient er sein Geld, und das fast ohne Risiko. Market Maker führen täglich Tausende oder gar Millionen Transaktionen aus, denn (wie in unserem Rechenexempel) geht es bei Spreads üblicherweise um Euro-Cent-Beträge. Liquide Titel haben normalerweise niedrigere Spreads, weil mehr aktive Käufer und Verkäufer am Markt sind. Lässt man andere Faktoren außer Acht, bedeuten niedrige Spreads niedrigere Transaktionskosten, sowohl für Käufer als auch Verkäufer.
Spread ist Spread, oder?
Wie bereits erwähnt, sind Spreads üblicherweise niedriger, je liquider die Wertpapiere sind. In seinem Buch "The ETF Handbook - How to Value and Trade Exchange Traded Funds" verwies David J. Abner auf Studien, denen zufolge zwischen der Fondsgröße, dem Spread und der Markttiefe eine starke inverse Korrelation herrscht. Grund dafür sind vor allem die Kosten der Market Maker für den Handel und die Absicherung ihrer Positionen.
Bei den meisten ETFs, die sich bei den Anlegern einer großen Beliebtheit erfreuen (wie beispielsweise ETFs auf den EURO STOXX 50), sind die Spannen zwischen An- und Verkaufskurs sehr eng. Der Lyxor ETF EURO STOXX 50 Index - der größte ETF auf den europäischen Index - etwa hatte in den 30 Tagen zum 28. Februar an der Pariser Nyse Euronext einen durchschnittlichen Spread von 0,017%.
Die Spreads von weniger häufig gehandelten ETFs können deutlich höher liegen - manchmal sogar um ein paar Prozentpunkte. Verdeutlichen wir das mit Hilfe eines Beispiels: Der größte ETF auf indische Aktien ist der Lyxor ETF MSCI India. Dieser Titel wurde zuletzt in Paris mit einem Spread von 0,031% gehandelt, fast doppelt so hoch wie der Lyxor ETF auf den EURO STOXX 50.
Es gibt mehrere Faktoren, die die Hedging-Kosten für die Market Maker beeinflussen und dazu führen, dass sich die Geld-Brief-Spanne ausweitet. So ist es etwa schwierig und teuer, sich abzusichern, wenn die Titel - wie in unserem Beispiel die indischen Aktien - nicht sehr liquide sind und der Aktienbesitz von ausländischen Investoren zudem streng reglementiert ist. Außerdem werden die indischen Aktien in einer anderen Zeitzone gehandelt. Deswegen muss der faire Wert des ETF geschätzt werden, wenn der indische Aktienmarkt geschlossen ist. Das führt zu höheren Spreads.
Leider gibt es keine Faustregel, die einem zu erkennen hilft, wann eine Geld-Brief-Spanne zu weit ist. Denn es gibt eine Reihe von Gründen, warum einige ETFs höhere Spreads haben als andere. Zu den wichtigsten Faktoren zählen die Liquidität und die Volatilität des zugrunde liegenden Index. Darüber hinaus können die Futures auf den Referenzindex zu einem deutlichen Aufschlag oder Abschlag handeln, was den Market Maker bei der Kalkulation seiner An- und Verkaufskurse beeinflusst. Auch hier ein Beispiel: Es kann sein, dass die Futures auf den S&P Index im frühen Londoner Handel auf einen sehr guten Handelsauftakt in New York hindeuten. Dies wird sich in den Spreads der Market Maker widerspiegeln. Doch die Futures zeigen nur die Erwartung der Marktteilnehmer, wie der S&P Index eröffnen dürfte. Es besteht also das Risiko, dass man falsch liegt, wenn man sich auf den Future verlässt und entsprechend handelt. Diese Unsicherheit führt zu einem Kursaufschlag. Dieser verschwindet erst, wenn die Wall Street in den Handel startet.
Auch ein volatiler Handel kann dazu führen, dass sich die Geld-Brief-Spannen ausweiten. Das konnte man beispielsweise nach der Atomkatastrophe in Fukushima vergangenes Jahr beobachten. Damals lagen die An- und Verkaufskurse für ETFs auf den MSCI Japan Index sehr weit auseinander, weil einige Market Maker es wegen der hohen Unsicherheit sogar ablehnten, überhaupt Kurse zu stellen.
Ein weiterer Einflussfaktor auf die Spreads ist das Handelsvolumen, die Orderbuchtiefe, an welchem Börsenplatz der ETF gehandelt wird und die Zahl der Market Maker für den ETF. Engere Spreads sind aber nicht automatisch ein Zeichen für starke Konkurrenz unter den Market Makern. Manche stellen einfach aggressivere Preise als andere, egal, wie viele Konkurrenten sie haben.
Spreads variieren von Handelsplatz zu Handelsplatz
Für denselben ETF können sehr unterschiedliche Spreads angegeben werden, je nachdem, an welcher Börse der Titel gehandelt wird. Der Preis wird bestimmt vom Nettoinventarwert (NAV), doch auch die vor Ort herrschende Stimmung kann Spuren hinterlassen. Weichen die ETF-Kurse an den Börsen sehr stark voneinander ab, kommen Arbitrageure ins Spiel und sorgen dafür, dass sich die Preise wieder angleichen. Um derartige Kursdifferenzen zu vermeiden und sich vor Arbitrageuren zu schützen, stellen einige Marktteilnehmer, so genannte Authorised Participants oder Authorisierte Marktteilnehmer, weite Geld-Brief-Spannen in elektronische Handelssysteme wie Xetra ein. Viele Arbitrageure setzen auf High-Frequency-Handel: Schnelle Computersysteme, die automatisch kleinste Ausreißer im Handel aufspüren und ausnutzen, so dass es für Market Maker bei engen Spreads sehr schwierig ist, sich vor Arbitrage-Handel zu schützen. Das ist vor allem auf vollelektronischen Handelsplätzen schwierig, auf denen Order in Millisekunden abgewickelt werden können.
Auch abweichende Gesetzgebungen und Steuerabkommen zwischen Ländern können Unterschiede bei den Spreads zur Folge haben. Zudem haben die Börsen unterschiedliche Vorschriften, wie groß die Geld-Brief-Spannen im ETF-Handel sein dürfen. Die Spreads an der London Stock Exchange (LSE) etwa dürfen nicht über 1,5%, 3% und 5% liegen. Diese Spannen werden von der Börsengesellschaft bei der Einführung des ETF vorgegeben und hängen davon ab, wie sie die Liquidität der abgebildeten Titel oder des Referenzindex einschätzt. Außerhalb dieser Korridore können Market Maker keine Kurse in das Ordersystem einstellen. Aber welche Regel hat schon keine Ausnahme? Auch an der LSE gibt es für Market Maker zwei. Unter bestimmten Bedingungen können die Geld-Brief-Spannen auf 25% ausgeweitet werden. Auch kann ein Market Maker eine Aussetzung des Handels beantragen, wenn er der Meinung ist, dass für mindestens 10% der Indextitel kein fester Kurs erhältlich ist. An anderen europäischen Börsen gelten ähnliche Regeln. Die Deutsche Börse unterbricht ebenfalls den Handel bei volatilem Geschäft, und die Schweizer SIX erlaubt den Market Makern, aus verschiedenen technischen Gründen zeitweise keine Geld-Briefkurse zu stellen. Beispielsweise stoppt die Deutsche Börse den Handel für zwei Minuten, wenn der nächste genannte Preis für ein ETF außerhalb eines vordefinierten Preiskorridors liegt. Nach der Aussetzung wird der Handel mit einer Auktion wieder fortgesetzt. Die Preiskorridore werden auf Grundlage der historischen Volatilität des einzelnen ETF berechnet.
Renten-ETFs - ein etwas anderer Fall
Alles, was wir bisher besprochen haben, trifft auch auf Renten-ETFs zu. Allerdings sind üblicherweise die Geld-Brief-Spannen von ETFs auf festverzinsliche Titel weiter als die von Aktien-ETFs.
Der Großteil des Aktienhandels wird über öffentliche Börsen abgewickelt. Deswegen haben die Investoren zu jedem Zeitpunkt während des Handels eine klare Vorstellung davon, was der Markt für den fairen Preis für eine Aktie hält. Festverzinsliche Papiere dagegen werden meistens außerbörslich gehandelt. Wie sich der Preis bildet, unterliegt damit zahlreichen anderen Einflüssen. Zudem haben Index-Anbieter unterschiedliche Methoden, um den Wert ihrer Indizes zu berechnen. Diese Unterschiede machen sich bei weniger liquiden Märkten - etwa bei hochverzinslichen Anleihen oder Bonds von Schwellenländern - umso deutlicher bemerkbar. Der größte ETF auf deutsche Staatsanleihen ist der iShares eb.rexx GovGer 2.5-5.5 (DE). Dieser ETF hatte zuletzt im Handel der Deutschen Börse im 30-Tages-Schnitt einen Spread von 0,135%. Der Spread des iShares Markit iBoxx Euro Hi-Yield Bond (DE) - des größten ETF auf hochverzinsliche Anleihen der Euro-Zone- lag zur gleichen Zeit bei 1,07%.
Dieses Beispiel zeigt nicht nur, dass die Geld-Brief-Spannen davon abhängen, wie liquide der abgebildete Markt ist, sondern tendenziell auch bei festverzinslichen Produkten höher sind.
Zusammenfassung
Als Investor muss man sich dessen bewusst sein, dass Spreads von ETF zu ETF und von Börse zu Börse sehr unterschiedlich ausfallen können. Dass die Geld-Brief-Spanne auf ETFs, die denselben Index abbilden, unterschiedlich sein kann, hängt zum großen Teil davon ab, wo die Titel gelistet sind und welche Systematik hinter dem Orderbuch und der Preisstruktur des entsprechenden Market Makers liegt. Manch ein Market Maker ist Experte auf einem Gebiet und stellt für diese Produkte sehr konkurrenzfähige Kurse, während er in anderen Bereichen, in denen er sich weniger gut auskennt, weniger gute Preise nennt.
Es gibt zahlreiche Faktoren, die Spreads beeinflussen. Es lohnt sich daher, die Kurse von mehreren Marktteilnehmern zu vergleichen, vor allem, wenn man sich für ein wenig gehandeltes Produkt interessiert.
"Alle Wahrheit durchläuft drei Stufen. Zuerst wird sie lächerlich gemacht oder verzerrt. Dann wird sie bekämpft. Und schließlich wird sie als selbstverständlich angenommen. (A. Schopenhauer)
"Aller Besitz ist vom Schicksal geborgt." (L. A. Seneca)
Alternativen zum Festgeldanteil - Pfandbriefe (RK1-RK2)
Eine Alternative mit höherer Flexibilität (kein festangelegtes Geld) aber auch höheren Kosten (TER, An- und Verkaufskosten der ETFs) und geringerer Rendite (inkl. zusätzlichem Zinsrisiko) wären Pfandbriefe aus Deutschland oder dem Euroraum:
iShares eb.rexx ® Jumbo Pfandbriefe (DE) (DE0002635265) TER 0,10%
ETFlab iBoxx EUR Liquid Germany Covered Diversified (DE000ETFL359) TER 0,10%
ComStage ETF iBOXX EUR Germany Covered Capped Overall TR I (LU0488317610) TER 0,12%
db x-trackers II iBoxx EUR Germany Covered TR INDEX ETF 1C (LU0321463506) TER 0,15%
LYXOR ETF EUROMTS COVERED BOND AGGREGATE (FR0010481127) TER 0,17% (Cave: hoher Spanienanteil)
iShares Markit iBoxx EUR Covered Bond (DE) (DE000A0RFEE5) TER 0,20%
db x-trackers II iBoxx EUR Liquid Covered Index UCITS ETF 1C (LU0820950128) TER 0,20%
Der Verband deutscher Pfandbriefbanken (vdp) ist die Interessenvertretung der Pfandbriefbanken in der Bundesrepublik Deutschland - jährlich erscheint dort das Pfandbrief Fact Book: DE_PBFB_2012.pdf(3,61MB) Anzahl der Downloads: 3
Zwecks Veranschaulichung die PEX-Renditen seit Ende 1987 - der PEX ist ein synthetischer Index, der wie der deutsche Rentenindex REX auf dem sog. "Notional-Bond-Konzept" beruht. Das Indexportfolio besteht aus 30 synthetischen Pfandbriefen mit Laufzeiten von 1 bis 10 Jahren und drei Kupon-Klassen von 6%, 7,5% und 9%: PEX-Renditen
Der iShares eb.rexx Jumbo Pfandbriefe ETF bietet Anlegern Zugang zu einer Anlageklasse, die gemeinhin als sicherste im Markt europäischer festverzinslicher Wertpapiere gilt. Deutsche Pfandbriefe sind in der Regel mit Höchstnoten bewertet und bieten dennoch ein Renditeplus zu den Bundesanleihen. Bei den Pfandbriefen gibt es Nicht-Jumbos und Jumbos. Jumbos enthalten nur Wertpapiere mit einem Volumen von mindestens 1 Milliarde Euro. In der vergangenen Dekade gehörten 33 – 39 % aus der gesamten ausstehendenden Anlageklasse zu den Jumbo-Pfandbriefen.
Sowohl durch die zusätzliche Rendite und Sicherheit, als auch die Tiefe und Liquidität im Pfandbriefe-Markt eignet sich dieser ETF als Ergänzung für ein Portfolio mit festverzinslichen Wertpapieren. Investoren können auf relativ günstigem Weg die Rendite erhöhen, ohne dafür ein übermäßig hohes Risiko einzugehen. Zum Ende des Jahres 2010 stand die Rendite des ETFs zur Fälligkeit nahe an 2,1 % verglichen mit 1,77 % für den iShares eb.rexx Government Germany ETF oder 1.43 % für den iShares eb.rexx Government Germany 2.5-5.5 ETF, der besser zur Duration passt.
Der zugrunde liegende Index für diesen ETF deckt den Deutschen Jumbo-Pfandbriefe-Markt bis zu einer Laufzeit von 10,5 Jahren ab. Ein Großteil der ausgegebenen Pfandbriefe hat eine durchschnittliche Laufzeit von 6-7 Jahren. Die durchschnittliche Duration des ETFs, der den Index mit den 25 liquidesten Werten nachbildet, liegt bei rund drei Jahren. In Zeiten steigender Zinsen bietet sich der Indexfonds als Kandidat für eine strategische Verkürzung der Duration im Portfolio an.
Durch die Fixierung auf Deutschland kann der ETF auch als Absicherung zu den anderen europäischen Markt für forderungsbesicherte Anleihe dienen, obwohl die strengen Regeln für die Anlageklasse diese Funktion eher zweitrangig machen.
Pfandbriefe werden von Deutschen Pfandbriefbanken (z.B. Hypothekenbanken) ausgegeben, um Darlehen zu finanzieren, die durch langfristige Vermögenswerte wie Immobilien, Schiffe oder Flugzeuge abgesichert sind. Pfandbriefe haben eine weit zurückliegende Historie und machen rund 25 % vom deutschen Markt für festverzinsliche Wertpapiere aus. Sie liegen nach den Staatsanleihen und den Unternehmensanleihen an dritter Stelle. Der Unterschied von Pfandbriefen zu hypothekarisch gesicherten Wertpapieren ist die bilanzielle Behandlung. Im Gegensatz zu hypothekarisch gesicherten Wertpapieren bleiben bei Pfandbriefen die Sicherheiten in der Bilanz. Zudem werden über Pfandbriefe finanzierte Kredite und die zugehörigen Sicherheiten durch Darlehen in einem separaten Coverpool gedeckt, dessen Höhe mindestens zwei Prozent über der gegenwärtigen Netto-Kreditsumme sein muss. In erster Linie werden aus diesen insolvenzgesicherten Mitteln Pfandbriefe-Gläubiger bedient, sollte die Deutsche Pfandbriefbank ihren Verpflichtungen nicht mehr nachkommen können. Eine zusätzliche Sicherheitsebene bietet die gesetzliche Verpflichtung, einen wöchentlichen Stresstest durchzuführen und liquide Mittel für die Deckung des Bedarfs für mindestens 180 Tage jederzeit vorzuhalten.
Dieser besondere gesetzliche Rahmen sorgt auf Dauer für Spitzenbewertungen im Pfandbriefe-Sektor. Neben Staatsanleihen gilt die Anlageform deshalb als eine der sichersten im Markt. Unter Beachtung der Restrisiken bieten Pfandbriefe für alle Laufzeiten eine höhere Rendite als Staatsanleihen. Während der heißesten Phase der globalen Finanzkrise waren die Marktbedingungen so verzerrt, dass die Spreads aller europäischen Staatsanleihen zu den Bundesanleihen deutlich höher waren als zu regulären Zeiten. So stieg beispielsweise der Spread von 5-jährigen Pfandbriefen nach dem Kollaps von Lehman Brothers von durchschnittlich 15 Basispunkten vor Ausbruch der Krise auf 140 Basispunkte. Dadurch sah sich die EZB gezwungen, im Rahmen einer ein Jahr dauernden Aktion forderungsbesicherte Anleihen im Wert von 60 Milliarden Euro bis Juni 2010 zu kaufen. Als Ergebnis stabilisierten sich die Spreads zu Bundesanleihen auf einer Bandbreite zwischen 30 und 50 Basispunkten, abhängig von der Fälligkeit. Eine Rückkehr zu Werten ähnlich wie vor der Finanzkrise ist derzeit unwahrscheinlich. Die generellen wirtschaftlichen Sorgen und die Flucht in Bundesanleihen als sichere Anlagen stehen dem nach wie vor entgegen.
Der eb.rexx Jumbo Pfandbriefe Index wird von der Deutschen Börse berechnet. Der Index enthält die 25 liquidesten Jumbo Pfandbriefe mit einer Restlaufzeit zwischen 1,5 und 10,5 Jahren und einem ausstehenden Mindestvolumen von 1,5 Milliarden Euro. Maximal fünf Anleihen pro Emittent sind erlaubt und die Gewichtung eines einzelnen Wertpapiers darf 20% der Marktkapitalisierung im Index nicht übersteigen. Indexwerte werden in Echtzeit auf Basis der besten Eurex Geld-Brief-Spannen berechnet. Die Gewichtung wird monatlich jeweils am letzten Kalendertag kalkuliert. Der Kupon wird bis zur Neugewichtung zum Ende des Monats in bar gehalten. Aufgrund der hohen Volatilität im Markt kündigte eb.rexx im Januar 2009 an, die Liquiditätskriterien bei der Auswahl der Anleihen zeitweilig bis auf weiteres außer Kraft zu setzen. Unter normalen Umständen müssen Anleihen im Index Maximalgrenzen bezüglich der Geld-Brief-Spannen erfüllen, die abhängig von der Fälligkeit 3-5 Cents an mindestens drei Vierteln aller Handelstage des letzten Monats nicht überschreiten dürfen. Anleihen, die im Laufe eines Handelsmonats an mehr als der Hälfte der Handelstage die Kriterien verletzen, würden für den Index-Ausschluss in Frage kommen. Definitiv ausgeschlossen werden Wertpapiere, die drei Monate in Folge die Anforderungen nicht erfüllen.
iShares bildet den eb.rexx Jumbo Pfandbriefe physisch nach. Durch den Fokus auf ein eingeschränktes Anleihe-Universum bei der Konstruktion des eb.rexx, hat iShares sich für die volle Replikation aller Basiswerte im Index entschieden. Statistisch gesehen haben rund 80% der Basiswerte im Fonds eine Restlaufzeit von bis zu fünf Jahren. Die restlichen 20% zeigen im Durchschnitt eine Restlaufzeit zwischen fünf und zehn Jahren. Die Ausschüttung der Dividenden von in Deutschland domilizierten Fonds kann bis zu vier Mal jährlich erfolgen (jeweils im März, Juni, September und Dezember), abhängig von den Entscheidungen des Managementboards des Fonds. Emittiert wurde der in Deutschland domizilierte eb.rexx Jumbo Pfandbriefe ETF im Dezember 2004. Bis Ende 2010 lag der Tracking-Error seit Auflegung des ETFs auf Basis jährlicher Renditen nach Abzug der Kosten (die Gesamtkosten betragen 0,10%) bei 0,12%. Die historischen Daten über die gesamte Laufzeit zeigen für den Tracking-Error eine Bandbreite von 0,12% bis 0,16%. Die höheren Differenzen können der schwierigsten und volatilsten Phase während der Finanzkrise zugeordnet werden. Zur Optimierung der ETF Tracking-Performance kann iShares Wertpapiere verleihen. BlackRock agiert im Namen von iShares als Investment Manager. Die Wertpapierleihe wird durch die Aufnahme von UCITS-genehmigten Sicherheiten abgesichert, die höher als der beliehene Wert sind und täglich neu bewertet werden. Die Sicherheiten werden von Dritten auf einem separaten Konto verwaltet. Um wie viel die Sicherheiten den beliehenen Wert übersteigen, hängt von den Wertpapieren ab, die als Sicherheit dienen sollen. Üblicherweise bewegen sie sich zwischen 102,5 und 112 Prozent des beliehenen Wertes. Die Einnahmen aus der Wertpapierleihe werden zwischen dem ETF und BlackRock im Verhältnis 60 zu 40 geteilt.
Die jährlichen Gesamtkosten, die so genannte Total Expense Ratio (TER), betragen 0,10%. Dies ist unserer Untersuchung zufolge am unteren Ende der Kostenskala (Bandbreite zwischen 0,10% und 0,17%) für ETFs auf Indizes aus forderungsbesicherten Anleihen von großen europäischen Anbietern.
Gemessen am verwalteten Vermögen ist der iShares Jumbo Pfandbriefe ETF der beliebteste im europäischen Markt für forderungsbesicherte Anleihen. Wie in anderen ETF-Klassen hat iShares es verstanden, sich durch einen frühen Markteinstieg Marktanteile zu sichern. Unserer Analyse zufolge mussten Anleger auf die erste Alternative im Markt 2,5 Jahre warten.
In der Tat ist der im Juni 2007 herausgegebene Lyxor EuroMTS Covered Bond Aggregate ETF (TER 0,17%) Swap-basiert und bietet den Anlegern Zugang zum gesamten europäischen Markt für forderungsbesicherte Anleihe. Der ETF bildet einen Index nach, der sehr Spanien-lastig ist und wobei Deutschland nur ca. 10% repräsentiert. Das sorgte vermutlich während der Krisenzeiten dafür, dass der Lyxor-ETF Schwierigkeiten hatte, das Interesse von Investoren zu wecken.
Der im Oktober 2007 von db x-trackers emittierte iBoxx Germany Covered TR Index ETF (TER 0,15%) lief besser. Der ETF ist auch Swap-basiert und enthält einen Korb mit deutschen forderungsbesicherte Anleihen (z.b. Pfandbriefe und Quasi-Pfandbriefe), die ein ausstehendes Mindestvolumen von €1 Mrd. aufweisen. Zum Zeitpunkt der Erstellung des Reports erreichte er ein verwaltetes Vermögen in Höhe von rund 35% des iShares-ETF.
Im Dezember 2009 führte ETFlab den iBoxx Liquid Germany Covered Diversified ETF (TER 0,10%) ein, der den Index physisch abbildet. Im Juli 2010 folgte der iBoxx Germany Covered Capped Overall TR ETF (TER 0.12%) von Comstage, nachdem das Unternehmen mit den zuvor eingeführten ETFs Zugang zu begrenzten Laufzeiten mit einem TER von 0,17% emittiert hatte. Die ETFlab und Comstage ETFs beschränken sich auf deutsche forderungsbesicherte Anleihen.
Alternativen zum Festgeldanteil - Europäische Staatsanleihen (RK1-RK2)
Bei europäischen Staatsanleihen als Alternativmöglichkeit sollte man wie anfangs schon angesprochen derzeit wohl vorsichtig agieren, ganz speziell bei den Langläufern (>10 Jahre) - diese haben, gemessen an der niedrigen inflationsbereinigten Rendite, ein höheres Risiko.
Die anfallenden Fondskosten würden die Renditen zusätzlich herabsetzen:
ComStage ETF iBOXX € Liquid Sovereigns Diversified Overall TR (LU0444605645) TER 0,12%
AMUNDI ETF GOVT BOND EUROMTS BROAD (FR0010754192) TER 0,14%
db x-trackers II iBoxx EUR Sovereigns Eurozone Total Return (LU0290355717) TER 0,15%
EasyETF iBoxx ® Liquid Sovereign Global (FR0010276949) TER 0,15%
iShares Markit iBoxx ® EUR Liquid Sovereigns Capped 1.5-10.5 (DE) (DE000A0H0785) TER 0,16%
LYXOR ETF EUROMTS GLOBAL (FR0010028860) TER 0,17%
Höhere Renditen bei gleichzeitig höherem Risiko bieten europäische Staatsanleihen aus bonitätsschwächeren Ländern:
AMUNDI ETF GOVT BOND LOWEST RATED EUROMTS INVESTMENT GRADE (FR0010892190) TER 0,14%
db x-trackers II iBoxx EUR Sov. Eurozone Yield Plus ETF 1C (LU0524480265) TER 0,15%
Wer auf bonitätsschwächere Länder verzichten möchte, dem bieten sich Fonds an, die lediglich Staatsanleihen mit einem Triple-A-Rating enthalten (Frankreich, Deutschland, Niederlande, Österreich, Finnland, Luxemburg):
AMUNDI ETF GOVT BOND HIGHEST RATED EUROMTS INVESTMENT GRADE (FR0010930636) TER 0,14% (Swap - thesaurierend)
db x-trackers II iBoxx EUR Sovereigns Eurozone AAA TR ETF 1C (LU0484969463) TER 0,15% (Swap - thesaurierend)
LYXOR ETF EUROMTS AAA GOVERNMENT BOND (FR0010820258) TER 0,17% (Swap - thesaurierend)
ComStage ETF iBOXX EUR Sovereigns Germany Capped 5-10 TR I (LU0444606965) TER 0,12% (Swap - thesaurierend)
ETFlab Deutsche Börse EUROGOV ® Germany (DE000ETFL177) TER 0,15% (replizierend - ausschüttend)
ETFlab Deutsche Börse EUROGOV ® Germany 5-10 (DE000ETFL201) TER 0,15% (replizierend - ausschüttend)
iShares eb.rexx ® Government Germany (DE) (DE0006289465) TER 0,15% (replizierend - ausschüttend)
iShares eb.rexx ® Government Germany 5.5-10.5 (DE) (DE0006289499) TER 0,15% (replizierend - ausschüttend)
ComStage ETF Commerzbank Bund-Future TR I (LU0508799334) TER 0,20% (Swap - thesaurierend)
Die Commerzbank Bund-Future Strategie Leveraged TR ist eine Strategie, die mit der Wertentwicklung des Euro-Bund-Future verknüpft ist und die Performance einer Anlage mit einer zweifachen Long-Position auf den Euro-Bund-Future zuzüglich einer Verzinsung des nicht gebundenen Kapitals auf der Basis des EONIA-Satzes widerspiegelt. Der Euro-Bund-Future bezieht sich auf eine synthetische 10-jährige Anleihe der Bundesrepublik Deutschland.
Alternativen zum Festgeldanteil - Bundeswertpapiere (RK1)
Bei der Finanzagentur liessen sich mittels eines Schuldbuchkontos unterschiedliche Bundeswertpapiere gebührenfrei erwerben und verwahren: Finanzagentur
Das Privatkundengeschäft wurde seitens der Finanzagentur zum Jahresende 2012 eingestellt:
Zitat
Sehr geehrte Kundin, sehr geehrter Kunde,
das Bundesministerium der Finanzen hat unter dem Gebot einer möglichst kostengünstigen Gestaltung der Kreditaufnahme des Bundes entschieden, das Privatkundengeschäft mit Bundeswertpapieren unter den aktuellen Rahmenbedingungen nicht weiter fortzusetzen und den Vertrieb von Privatkundenprodukten zum Jahresende 2012 einzustellen.
Im Einzelnen bedeutet das:
Bestandsschutz:
Für Bestandskunden werden alle bestehenden Einzelschuldbuchkonten bis zur Fälligkeit der darin verwalteten Bundeswertpapiere fortgeführt.
Erwerb von Wertpapieren des Bundes:
Privatanlegern steht auch weiterhin die sichere Geldanlage in Wertpapiere des Bundes offen. Alle ab dem 22. August 2012 begebenen, börsennotierten Bundeswertpapiere sowie unverzinslichen Schatzanweisungen können jedoch nicht mehr in einem Schuldbuchkonto bei der Finanzagentur verwahrt werden, sondern lassen sich bspw. über die Hausbank erwerben und dort in einem Depot verwahren. (Siehe hierzu bitte die neuen Emissionsbedingungen mit Gültigkeit vom 22. August 2012 am Seitenende)
Depots bei der Finanzagentur:
Die Neueröffnung von Einzelschuldbuchkonten ist nach dem Jahresende 2012 noch für Übertragungen von börsennotierten Bundeswertpapieren und unverzinslichen Schatzanweisungen mit Emissionsdatum vor dem 22. August 2012 sowie von Bundesschatzbriefen und Finanzierungsschätzen möglich.
Abschaffung der reinen Privatkundenprodukte:
Nach dem Jahresende 2012 wird der Bund keine neuen Ausgaben von Bundesschatzbriefen und Finanzierungsschätzen mehr auflegen. Ebenso wird der Vertrieb der Tagesanleihe eingestellt.
Davon unberührt werden über das Jahr 2012 hinaus Bestände in Finanzierungsschätzen und Bundesschatzbriefen bis zum Laufzeitende, bzw. im Falle der Tagesanleihe bis zur Kündigung, gebührenfrei auf dem Schuldbuchkonto fortgeführt.
Die Möglichkeit des gebührenfreien Erwerbs der zuletzt börseneingeführten Serie der Bundesobligation direkt über die Finanzagentur lief mit Begebung der Serie 164 am 12. September 2012 aus. Dementsprechend kommen die Auftragsbedingungen für den Direktvertrieb von Bundesobligationen vom 25. Mai 2011 nicht mehr zur Anwendung. Neue Serien können jedoch nach wie vor über ein Wertpapierdepot bei einer Bank oder Sparkasse gekauft und verwahrt werden.
Mittels regelmäßiger Aktualisierungen dieser Internetseite werden wir Sie über weitere Einzelheiten der Änderungen im Privatkundengeschäft zeitnah informieren.
Alle Fragen rund um Ihr Einzelschuldbuchkonto beantworten wir gerne unter den Servicerufnummern 0800 100 40 30 oder 069 25 616 1771.
Mit freundlichen Grüßen
Bundesrepublik Deutschland - Finanzagentur GmbH
Ergänzungen zum Festgeldanteil zwecks Diversifikation (RK2-RK3)
Bei Unternehmensanleihen mit und ohne Investment Grade liegen Zinsänderungsrisiken sowie unternehmerische Risiken vor - eine risikovermindernde Diversifikation zum Festgeld, bzw. zum Staatsanleihen- und zum Aktienanteil ist also eher eingeschränkt.
AMUNDI ETF EURO CORPORATES (FR0010754119) TER 0,16%
AMUNDI ETF EURO CORPORATE EX FINANCIALS IBOXX (FR0011020940) TER 0,16%
db x-trackers II IBOXX EUR LIQUID CORPOR. 100 TR INDX ETF 1C (LU0478205379) TER 0,20%
db x-trackers II IBOXX EUR LIQ.CORP.100 NON-FINANCIALS TR 1C (LU0484968655) TER 0,20%
ETFlab iBoxx EUR Liquid Corporates Diversified (DE000ETFL375) TER 0,20%
ETFlab iBoxx EUR Liquid Non-Financials Diversified (DE000ETFL383) TER 0,20%
iShares Global Corporate Bond (DE) (DE000A1J7CK4) TER 0,20%
iShares Markit iBoxx Euro Corporate Bond (DE) (DE0002511243) TER 0,20%
iShares Barclays Capital Euro Corporate Bond (DE) (DE000A0RM454) TER 0,20%
iShares Barclays Capital Euro Corp. Bond ex-Financials (DE) (DE000A0YEEX4) TER 0,20%
iShares Markit iBoxx USD Corporate Bond (DE) (DE000A0DPYY0) TER 0,20%
iShares Markit iBoxx GBP Corporate Bond (IE00B00FV011) TER 0,20%
iShares Barclays Capital Euro Corporate Bond Inter. Rate Hdg (IE00B6X2VY59) TER 0,25%
LYXOR ETF EURO CORPORATE BOND A (FR0010737544) TER 0,20%
LYXOR ETF EURO CORPORATE BOND EX FINANCIALS A (FR0010814236) TER 0,20%
SPDR Barclays Capital Euro Corporate Bond ETF (IE00B3T9LM79) TER 0,20%
SPDR Barclays Capital Sterling Corporate Bond ETF (IE00B4694Z11) TER 0,20%
SPDR BofA Merrill Lynch Emerging Markets Corporate Bond ETF (IE00B7LFXY77) TER 0,50% iShares Markit iBoxx Euro High Yield (IE00B66F4759) TER 0,50% SPDR® Barclays Capital Euro High Yield Bond ETF (IE00B6YX5M31) TER 0,45% Lyxor ETF iBoxx EUR Liquid High Yield 30 (FR0010975771) TER 0,45% iShares Global High Yield Bond (DE000A1KB2A5) TER 0,50%
Der Citigroup Group-of-Seven (G7) Index bietet Zugang zu Staatsanleihen der sieben führenden Industrienationen: Kanada, Frankreich, Deutschland, Italien, Japan, Großbritannien und den USA. Der Index enthält ausschließlich Staatsanleihen mit Investment Grade und einer Restlaufzeit von mindestens einem Jahr.
Breiter gefächert ist der db x-trackers Global Sovereign EUR Hedged Index, der den Großteil des weltweiten Marktes für Staatsanleihen mit 21 Industrieländern abbildet.
Bei Staatsanleihen aus den Schwellenländern besteht ebenfalls ein Zinsrisiko, zudem existierte in der Vergangenheit eine hohe Korrelation mit den EM-Aktienmärkten (siehe 2008 im Chart).
Beim EMLE geht ein Teil der Rendite durch das Währungshedging verloren - der iShares EMBI enthält einen sehr hohen Anteil an Langläufern und ist dadurch zinssensitiver als der EMLE.
Die Barclays Capital-Fonds halten dagegen einen deutlich höheren Anteil an Kurzläufern als der EMLE, gleichzeitig bestehen allerdings erhöhte Währungsrisiken (wobei der Währungsanteil sehr gut diversifiziert ist). Sie unterscheiden sich zudem in der Abbildung der Indizes - der iShares bildet den Barclays Emerging Markets Local Currency Core Government Index ab, der SPDR den Barclays Emerging Markets Local Currency Liquid Government Index. Der SPDR hat einen Cap von max. 10% je enthaltenem Land und ist dadurch breiter aufgestellt als der iShares-Fonds.
"Alle Wahrheit durchläuft drei Stufen. Zuerst wird sie lächerlich gemacht oder verzerrt. Dann wird sie bekämpft. Und schließlich wird sie als selbstverständlich angenommen. (A. Schopenhauer)
"Aller Besitz ist vom Schicksal geborgt." (L. A. Seneca)
Global (ohne Schwellenländer - Gewichtung nach Marktkapitalisierung)
Swap:
AMUNDI ETF MSCI WORLD - EUR I (FR0010756098) TER 0,38% (ausschüttend)
ComStage ETF MSCI World TRN I (LU0392494562) TER 0,40% (thesaurierend)
db x-trackers MSCI WORLD TRN INDEX ETF 1C (LU0274208692) TER 0,45% (thesaurierend)
LYXOR ETF MSCI WORLD (FR0010315770) TER 0,45% (ausschüttend)
MSCI World Source ETF (IE00B60SX394) TER 0,45% (thesaurierend)
Replizierend:
HSBC MSCI WORLD ETF (DE) (DE000A1C9KL8) TER 0,35% (ausschüttend - Domizil Irland)
CS ETF (IE) on MSCI World B (IE00B3NBFN86) TER 0,40% (thesaurierend)
UBS-ETF MSCI World A (LU0340285161) TER 0,45% (ausschüttend) (Counterparty Risk beachten)
iShares MSCI World (DE000A0HGZR1) TER 0,50% (ausschüttend - Domizil Irland)
iShares MSCI World Monthly EUR Hedged (DE000A1H53Q8) TER 0,55% (thesaurierend - Domizil Irland)
Global (inkl. Schwellenländer - Gewichtung nach Marktkapitalisierung)
Swap:
Lyxor ETF MSCI All Country World (FR0011079466) TER 0,45% (thesaurierend)
Replizierend:
SPDR MSCI ACWI ETF (IE00B44Z5B48) TER 0,50% (thesaurierend)
SPDR MSCI ACWI IMI ETF (IE00B3YLTY66) TER 0,55% (inkl. 15% Small Caps) (thesaurierend)
iShares MSCI ACWI (DE000A1JS9A4) TER 0,60% (thesaurierend - Domizil Irland)
Europa
Swap:
AMUNDI ETF STOXX EUROPE 600 (FR0010791004) TER 0,18% (ausschüttend)
STOXX Europe 600 Source ETF (IE00B60SWW18) TER 0,19% (thesaurierend)
ComStage ETF Dow Jones STOXX ® 600 TR I (LU0378434582) TER 0,20% (thesaurierend)
db x-trackers DJ STOXX ® 600 ETF 1C (LU0328475792) TER 0,20% (thesaurierend)
EasyETF STOXX Europe 600 (FR0010616250) TER 0,30% (thesaurierend)
LYXOR ETF MSCI EUROPE (FR0010261198) TER 0,30% (ausschüttend)
Replizierend:
iShares STOXX Europe 600 (DE) (DE0002635307) TER 0,21% (ausschüttend)
ETFlab MSCI Europe (DE000ETFL284) TER 0,31% (ausschüttend)
Nordamerika
Swap:
ComStage ETF MSCI North America TRN (LU0392494992) TER 0,25% (thesaurierend)
ComStage ETF MSCI USA TRN I (LU0392495700) TER 0,25% (thesaurierend)
AMUNDI ETF MSCI USA (FR0010688275) TER 0,28% (thesaurierend)
db x-trackers MSCI USA TRN INDEX ETF 1C (LU0274210672) TER 0,30% (thesaurierend)
LYXOR ETF MSCI USA (FR0010296061) TER 0,30% (ausschüttend)
AMUNDI ETF S&P 500 (FR0010892224) TER 0,15% (thesaurierend)
ComStage ETF S&P 500 I (LU0488316133) TER 0,18% (thesaurierend)
db x-trackers S&P 500 ETF 1C (LU0490618542) TER 0,20% (thesaurierend)
db x-trackers S&P 500 EURO HEDGED ETF 3C (LU0490619193) TER 0,30% (thesaurierend)
Replizierend:
iShares MSCI North America (DE000A0J2060) TER 0,40% (ausschüttend - Domizil Irland)
ETFlab MSCI USA (DE000ETFL268) TER 0,30% (ausschüttend)
HSBC MSCI USA ETF (DE) (DE000A1C22K7) TER 0,30% (ausschüttend - Domizil Irland)
CS ETF (IE) on MSCI USA B (IE00B52SFT06) TER 0,33% (thesaurierend)
HSBC S&P 500 ETF (DE) (DE000A1C22M3) TER 0,09% (ausschüttend - Domizil Irland)
SPDR® S&P® 500 ETF (IE00B6YX5C33) TER 0,15% (ausschüttend)
iShares S&P 500 (DE0002643889) TER 0,40% (ausschüttend - Domizil Irland)
iShares S&P 500 Monthly EUR Hedged (DE000A1H53N5) TER 0,45% (thesaurierend - Domizil Irland)
Um die Kosten (speziell bei den Replizierern) noch etwas weiter zu senken, liesse sich der MSCI North America durch einen MSCI USA oder durch einen S&P 500 ersetzen. Nachteilig wäre dabei der Verzicht auf Kanada, dessen Anteil am MSCI NA derzeit ca. 9% ausmacht.
Pazifik
Swap:
ComStage ETF MSCI Pacific TRN I (LU0392495023) TER 0,45% (thesaurierend)
ComStage ETF MSCI Pacific ex. Japan TRN I (LU0392495296) TER 0,45% (thesaurierend)
db x-trackers MSCI Pacific ex Japan TRN Index ETF (LU0322252338) TER 0,45% (thesaurierend)
ComStage ETF MSCI Japan TRN I (LU0392495452) TER 0,45% (thesaurierend)
LYXOR ETF JAPAN (TOPIX) (FR0010245514) TER 0,45% (ausschüttend)
db x-trackers MSCI JAPAN TRN INDEX ETF 1C (LU0274209740) TER 0,50% (thesaurierend)
Replizierend:
HSBC MSCI PACIFIC EX JAPAN ETF (DE) (DE000A1C22P6) TER 0,40% (ausschüttend - Domizil Irland)
UBS-ETF MSCI Pacific (ex Japan) A (LU0446734526) TER 0,40% (ausschüttend) (Counterparty Risk beachten)
CS ETF (IE) on MSCI Japan B (IE00B53QDK08) TER 0,36% (thesaurierend)
HSBC MSCI JAPAN ETF (DE) (DE000A1C0BD3) TER 0,40% (ausschüttend - Domizil Irland)
ETFlab MSCI Japan (DE000ETFL300) TER 0,50% (ausschüttend)
iShares MSCI Japan (DE000A0DPMW9) TER 0,59% (ausschüttend - Domizil Irland)
iShares MSCI Japan Monthly EUR Hedged (DE000A1H53P0) TER 0,64% (thesaurierend - Domizil Irland)
Um Japan abzubilden, müsste man entweder auf den ComStage ETF MSCI Pacific zurückgreifen oder einen MSCI Japan-Indexfonds zu ca. 9% (sowohl bei einer BIP- als auch bei einer MK-Gewichtung) zum Gesamtportfolio hinzumischen.
Schwellenländer
Swap:
AMUNDI ETF MSCI EMERGING MARKETS A (FR0010959676) TER 0,45% (thesaurierend)
ComStage ETF MSCI Emerging Markets TRN (LU0635178014) TER 0,50% (thesaurierend)
LYXOR ETF MSCI EMERGING MARKETS (FR0010429068) TER 0,55% (ausschüttend)
db x-trackers MSCI Emerging Markets TRN Index ETF (LU0292107645) TER 0,65% (thesaurierend)
ETFlab MSCI Emerging Markets (DE000ETFL342) TER 0,65% (thesaurierend)
MSCI Emerging Markets Source ETF A (IE00B3DWVS88) TER 0,65% (thesaurierend)
Replizierend:
HSBC MSCI EMERGING MARKETS ETF (IE00B5SSQT16) TER 0,60% (ausschüttend) (derzeit nur LSE und Swiss Exchange)
SPDR MSCI Emerging Markets ETF (IE00B469F816) TER 0,65% (thesaurierend)
SPDR S&P Emerging Markets Dividend ETF (IE00B6YX5B26) TER 0,65% (ausschüttend)
CS ETF (Lux) on MSCI Emerging Markets (LU0254097446) TER 0,69% (thesaurierend)
UBS-ETF MSCI Emerging Markets A (LU0480132876) TER 0,70% (ausschüttend) (Counterparty Risk beachten)
iShares MSCI Emerging Markets (DE000A0HGZT7) TER 0,75% (ausschüttend - Domizil Irland)
iShares MSCI Emerging Markets (Acc) (DE000A0YBR46) TER 0,75% (thesaurierend - Domizil Irland)
Frontier Markets
Frontier Market (auch: NEMA – New Emerging Market) (engl. Frontier = Grenzland) ist ein Land, das in seiner Wirtschaftsentwicklung ein hohes Wachstum aufweist, jedoch noch nicht den Stand eines Emerging Market erreicht hat. Frontier Markets stehen sozusagen an der Grenze („Frontier“) zu einem Emerging Market. Darunter lassen sich Länder aus Asien, Afrika, Mittlerem Osten (MENA), Lateinamerika und Osteuropa zusammenfassen. Allgemein wird davon ausgegangen, dass die Frontier Markets den Emerging Markets in ihrer Wirtschaftsentwicklung um 20 Jahre zurückliegen.
RBS Market Access MSCI Frontier Markets Index ETF (LU0667622202) TER 0,90% (Swap - thesaurierend)
db x-trackers S&P SELECT FRONTIER ETF 1C (LU0328476410) TER 0,95% (Swap - thesaurierend)
Der MSCI Frontier Markets Index umfasst Aktien aus etwa 30 Schwellenländern, darunter Argentinien, Bangladesch, Pakistan, Nigeria oder Vietnam. Der S&P Select Frontier Index konzentriert sich dagegen auf ausgesuchte Frontier-Markets. Stark vertreten sind Katar (ca. 20%), Kuwait (ca. 14%), Argentinien (ca. 10%) und die Vereinigten Arabischen Emirate (ca. 10%).
Potentielle Kandidaten für einen erhöhten Small Cap-Anteil
Small Cap-Fonds könnten bei größeren Anlagesummen hinzugemischt werden, um eine breitere Diversifizierung und eine zusätzliche Renditekomponente zu bekommen:
ComStage ETF MSCI Europe Small Cap TRN I (LU0392496344) TER 0,35% (Swap - thesaurierend)
db x-trackers MSCI EUROPE SMALL CAP TRN INDEX ETF 1C (LU0322253906) TER 0,40% (Swap - thesaurierend)
SPDR ® MSCI Europe Small Cap (SM) ETF (FR0010149880) TER 0,40% (replizierend - thesaurierend)
ComStage ETF MSCI USA Small Cap TRN I (LU0392496005) TER 0,35% (Swap - thesaurierend)
CS ETF (IE) on MSCI USA Small Cap B (IE00B3VWM098) TER 0,43% (replizierend - thesaurierend)
iShares S&P SmallCap 600 (DE000A0RFEB1) TER 0,40% (replizierend - ausschüttend - Domizil Irland)
CS ETF (IE) on MSCI Japan Small Cap B (IE00B3VWMK93) TER 0,58% (replizierend - thesaurierend)
iShares MSCI Japan SmallCap (DE000A0RFEC9) TER 0,59% (replizierend - ausschüttend - Domizil Irland)
iShares MSCI Emerging Markets SmallCap (DE000A0YBR04) TER 0,74% (replizierend - ausschüttend - Domizil Irland)
SPDR MSCI Emerging Markets Small Cap ETF (IE00B48X4842) TER 0,65% (replizierend - thesaurierend)
iShares MSCI AC Far East ex-Japan SmallCap (DE000A0RFEF2) TER 0,74% (replizierend - ausschüttend - Domizil Irland)
Beispiel für ein BIP-gewichtetes globales Portfolio mit einer MSCI-Verteilung von 85% für Large und Mid Caps und von 15% für Small Caps. Da es keinen Small Cap-Fonds für den Pazifikanteil gibt, wurde in diesem Beispiel darauf verzichtet - die Anteile der Small Cap-Fonds der anderen Regionen wurden entsprechend erhöht:
25% MSCI North America / MSCI USA / S&P 500
05% MSCI USA Small Cap
25% MSCI Europe / STOXX Europe 600
05% MSCI Europe Small Cap
10% MSCI Pacific
25% MSCI Emerging Markets
05% MSCI Emerging Markets Small Cap
Dieser Beitrag wurde von Licuala bearbeitet: 08. Januar 2013 - 13:09
"Alle Wahrheit durchläuft drei Stufen. Zuerst wird sie lächerlich gemacht oder verzerrt. Dann wird sie bekämpft. Und schließlich wird sie als selbstverständlich angenommen. (A. Schopenhauer)
"Aller Besitz ist vom Schicksal geborgt." (L. A. Seneca)
Wer eine Asset-Allocation-Strategie verfolgt, strebt ein optimales Risiko-Ertrags-Verhältnis durch Investitionen in eine Reihe von unterschiedlichen Assetklassen an. Dabei nutzt man die Tatsache, dass die Erträge der einzelnen Assetklassen aufgrund ihrer unterschiedlichen Entwicklungen nur schwach miteinander korreliert sind. Durch eine geschickte Portfolioaufteilung ist es möglich, entweder einen höheren Ertrag bei einem zuvor festgelegten Risiko oder ein niedrigeres Risiko bei einem zuvor festgelegten Ertrag zu erzielen.
Asset Allocation ist also auch eine Risikomanagementstrategie. Deshalb ist es wichtig, dass das Portfolio so wenig wie möglich von der optimalen Asset Allocation abweicht. Sonst passt die Positionierung des Portfolios nicht mehr zum vorher festgelegten Anlagehorizont und Risikoprofil. Zudem ist es wichtig, sich so wenig wie möglich von der Effizienzlinie zu entfernen, damit die Korrelationsunterschiede zwischen den einzelnen Assetklassen voll ausgenutzt werden können. Die Effizienzlinie ist der geometrische Ort aller effizienten Ertrags-Risiko-Kombinationen.
Rebalancing ist der Prozess, die Asset Allocation eines Portfolios auf seinen Ursprungszustand zurückzuführen, nachdem es signifikant aus dem Gleichgewicht geraten ist.
Die Kollegen vom ETFexplorer haben überprüft, welche Rebalancing-Strategie in den vergangenen 10 Jahren die besten Effekte erzielt hätte (siehe The ETF Market Watch August 2010). Dazu haben sie sich vier ETF-Depots mit verschieden hohen Aktien-Gewichtungen zwischen 20 und 100 Prozent angeschaut. Verglichen wurde die Entwicklung der Depots in zwei Szenarien: In einem wurden sie "aktiv bewirtschaftet", also Rebalancings unterzogen, im anderen wurden sie einfach liegengelassen. Letzteres ist auch als Buy & Hold bekannt.
Die Untersuchung zeigt nun, wie oft man in den vergangenen Jahren solche Rebalancings hätte durchführen müssen, um optimale Ergebnisse zu erzielen - und bei welcher Abweichung der tatsächlichen Depot-Gewichtung von der Ziel-Gewichtung die Rebalancings hätten erfolgen müssen.
Ergebnis: Wer zu oft rebalanciert, verringert (wohl durch die entstehenden Kosten) die Portfoliorendite. Grundsätzlich führt "aktives Bewirtschaften" aber zu einer Überrendite.
Erstaunlich war für mich dabei, wie selten Rebalancings durchgeführt werden mussten - nämlich zwischen zwei und vier Mal über fünf Jahre hinweg. Das führte zu Überrenditen von bis zu 2 % pro Jahr gegenüber dem reinen Buy & Hold. Gleichzeitig schwankten die Depots auch noch weniger stark.
Einziges Problem: Auch wenn die Zahlen noch so schön den Sinn des Rebalancings zeigen - eine richtige Anleitung für zukünftiges Verhalten können sie nicht liefern. Die Strategien sind eben für einen ganz bestimmten Zeitraum nachträglich optimiert worden.
Mitnehmen kann man allerdings, dass man keinesfalls zu oft rebalancieren sollte. Vielmehr sollte man neben der Ausgangsgewichtung auch eine Investitionsbandbreite festlegen. Also zum Beispiel: Mein Depot soll 40 Prozent Aktien, 40 Prozent Anleihen und 20 Prozent Rohstoffe enthalten - und Schwankungen von +/- 5 Prozentpunkten um diese Werte herum toleriere ich. Werden diese Schwellen überschritten, erfolgt ein Rebalancing.
Ein Rebalancing kann auch durch laufende Neuanlagen geschehen, die in die schwächelnden Teile des Depots investiert werden.
Dieser Beitrag wurde von Licuala bearbeitet: 11. Februar 2013 - 21:22
"Alle Wahrheit durchläuft drei Stufen. Zuerst wird sie lächerlich gemacht oder verzerrt. Dann wird sie bekämpft. Und schließlich wird sie als selbstverständlich angenommen. (A. Schopenhauer)
"Aller Besitz ist vom Schicksal geborgt." (L. A. Seneca)
Für den passiven Langzeitinvestor dürfte sich die Frage eines passenden Einstiegzeitpunktes im Grunde genommen gar nicht stellen, da er im Normalfall breit diversifiziert über mehrere Anlageklassen anlegt und somit so früh wie möglich investiert sein sollte.
Sollten dennoch Bedenken bestehen, sein gesamtes Geld an einem Zeitpunkt ins Spiel zu bringen, so sollte ein fester Zeitrahmen mit entsprechenden Investitionsintervallen gesetzt werden, in denen dann gleichanteilig investiert wird.
Durch eine zeitliche Streckung der Investitionen kann das Risiko eines Einstiegs gegen den Markt abgesenkt werden, natürlich bei gleichzeitiger Inkaufnahme von Renditeeinbußen.
Letztendlich wird sich dieses Problem häufig aber gar nicht stellen, weil in aller Regel mittels Sparplänen und somit ohnehin stufenweise eingestiegen wird.
Deutlich wichtiger sind daher geeignete Ausstiegszenarien, um das angesparte Kapital möglichst gut zu schützen - hier existieren diverse Ansätze, bspw. zu einem bestimmten Zeitpunkt vor dem Ruhestand die risikoreichen Investments komplett oder hälftig in risikogeringe Anlageklassen umzuschichten - in Abhängigkeit vom Lebensalter und von Vererbungswünschen ggf. auch (anteilig) in eine Sofortrente.
Ein weiteres Szenario wäre es, ab einem gewissen Zeitpunkt jährlich oder alle 2 Jahre beim Rebalancing zu entnehmen und umzuschichten – so würde man quasi antizyklisch deinvestieren.
Da solche Vorgehensweisen sehr statisch erfolgen würden, bestünde die Gefahr, dass die Märkte zu den entscheidenden Zeitpunkten gegen einen laufen könnten. Auch ein einmaliger Wechsel von Aktien in Staatsanleihen könnte problembehaftet sein, wie uns die jetzige Zeit gerade aufzeigt.
Zudem könnte es zukünftig zu höheren Schwankungen (Volatilitäten) bei den Konjunkturzyklen und den Kapitalmärkten kommen - verursacht durch:
"Deleveraging" (Verschuldungsabbau), d.h. Abbau der Kreditfinanzierung im Nicht-Finanzsektor sowie Abbau der Staatsschulden
eine "neue Globalisierung", d.h. höheres Wachstum in den Schwellenländern, gedämpftes Wachstum in den Industrieländern und der zusätzlichen Gefahr von Protektionismus
Entsprechende Zukunfts- und Markteinschätzungen werden also nötig sein - zumindest in Bezug auf die späteren Gewichtungen der einzelnen Anlageklassen. Unterm Strich hieße das, auch als (Teil-)Passivinvestor aktiv in die Hauptmärkte (Aktien und Anleihen) ein- und auch wieder auszusteigen.
Somit bleibt als Fazit: Um "Markettiming" im weiteren Sinne wird man nicht herumkommen und sollte sich dementsprechend frühzeitig damit auseinandersetzen.
1. Vermögensverwalter schaffen keine Werte, sondern zunächst einmal Kosten von durchschnittlich rund einem Prozent pro Jahr. Da sie jedoch zusammen genommen den Markt bilden, muß ihre Performance alleine aufgrund dieser Kosten unterdurchschnittlich ausfallen. Die Konstellation ist vergleichbar mit einem Pokerspiel, in welchem der gute Spieler die Gewinne zu Lasten des Verlierers erzielt. Um eine Nettorendite von zwei Prozent erzielen zu können, muß auf der anderen Seite ein „Freiwilliger“ sein, der vier Prozent verlieren möchte.
2. In einem solchen „Nullsummenspiel“ steigern teure Hedge-Fonds nur den Anteil am Kuchen, der durch die Gebühren verloren geht.
3. Die meisten Aktienmärkte sind ziemlich effizient auf der Ebene der Einzelaktie. Diese Effizienz wird sehr wahrscheinlich zunehmen.
4. Transaktions- und Managementgebühren sind von vornherein sicher, während die jeweils versprochene Überrendite problematisch sein dürfte.
5. Auf dieser Basis sind passive Anlagestile nicht das Schlechteste, da Indexfonds innerhalb einer Anlageklasse kaum zu schlagen sind.
6. Aus diesem Grund müssen Indexfonds zwangsläufig immer mehr „aktive Fondsmanager“ verdrängen, bis sie die große Masse des Geschäftes an sich gezogen haben. Da immer mehr schlechte Spieler aus der Pokerrunde ausscheiden, müßten die verbliebenen eigentlich besser und besser werden. Zum Glück für die Gewinner kommen jedoch auch immer wieder neue Spieler in die Runde.
7. Während clevere Anleger auf Indexfonds „abfahren“, wird ihre Ausbreitung vor allem durch das Eigeninteresse der Vermögensverwalter und der Vermittler gebremst. Schließlich wollen die Fondsgesellschaften vor allem Gebühreneinnahmen erzielen und ihre Angestellten wollen Jobs, die zumindest Eindruck erwecken.
8. Viele Hedge- und Private-Equity-Fonds behaupten zwar, sie würden systematisch Alpha, also eine risikoadjustierte Überrendite, generieren. In Wirklichkeit jedoch machen sie oft ganz gewöhnliche Spekulationen.
9. Die „Asset Allocation“ ist intellektuell nicht sonderlich anspruchsvoll. Denn die Rückkehr von Kursbewegungen zu langfristigen Mittelwerten ist Realität und Theorien über „neue Paradigmen“ sind beinahe immer eine Illusion. Die Fehlbewertung von einzelnen Vermögensklassen ist manchmal so groß, daß sie nicht einmal ein Blinder übersehen kann - zum Beispiel ein durchschnittliches Kurs-Gewinn-Verhältnis von 35 im März des Jahres 2000.
10. Das Warten auf den richtigen Zeitpunkt kann jedoch länger Dauern als die Geduld der Kunden. Das führt zu Karriere- oder gar Geschäftsrisiken im Vermögensverwaltungsgeschäft.
11. Historisch betrachtet haben Aktienanleger immer wieder zuviel für Begeisterung oder „Sex Appeal“ gezahlt: Wachstum, Profitabilität, technologischer Wandel oder auch für die angeblichen Fähigkeiten des Managements.
12. Ist erst einmal ein Trend mit einem gewissen Momentum entstanden, so bleibt er für gewöhnlich eine Weile bestehen bleiben.
13. Alles, was die Finanzmärkte anbelangt, kehrt rascher von extremen auf normale „Levels“ zurück, als man gemeinhin denkt. Das gilt zum Beispiel für das Umsatzwachstum, die Profitabilität, die „Genialität“ von Managern, Anlagestile und nicht zuletzt auch für das Glück.
14. Einer der Schlüssel zum Erfolg im Anlagegeschäft ist die Suche nach der richtigen Balance zwischen Momentum und Wachstum auf der einen Seite und der Tendenz zur Regression auf der anderen.
15. Wachstumswerte gelten gemeinhin als attraktiv. Deswegen gehen Fondsmanager nur geringe Karriererisiken ein, wenn sie sie im Depot halten. Das mag erklären, wieso diese Werte in den vergangenen 50 Jahren um durchschnittlich 1,5 Prozent schlechter abschnitten als der Markt.
16. „Value-Werte“ dagegen gelten gemeinhin als langweilig oder unterdurchschnittlich. Ihre scheinbar schlechte Entwicklung läßt sich nachträglich leicht erklären. Solche Werte stellen aus diesem Grund für Fondsmanager ein gewisses Karriererisiko dar. Das mag erklären, wieso diese Werte in den vergangenen 50 Jahren um durchschnittlich 1,5 Prozent besser abschnitten als der Markt.
17. Reale Risiken lassen sich nicht mit Kennzahlen wie Beta oder Volatilität erfassen, da sie bloßgestellt werden durch die positive Korrelation mit anderen Faktoren wie Wachstum, Begeisterung, Liquidität oder gar Analysten-Coverage. Diese werden in der Wahrnehmung positiv bewertet und reduzieren auf diese Weise das Karriererisiko der Fondsmanager.
18. Reale Risiken im Vermögensveraltungsgeschäft bestehen vor allem in Karriere- und Geschäftsrisiken, die die Branche verändern. Die Bemühungen, die Karriererisiken zu reduzieren - liege bloß nie aufgrund der eigenen Meinung falsch - führen zu Herdenverhalten, Momentum und Extrapolationen. Zusammengenommen begründen sie das Entstehen von Fehlbewertungen.
19. Es gibt keine „Small-Cap-Effekte“, „Preis-Buchwert-Effekte“, „Aktien-Anleihen-Effekte“ oder anderes. Es gibt nur den „Preiswürdigkeits-Effekt“. Aktien schlagen Anleihen langfristig nicht, weil das ein göttliches Gesetz ist, sondern weil sie üblicherweise günstig bewertet sind. Im Moment sind sie es nicht.
20. Aktienkurse schwanken stärker als die Gewinnreihen der Unternehmen oder als volkswirtschaftliche Wachstumszahlen. Diese entwickeln sich relativ stetig, währen die Finanzmärkte getrieben werden von Gier, Furcht und Karriererisiken und nicht so sehr von fundamentalen Daten.
21. Die Inflationsrate hat den größten Einfluß auf die Kurs-Gewinn-Verhältnisse der Börsen, so unlogisch das auch klingen mag. Der Korrelationskoeffizient in Amerika liegt bei minus 0,73. Eine geringe Inflation führt also zu hohen Bewertungen.
22. Da die Inflationsraten langfristig zu einem Mittelwert zurückkehren, dürfte der Kauf von Aktien bei tiefer Inflation, tiefen Zinsen und hoher Bewertung schmerzhaft werden.
23. Die Masse der verwalteten Mittel ist die ultimative Hürde für eine erfolgreiche Anlagestrategie. Je mehr Geld angelegt werden muß, desto geringer wird die Qualität der Werte, in die investiert wird oder desto „unverdaulicher“ werden die Einzelpositionen. Schlägt sich ein Fondsmanager mit 500 Millionen Dollar hervorragend, so kann er mit fünf Milliarden Schiffbruch erleiden.
24. In der Vergangenheit dominierte der Glaube an effiziente Märkte, so daß Vermögensverwalter nur wenige Talente anziehen konnten, insbesondere keine quantitativ orientierten. Inzwischen bieten selbst Professoren in ihren „Quant Shops“ ihre Dienste an und auch andere talentierte Personen werden angezogen. Auf diese Weise intensiviert sich der Wettbewerb.
25. Quantitative Vermögensverwaltung verhält sich zu traditionellen Ansätzen wie Wort zu Schrift: Man vertraut stärker darauf.
26. Quantitative Manager tendieren jedoch dazu, in Daten zu ertrinken und zu viele Variablen zu berücksichtigen.
27. Der größte Vorteil traditioneller Vermögensverwalter liegt in ihrer Fokussiertheit. „Quants“ dagegen können besser mit komplexen Situationen umgehen und agieren konsistenter. Sie sind auch nie „verliebt“ in einzelne Werte - höchstens in ihre Methoden.
28. 90 Prozent dessen, was in der Vermögensverwaltung als Brillanz oder auch Inkompetenz bezeichnet wird, ist auf die Ebbe und Flut wechselnder Anlagestile zurückzuführen.
29. Weil bestimmte Anlagestile immer nur vorübergehend erfolgreich sein können, dürfte die Performance der Vergangenheit mit der Zukunft negativ korreliert sein.
30. Aus diesem Grund ist es einfacher, günstig Aktien zu finden als fähige Fondsmanager. Anleger müssen bei der Suche nach einem Vermögensverwalter entscheiden zwischen der faktischen Performance der Vergangenheit oder dem Marketingversprechen potentieller Anbieter. Praktische Anleger orientieren sich gerne an den Fakten der Vergangenheit und investieren auf diese Weise immer wieder in Fonds, die ihre besten Zeiten sehr wahrscheinlich gerade hinter sich haben.
31. Entscheidend ist, den Überblick zu wahren. Eine oder zwei gute Ideen im Jahr reichen, um erfolgreich zu sein. Überharte Analysearbeit steht nur dem Denken im Weg.
Dieser Beitrag wurde von Licuala bearbeitet: 15. Mai 2013 - 20:33
"Alle Wahrheit durchläuft drei Stufen. Zuerst wird sie lächerlich gemacht oder verzerrt. Dann wird sie bekämpft. Und schließlich wird sie als selbstverständlich angenommen. (A. Schopenhauer)
"Aller Besitz ist vom Schicksal geborgt." (L. A. Seneca)
"Alle Wahrheit durchläuft drei Stufen. Zuerst wird sie lächerlich gemacht oder verzerrt. Dann wird sie bekämpft. Und schließlich wird sie als selbstverständlich angenommen. (A. Schopenhauer)
"Aller Besitz ist vom Schicksal geborgt." (L. A. Seneca)
"Alle Wahrheit durchläuft drei Stufen. Zuerst wird sie lächerlich gemacht oder verzerrt. Dann wird sie bekämpft. Und schließlich wird sie als selbstverständlich angenommen. (A. Schopenhauer)
"Aller Besitz ist vom Schicksal geborgt." (L. A. Seneca)